Entries tagged as postmodern
Friday, October 24. 2008
Es ist total spannend, wie pissig doch die Leute werden können, wenn man ihnen sagt, dass die Autorenintention tot ist. Das können die einem echt übel nehmen. Dabei geht es ja nicht darum, zu sagen, dass man nicht mehr danach schauen darf, aber der Fokus auf sie ist nun einmal verkehrt. Und wieso sind die Leute pissig? Der einzige Grund, den ich mir erklären kann: Sie verlieren plötzlich die Gewalt über einen Text, denn die Autorenintention in ihrer derzeitigen Machtposition tut dem Text tatsächlich Gewalt an. Sie vernichtet einem Tyrannen gleich sämtliche sonstigen Interpretationen, die aus dem Text heraus geboren werden können und aus der Interaktion zwischen Lesen und Text.
Die Autorenintention ist der Dikator der Kultur und erst, wenn sie zurecht gestutzt ist auf die Machtposition des gemeinen Plebs, erst dann haben wir den vernünftig-pluralistischen Zugang zu Texten, bei dem die Interpretation an sich zählt und nicht, ob irgendwann einmal der Autor bei der Geburt des Kindes sagte, dass es männlich sei - blöd nur, wenn dann das Mädchen die ganze Zeit als Kerl rumlaufen muss, nur weil es der Vater nicht erkennen will.
Thursday, October 23. 2008
Die Welt hat komische Gesetzmäßigkeiten. Es ist beispielsweise üblich, dass ich eine Sache mache und die Leute es ganz toll finden. Da überschlagen sie sich, sind ganz begeistert. Doch irgendwann schlägt das dann immer in das Gegenteil um. Dann bin ich auf einmal nicht mehr so gut. Dann ist das alles nur noch doof oder schlecht. Ich bin dann plötzlich - anders. Bin ich aber nicht. Ich mache alles noch genau so, wie vorher auch. Vielleicht nicht ganz genauso, aber hinreichend genauso. Es kann doch nicht sein, dass ich plötzlich immer so ungeheuer abbaue! Na gut, es könnte sein, aber ich glaube es kaum bei aller Selbst-Reflektion, die mir so eigen ist. Aber alle Anderen sind ja immer so beständig! Da ändert sich nie was. Nur bei mir ist es so.
Doch, wenn das regelmäßig so ist, dann sollte ich mir wohl Gedanken machen, ob das Problem nicht doch bei mir liegt. Witzigerweise ist  es dann aber plötzlich, wenn man die Personen wechselt, da wieder alles gleich toll - bis dann in irgendeiner entfernten Zukunft das Spielchen von vorne beginnt. Und da ist auch der Punkt, der mich nachdenklich stimmt, denn da stimmt doch etwas nicht. Die einzige übrige Möglichkeit wäre, dass ich ein Blender und Täuscher bin, der eben anfangs Qualität oder ähnliches vortäuscht, aber dann am Ende nichts dahinter ist. Aber das wäre mir auch neu, denn wenn mir eines wichtig ist, dann Ehrlichkeit und häufig hat mich diese Direktheit schließlich auch in Schwierigkeiten gebracht.
Man kann nicht immer top sein; das ist klar. Kann keiner. Und natürlich haut es auch nicht immer hin. Aber irgendwie wird bei mir dann plötzlich eine Verallgemeinerung daraus gemacht. Einzelne Fehler werden dann plötzlich als "so ist das ja schon immer" gewertet und plötzlich schreibt man nicht mehr so gut, wie vorher, obwohl es vorher gerne gelesen wurde. Plötzlich spielt man nicht mehr so gut, obwohl man vorher so gut spielte. Plötzlich redet man nicht mehr so gut, obwohl man mir vorher so gerne zuhörte. Plötzlich erklärt man nicht mehr so gut, obwohl es vorher alle verstanden, witzig, hilfreich und toll fanden. Plötzlich arbeitet man nicht mehr so gut, obwohl vorher keine Klagen kamen. Kann mir einer mal erklären, warum man dabei nicht wahnsinnig werden sollte? Oder melancholisch - das zumindest. Das frustet einfach nur noch.
Wednesday, October 15. 2008
Ursprünglich war es ein Kommentar, nun wäre es zum trackback geworden, wenn bei Supersized endlich mal die trackbacks funktionieren würden. I defy you stars! So gibt es eben "nur" einen Link zum Marc rüber auf einen tollen pseudo-intellektuellen Artikel über eines meiner Steckenpferde: Pop-Kultur. Und da dieses ganze sowieso eines meiner häufigsten rant-Themen ist, bekommt es hier auch dann doch noch einmal einen eigenen rant-Eintrag. Marc will in keinen nerdrage verfallen, der unglaubliche Holk kann aber nicht anders.
Ich mag Pop-Kultur, ich liebe Pop-Kultur. Und ich liebe es, wenn man damit anspruchsvoll umgeht, wenn man durchaus Tiefe erkennt in dem, was unterhält. Denn nichts Anderes ist die Klassik und der Kanon von gestern und heute. Eine " Coquette" war früher Unterhaltungsliteratur und gilt heute als hohe Literatur. Ein " Wieland" war früher ein Kassenschlager und vermutlich sogar Trivial-Literatur - die Zeit hat es in den Kanon der lesenswerten Literatur geholt. Und spätestens seit Andy Warhol wissen wir, wie das so mit Kunst und Fälschung aussieht und dass "Kunst an sich" sich sehr schwer tut mit dem "an sich", denn "Kunst" ist ein mindestens ebenso schwieriger und schwammiger und hierarischer Begriff wie " Genre". Bei "Kunst" sind sich dessen viele Leute wenigstens ein wenig mehr bewusst.
Vielleicht ist das der gleiche Autor, der einmal in der ZEIT (ja, ich bin überzeugter ZEIT-Leser) einen unsäglich schlechten Artikel über Star Wars geschrieben hat, in dem ein pseudo-intellektueller Bezug zu Ödipus gemacht wurde und dass es ja eigentlich klar wäre, dass (SPOILER!) Darth Vader der Vater von Luke sei, denn das Wort hätte schließlich unwahrscheinliche Ähnlichkeit mit "Vater", also "Darth Vater" sozusagen. Das war der Moment, in dem ich den Kaffee über der Videotheken-Theke morgens verteilte und mir unsagbar schlecht wurde bei so viel aufgeblasener Augenbraue. Das war mit einer der pseudo-intellektuellsten Artikel, die ich jemals gelesen habe neben der Rezi über "Fluch der Karibik 3" im Spiegel-Online - und nun der von Marc verlinkte Artikel. Kann man nicht so etwas eine Journalisten-Sperre fordern? Ja, ja, ich weiß, Zensur böse. Mir geht es hier auch nicht darum, Meinungen tot zu machen, sondern eher sowas, wie: "Mit Alkohol im Blut darf man kein Auto fahren."
Bei sowas fühle ich immer - the Rage. Und man sollte mich eben nicht hunrgig machen. Man würde mich nicht mögen, wenn ich hungrig bin. Also sollten auch die ganzen blödsinnigen Pseudos einfach mal aufhören über Pop-Kultur zu schreiben, wenn sie keine Ahnung haben. "Ich brauche keine Nordsee, ich kann mir im Rewe auch selbst Käpt'n Iglo kaufen." Saubere Argumentationsführung, Herr Kopp. Ich hasse es, wenn Pseudo-Intellektuelle über Pop-Kultur schreiben, denn die können das selten. Das kann nur in die Hose gehen - oder in die Augenbraue. Man muss Pop-Kultur nicht toll finden, man muss auch nicht immer alle Filme toll finden, die ich toll finde - wirklich nicht. Aber man sollte einfach mal ein paar Meter weiter nachdenken, als die eigene Kritikerprofilierungssucht bei vielen zulässt. Ich mag Episode 3 auch nicht; ich finde Episode 3 sogar richtig mies. Also so richtig, absolut mies, dass ich mir den nie mehr anschauen will - und ich bin/war einmal großer Star Wars-Fan. Aber, was diese Leute da oben schreiben, erst der Zeit-Artikel, nun dieser Kopp, da steigt mir echt die Galle hoch, trotz des absolut vergeigten Episode 3. So viel aufgeblasener Dünnsinn...
Tuesday, October 14. 2008
Manche Naturwissenschaftler machen sich darüber lustig, wie undeutlich Sprachwissenschaftler oder Literaturwissenschaftler formulieren. Naturwissenschaftler hätten angeblich eine so eindeutige Sprache und könnten damit alles ganz einfach erklären. Aber dann jammern sie rum, wenn sie Zufallsgeneratoren Nicht-Naturwissenschaftlern erklären müssen. Und dann kommen plötzlich Aussagen wie: "Das verstehen die sowieso nicht" oder "Da lesen sie sowieso rein, was sie wollen." Es sind also tatsächlich immer die Anderen, die ungenau formulieren oder ungenau verstehen; man selbst ist immer eindeutig und klar. Herzlichen Dank für so viel Selbst-Reflektion und Methoden-Kritik - da kann ich persönlich nur den Kopf schütteln.
Das ist dann Uni-Naturwissenschaft und für den Normalsterblichen nicht verständlich. Wenn ich dann aber anfange von Saussure und Derrida zu erzählen, von signifier und signified, dann muss ich das so machen, dass es verständlich ist - obwohl es auch Universitäts-Semiologie ist. Andernfalls sind es wieder die bösen Linguisten oder bösen Post-Strukturalisten, die sich so unverständlich ausdrücken. Naturwissenschaft ist einfach, aber zu komplex für den Normalsterblichen zu verstehen. Dennoch kann ein Naturwissenschaftler ganz eindeutig sich ausdrücken - nur eben nicht für den Normalsterblichen. Da wird dann gedreht und gedeixelt bis die Argumentation sich selbst rechtfertigt, dass man das eben darf und Andere nicht. In der Naturwissenschaft darf man alles und kann schließlich auch alles, in der Linguistik, in den Literaturwissenschaften sind das alles Schwätzer, die sich nicht ausdrücken können und die können bekannterweise gar nichts.
Das wird natürlich nicht von allen Naturwissenschaftlern so gesehen, aber mir kommt es fast so vor, als ob es von den Naturwissenschaftlern so gesehen wird, die am lautesten schreien. Da ist dann alles immer vollkommen logisch, alles immer vollkommen durdacht und der Andere versteht es nur nicht, weil er nicht logisch denken kann oder zu doof ist - man selbst formuliert schließlich exakt. In dieser eigenen, kleinen, aber doch so wahren Welt wird der Naturwissenschaftler zum Ubermensch, zum perfekten Wesen, das mit einfacher Sprache formulieren kann, die jenseits aller Induktions-Probleme liegt, denn sie war, ist und wird immer sein. Dass das mehr von cthuloiden Entitäten und nihilistischen Paradoxien hat, erläutere ich jetzt auch nicht weiter, denn das ist eine so wahre Aussage gewesen, dass jeder, der sie nicht versteht, zu doof ist, denn ich habe sie eindeutig und präzise geführt.
Witzigerweise wird dieses naturwissenschaftliche Weltbild dann abgenickt. Es wird einfach akzeptiert, dass Naturwissenschaft in höheren Sphären schwebt, die man nicht verstehen muss und viele auch nicht verstehen können. Dabei liegt es auch dort nur an dem Medium, das heißt: an dem Naturwissenschaftler selbst, der das erklärt! Alles muss verständlich sein. Wenn ich Derrida oder Saussure nicht erklären kann, liegt es nicht an meinem Gegenüber, sondern an mir. Natürlich gibt es auch Leute, die sich dumm stellen, das will ich gar nicht abstreiten. Aber zunächst einmal sollte der Fehler bei sich selbst gesucht werden, in der eigenen Erklärung, in der eigenen Einsicht in die Dinge. Wenn ich in meiner mündlichen Prüfung Rational Choice-Theory nicht erklären konnte für den einfachen Mann, liegt es an mir! Nicht an der Rational Choice-Theory und nicht an ihrer Komplexität. Das muss man eingestehen, das muss man zugeben. Nur wieso habe ich das Gefühl, dass 90% der Naturwissenschaftler um mich herum das nicht können und auch noch nicht einmal ansatzweise in Betracht ziehen? Der Fehler? Der liegt immer bei den Anderen einfach via Definition (ich kann übrigens auch geschwollen und gebildet reden, wenn ich denn will) - das konnten die Naturwissenschaftler ja schon immer gut ... die Welt definieren. Dabei dachte ich immer, es ginge darum, die Welt zu entdecken.
Saturday, October 11. 2008
Genre sind Schubladen, aber wenn man denkt, dass diese Schubladen einfach zu handhaben sind, der hat sich noch nie wirklich Gedanken darüber gemacht. Diese Schubladen klemmen nämlich häufig, sind manchmal zu groß und manchmal zu klein, haben manchmal keinen Boden und manchmal sind einfach die falschen Sachen drin, obwohl sie verdammt gut reinpassen. Kurzum: Über Genre-Einteilungen kann man immer gut diskutieren.
Wo stellt man beispielsweise "I am Legend" hin? Ich würde vom Gefühl her "Horror" sagen. Für mich ist "I am Legend" ganz eindeutig Horror. Andere Leute würden aufschreien und fragen: "Wer hat den denn da reingepackt?" und würden ihn eher zu den Science-Fiction stellen - am besten zu den anderen Wil Smith-Sachen da. Nur passt "I am Legend" meiner Ansicht nach nicht neben "I Robot" trotz der Titelverwandschaft. Auch würde er für mich nur schwer neben "Planet der Affen" passen oder neben "Das schwarze Loch", neben "Minority Report" und "Gattaca" und neben die ganzen Star Treks. Aber das ist eben Genre: Nicht eindeutig.
In der IMDB steht da sogar ganz korrekt nicht nur ein Genre, sondern mehrere: Drama, Horror, Science-Fiction, Thriller - exakt. Aber wo dann nun hinstellen? Für mich persönlich ist der Film einfach näher an einem "28 Days Later" als an "I Robot" und da stehe ich dazu. Oder würde jemand "28 Days Later" auch zu den Science-Fiction stellen? Vermutlich nicht und wenn doch, dann müsste man sogar eigentlich fast alle Zombie-Filme da hinstellen. Endzeit-Setting macht doch noch nicht alleine einen Science-Fiction aus und die Arbeit an einem Virus auch nicht. Witzigerweise würde ich "Der Omega-Mann" schon eher auf die Science-Fiction-Ecke stellen, allerdings könnte das auch daran liegen, dass ich den damals beim "großen Science-Fiction-Film-Abend" im Fernsehen gesehen habe neben den ganzen Planeten der Affen, Westworld und diesen alten Dingern. Dennoch, auch wenn es die gleiche Vorlage ist: "I am Legend" gehört für mich zu den Horror-Filmen. Sicherlich nicht neben "Saw" und diesen Krempel, sicherlich auch nicht zu den Eastern-Horror (ist das überhaupt ein eigenes Genre? wird zumindest so behandelt), sicherlich auch nicht neben "Scream", aber doch schon irgendwie eher in der Richtung, als bei den anderen.
Das mit dem Genre ist eben nicht ganz so einfach bei Filmen, die in mehreren Genres gleichzeitig spielen. Da würde mir beispielsweise direkt "Alien" einfallen - für mich eindeutig ein Science-Fiction. Aber wo ist da dann der Unterschied dazu, dass ich "I am Legend" eher aufs Horror-Kreuz stellen würde und "Alien" eher zu den Science-Fiction? Bei "Alien" ist das science-fiction-setting einfach bedeutender, bestechender und vordergründiger. Bei "I am Legend" tritt dieses Setting eher in den Hintergrund und wird nicht ganz so wichtig als "Science-Fiction-Setting an sich". Ähnliches bei "Event Horizon" - wohin damit? Zu den Horror-Filmen, weil es einer der verstörensten Filme ist, die ich kenne? Oder zu den Science-Fiction, da das SF-Setting doch äußerst dominant ist? "Shawn of the Dead" - zu den romantischen Komödien? Direkt neben "Hot Fuzz"? Oder dann doch auf das Horror-Kreuz? Neben "Dawn of the Dead" und die anderen Zombie-Filme? Oder dann doch neben "Fido"? Oder steht "Fido" da nicht sowieso schon?
Ich hoffe, nun ist jedem klar geworden, wie schwammig "Genre" ist. Natürlich gibt es Fehlgriffe bei der Einordnung. Wenn ich "Tatsächlich Liebe..." zu den Abenteuer-Filmen stelle, ist das wirklich merkwürdig und wenn ich die "Goonies" zu den Science-Fiction stelle, raufe ich mir auch die Haare auf dem Kopf. Aber ob ich nun "Besser Geht's Nicht" zu den romantischen Komödien stelle, zu den Paar-Komödien oder zu den schwarzen Komödien, ob ich nun "Das letzte Einhorn" zu den Zeichentrickfilmen, den Animes, den Kinderfilmen oder den Fantasyfilmen stelle, das ist und bleibt Geschmackssache, denn "Genre" ist und wird niemals eindeutig definiert, ist immer Überlappungssache und nie, nie, niemalsnie offensichtlich. Bitte, bitte, merkt euch das.
Und wo ich schon bei dem "bitte, bitte"-Appell bin, ein kleiner Link in vergangene Tage. Bitte also mehr das eigene Köpfchen einschalten, wenn man mit Film, Literatur oder Kultur im Allgemeinen zu tun hat. Das hat so viel mit Hierarchien und Autoritäten zu tun und so wenig mit wirklich eindeutigen Gesetzmäßigkeiten, dass ich das als Post-Strukturalist/ Dekonstruktivist nicht häufig genug sagen kann. Wir bekommen in der Schule nur seltenst den wirklich freien Umgang mit dieser Materie beigebracht, denn das geht unter bei der x-ten Frage nach der Autorenintention im Deutsch-Unterricht mit der bekannten (blödsinnigen) Frage: "Was will der Autor uns damit sagen?" Klare Antwort: Mir egal - ich finde das, was der Text sagt viel spannender.
Tuesday, October 7. 2008
Viel zu lange habe ich schon nicht mehr über mit einen der besten Animes geschrieben, die ich bisher gesehen habe: The Melancholy of Haruhi Suzumiya. Dazu habe ich schon so einiges geschrieben - einfach unter dem jeweiligen Tag nachschauen, denn ich bin sicher, dass es da noch mehr werden. Vor ein paar Tagen sind dann auch meine 2. und 3. DVD der ersten Staffel eingetroffen und da nun auch eine Google-Suche sich mit der Frage "In welcher Reihenfolge Melancholy of Suzumiya Haruhi" (diese Frage kein Verb - dennoch liebe solche Fast-Satz-Suchen) auf mein Blog verirrte, dachte ich mir: Der Person kann geholfen werden.
Sogar ganz einfach, nämlich auf der Wikipedia. Wie ich schon schrieb, war ursprünglich eine andere Reihenfolge der Episoden für den Anime beabsichtigt. Der Anime teilt sich grob in 6+7+1 Folgen ein, davon sind 6 Folgen der Hauptplot, 7 Folgen sind Einzelepisoden, die nach dem Hauptplot spielen (davon eine Doppelfolge) und dann kommt noch "The Adventures of Mikuru Asahina", die komplett rausfällt. Bei der Ausstrahlung ist allerdings ein kleiner Fehler passiert, so dass die Folgen (fast absichtlich) falsch gesendet wurden. Aus der Not wurde eine Tugend gemacht und seitdem wird "Melancholy" eigentlich immer in der "falschen" Reihenfolge richtig geschaut. Und diese Reihenfolge ist tatsächlich besser. Ich war am Anfang skeptisch, aber es ist wirklich so. Wer sich "Melancholy" ansehen will, sollte sich an diese Reihenfolge halten:
01. "The Adventures of Mikuru Asahina Episode 00" (11)
02. "The Melancholy of Haruhi Suzumiya Part 1" (1)
03. "The Melancholy of Haruhi Suzumiya Part 2" (2)
04. "The Boredom of Haruhi Suzumiya" (7)
05. "The Melancholy of Haruhi Suzumiya Part 3" (3)
06. "Remote Island Syndrome Part 1" (9)
07. "Mystérique Sign" (8)
08. "Remote Island Syndrome Part 2" (10)
09. "Someday in the Rain" (14)
10. "The Melancholy of Haruhi Suzumiya Part 4" (4)
11. "The Day of Sagittarius" (13)
12. "Live Alive" (12)
13. "The Melancholy of Haruhi Suzumiya Part 5" (5)
14. "The Melancholy of Haruhi Suzumiya Part 6" (6)
Die Zahlen hinter dem Folgentitel geben die chronologische Reihenfolge an.
Continue reading "God Knows"
Friday, October 3. 2008
Es ist mir schon häufig passiert und es wird mir immer wieder passieren: Wer eine unbequeme Meinung direkt und ehrlich sagt, erntet Schläge. Sei dies, dass man querdenkt und dies unbequem ist, sei dies, dass man Sachen ausspricht, die andere nur denken, aber sich nicht trauen, sei dies, weil man für etwas eintritt, woran man glaubt. Ich werde es auch immer wieder machen. Und dennoch bin ich immer wieder am Zögern. Ist es das wirklich wert? Das ist immer die Frage, die ich mir davor stelle.
Früher war die Antwort auf diese Frage eindeutig: Ja, das ist es. Ich bin pluralistisch und demokratisch aufgewachsen. Es ist gut, eine Meinung zu haben, sie zu sagen und dafür einzutreten. Doch ganz ehrlich: Das machen sehr wenige Menschen heutzutage. Ich habe dann schon häufig allein auf weiter Flur gestanden. Natürlich habe ich im Vorfeld dann Versicherungen bekommen: "Ja, ja, du machst das richtig so. Wir sehen das auch so." Und dann stürzt man sich in den Kampf und denkt, dass man Leute im Rücken hat - but Rogues do it from behind. Denn viel zu häufig kam von dort dann nichts. Kein bisschen Unterstützung kam und häufig nur Kopfschütteln und Achselzucken und plötzliches Seitenwechseln.
Mittlerweile ist die Antwort auf diese Frage nicht mehr ganz so eindeutig, aber eigentlich immer die gleiche: Ja, das ist es - aber vielleicht lasse ich den Stress diesmal doch. Gerade diesen Zusatz habe ich mittlerweile häufig. Einfach noch einmal eine Nacht darüber schlafen, einfach noch einmal auf sich ruhen lassen und sich vor Augen führen: "Wenn du es nicht sagst, sagt es sonst keiner und nur, weil du so doof warst, das zu sagen, was Andere denken, bekommst du dann wieder die Prügel." Aber das ist genau der Punkt: Wenn ich es nicht sage, sagt es keiner, denn die Leute sind feige. Da wird dann falsche Freundlichkeit vorgespielt, Nettigkeit geheuchelt, obwohl man doch deutlich zwischen den Zeilen Anderes verstehen kann - wenn man einigermaßen die Augen offen hält und wach mitdenkt. Aber wer macht das heute denn schon? Gerade im Internet? Aber nicht nur dort...
Ich denke mir häufig: "Nein, diesmal nicht. Das ist es nicht wert. Ignoriere es einfach. Es gibt andere Sachen, wichtigere Sachen." Aber was ist wichtig? Was ist wichtiger, als einfach auch frei und ohne Angst seine Meinung zu sagen und sagen zu können? Es gibt nichts Wichtigeres. Zur Meinungsfreiheit gehört eben auch, damit zu leben, dass man für seine Meinung Prügel einsteckt; besonders wenn diese Meinung unbequem ist - aber wenigstens ist sie dann ehrlich. Nur das muss man ertragen können, wenn man schon seine unbequeme Meinung sagt. Das ist nicht schön und vermutlich auch nicht so richtig im Sinne der Meinungsfreiheit, gehört aber dazu, denn in einer perfekten Welt leben wir nur in unserer eigenen. He has to endure it.
Friday, September 26. 2008
Ich finde es traurig, wenn lange, durchdachte Texte im Internet nur zum Teil gelesen werden. Manchmal werden sie sogar gar nicht gelesen und dann höchstens mit dem Kommentar versehen: "tldr - too long, didn't read" oder "was für eine Textwand". Natürlich gibt es auch Textwände, natürlich gibt es auch unübersichtliche Texte, aber gerade im Internet scheint die Frustrationsschwelle für lange Texte extrem niedrig zu liegen; fast so, als ob der Internet-User von heute es verlernt hat, zu lesen.
Damit meinte ich jetzt nicht unbedingt meine Texte. Klar, mir passiert das auch, denn auch ich schreibe gerne mal länger - hin wieder ... ganz selten. Aber mir ist es gerade letztens bei einem Text unter gekommen, der lang war - nicht von mir .. ausnahmsweise. Diesen Text fand ich ungeheuer interessant zu lesen, denn derjenige konnte gerade Sätze schreiben, was im Internet nicht unbedingt üblich ist. Er konnte gut schreiben und es war weder alles klein geschrieben, noch ein einziger Absatzklotz - dennoch fand man darunter: "Er schreibt zu viel." Traurig, sehr traurig.
Die MTV-Generation hält also Einzug in das Internet. Wobei "hält" auch falsch ist, denn sie hat sich schon lange hier fest gesetzt. Texte müssen schnell, schnell, schnell gehen. Ein Text sollte nach Möglichkeit äquivalent zu den epileptischen Kamerakindern von VIVA oder Arabella Kiesbauer sein, möglichst viele Schnitte haben, am besten mit fetzigen Farben unterlegt sein, voll krasse Schreibweise haben, am besten noch ein paar Unterniveau-Witze enthalten und die üblichen Schreibfehler mit "seit/seid" und "das/dass" dürfen natürlich auch nicht fehlen - hier und da dann noch ein paar Buchstabenverdreher und fertig ist der perfekte Internet-Text.
Es gibt auch zu lange Texte. Es gibt auch Texte, die nicht nur zu lang sind, sondern auch unangenehm zu lesen sind, Texte, die merkwürdige Schachtelsätze haben, deren Bandwurmsätze niemals enden und vollkommen unübersichtlich sind. Das sollte natürlich nicht sein. Aber schon bei einem recht übersichtlichen Text wird mit "der ist zu lang"-Keule um sich geworfen. Man hat anscheinend wirklich verlernt zu lesen. Den überzeugten Philologen schmerzt das besonders. In der LoL-Generation gibt es keinen Platz mehr für ausgefeilte Texte. Die Manga-Smileys, Rechtschreib-Ekzeme und Akronym-Geschwüre von heute sind nunmal wohl die Lyrik von morgen.
Sunday, September 14. 2008
Ich weiß, ich bin Rechtschreib-Klugscheißer; aber auch ich mache nicht immer alles richtig. Der entscheidende Unterschied ist aber, dass ich mich darum bemühe und wirklich verhältnismäßig wenig Fehler mache. Natürlich macht man immer genau dann die Fehler, wenn man sie nicht braucht. Gerade das Internet hat leider eine große Ansteckungsgefahr für solche Fehler, denn wenn man etwas Falsches häufig genug sieht, prägt es sich so sehr ein, dass man es selbst nachmacht. Das ist schließlich auch der Hauptgrund dahinter, dass man seine Rechtschreibung aufwerten kann, wenn man viel liest. Das klappt aber eben nur, wenn man lektorierte Sachen liest: Zeitungen, Bücher etc. Wobei leider noch nicht einmal alles davon lektoriert ist, aber der Großteil dieser Sachen wird wenigstens von Leuten geschrieben, die eine sichere Rechtschreibung haben.
Wenn man sich allerdings im Internet umsieht, dann scheint Deutschlands Bevölkerung zu 90% aus Legasthenikern zu bestehen. Damit reden sich zumindest gerne viele heraus, wenn man sie einmal daraus anspricht: "Ich findedas jetzt voll diskriemineirend das dir das wichtig ist. Woher willst du wissne das ich kein Legasteniker bin?" Klar, man kann es nie wissen. Nur kenne ich einige Legastheniker und nach einiger Zeit mit ihnen, hat man ungefähr eine Ahnung, was Legastheniker-Fehler sind und was nicht. Das erkennt man häufig schon am Schriftbild, doch ich denke, das würde jetzt zu weit gehen, das hier genauer auszuführen. Kurzum: Man erkennt es, dass dem nicht so ist. Meine alte Leier und mein alter Fluch diesbezüglich sollte hinreichend bekannt sein und das habe ich in dieser Kategorie schließlich schon häufig breit getreten.
Was ich allerdings ganz gruselig finde, genau die andere Seite ist und was mir bisher noch nicht unter gekommen ist, dass man im richtigen Leben verbessert wird. Gerade, wenn man spricht, kommt am Ende doch ein anderer Satz raus, als er ursprünglich werden sollte. Da stellt man dann selten noch einmal den Satz um und fängt von vorne an, sondern macht die Augen zu und spricht den Satz dann doch zu Ende - selbst wenn er grammatikalisch nicht richtig ist. Ist mir letztens einmal wieder passiert, weil ich mit meinen Gedanken beim Reden schon einen Schritt weiter war, Satzgefüge verbockt, weil ich plötzlich am Ende eine andere Idee hatte als zu Anfang, beim Reden gemerkt, mir gedacht "ach, egal", weiter geredet und dann ... eine Kasus-Verbesserung abbekommen. Hallo? Geht's noch? Wenn das wenigstens lustig gemeint gewesen wäre, aber das war ernst! So richtig mit tadelndem Blick und so! Sachen gibt's...
|
Comments
Thu, 27.11.2008 12:17
Gratulation! Bei mir wird es jetzt definitiv nichts mehr mit dem Winner-Button. 30000 Wörter werde ich in den [...]
Wed, 26.11.2008 15:43
Yaymapi! Herzlichen Glückwunsch!
Wed, 26.11.2008 10:49
“Großes Kino” ist genau die richtige Beschreibung. Viel liebe zum Detail und tolle Questen. Alleine mit der Lore [...]
Fri, 21.11.2008 14:58
Mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt klappt es dieses Jahr leider nicht. Wir sind erst zwischen den Jahren (also nach [...]
Mon, 17.11.2008 18:58
Danke für den Hinweis. Korrigiert.
Mon, 17.11.2008 18:52
Was ein deutsche Vizejugendmann ist kann ich mir vorstellen, aber was ist ein Schtsmeister? (SCNR)