Entries tagged as morality
Friday, October 3. 2008
Es ist mir schon häufig passiert und es wird mir immer wieder passieren: Wer eine unbequeme Meinung direkt und ehrlich sagt, erntet Schläge. Sei dies, dass man querdenkt und dies unbequem ist, sei dies, dass man Sachen ausspricht, die andere nur denken, aber sich nicht trauen, sei dies, weil man für etwas eintritt, woran man glaubt. Ich werde es auch immer wieder machen. Und dennoch bin ich immer wieder am Zögern. Ist es das wirklich wert? Das ist immer die Frage, die ich mir davor stelle.
Früher war die Antwort auf diese Frage eindeutig: Ja, das ist es. Ich bin pluralistisch und demokratisch aufgewachsen. Es ist gut, eine Meinung zu haben, sie zu sagen und dafür einzutreten. Doch ganz ehrlich: Das machen sehr wenige Menschen heutzutage. Ich habe dann schon häufig allein auf weiter Flur gestanden. Natürlich habe ich im Vorfeld dann Versicherungen bekommen: "Ja, ja, du machst das richtig so. Wir sehen das auch so." Und dann stürzt man sich in den Kampf und denkt, dass man Leute im Rücken hat - but Rogues do it from behind. Denn viel zu häufig kam von dort dann nichts. Kein bisschen Unterstützung kam und häufig nur Kopfschütteln und Achselzucken und plötzliches Seitenwechseln.
Mittlerweile ist die Antwort auf diese Frage nicht mehr ganz so eindeutig, aber eigentlich immer die gleiche: Ja, das ist es - aber vielleicht lasse ich den Stress diesmal doch. Gerade diesen Zusatz habe ich mittlerweile häufig. Einfach noch einmal eine Nacht darüber schlafen, einfach noch einmal auf sich ruhen lassen und sich vor Augen führen: "Wenn du es nicht sagst, sagt es sonst keiner und nur, weil du so doof warst, das zu sagen, was Andere denken, bekommst du dann wieder die Prügel." Aber das ist genau der Punkt: Wenn ich es nicht sage, sagt es keiner, denn die Leute sind feige. Da wird dann falsche Freundlichkeit vorgespielt, Nettigkeit geheuchelt, obwohl man doch deutlich zwischen den Zeilen Anderes verstehen kann - wenn man einigermaßen die Augen offen hält und wach mitdenkt. Aber wer macht das heute denn schon? Gerade im Internet? Aber nicht nur dort...
Ich denke mir häufig: "Nein, diesmal nicht. Das ist es nicht wert. Ignoriere es einfach. Es gibt andere Sachen, wichtigere Sachen." Aber was ist wichtig? Was ist wichtiger, als einfach auch frei und ohne Angst seine Meinung zu sagen und sagen zu können? Es gibt nichts Wichtigeres. Zur Meinungsfreiheit gehört eben auch, damit zu leben, dass man für seine Meinung Prügel einsteckt; besonders wenn diese Meinung unbequem ist - aber wenigstens ist sie dann ehrlich. Nur das muss man ertragen können, wenn man schon seine unbequeme Meinung sagt. Das ist nicht schön und vermutlich auch nicht so richtig im Sinne der Meinungsfreiheit, gehört aber dazu, denn in einer perfekten Welt leben wir nur in unserer eigenen. He has to endure it.
Thursday, October 2. 2008
Mittlerweile ist "mimimi" ein geflügeltes Wort geworden, auch wenn es so richtig nur in der WoW-Community, denn außerhalb davon scheinen es kaum welche zu kennen. Daher hier einmal ein paar veranschaulichende Links, damit auch der Rest weiß, woher es kommt und warum es ein Synonym für ständiges Herumjammern ist; das kann die WoW-Community bekanntermaßen ja besonders gut und inbrünstig, kein Wunder also, dass sie dafür sogar ein eigenes Wort haben.
Friday, September 26. 2008
Ich finde es traurig, wenn lange, durchdachte Texte im Internet nur zum Teil gelesen werden. Manchmal werden sie sogar gar nicht gelesen und dann höchstens mit dem Kommentar versehen: "tldr - too long, didn't read" oder "was für eine Textwand". Natürlich gibt es auch Textwände, natürlich gibt es auch unübersichtliche Texte, aber gerade im Internet scheint die Frustrationsschwelle für lange Texte extrem niedrig zu liegen; fast so, als ob der Internet-User von heute es verlernt hat, zu lesen.
Damit meinte ich jetzt nicht unbedingt meine Texte. Klar, mir passiert das auch, denn auch ich schreibe gerne mal länger - hin wieder ... ganz selten. Aber mir ist es gerade letztens bei einem Text unter gekommen, der lang war - nicht von mir .. ausnahmsweise. Diesen Text fand ich ungeheuer interessant zu lesen, denn derjenige konnte gerade Sätze schreiben, was im Internet nicht unbedingt üblich ist. Er konnte gut schreiben und es war weder alles klein geschrieben, noch ein einziger Absatzklotz - dennoch fand man darunter: "Er schreibt zu viel." Traurig, sehr traurig.
Die MTV-Generation hält also Einzug in das Internet. Wobei "hält" auch falsch ist, denn sie hat sich schon lange hier fest gesetzt. Texte müssen schnell, schnell, schnell gehen. Ein Text sollte nach Möglichkeit äquivalent zu den epileptischen Kamerakindern von VIVA oder Arabella Kiesbauer sein, möglichst viele Schnitte haben, am besten mit fetzigen Farben unterlegt sein, voll krasse Schreibweise haben, am besten noch ein paar Unterniveau-Witze enthalten und die üblichen Schreibfehler mit "seit/seid" und "das/dass" dürfen natürlich auch nicht fehlen - hier und da dann noch ein paar Buchstabenverdreher und fertig ist der perfekte Internet-Text.
Es gibt auch zu lange Texte. Es gibt auch Texte, die nicht nur zu lang sind, sondern auch unangenehm zu lesen sind, Texte, die merkwürdige Schachtelsätze haben, deren Bandwurmsätze niemals enden und vollkommen unübersichtlich sind. Das sollte natürlich nicht sein. Aber schon bei einem recht übersichtlichen Text wird mit "der ist zu lang"-Keule um sich geworfen. Man hat anscheinend wirklich verlernt zu lesen. Den überzeugten Philologen schmerzt das besonders. In der LoL-Generation gibt es keinen Platz mehr für ausgefeilte Texte. Die Manga-Smileys, Rechtschreib-Ekzeme und Akronym-Geschwüre von heute sind nunmal wohl die Lyrik von morgen.
Tuesday, September 23. 2008
Man muss ja schon sagen, dass die frühere Werbelandschaft einfach besser war. Na gut, sie war nicht immer besser. Aber da gab es beispielsweise so tolle Spots wie diese Allianz-Werbung, die hat sogar was Versöhnliches, oder auch die andere Allianz-Werbung, bei der ein Kleinwagen durch ein italienisches Dorf fährt und volle Kanne in einen Tomatenstand kracht - am Ende gibt (dank Allianz) für jeden Tomatenbrote. Das fand ich ganz tolle Werbespots und wenn man die mit den heutigen Versicherungs-Spots vergleicht, dann wird in den heutigen wirklich nur Angst gemacht und zwar so richtig. Klar, auch in den alten Werbespots wird gezeigt, wann man das brauchen könnte. Aber im Vergleich zu den heutigen Werbespots ist das wirklich äußerst harmlos und sogar einfach nett gemacht.
Aber es kam nicht von ungefähr, dass ich früher als Kind gerne Werbung geschaut habe und zu meinen Eltern immer sagte: "Eine Werbung noch." Da gab es auch nette Zwischenspieler. Ich glaube, die gibt es zum Teil sogar immer noch mit dem Otto beispielsweise, aber zum Großteil sind diese Einspieler doch verschwunden. An was ich mich letztens erst wieder erinnerte mit meiner Frau zusammen, waren Äffle und Pferdle. Ich weiß nicht mehr, wie wir drauf kamen, aber meine Frau ist ja Schwäbin und sagte irgendwann dann "...Äffle und Pferdle..." und ich hatte direkt das Bild der Beiden vor mir. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich die wirklich "Äffle und Pferdle" und nicht "Affe und Pferd" nannte.
Einer jener Einspieler mit den Beiden war der Hafer und Bananenblues, den ich auch nach all den Jahren noch auswendig mitsprechen konnte. Ich wusste sogar jede Betonung und jede Dialekt-Stelle im Vorraus. Aber als Kind war mir anscheinend nicht bewusst, dass das Schwäbisch ist, was die Beiden da sprechen. Für mich war das ganz natürlich und gehörte einfach zu den Beiden. Allerdings habe ich diesen Einspieler auch noch gefunden, den ich noch von früher kannte und da habe ich witzigerweise das vom Affen am Schluss nicht verstanden; heute natürlich kein Problem mehr und damals war mir der auch der Witz der Situation nicht entgangen. Aber Kinder scheinen da einen recht spannenden Zugang zu Dialekten zu haben, wenn mir das nicht wirklich bewusst war damals.
Und zum Abschluss noch ein Video, das ich bei all dem Stöbern gefunden habe und ein Querschnitt durch die Werbung der 80er/90er zieht: Werbung der 80er und 90er und hier dann sogar nochmal mit Äffle und Pferdle von 1987.
Saturday, September 20. 2008
Ich bin nun stolzer Besitzer eines Blizzard-Authenticator. "Nun" ist allerdings übertrieben. Eigentlich schon seit ein paar Tagen, aber da ich Computer-Antipath bin, wollte ich mir bei der Installation nötige Zeit und Liebe gönnen, um das blöde Ding zu installieren. "Blöd" stimmt natürlich auch nicht, denn so einen Authenticator wollte ich schon haben, seitdem ich davon das erste Mal gehört habe. Seit dem Aufkommen der Keylogger habe ich nämlich eine ungeheure Angst davor, dass mir einmal sowas passieren könnte; aus welchem blöden Zufall auch immer.
Wir haben den Authenticator bestellt und direkt am nächsten Tag war er sogar schon da. Anscheinend war er diesmal sogar wieder recht flott ausverkauft, nachdem die erste Fuhre Blizzard förmlich aus den Händen gerissen wurde. Es sind also anscheinend viele WoW-Spieler sehr sicherheitsbewusst. Finde ich ein gutes Ding. Tod allen Keyloggern! Auch wenn die Wahrscheinlichkeit für mich äußerst gering ist, dass ich mal so einem Keylogger auf den Leim gehe, ist das einfach auch so eine Prinzipiensache, denn je mehr Leute ihre Accounts sicherer machen, desto mehr untergräbt man die Position der schändlichen Keylogger.
Was Keylogger sind? Wir WoWler wissen das alle sehr gut, aber hier mal eine Laien-Erklärung für Nicht-WoWler, die mit großem Fragezeichen vor diesem Blog-Eintrag sitzen: Keylogger sind trojanische Pferde, die man sich über abstruse URLs abholen kann, wenn man mal auf solche kommt. Gerne vertuschen Keylogger ihr Keyloggertum in den offiziellen Foren dadurch, dass sie so tun, als ob sie neue Patch-Infos unter der angegebenen URL gefunden haben oder ähnliches. Hat der Keylogger den Zugang zum Rechner gefunden, wartet er auf das Passwort und schwupps - schon ist das Passwort beim Keylogger und die Herren Keylogger haben einen neuen Account zum Verhökern und Ausschlachten. Diese Erklärung stimmt in Details sicherlich nicht, denn bei mir wird "Computerlaie" ganz groß geschrieben, besonders der Teil mit "Laie". Aber ich denke, es gibt zumindest eine ungefähre Idee davon, wie fies, hinterhältig und beängstigend Keylogger sind.
Der Authenticator ist super einfach zu installieren gewesen, selbst für einen Computer-Antipathen wie mich. Das war eine Sache von maximal 5 Minuten und nun muss ich immer die durch Zufall generierte Zahl vom Authenticator eingeben, wenn ich einloggen will. Super Sache. Witzigerweise steht auf dem Authenticator unter der Nummer: " Made in China." Welch Ironie! Oder sollte ich da doch lieber Angst bekommen? Nein, nein, ich betrachte das lieber als Ironie des Schicksals.
Friday, September 19. 2008
Um mal eines klar zu stellen: Auch wenn einige Leute das meinen, solche Questen haben etwas mit "Rollenspiel" zu tun, die immer und immer wieder gemacht werden, bei denen eine bestimmte Figur immer wieder und wieder enttarnt wird, hat es dennoch nichts mit "Rollenspiel" zu tun. Ich habe keine Ahnung, wer diesen merkwürdigen Floh in die Welt gesetzt hat, aber das hat ungefähr mit Rollenspiel genauso viel zu tun, wie Wurst mit Käse. Kann man zusammen aufs Brot tun oder sein lassen, aber sind dennoch zwei unterschiedliche Dinge.
Rollenspiel lebt von einer dynamischen Welt, von einer Welt, die sich verändert. Da ist es sogar für das Rollenspiel förderlich, wenn die Welt sich verändert, wenn Questreihen auch einmal verschwinden, wenn Geschichten endlich einmal zu Ende erzählt sind. Wenn die gute Lady Prestor zum drölften Mal enttarnt wurde, sich als Drache gezeigt und in ihren Unterschlupf verzogen hat, hat das nichts mit Rollenspiel und schon gar nichts mit Weltenkonsistenz zu tun. Das ist ja auch das Hauptproblem, das WoW für Rollenspieler hat: Die immer wieder wiederholbaren Questen. Denn wie erklärt man, dass nun zum x-ten Mal Onyxias Kopf vor Stormwind hängt? Ich bin da vermutlich einfach kein so guter Rollenspieler, denn mir fällt das schwer nach dem 5. Mal (aber erst dann); aber zugegebenermaßen habe ich bereits nach dem 1. Mal ein Problem, wenn Lady Prestor dann wieder im Thronsaal steht.
Für einen richtigen Rollenspieler ist die WoW-Welt sogar noch viel zu statisch und da ist es sogar wirklich gut, wenn endlich mal Sachen abgeschlossen werden. Es wäre sogar gut, wenn ein paar Sachen verschwinden würden. Ich habe mal eine Zeit lang auf einem WoW-Rp-Server Rollenspiel probiert - so, wie ich es aus meiner Ultima Online-Freeshard-Zeit kannte und auch noch aus meiner NWN1/NWN2-Zeit. Während aber sowohl bei UO als auch bei NWN die Welt "lebte", war die WoW-Welt immer zu starr und die Spieler dort drinnen auch zu starrsinnig, denn sie wollten immer alles mit einbeziehen und das ist einfach ein Fehler bei einer so statischen Welt. Wenn die WoW-Welt dynamischer wäre, wenn Questen auch mal verschwinden würden, wenn Geschichten auch einfach mal zu Ende wären, dann würde es gehen. Aber so funktioniert das eben mit der statischen WoW-Welt nicht, dass man das alles einbezieht. Damit will ich nun nicht sagen, dass die WoW-Welt statisch ist - keineswegs. Aber sie ist zu statisch für Rollenspiel, auch wenn die Geschichten weiter erzählt werden, auch wenn der Hintergrund weiter anwächst. Das liegt nicht an WoW, das liegt an der Grundstruktur von großen MMOs, da man schließlich alte Quest-Reihen beibehält. Die Grundstruktur von MMOs ist kein guter Nährboden für Rollenspiel. Das klappt auf kleineren Welten, einem UO-Freeshard, einer NWN-PW, aber eben in diesem Stile nicht bei einem MMO.
Wir haben unseren Kloster-Gang damals im Rp gemacht. Das war wirklich nett. Aber ich muss zugeben, dass ich gerne noch ein paar Items aus dem Kloster gerne gehabt hätte. Also wollten wir noch einmal rein. Nur muss ich zugeben, dass mich meine Kreativität da auch irgendwann verlässt, warum da nun wieder Mograine steht und warum die Bibliothek immer noch nicht verkokelt ist. Doch einige der selbst ernannten Elite-Rollenspieler wollten da nur im Rollenspiel rein. Fiel denen nicht auf, dass das gerade aus rollenspielerischer Sicht auf sehr wackligem Boden steht? Dass das gerade aus rollenspielerischer Sicht am sinnvollsten gewesen wäre, das einfach auszublenden? Wenn man Illidan auch schon x-ten Mal mit Maive konfrontiert, fühlt man sich als Rollenspieler auch eher beim "Groundhog's Day" und nicht in einer lebendigen Rollenspielwelt. Was macht man also als richtiger Rollenspieler? Man muss diese Sachen ausblenden. Man muss ausblenden, dass diese und jene Queste schon zum x-ten Mal gemacht wird. Man sollte es auch nicht im nächsten Tavernen-Gespräch erzählen: - "Wir haben Nefarian letzte Woche von seinem Thron im Schwarzfels gestürzt!" - "Ach? Ihr auch? Wir gestern." - "Ach ja, und der Marshal Windsor, der Doofkopp, hat sich schon wieder gefangen nehmen lassen!" - "Was für ein Held! Ich dachte, der wäre tot. " - "Ja, war er auch, ist jetzt aber wieder gefangen worden, nachdem man ihn wieder belebt hat, ihm das mit Lady Prestor nicht geglaubt hat und..."
Tolles Rp-Gespräch -> /golfclap.
Damit möchte ich nicht absprechen, dass es schade ist, dass beispielsweise die Onyxia-Prequest abgeschafft wird. Das ist schade! Aber aus anderen Gesichtspunkten, die mit Rollenspiel nullkommanullgarnix zu tun haben. Das hat etwas mit Nostalgie zu tun und damit, dass es einfach eine nette Geschichte war. Aber es ist tatsächlich sogar dienlicher für das Rollenspiel, wenn jetzt nicht mehr 10 mal am Tag die Drachen im Thronsaal von Stormwind stehen. Denn je häufiger man solche Sachen ignorieren muss und als richtiger Rollenspieler muss man es ignorieren, weil es ansonsten unlogisch wird, desto mehr hat die Suspension of Disbelief darunter zu leiden. Wenn ihr euch also darüber beschwert, dass die Onyxia-Pre weg ist, dann macht das, aber bitte nicht unter dem Aspekt des Rollenspiels - das ist einfach unglaubwürdig und höchstens Polemik.
Ich finde es schade, dass sie weg fällt! Aber nicht aus rollenspielerischer Sicht, denn aus dieser Sicht ist es tatsächlich sogar positiv, denn es erleichtert die Suspension of Disbelief und wie wir Rollenspieler ja wissen, ist diese unabdingbar für die Charakter- Immersion. Daher ist der Wegfall der Onyxia-Prequest sogar gut für das Rollenspiel! Schon witzig, dass an so vielen Orten das Gegenteil behauptet wird, wo ich mir dann denke: "Ich glaube, da hat jemand ein sehr merkwürdiges Verständnis von Rollenspiel." Klar, es gibt viele unterschiedliche Verständnisse von Rollenspiel. Ich habe schon zigtausend miterlebt. Aber zugegeben, dieses Verständnis ist für mich äußerst befremdlich.
Thursday, September 18. 2008
Richterin Barbara Salesch für Rollenspielverlage.
Wednesday, September 17. 2008
Gestern Abend war ich mit meiner Frau einmal wieder in Zul'Aman. Das ist auch immer ganz angenehm, denn durch meine WoW-Pause von einem Jahr habe ich schließlich einiges an Content übersprungen dadurch, dass ich dann direkt bei meinem Bruder und meinen alten Bekannten von Ara wieder mitraiden durfte. Daher finde ich es äußerst angenehm, bei Ara im Endcontent selbigen sehen zu können und zu erarbeiten, mir aber gleichzeitig auch den ehemaligen (leider teilweise generften) Content mit nicht ganz so hardcorigen Spielern mir zu erarbeiten. Das macht richtig Laune und ist für mich immer eine sehr angenehme Abwechslung vom derzeitigen Endcontent-Gekrebse, bei dem wir jedes Mal bibbern dürfen, ob wir überhaupt gescheites Line-Up für Sunwell haben (Stichwort: Gildensterben ... unsere Gilde stirbt zwar nicht, aber der Großteil hat eben keine Lust mehr, spielt schon/noch Beta, mag Sunwell nicht, weil es zu schwer ist und zu wenig Progress/Erfolgserlebnis gibt usw., dabei sieht es bei Felmyst echt nicht schlecht aus, wenn wir endlich mal wieder vernünftig eine ID mal an ihm rumwipen könnten, aber das klappt derzeit irgendwie nicht).
Zul'Aman war für mich daher richtiges Erarbeiten und das ging erstaunlich gut. Ich war vorher mit meiner anderen Gilde einmal nachts bereits in ZA und hatte daher zumindest alles schon einmal gesehen. Dennoch war es dann natürlich etwas Anderes, mit dem Trüppchen hier dann klein anzufangen. Sehr schnell haben wir dann die ersten beiden Bosse sicher drauf gehabt und auch die ersten zwei Kisten schaffen wir sicher. Der Dragonhawk zickt immer mal wieder herum, funktionierte dann auch sehr schnell. Der Luchs war irgendwie gar kein Problem für uns, wozu dann auch ein Random zu uns meinte: "Wie? Ihr seid da das erste Mal gewesen? Wir haben Wochen dafür gebraucht." Nur der Hexlord war lange Zeit problematisch, bis wir nun zu der "Alles kaputt hauen bis auf den Bann"-Taktik übergegangen sind und damit klappt es ganz gut.
Nun arbeiten wir an Zul'jin und das ist schon eine harte Nuss. Obwohl ich persönlich den Hexlord eigentlich schwerer finde, scheint mir Zul'jin für uns problematischer. Wir haben ihn regelmäßig bis in Phase 5 und auch da verstehe ich es nicht so ganz, warum wir ausgerechnet da verrecken. Meiner Ansicht nach sind nämlich Phase 3 und 4 die ätzenden bei Zul'jin und wir sind schon mehrfach alle in Phase 5 angekommen. Es läuft dann auch gut und plötzlich - zack, zack, zack ... gleich mehrere tot. Das liegt wohl am Debuff, also sind wir wohl zu langsam vom Schaden her. Dennoch verstehe ich es nicht so ganz, denn eigentlich ist unser Schaden nicht schlecht.
Was ich da allerdings nicht verstehe ist, dass es da einige Leute gibt, die Endcontent-Bosse legen wollen, aber dafür nicht potten wollen. Das ist mir unbegreiflich. Ich habe mir gestern Pot um Pot reingeworfen mit meiner Jägerin, um eben zu überleben - sei dies einen Healthpot, um die Heiler zu entlasten oder einen Manapot, um dann doch mehr Schaden rauszukitzeln. Manapots kann ich leider im Recount nicht sehen, aber dafür Healthpots und da gab es Leute, die in ganz ZA nur 4 Health-Pots genommen haben; und das, obwohl ich mehrfach (da ich die Ansagen mache) den Leuten sage "bitte Healthpot nehmen", wenn ich sehe, dass es bei den Heilern vom Mana knapp wird oder die sich mehr auf den Tank als auf die Gruppe konzentrieren müssen. Zum Glück spiele ich "hauptberuflich" Priester und habe da auch selbst ein Gespür dafür, wann da was knapp wird. Aber dennoch - sie nehmen einfach keine Pots. Unsere Heiler dürfen dafür Manapots auf CD schlucken. Aber die Herren DDs? Nein, nehmen sie natürlich nicht. Dadurch sterben sie dann auch bei Zul'jin mal zu früh und wir müssen blöderweise einen B-Rezz schon in Phase 1 raushauen. Klar, sowas kann mal passieren, aber wenn ich dann später im Recount lese, dass in ganz ZA nur 4 Pots genommen wurden, habe ich da kein Verständnis dafür. Wobei ich hier das Zugeständnis machen muss: Da gibt es auch DDs in unserem Hardcore-Raid. Irgendwie habe ich sowieso das Gefühl, dass man einen Spieler sehr gut an der Spielweise erkennt, der eigentlich Heiler spielt und als Twink einen DD macht, denn diese Spieler spielen meist umsichtiger und schauen mehr auf "das Ganze", schlucken eben auch mal selbst einen Heilpot, wenn sie merke, dass die Heiler nicht nachkommen. Denn sie wissen, wie sowas laufen kann. Hauptberuflichen DDlern geht irgendwie dieses "vorausschauende Fahren" ziemlich ab; wobei ich das Gefühl habe, dass das sowieso normal ist, wenn ich auf deutsche Straßen schaue - lauter DDler, keine Heiler.
Es geht mir da auch nicht darum, dass ich da gleiche Maßstäbe wie bei meinem Hardcore-Raid anlegen will. Das ist immerhin ein Spaßraid von größtenteils Leuten, die sich persönlich im RL auch kennen. Wenn wir Kara gehen, schreiben wir immer explizit rein "kein Markenrun", obwohl wir Kara clear haben und auch schneller und sicherer sind als das, was man normalerweise bei "Markenrun" vorgesetzt bekommt. Aber wir wollen keine Hetzer, keine Hektiker, keine "gogogo"-Leute haben. Dennoch: Irgendwie will man schließlich auch was erreichen. Und wenn es dann bei Zul'jin mehrfach (!) bei 5%, 3% und 2% alles wie ein Kartenhaus zusammenfällt und ich dann sowas sehe wie: "Healthpot Count 4", dann werde ich da schon ein wenig grummelig. Nur, weil man ein Spaßraid ist, heißt das doch nicht, dass man nicht auch was erreichen will - zusammen. Eben nicht auf die Weise eines Hardcore-Raids und da gibt es immer noch Unterschiede - das merke ich. Aber ich glaube, das ist, was viele nicht kapieren. Naja, zum Addon wird das mit den Pots ja sowieso anders. Vielleicht gar nicht einmal so schlecht. Ich würde halt gerne ZA noch clear bekommen vor dem Patch; eigentlich haben wir es clear. 2%, Mensch! Von der 4. Kiste habe ich mich ja schon verabschiedet, obwohl ich denke, dass wir das auch auf Dauer schaffen könnten, wenn wir noch ein wenig mehr Zeit hätten. Aber ... 2%! Das will ich noch vor dem Patch schaffen.
Sunday, September 14. 2008
Ich weiß, ich bin Rechtschreib-Klugscheißer; aber auch mache nicht immer alles richtig. Der entscheidende Unterschied ist aber, dass ich mich darum bemühe und wirklich verhältnismäßig wenig Fehler mache. Natürlich macht man immer genau dann die Fehler, wenn man sie nicht braucht. Gerade das Internet hat leider eine große Ansteckungsgefahr für solche Fehler, denn wenn man etwas Falsches häufig genug sieht, prägt es sich so sehr ein, dass man es selbst nachmacht. Das ist schließlich auch der Hauptgrund dahinter, dass man seine Rechtschreibung aufwerten kann, wenn man viel liest. Das klappt aber eben nur, wenn man lektorierte Sachen liest: Zeitungen, Bücher etc. Wobei leider noch nicht einmal alles davon lektoriert ist, aber der Großteil dieser Sachen wird wenigstens von Leuten geschrieben, die eine sichere Rechtschreibung haben.
Wenn man sich allerdings im Internet umsieht, dann scheint Deutschlands Bevölkerung zu 90% aus Legasthenikern zu bestehen. Damit reden sich zumindest gerne viele heraus, wenn man sie einmal daraus anspricht: "Ich findedas jetzt voll diskriemineirend das dir das wichtig ist. Woher willst du wissne das ich kein Legasteniker bin?" Klar, man kann es nie wissen. Nur kenne ich einige Legastheniker und nach einiger Zeit mit ihnen, hat man ungefähr eine Ahnung, was Legastheniker-Fehler sind und was nicht. Das erkennt man häufig schon am Schriftbild, doch ich denke, das würde jetzt zu weit gehen, das hier genauer auszuführen. Kurzum: Man erkennt es, dass dem nicht so ist. Meine alte Leier und mein alter Fluch diesbezüglich sollte hinreichend bekannt sein und das habe ich in dieser Kategorie schließlich schon häufig breit getreten.
Was ich allerdings ganz gruselig finde, genau die andere Seite ist und was mir bisher noch nicht unter gekommen ist, dass man im richtigen Leben verbessert wird. Gerade, wenn man spricht, kommt am Ende doch ein anderer Satz raus, als er ursprünglich werden sollte. Da stellt man dann selten noch einmal den Satz um und fängt von vorne an, sondern macht die Augen zu und spricht den Satz dann doch zu Ende - selbst wenn er grammatikalisch nicht richtig ist. Ist mir letztens einmal wieder passiert, weil ich mit meinen Gedanken beim Reden schon einen Schritt weiter war, Satzgefüge verbockt, weil ich plötzlich am Ende eine andere Idee hatte als zu Anfang, beim Reden gemerkt, mir gedacht "ach, egal", weiter geredet und dann ... eine Kasus-Verbesserung abbekommen. Hallo? Geht's noch? Wenn das wenigstens lustig gemeint gewesen wäre, aber das war ernst! So richtig mit tadelndem Blick und so! Sachen gibt's...
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Comments
Fri, 10.10.2008 16:04
http://rgb2r.de/index.php?id=5
Mon, 06.10.2008 15:38
Ja, SoL wird definitiv ein interessantes Talent, was ich mitskillen werde, wenn es denn so bleibt wie es derzeit [...]
Sat, 04.10.2008 14:25
Link-Dieb, Video-Räuber! Die Ode an das Mi wollte ich doch auch bei Gelegenheit bringen… Naja, dann muss ich halt was [...]
Mon, 29.09.2008 10:43
Stimmt, die habe ich noch. Nächster Videoabend. Ich habe ja auch noch deinen DVD-Player.
Mon, 29.09.2008 10:40
Weil ich es übersehen habe. Danke für den Hinweis.
Mon, 29.09.2008 09:21
Wenn Du schon eine Pingelmeldung bringst (die ich vollstens unterstütze, da ich selbst pedantisch z.B. meine CDs [ja, [...]
Sun, 28.09.2008 11:48
Da fällt mir ein: du hast noch mein Enduring Vision… oh, die Klingel, ich muss weg…
Sat, 27.09.2008 15:44
Pssst: das heisst “tl;dr”. Ohne das Semikolon wirst du von Chanologen und hardcore-Forentrollen sonst gedisst. Ja, auch [...]
Sat, 27.09.2008 03:00
Ach ja, bevor da jemand nun den vorhersehbaren Witz macht, mache ich ihn lieber mal selbst: tldr Ha, ha.
Tue, 23.09.2008 23:26
Oh weh, wie peinlich! Natürlich geändert. Danke.