Entries tagged as philosophy
Wednesday, November 19. 2008
Was ist das? Ich fühle mich seit Wochen krank und müde. Müde? Ja, das könnte ich noch verstehen: Es ist NaNoWriMo (National Novel Writing Month - für unsere Linkfaulen) und das WoW-Addon ist draußen. Das ist eine extrem ungünstige Kombination. Und krank? Ja, wenn man wenig schläft, dann wird man auch irgendwann krank, weil Körper schwach und so, ne? Von daher nicht verwunderlich. Wieso wundert sich der Holger dann aber?
Ganz einfach: Ja, ich habe die letzten Wochen hin und wieder mal ein wenig länger gemacht und ein wenig kürzer geschlafen. Aber an sich ist mein Schlafrhythmus derzeit im Lot. Hin und wieder nicht - zugegeben. Ist es wirklich dieser abrupte Wechsel von manchmal "bis 3 Uhr nachts" und dann "schon um 22 Uhr" ins Bett? Vielleicht sollte ich das doch normalisieren. Der NaNoWriMo ist witzigerweise am wenigsten schuld und eigentlich das WoW-Addon auch. Es sind eher so die Herbstdepressionen, bei denen ich dann gegen 23 Uhr mir sage: "Och nö, ich will noch nicht ins Bett mit dieser schlechten Laune. Ich will noch irgendwas machen." Tolle Idee, Holger, echt, tolle Idee! Als ob die schlechte Laune dann besser wird.
Mir geht es jedenfalls auf den Keks, mit dickem Kopf und merkwürdigem Gefühl im Hals aufzuwachen. Es gibt wenigstens genug kranke Leute da draußen, die ich kenne und denen ich die Schuld zuschieben kann. Wenigstens ist in der Hinsicht auf andere Leute immer Verlass und Sündenböcke kann man nie genug haben. Nur blöd, dass ich mir das nie glaube, dass die Anderen daran schuld sind. Es ist so schrecklich, nicht dämlich zu sein.
Monday, November 17. 2008
Casualisierung, World of Casualcraft... ich kann es nicht mehr hören. In den offiziellen Blizzard-Foren sind das schon seit langem die Schlagworte. Jetzt kann man hier in diesem Thread das Ganze noch einmal in konzentrierter Form sehen. Da hat die WoW-Community neue Schlagworte gefunden, die dann bald zusammen mit dem 13-Euro-Joker hoch gehalten werden.
Wieso ich das nicht mehr ertragen kann? Ich bin auch Raider. Ich mag es auch, eine Herausforderung zu haben. Ja, da stehe ich dazu. Ich raide gerne und bin gerne stolz darauf, wenn ich Content schaffe, den eine gewisse Masse nicht schafft. Jetzt ist die Angst groß, weil der erste Content clear ist, dass das Addon anspruchslos sein wird. Ja, das wäre schon irgendwie blöd - das gestehe ich ein. Aber sehen wir es doch einmal realistisch: 1. Naxxramas war schon vorher bekannt, 2. Gerade die großen Raid-Gilden haben Naxxramas sich schon in der Beta angeschaut, 3. das sind Spieler, die das Ganze mehr oder weniger professionell betreiben, dass die das schneller schaffen, ist klar.
Aber da sage ich auch ganz ehrlich: Wer in so kurzer Zeit das Spiel durchpowert, der ist auch selbst dran schuld. Ich bin erst Level 73 mit meiner Elyssa (mein Raid-Charakter), denn ich lasse mir Zeit. Ich will natürlich auch so schnell wie möglich 80 werden, ich will mir auch alles so schnell wie möglich ansehen, aber ebenso will ich das Spiel genießen. Ich habe mehrere Charaktere, also könnte ich mir die Quest-Texte und die Hintergründe so "richtig" auch dann mit diesen ansehen, aber dennoch lasse ich mir auch mit Elyssa Zeit. Bei uns in der Gilde sind die ersten schon 80 und auch bei uns auf dem Server hat For the Horde gestern Nacht Naxxramas clear bekommen. Ja, und?
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Sunday, November 9. 2008
Erste Eindrücke vom ersten Spielen von D&D 4th: Das Kampfsystem ist viel schnittiger und macht viel mehr Spaß als bei D&D 3rd - soweit ich das mit Level-1-Charakteren beurteilen kann. Es ist übersichtlicher, einfacher und dynamischer. Man wird jetzt zwar auch zum Kartenkampf mehr oder weniger gezwungen, aber das war auch schon bei D&D 3rd mit seinen ganzen Feats so, nur dass es dort viel unübersichtlicher war eben wegen der ganzen Feats. Außerdem waren die Klassen bei weitem nicht so gut aufeinander abgestimmt. Bei D&D 4th hat jeder Charakter automatisch eine funktionierende Funktion (entschuldigt, die Uhrzeit, aber ich denke, es ist klar, was ich meine). Es funktioniert einfach und das ist das Wichtige.
Das Kampfsystem ist nun deutlich von MMORPGs inspiriert, gerade was die Funktionen angeht. Manche mögen das so als Übel beschimpfen, denn D&D 4th macht eine böse Kollaboration mit MMORPGs, die unter eingefleischten Nur-P&P-Rollenspielern als das Böse schlechthin gesehen werden (zu meiner Zeit waren das noch TCGs und die waren damals eigentlich genauso wenig "das Böse", auch wenn es alle dazu machten und zwischendurch waren es auch irgendwie mal LARP und HdR, die "das Böse" waren - Jesus und so; ich bin gespannt, was es in 10 Jahren angeblich ist). Allerdings war es ursprünglich anders, denn die MMORPGs und sicherlich besonders WoW bedienten sich an D&D. Warum sollte D&D nun nicht im Umkehrschluss sich davon auch wieder inspirieren lassen? Ein ganz natürlicher Schritt und nur ein Kleingeist sperrt sich aus Prinzip dagegen, denn was da nun rausgekommen ist, ist - meiner Ansicht nach - eine deutliche Verfeinerung des doch viel viel zu sperrigen und hölzernen D&D 3rd, das Charakterkonzepte unnötig einschränkte und die Spieler häufig den Weg hat verlieren lassen. Das geht bei D&D 4th schon alleine durch den "Respecc" nicht mehr. Großartig.
Natürlich sind auch so schnittige, neuere Mechanismen wie "no-named" drin, die ich schon immer eine grandiose Erfindung fand und natürlich auch sehr gut ins Genre passen. Es gibt "Aktions-Punkte", die den Buffy-Spielern unter uns womöglich als "Drama Points" bekannt sind oder anderen als Karma-Punkten, leider nicht so vielseitig wie Drama Points, aber immerhin. Endlich wurde mit dem doch merkwürdigen Memorier-System aufgeräumt und in ein funktionstüchtigeres Power-System umgebaut, bei dem man natürlich noch sieht, wo es her kommt, aber dennoch mehr Möglichkeiten bietet. Man hat also immer Möglichkeiten, etwas zu machen und wenn es nur popelige At-Will-Powers sind, nachdem man seine Encounter-Powers und Daily-Powers rausgeholzt hat.
Rollenspiel hatten wir heute noch nicht wirklich viel, doch das lag weniger am System als vielmehr an uns. Es war eine recht neu zusammen gewürfelte Truppe, da muss man sich erst einmal finden. Außerdem ging es auch darum, das System zu entdecken. Und da muss ich ganz klar sagen: Das System behindert Rollenspiel nicht. Ja, es fördert es auch nicht unbedingt. Aber D&D 3rd hat es nun auch nicht gefördert. Ich wage sogar zu behaupten, dass D&D 4th Rollenspiel eher zulässt als D&D 3rd. D&D 3rd hatte schon bei der Charaktererschaffung solche Einschnitte in Charakterkonzepte machte, die man bei D&D 4th nicht mehr hat. Meine Halfling-Dex-Pala war bei D&D 3rd systemtisch der Horror, mein Halfling-Dex-Cleric war für D&D 4th genauso gut wie jede andere Kombination. Das heißt nicht, dass es beliebig ist, was man nimmt. Mir geht es hier in erster Linie um den Aspekt: Ist es spielbar? Und da ist diese Kombination genauso spielbar wie jede andere auch und das ist das Wichtige.
Man kann D&D 4th nun so spielen, dass man sich von Encounter zu Encounter hangelt und das macht auch Spaß. Man kann zwischendrin Rollenspiel machen, wie schon immer. Natürlich geht man eher in den Strategie-Modus, wenn die Karte hingelegt wird und dann die Miniaturen drauf stehen. Aber auch hier kann man in-character dran gehen oder gemeinsam ein Table-Top draus machen. Und in vielen Rollenspielgruppen waren die Kämpfe sowieso die Momente, in denen am wenigsten in-character-Aktion statt fand. Von daher ändert sich auch hier nicht viel zu den vorherigen Editionen. Die ganzen Buh-Rufe, dass D&D 4th das Charakterspielen zu Gunsten von Encounter-Hangelei aufgibt, kann ich daher nicht nachvollziehen. Das ist genauso möglich, wird genauso gefördert, wie in den vorherigen Editionen. Ob man es macht und wie ausgiebig man es macht, hängt von der Gruppe ab. Das System legt einem hier keine Stolpersteine in den Weg.
Bleibt also nur zu sagen, dass das Kampfsystem und die Charaktererschaffung einfach schnittiger sind (ich mag das Adjektiv im Zusammenhang mit D&D 4th einfach, denn es passt) und es somit - meiner Ansicht nach - eine deutliche Weiterentwicklung zu den alten Editionen darstellt. Damit wurde D&D 3rd der verdiente Todesstoß erteilt und für mich ist D20 nur noch im Zusammenhang mit Cthulhu-D20 wirklich denkbar, denn da hat es durchaus funktioniert. Aber D&D 3rd werde ich zumindest wohl höchstens noch mit spitzen Fingern anfassen, denn da gibt es Besseres: AD&D aus Nostalgie-Gründen und weil das das System ist, mit dem ich "aufgewachsen" bin und mit dem ich daher immer noch sehr viel verbinde, oder D&D 4th, weil es einfach moderner, griffiger und stimmiger ist. Das ist zumindest mein Eindruck nach einem recht ausgiebigen Tag des Testens und praktischen Reinschnupperns in das System. Möglicherweise machen wir noch einiges falsch, möglicherweise haben wir einiges übersehen, aber wenn ich meine ersten D&D 3rd-Runden mit der Runde heute vergleiche, war das heute wesentlich befriedigender und spaßbringender.
Ein wenig traurig, dass D&D 4th angeblich bereits tot nach seiner Geburt sein soll, aber da vermute/hoffe ich einfach mal darauf, dass das lediglich der übliche Internet-Anti-Hype ist, der sich durch den ach-so-elitären Kreis der alten D&D 3rd-Liebhaber eingeschlichen hat und nur deswegen so vehement und durchdringend ist, weil die dümmsten Bauern die lautesten Stimmen haben. Wer sich jedes viel zu überteuerte Supplement zu D&D 3rd geholt hat, auswendig gelernt hat und nun merkt, dass all die Zeit und all das Geld umsonst war, bei dem ist es nicht überraschend, dass er angesäuert ist. Schon blöd, wenn man das nicht zum Spaß gemacht hat, denn dann muss man natürlich an so etwas Neuem und eigentlich Funktionierendem rummäkeln. Man findet schließlich immer etwas und wenn man nur ausdauernd und laut genug ruft, dann hat man auch irgendwann einmal recht. Dass da dann vielleicht nur einer von zehn Schreien stimmt, das geht dann natürlich im wütenden Getöse unter - so funktioniert das zumindest auch bei Horoskopen und Handlesern. Die Redlichkeit, Selbst-Kritik und Selbst-Reflektion dahinter dürfte auch in etwa gleich sein. Wenn ich jedes Jahr ankündige, dass die Welt unter geht, dann habe ich vermutlich irgendwann tatsächlich einmal recht, wobei das dann auch kein besonderer Verdienst ist. Das ist übrigens noch so ein Punkt, den WoW und D&D 4th gemeinsam haben.
Thursday, October 23. 2008
Die Welt hat komische Gesetzmäßigkeiten. Es ist beispielsweise üblich, dass ich eine Sache mache und die Leute es ganz toll finden. Da überschlagen sie sich, sind ganz begeistert. Doch irgendwann schlägt das dann immer in das Gegenteil um. Dann bin ich auf einmal nicht mehr so gut. Dann ist das alles nur noch doof oder schlecht. Ich bin dann plötzlich - anders. Bin ich aber nicht. Ich mache alles noch genau so, wie vorher auch. Vielleicht nicht ganz genauso, aber hinreichend genauso. Es kann doch nicht sein, dass ich plötzlich immer so ungeheuer abbaue! Na gut, es könnte sein, aber ich glaube es kaum bei aller Selbst-Reflektion, die mir so eigen ist. Aber alle Anderen sind ja immer so beständig! Da ändert sich nie was. Nur bei mir ist es so.
Doch, wenn das regelmäßig so ist, dann sollte ich mir wohl Gedanken machen, ob das Problem nicht doch bei mir liegt. Witzigerweise ist  es dann aber plötzlich, wenn man die Personen wechselt, da wieder alles gleich toll - bis dann in irgendeiner entfernten Zukunft das Spielchen von vorne beginnt. Und da ist auch der Punkt, der mich nachdenklich stimmt, denn da stimmt doch etwas nicht. Die einzige übrige Möglichkeit wäre, dass ich ein Blender und Täuscher bin, der eben anfangs Qualität oder ähnliches vortäuscht, aber dann am Ende nichts dahinter ist. Aber das wäre mir auch neu, denn wenn mir eines wichtig ist, dann Ehrlichkeit und häufig hat mich diese Direktheit schließlich auch in Schwierigkeiten gebracht.
Man kann nicht immer top sein; das ist klar. Kann keiner. Und natürlich haut es auch nicht immer hin. Aber irgendwie wird bei mir dann plötzlich eine Verallgemeinerung daraus gemacht. Einzelne Fehler werden dann plötzlich als "so ist das ja schon immer" gewertet und plötzlich schreibt man nicht mehr so gut, wie vorher, obwohl es vorher gerne gelesen wurde. Plötzlich spielt man nicht mehr so gut, obwohl man vorher so gut spielte. Plötzlich redet man nicht mehr so gut, obwohl man mir vorher so gerne zuhörte. Plötzlich erklärt man nicht mehr so gut, obwohl es vorher alle verstanden, witzig, hilfreich und toll fanden. Plötzlich arbeitet man nicht mehr so gut, obwohl vorher keine Klagen kamen. Kann mir einer mal erklären, warum man dabei nicht wahnsinnig werden sollte? Oder melancholisch - das zumindest. Das frustet einfach nur noch.
Friday, October 17. 2008
Ja, wenn wir alle Trackbacks hätten, dann wäre das alles viel schöner und ich müsste jetzt nicht einen eigenen Blog-Beitrag machen, um darauf zu verweisen, dass es von hier beim Dominik ganz spannend weiter geht.
Wednesday, October 15. 2008
Ursprünglich war es ein Kommentar, nun wäre es zum trackback geworden, wenn bei Supersized endlich mal die trackbacks funktionieren würden. I defy you stars! So gibt es eben "nur" einen Link zum Marc rüber auf einen tollen pseudo-intellektuellen Artikel über eines meiner Steckenpferde: Pop-Kultur. Und da dieses ganze sowieso eines meiner häufigsten rant-Themen ist, bekommt es hier auch dann doch noch einmal einen eigenen rant-Eintrag. Marc will in keinen nerdrage verfallen, der unglaubliche Holk kann aber nicht anders.
Ich mag Pop-Kultur, ich liebe Pop-Kultur. Und ich liebe es, wenn man damit anspruchsvoll umgeht, wenn man durchaus Tiefe erkennt in dem, was unterhält. Denn nichts Anderes ist die Klassik und der Kanon von gestern und heute. Eine " Coquette" war früher Unterhaltungsliteratur und gilt heute als hohe Literatur. Ein " Wieland" war früher ein Kassenschlager und vermutlich sogar Trivial-Literatur - die Zeit hat es in den Kanon der lesenswerten Literatur geholt. Und spätestens seit Andy Warhol wissen wir, wie das so mit Kunst und Fälschung aussieht und dass "Kunst an sich" sich sehr schwer tut mit dem "an sich", denn "Kunst" ist ein mindestens ebenso schwieriger und schwammiger und hierarischer Begriff wie " Genre". Bei "Kunst" sind sich dessen viele Leute wenigstens ein wenig mehr bewusst.
Vielleicht ist das der gleiche Autor, der einmal in der ZEIT (ja, ich bin überzeugter ZEIT-Leser) einen unsäglich schlechten Artikel über Star Wars geschrieben hat, in dem ein pseudo-intellektueller Bezug zu Ödipus gemacht wurde und dass es ja eigentlich klar wäre, dass (SPOILER!) Darth Vader der Vater von Luke sei, denn das Wort hätte schließlich unwahrscheinliche Ähnlichkeit mit "Vater", also "Darth Vater" sozusagen. Das war der Moment, in dem ich den Kaffee über der Videotheken-Theke morgens verteilte und mir unsagbar schlecht wurde bei so viel aufgeblasener Augenbraue. Das war mit einer der pseudo-intellektuellsten Artikel, die ich jemals gelesen habe neben der Rezi über "Fluch der Karibik 3" im Spiegel-Online - und nun der von Marc verlinkte Artikel. Kann man nicht so etwas eine Journalisten-Sperre fordern? Ja, ja, ich weiß, Zensur böse. Mir geht es hier auch nicht darum, Meinungen tot zu machen, sondern eher sowas, wie: "Mit Alkohol im Blut darf man kein Auto fahren."
Bei sowas fühle ich immer - the Rage. Und man sollte mich eben nicht hunrgig machen. Man würde mich nicht mögen, wenn ich hungrig bin. Also sollten auch die ganzen blödsinnigen Pseudos einfach mal aufhören über Pop-Kultur zu schreiben, wenn sie keine Ahnung haben. "Ich brauche keine Nordsee, ich kann mir im Rewe auch selbst Käpt'n Iglo kaufen." Saubere Argumentationsführung, Herr Kopp. Ich hasse es, wenn Pseudo-Intellektuelle über Pop-Kultur schreiben, denn die können das selten. Das kann nur in die Hose gehen - oder in die Augenbraue. Man muss Pop-Kultur nicht toll finden, man muss auch nicht immer alle Filme toll finden, die ich toll finde - wirklich nicht. Aber man sollte einfach mal ein paar Meter weiter nachdenken, als die eigene Kritikerprofilierungssucht bei vielen zulässt. Ich mag Episode 3 auch nicht; ich finde Episode 3 sogar richtig mies. Also so richtig, absolut mies, dass ich mir den nie mehr anschauen will - und ich bin/war einmal großer Star Wars-Fan. Aber, was diese Leute da oben schreiben, erst der Zeit-Artikel, nun dieser Kopp, da steigt mir echt die Galle hoch, trotz des absolut vergeigten Episode 3. So viel aufgeblasener Dünnsinn...
Tuesday, October 14. 2008
Manche Naturwissenschaftler machen sich darüber lustig, wie undeutlich Sprachwissenschaftler oder Literaturwissenschaftler formulieren. Naturwissenschaftler hätten angeblich eine so eindeutige Sprache und könnten damit alles ganz einfach erklären. Aber dann jammern sie rum, wenn sie Zufallsgeneratoren Nicht-Naturwissenschaftlern erklären müssen. Und dann kommen plötzlich Aussagen wie: "Das verstehen die sowieso nicht" oder "Da lesen sie sowieso rein, was sie wollen." Es sind also tatsächlich immer die Anderen, die ungenau formulieren oder ungenau verstehen; man selbst ist immer eindeutig und klar. Herzlichen Dank für so viel Selbst-Reflektion und Methoden-Kritik - da kann ich persönlich nur den Kopf schütteln.
Das ist dann Uni-Naturwissenschaft und für den Normalsterblichen nicht verständlich. Wenn ich dann aber anfange von Saussure und Derrida zu erzählen, von signifier und signified, dann muss ich das so machen, dass es verständlich ist - obwohl es auch Universitäts-Semiologie ist. Andernfalls sind es wieder die bösen Linguisten oder bösen Post-Strukturalisten, die sich so unverständlich ausdrücken. Naturwissenschaft ist einfach, aber zu komplex für den Normalsterblichen zu verstehen. Dennoch kann ein Naturwissenschaftler ganz eindeutig sich ausdrücken - nur eben nicht für den Normalsterblichen. Da wird dann gedreht und gedeixelt bis die Argumentation sich selbst rechtfertigt, dass man das eben darf und Andere nicht. In der Naturwissenschaft darf man alles und kann schließlich auch alles, in der Linguistik, in den Literaturwissenschaften sind das alles Schwätzer, die sich nicht ausdrücken können und die können bekannterweise gar nichts.
Das wird natürlich nicht von allen Naturwissenschaftlern so gesehen, aber mir kommt es fast so vor, als ob es von den Naturwissenschaftlern so gesehen wird, die am lautesten schreien. Da ist dann alles immer vollkommen logisch, alles immer vollkommen durdacht und der Andere versteht es nur nicht, weil er nicht logisch denken kann oder zu doof ist - man selbst formuliert schließlich exakt. In dieser eigenen, kleinen, aber doch so wahren Welt wird der Naturwissenschaftler zum Ubermensch, zum perfekten Wesen, das mit einfacher Sprache formulieren kann, die jenseits aller Induktions-Probleme liegt, denn sie war, ist und wird immer sein. Dass das mehr von cthuloiden Entitäten und nihilistischen Paradoxien hat, erläutere ich jetzt auch nicht weiter, denn das ist eine so wahre Aussage gewesen, dass jeder, der sie nicht versteht, zu doof ist, denn ich habe sie eindeutig und präzise geführt.
Witzigerweise wird dieses naturwissenschaftliche Weltbild dann abgenickt. Es wird einfach akzeptiert, dass Naturwissenschaft in höheren Sphären schwebt, die man nicht verstehen muss und viele auch nicht verstehen können. Dabei liegt es auch dort nur an dem Medium, das heißt: an dem Naturwissenschaftler selbst, der das erklärt! Alles muss verständlich sein. Wenn ich Derrida oder Saussure nicht erklären kann, liegt es nicht an meinem Gegenüber, sondern an mir. Natürlich gibt es auch Leute, die sich dumm stellen, das will ich gar nicht abstreiten. Aber zunächst einmal sollte der Fehler bei sich selbst gesucht werden, in der eigenen Erklärung, in der eigenen Einsicht in die Dinge. Wenn ich in meiner mündlichen Prüfung Rational Choice-Theory nicht erklären konnte für den einfachen Mann, liegt es an mir! Nicht an der Rational Choice-Theory und nicht an ihrer Komplexität. Das muss man eingestehen, das muss man zugeben. Nur wieso habe ich das Gefühl, dass 90% der Naturwissenschaftler um mich herum das nicht können und auch noch nicht einmal ansatzweise in Betracht ziehen? Der Fehler? Der liegt immer bei den Anderen einfach via Definition (ich kann übrigens auch geschwollen und gebildet reden, wenn ich denn will) - das konnten die Naturwissenschaftler ja schon immer gut ... die Welt definieren. Dabei dachte ich immer, es ginge darum, die Welt zu entdecken.
Sunday, October 12. 2008
Was macht man da eigentlich? Man hat etwas über jemanden herausgefunden, was nicht in Ordnung ist. Jemand macht etwas, was schlicht und ergreifend gelogen ist - und Andere erkennen es nicht. Dazu kommt dann das Problem, dass man die Person(en) eigentlich mag und ihnen kein Bein stellen will. An sich finde ich es nicht schlimm, wenn jemand bei etwas nicht ganz so ehrlich ist - aber dann soll er andererseits sich nicht so hinstellen, als wäre er es. Mich persönlich juckt es da in den Fingern. Aber was machen?
Denjenigen bloßstellen öffentlich? Nein, das ist dämlich. Da kann man auch gleich alle persönlichen Kontakte zu diesen Personen abbrechen. Es ihnen unter vier Augen sagen? Da kommt es sicherlich je nachdem auf die Person an, wie sie reagiert. Aber im Normalfall wird das dann auch eher in Selbstrechtfertigung und Streit enden. Dann wohl doch eher: Klappe halten. Und dennoch nagt es dann immer wieder an einem, wenn man es mitbekommt, dass jemand etwas Anderen vorlügt und dann möglicherweise auch dafür (unverdienten) Applaus erntet.
Saturday, October 11. 2008
Genre sind Schubladen, aber wenn man denkt, dass diese Schubladen einfach zu handhaben sind, der hat sich noch nie wirklich Gedanken darüber gemacht. Diese Schubladen klemmen nämlich häufig, sind manchmal zu groß und manchmal zu klein, haben manchmal keinen Boden und manchmal sind einfach die falschen Sachen drin, obwohl sie verdammt gut reinpassen. Kurzum: Über Genre-Einteilungen kann man immer gut diskutieren.
Wo stellt man beispielsweise "I am Legend" hin? Ich würde vom Gefühl her "Horror" sagen. Für mich ist "I am Legend" ganz eindeutig Horror. Andere Leute würden aufschreien und fragen: "Wer hat den denn da reingepackt?" und würden ihn eher zu den Science-Fiction stellen - am besten zu den anderen Wil Smith-Sachen da. Nur passt "I am Legend" meiner Ansicht nach nicht neben "I Robot" trotz der Titelverwandschaft. Auch würde er für mich nur schwer neben "Planet der Affen" passen oder neben "Das schwarze Loch", neben "Minority Report" und "Gattaca" und neben die ganzen Star Treks. Aber das ist eben Genre: Nicht eindeutig.
In der IMDB steht da sogar ganz korrekt nicht nur ein Genre, sondern mehrere: Drama, Horror, Science-Fiction, Thriller - exakt. Aber wo dann nun hinstellen? Für mich persönlich ist der Film einfach näher an einem "28 Days Later" als an "I Robot" und da stehe ich dazu. Oder würde jemand "28 Days Later" auch zu den Science-Fiction stellen? Vermutlich nicht und wenn doch, dann müsste man sogar eigentlich fast alle Zombie-Filme da hinstellen. Endzeit-Setting macht doch noch nicht alleine einen Science-Fiction aus und die Arbeit an einem Virus auch nicht. Witzigerweise würde ich "Der Omega-Mann" schon eher auf die Science-Fiction-Ecke stellen, allerdings könnte das auch daran liegen, dass ich den damals beim "großen Science-Fiction-Film-Abend" im Fernsehen gesehen habe neben den ganzen Planeten der Affen, Westworld und diesen alten Dingern. Dennoch, auch wenn es die gleiche Vorlage ist: "I am Legend" gehört für mich zu den Horror-Filmen. Sicherlich nicht neben "Saw" und diesen Krempel, sicherlich auch nicht zu den Eastern-Horror (ist das überhaupt ein eigenes Genre? wird zumindest so behandelt), sicherlich auch nicht neben "Scream", aber doch schon irgendwie eher in der Richtung, als bei den anderen.
Das mit dem Genre ist eben nicht ganz so einfach bei Filmen, die in mehreren Genres gleichzeitig spielen. Da würde mir beispielsweise direkt "Alien" einfallen - für mich eindeutig ein Science-Fiction. Aber wo ist da dann der Unterschied dazu, dass ich "I am Legend" eher aufs Horror-Kreuz stellen würde und "Alien" eher zu den Science-Fiction? Bei "Alien" ist das science-fiction-setting einfach bedeutender, bestechender und vordergründiger. Bei "I am Legend" tritt dieses Setting eher in den Hintergrund und wird nicht ganz so wichtig als "Science-Fiction-Setting an sich". Ähnliches bei "Event Horizon" - wohin damit? Zu den Horror-Filmen, weil es einer der verstörensten Filme ist, die ich kenne? Oder zu den Science-Fiction, da das SF-Setting doch äußerst dominant ist? "Shawn of the Dead" - zu den romantischen Komödien? Direkt neben "Hot Fuzz"? Oder dann doch auf das Horror-Kreuz? Neben "Dawn of the Dead" und die anderen Zombie-Filme? Oder dann doch neben "Fido"? Oder steht "Fido" da nicht sowieso schon?
Ich hoffe, nun ist jedem klar geworden, wie schwammig "Genre" ist. Natürlich gibt es Fehlgriffe bei der Einordnung. Wenn ich "Tatsächlich Liebe..." zu den Abenteuer-Filmen stelle, ist das wirklich merkwürdig und wenn ich die "Goonies" zu den Science-Fiction stelle, raufe ich mir auch die Haare auf dem Kopf. Aber ob ich nun "Besser Geht's Nicht" zu den romantischen Komödien stelle, zu den Paar-Komödien oder zu den schwarzen Komödien, ob ich nun "Das letzte Einhorn" zu den Zeichentrickfilmen, den Animes, den Kinderfilmen oder den Fantasyfilmen stelle, das ist und bleibt Geschmackssache, denn "Genre" ist und wird niemals eindeutig definiert, ist immer Überlappungssache und nie, nie, niemalsnie offensichtlich. Bitte, bitte, merkt euch das.
Und wo ich schon bei dem "bitte, bitte"-Appell bin, ein kleiner Link in vergangene Tage. Bitte also mehr das eigene Köpfchen einschalten, wenn man mit Film, Literatur oder Kultur im Allgemeinen zu tun hat. Das hat so viel mit Hierarchien und Autoritäten zu tun und so wenig mit wirklich eindeutigen Gesetzmäßigkeiten, dass ich das als Post-Strukturalist/ Dekonstruktivist nicht häufig genug sagen kann. Wir bekommen in der Schule nur seltenst den wirklich freien Umgang mit dieser Materie beigebracht, denn das geht unter bei der x-ten Frage nach der Autorenintention im Deutsch-Unterricht mit der bekannten (blödsinnigen) Frage: "Was will der Autor uns damit sagen?" Klare Antwort: Mir egal - ich finde das, was der Text sagt viel spannender.
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Comments
Fri, 21.11.2008 14:58
Mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt klappt es dieses Jahr leider nicht. Wir sind erst zwischen den Jahren (also nach [...]
Mon, 17.11.2008 18:58
Danke für den Hinweis. Korrigiert.
Mon, 17.11.2008 18:52
Was ein deutsche Vizejugendmann ist kann ich mir vorstellen, aber was ist ein Schtsmeister? (SCNR)
Fri, 14.11.2008 12:49
Ja, können wir gerne schauen mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt. Wir sind wohl wieder zwischen den Jahren unten in [...]
Fri, 14.11.2008 10:50
Ich muß mal schauen, momentan haben wir noch keine großen Pläne gemacht. Evtl die Turniertage und das avarische [...]
Fri, 14.11.2008 09:53
Dimo! Ich musste häufiger in letzter Zeit mal an dich und die anderen Nebellegendler denken. Dieses Jahr ist es leider [...]