Entries tagged as religion
Saturday, July 19. 2008
 Ich habe einen neuen Anime-Geheimtipp, der aber schon seit längerem zu vermuten war. Gestern haben Marc und ich aber im letzten Rutsch die komplette 1. Staffel "The Melancholy of Haruhi Suzumiya" geschaut und ich kann nur sagen: Super! Magical-Girl? Nein! Sci-Fi-Serie? Nein! Postmodern? Ja! Die Serie ist - wie auch schon erwähnt - gelebter Post-Strukturalismus, gelebte Dekonstruktion. Das spricht mich als bekennenden Post-Strukturalisten natürlich besonders an und begeistert mich um so mehr, dass es das nun auch in einfach zugänglicher Pop-Kultur gibt.
Der Post-Strukturalismus findet sich eigentlich in allem wieder, sowohl in Inhalt, wie auch in der Form, denn die Serie ist falsch gesendet worden und die Folgen demnach durcheinander, wodurch man das Ende der 1. Staffel ungefähr in der Mitte sieht und die Mitte am Ende (wobei das das eigentliche Ende sogar ist). Außerdem ist die Serie eigentlich eine "Unknown Armies"-Serie. Klingt komisch, ist aber so und ich denke, jeder, der von "Unknown Armies" begeistert ist, wird auch diese Serie lieben, denn sie erinnert mich in so einigen Aspekten an dieses wirklich grandiose Rollenspiel.
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Wednesday, July 9. 2008
Was gibt es eigentlich nun zu meiner Hochzeit zu erzählen? Schon so einiges und das sollte ich auch so langsam endlich einmal machen, sonst mache ich es nie, wie ich leider an meinem DRSRM-Bericht gemerkt habe; je weiter das Ereignis fort rückt, desto unmotivierter werde ich, dazu etwas zu tippen. Ich muss anscheinend wirklich immer zeitnah bloggen, sonst bringt das alles nichts. Schon merkwürdig, ist aber so. Ich beschränke mich da einfach einmal auf einen Schnell-Durchlauf mit ein paar ausführlicheren Anekdoten oder vermutlich eher Anekdötchen.
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Sunday, June 15. 2008
Als wir in der Türkei unsere Ringe gekauft haben, waren wir bei einem Juwelier, den Yannicks Eltern wohl kannten. Der hatte uns mehrere Modelle gezeigt; letzten Endes haben wir woanders Ringe gekauft, aber das ist ein anderer Blog-Eintrag. Was mir viel eher aufgefallen war, war folgende Sache: Er betonte jedes Mal, dass Yannicks Eltern ja "Familie" wären und dass man in der Türkei das nicht einfach nur so sagt, sondern auch entsprechend handelt - beispielsweise mit Rabatten oder ähnlichem. Tatsächlich war es auch so, dass er uns gute Preise gemacht hatte. Tatsächlich war es ebenso so, dass man kaum durch Sarigerme konnte mit ihren Eltern, ohne dass wir auf einen Tee eingeladen wurden, auch an andere Läden, denn Yannicks Eltern kennen da anscheinend das halbe Dorf.
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Friday, May 16. 2008
Ich habe eben endlich einmal einen Film gesehen, der mir schon seit einiger Zeit aufgefallen war: The Damned Thing aus der "Masters of Horror"-Serie nach einer Kurzgeschichte von Ambrose Bierce mit dem gleichen Titel. Ich dachte, das wäre ein ganzer Film, aber es ist eben nur eine Folge von ca. 50 Minuten. Hat aber Laune gemacht; leider waren die Sprecher in der deutschen Synchro schrecklich, aber dazu morgen mehr.
Sehr interessant war einmal wieder, dass an sich sehr viel offen gelassen wurde. Sowas gefällt mir ja immer, wie viele sicherlich wissen. Das hat mir einfach gut gefallen, auch die Schluss-Note auf der dann die Folge endet. Neugierig habe ich mir dann auch gleich einmal meine Ambroce-Bierce-Sammlung geschnappt, die ich als Anglist natürlich habe und direkt gelesen. Das sind knappe 9 Seiten und sind schnell gelesen; auch im Internet, was auch mein persönlicher Lese-Tipp für langweilige 15 Minuten wäre.
Die Kurzgeschichte hat nur entfernt etwas mit der "Masters of Horror"-Episode zu tun, was aber auch nicht tragisch ist, denn die macht auch Laune. Man kann sich die "Masters of Horror"-Episode natürlich (einmal wieder) versauen, indem man anfängt zu mosern, dass das ja gar nicht nah an der Kurzgeschichte wäre. Aber letzten Endes ist das wurscht, oder? Inspiriert ist sie ganz offensichtlich davon und solange beides Laune macht, ist doch alles perfekt. Ich hatte nämlich dadurch angenehme "Film-Länge" durch die kurze Episode und dann noch gerade die Kurzgeschichte nachgeschoben und habe 2 zum Preis von 1 bekommen. Was will man mehr?
Dabei kam mir einmal wieder der Gedanke an die übliche cthuloide Problematik der Darstellung, der Erklärung und allgemein der Auflösungen. Irgendwie hatte ich auch dunkel in Erinnerung, dass da doch sicherlich was in den einschlägigen Cthulhu-Monstrous-Compendien was stehen müsste - tut es aber nicht. Zumindest habe ich auf die schnelle nichts gefunden. Vielleicht habe ich es auch einfach nur überschlagen. Aber ich bin mir sicher, dass bei einem solchen Eintrag dann exakt nicht nur die Werte stehen, sondern auch ob Einzigartiges Wesen, Großer Alter, Älterer Gott oder Schlag-Mich-Tot, samt Habitat und dem Schicht-Plan der letzten Woche. Und wieder einmal wird mir bewusst, wie doof sowas doch eigentlich ist.
Kraft, Spannung und Atmosphäre kommen sowohl bei der Episode wie auch bei der Kurzgeschichte eben genau dadurch, dass es nicht aufgelöst wird; bei der Kurzgeschichte wird sogar noch weniger aufgelöst. Es werden zwar Sachen eingeworfen, aber all diese sind so indirekt, so subjektiv, dass sie nicht stimmen müssen. Das sind im Übrigen ähnliche Techniken, wie wir sie natürlich von Lovecraft kennen und da sieht man auch deutlich den Einfluss von Bierce auf Lovecraft. Das ist das Tolle an diesen Sachen, das ist, was mir daran so unglaublich gefällt. Und das alles wird durch so einen Monster-Eintrag kaputt gemacht.
Dabei will ich natürlich nicht alles zunichte reden, ich habe schließlich auch am Malleus Monstrorum maßgeblich mitgearbeitet, von dem jetzt auch bald die 2. Edition rauskommen wird. Und die indirekte Bebilderung von dort ist sicherlich auch aus einem ganz alten Thread von mir entstanden, den ich um 2000 im ganz alten Cthulhu-Forum gestartet habe und da etwas zu diesem Mythos-Dilemma in Verbindung mit der "Iser'schen Leerstelle" geschrieben habe. Das ist ja auch alles in Ordnung so und für das Rollenspiel braucht man es wohl auch in irgendeiner Weise.
Dennoch ... es geht einfach Kraft verloren. Es geht einfach an lovecraftesker Cthuloidität verloren. Ja, ich weiß, es gibt zig Leute, die schon ständig sagen, dass man weder Lovecraft noch die ursprüngliche cthuloide Stimmung in ein Rollenspiel bringen kann. Ich halte das nach wie vor für falsch. Es wird derzeit nicht oder kaum gemacht, aber es geht. Es muss nicht jedem Spaß machen, aber es geht. Davon bin ich immer noch felsenfest überzeugt und ich denke, den Beweis kann ich in meinen Cthulhu-Runden antreten, die ich bisher geleitet habe. Auch mein "Schatten über Arkham" geht in diese Richtung und auch im "Malleus Monstrorum" habe ich in dieser Richtung versucht, Fußspuren zu hinterlassen, ebenso wie in allen anderen Pegasus-Publikationen, an denen ich beteiligt war. Denn ich bleibe weiterhin davon überzeugt, dass das einfach wichtig ist. Dass das "Cthulhu" ist und das ist, was Cthulhu von anderen Rollenspielsystemen und -hintergründen abheben sollte - nicht muss, aber sollte. Das ist Cthulhu - alles Andere ist nur Horror.
Sunday, April 20. 2008
MMOGs haben die Tendenz, einem die Abgründe der menschlichen Natur zu zeigen: Überall sieht man egozentrische Leute, die zum Teil sogar stolz darauf sind, sich zu benehmen wie die Axt im Walde. Und das macht bei WoW keinen Halt vor PvP-Servern, manchmal scheint es mir auf PvE-Servern fast schlimmer zu sein, denn auf PvE-Servern kann man zumindest die Horden-Seite nicht für moralisch verwerfliches Verhalten bestrafen, indem sie man sie dann umhaut. Daher scheint mir fast, dass die typischen "Spawn-Klaus", bei denen einem Erz oder Kräuter oder auch Mobs direkt vor der Nase weggepflückt werden, auf PvE-Servern fast häufiger zu sein; auf PvP-Servern muss man vorher wenigstens noch "arbeiten", indem man den Konkurrenten/anderen Charakter eliminiert. Ganz dreist ist es dann aber auch auf der eigenen Seite, wenn man so wirklich gar nichts dagegen machen kann, dass einem etwas weggenommen wird, außer einen angenervten Whisper an die Person zu schicken, der dann meist patzig oder uneinsichtig oder gar nicht beantwortet wird - bringen tut es dann doch meist sowieso nichts.
Wieso verhalten sich die Leute bei MMOGs so? Vermutlich ganz einfach, weil es keine Instanz gibt, die einen davon abhält. Es ist sozusagen gelebte Anarchie in einem gewissen Sinne; auch wenn das natürlicht nicht so ganz stimmt, denn es gibt üblicherweise Regeln. Aber gerade diese Gebiete, die nicht mit Regeln abgesichert sind, legen viel zu häufig moralische Abgründe offen. Damit meine ich jetzt nicht übliches PvP - das mag ich. Damit meine ich eindeutig moralisch grenzwertiges Verhalten. Das kann man auch häufig genug im wirklichen Leben (tm) sehen, wenn eine Parklücke vor einem ist, man den Blinker setzt und der Parkplatz eindeutig einem selbst gehört, aber sich dann ein anderer suizidär reinschießt und dann so tut, als ob das schon immer sein Parkplatz gewesen wäre. Oder der Klassiker bei Schlangen im Supermarkt, wenn eine neue Schlange aufmacht, wie alle ihre Ellbogen ausstrecken, damit sie an der neuen Kasse bloß die ersten sind. Oder wenn man auf den Parkplätzen mit einem Auto gleich zwei Parkplätze belegt. Das ist die gleiche grenzwertige und verwerfliche Attitüde, die mich immer so unglaublich wütend macht, dass mir fast das Hemd platzt und ich grün anlaufe.
Aber so weit ist es zum Glück (noch) nicht. Dennoch ist es erschreckend. Bei MMOGs sieht man irgendwie mehr von diesem Verhalten, vermutlich eben weil es anonymer ist, viele reden sich dann mit "ist doch Rollenspiel" raus - eine lahme Ausrede. Auch beliebt ist dann der pseudo-coole Konter "Peeeeee-Veeeee-Peeeee" - im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt, klar. Macht es nur nicht moralisch besser. Manche Leute sonnen sich auch darin, dass sie auch mal gerne so ein richtiger Sack im Spiel sind, das würde dazu gehören, aber sonst sind sie ja ganz nett. Auch hört man dann sehr häufig, wenn man sich über diesen oder jenen beklagt: "Ja, der ist eben im Spiel so, aber in Wirklichkeit ist das ein ganz Lieber." Nur bringt das nichts. Verwerflich ist verwerflich. Man muss nicht immer astrein sein, man muss nicht immer mit der weißen Weste rumlaufen - das gelingt sowieso nicht. Aber sich dann so billig und einfach rauszureden? Nein, tut mir leid, dafür habe ich nicht das geringste Verständnis.
Wir leben in einer post-modernen Welt, in der Wahrheit durch Übereinkunft von mindestens zwei Personen geschaffen wird. Wir leben in einer post-modernen Welt, in der es keine Moral, sondern nur noch Moralitäten gibt. Es gibt nichts Sicheres, nichts Zentrales, es gibt nur einen dekonstruierten, dezentralen Fall durch alle Register, durch alle Schubladen. Wieso verlange ich dann aber moralisch korrektes Verhalten? Besonders, wenn mir bewusst ist, wie subjektiv überhaupt "Moral" an sich ist und wieviele unterschiedliche Moralitäten es gibt. Ganz einfach: In keiner anderen Zeit war es so wichtig, wirklich in sich zu gehen und zu überlegen, ob man wirklich dieser Mensch sein will. In keiner anderen Zeit war es wichtiger "gut" zu sein. Denn in allen anderen Zeiten gab es in irgendeiner Weise immer eine Institution, die darauf geachtet hat, dass gewisse moralische Werte aufrecht gehalten werden. Und auch wenn man noch so gerne und häufig über die Kirche schimpft und diese natürlich auch selbst keineswegs eine moralisch reine Weste hat, aber so ein Katechismus an Moral ist schon nicht schlecht. Man kann da von der Kirche halten, was man will, aber die grundsätzlichen, philantrophischen Ansichten sollte man nicht einfach so wegwischen - denn das passiert genau gerade und was daraus wird, das sieht man.
Was also in dieser Situation tun? Aus großer Kraft wächst große Verantwortung. Und sobald einem diese Sachen bewusst sind, besitzt man diese Kraft und auch diese Verantwortung. Was tun in dieser post-modernen Welt? Szenarien sieht man tagtäglich, sicherlich auch in solchen Genres wie Zombie-Filmen, in Endzeit-Filmen. Häufig thematisiert, aber dennoch driftet man langsam aber sicher genau in diesen Zustand; zwar ohne Zombies, aber letzten Endes wäre es mit Zombies wenigstens funkyger.
Saturday, March 22. 2008
Heute in meiner Videotheken-Schicht war ein merkwürdiges Phänomen passiert: Die Zeit ging vorbei, eigentlich war sogar etwas los, man hatte etwas zu tun, man hat sich auch viel unterhalten, man schaute auf die Uhr und ... es waren gerade einmal 2 Stunden vergangen, obwohl gefühlte 4 Stunden vergangen waren. Heute war einer jener Tage, die sich so lang zogen, wie ein frisch geklebter Kaugummi unter den Kinopolis-Sitzen; und das schien nicht nur mir so zu gehen - meiner Kollegin auch, und als ich nach Hause kam, meinte Yannick, dass sie auch ein ähnliches Gefühl heute den Tag über hatte, obwohl sie nur zu Hause war und gar nicht unter der Schicht-Ende-Sehnsucht litt.
Was war also heute los? Eine Verzerrung des Raum-Zeit-Kontinuums? Eine temporale Störung des Universums? Eine Ouroboros-Fehlzündung? Die Öffnung einer neuen " Höhlen der Zeit"-Instanz? Ein Donnie-Darko-Paradoxon? Ein Murmeltier mit Schnupfen? Ein Butterfly-Effekt ohne Schmetterling und ohne Effekt? Ein Prinz von Persien auf der Suche nach dem Thron? Oder doch nur schlecht geschlafen? Möglichkeiten über Möglichkeiten aus denen man eine ganze Alternativ-Fernsehserie machen könnte, wenn es nicht schon zu viele Zeit-Fernsehserien-Folgen geben würde. Aber vermutlich hatten all diese Autoren auch nur einen jener Tage, wie ich ihn heute erlebt habe und noch erlebe.
Tuesday, December 4. 2007
Gut, dafür braucht es kein Quiz, um diese Erkenntnis über mich zu erlangen. Dennoch gemacht, hätte ja eine Überraschung werden können. Diese Quizzes sind sowieso schon so dämlich, da würde man sich manchmal mehr Fragen wünschen, dass man sich wenigstens belügen könnte, dass die einem was sagen, was man vorher noch nicht wusste.
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You are Agnostic
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You're not sure if God exists, and you don't care.
For you, there's no true way to figure out the divine.
You rather focus on what you can control - your own life.
And you tend to resent when others "sell" religion to you.
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Ach ja, aber Atheisten sind doof. Das wollte ich nur noch einmal schnell objektiv und argumenativ schlüssig klarstellen. Da sind mir religiöse Leute irgendwie lieber. Und ich tippe einfach einmal, dass hängt auch mit meiner üblichen Naturwissenschafts-Antipathie zusammen und warum ich mich im SB-II nicht so wohl fühle. Häh? Wie komme ich jetzt darauf und wo besteht der Zusammenhang? Der Text gehört dem Leser.
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Comments
Thu, 27.11.2008 12:17
Gratulation! Bei mir wird es jetzt definitiv nichts mehr mit dem Winner-Button. 30000 Wörter werde ich in den [...]
Wed, 26.11.2008 15:43
Yaymapi! Herzlichen Glückwunsch!
Wed, 26.11.2008 10:49
“Großes Kino” ist genau die richtige Beschreibung. Viel liebe zum Detail und tolle Questen. Alleine mit der Lore [...]
Fri, 21.11.2008 14:58
Mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt klappt es dieses Jahr leider nicht. Wir sind erst zwischen den Jahren (also nach [...]
Mon, 17.11.2008 18:58
Danke für den Hinweis. Korrigiert.
Mon, 17.11.2008 18:52
Was ein deutsche Vizejugendmann ist kann ich mir vorstellen, aber was ist ein Schtsmeister? (SCNR)