Ich mag Rheinhard Mey - so einfach können Geständnisse sein. Wieso Geständnis? Ich bin mir da nicht ganz sicher. Sowieso bin ich erst sehr spät zu Reinhard Mey gekommen und zwar über den Hautz in der Videothek. Da hat der Hautz ganz gerne zur Samstag-Abend-Spätschicht, wenn wir keinen Bock mehr auf die Kunden hatten, einfach "Annabelle, ach, Annabelle" aufgelegt und auf "Repeat" gestellt. Es war erstaunlich, wie schnell die Kunden sich dann doch für ihre Filmen entschieden hatten. Zugegeben, nicht besonders fair und nett, aber eigentlich ganz lustig. Und ich mochte und mag das Lied einfach sehr. Das ist toll. Tolle Melodie, toller Text.
Klar, den Mey kannte ich schon vorher, aber habe ihn irgendwie immer eher gruselig gefunden und (unfairerweise!) mit
Rolf Zuckowski in einen Topf geworfen, den ich als Kind immer ganz grässlich fand und allein die Vorstellung, einmal bei ihm mitsingen zu müssen, hat mir nächtelang schrecklichste Albträume beschert! Reinhard Mey und Rolf Zuckowski sind natürlich zwei komplett unterschiedliche Stiefel, auch wenn letzter mich sehr an meinen sympathischen Gitarren-Lehrer erinnert hat, den ich wirklich sehr mochte.
Wieso nun eigentlich Geständnis? Reinhard Mey ist weithin bekannt und sicherlich nichts wofür man sich schämen müsste. Doch dann habe ich letztens bei der Suche nach obigem "Annabelle, ach, Annabelle" auf YouTube das hier gefunden: Liedercircus mit Reinhary Mey. Erst war ich ein wenig irritiert, dann hat es mir bei genauerem Hinhören doch ganz gut gefallen ("Annabelle" kommt leider erst im letzten Segment so ab ca. 6.43) und dann habe ich einmal wieder neugierig die Kommentare gelesen. Und da war ein Kommentar drunter, der mich doch nachdenklich gemacht hat: "ich mag Reinhard Mey, aber diese Sendung schreit geradezu nach einer Parodie durch Kalkofes Mattscheibe." Und irgendwie dachte ich mir: Ja, ein wenig hat er schon recht.
Ich mag Kalkofe - ein weiteres Geständnis. Kalkofe finde ich ganz besonders klasse und das schon seit längerem, sogar noch zu seinen ekligeren Onkel Hotte-Zeiten. Und bei genauerem Hinsehen stimmt es schon, dass man meinen könnte, dass hier jeden Moment der Kalköfer reinspringt und Faxen macht. Doch dann wiederum kann ich es mir nicht vorstellen und fragte mich dann, wieso ausgerechnet diese Sendung sich von der volkstümlichen Musik so sehr unterscheiden sollte? Ich bin mir da immer noch nicht sicher und daher schrieb ich oben "Geständnis".
Erst einmal finde ich die Texte viel intelligenter, die Melodie ist ebenso viel intelligenter und Reinhard Mey hat irgendwie eine andere Art als sämtliche Mutanten aus der Moik-Marmelade. Doch dann ist gerade das erste Lied so nah an so vielen Liedern, die der Kalkhoff so gerne veräppelt - und dann aber auch wieder nicht. Das Lied ist doch schon gewitzter und die Darbietung ist nicht so schleimig von Reinhard Mey. Mag sein, dass ich da voreingenommen bin, aber den Eindruck macht es schon auf mich. Aber vielleicht hat jemand da draußen noch Ideen, worin sich das nun genau unterscheidet. Wieso empfinde ich Reinhard Mey als einen intelligenten Barden der Neuzeit und bei der volkstümlichen Musik von Moiks X-Men dreht sich mir der Magen um? Vorurteil? Konditionierung? Wahrheit(en)? Konstruktion?
Comments
Fri, 21.11.2008 14:58
Mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt klappt es dieses Jahr leider nicht. Wir sind erst zwischen den Jahren (also nach [...]
Mon, 17.11.2008 18:58
Danke für den Hinweis. Korrigiert.
Mon, 17.11.2008 18:52
Was ein deutsche Vizejugendmann ist kann ich mir vorstellen, aber was ist ein Schtsmeister? (SCNR)
Fri, 14.11.2008 12:49
Ja, können wir gerne schauen mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt. Wir sind wohl wieder zwischen den Jahren unten in [...]
Fri, 14.11.2008 10:50
Ich muß mal schauen, momentan haben wir noch keine großen Pläne gemacht. Evtl die Turniertage und das avarische [...]
Fri, 14.11.2008 09:53
Dimo! Ich musste häufiger in letzter Zeit mal an dich und die anderen Nebellegendler denken. Dieses Jahr ist es leider [...]