Ich spiele ja noch nicht lange City of Heroes und auch bisher noch nicht all zu intensiv. Das hatte ich während der Endphase meiner mündlichen Prüfungen ausgepackt, um ein wenig zu entspannen und auch ein wenig als Belohnung nach meinen ersten beiden mündlichen Prüfungen. Seitdem spiele ich immer mal wieder CoH und CoV, was einfach irgendwie faszinierend ist. Zwar ist World of Warcraft für mich immer noch das MMORPG, aber CoX hat einfach so einige Features, die ungeheuer genial sind; außerdem kann ich CoX auch immer mal wieder mit dem Marc spielen und das ist schon Grund genug, das zu spielen.
Wirklich faszinierend ist schon allein die Charakter-Erschaffung, die einfach tausend Mal besser ist, als die WoW-Charakter-Erschaffung, die mich mittlerweile schon eher an den Angriff der Klon-Krieger erinnert. Die CoX-Charakter-Erschaffung ist viel variabler und beflügelt einen wirklich. Das Schöne an CoX ist gerade diese ungeheure Flexibilität beim Erschaffen der Charaktere, die wirklich die Kreativität beflügelt. Bei WoW ist das mehr oder weniger "Pflichtprogramm", denn irgendwie sehen die Charaktere dort doch schon recht ähnlich aus. Bei CoX wurde ich jedenfalls immer direkt dazu verführt, mir direkt zum Aussehen ein Konzept oder ein Konzept zum Aussehen auszudenken, was das Erschaffen natürlich um einiges verlängert hat, denn Konzepte fallen nicht von Bäumen und Konzept und Aussehen müssen schon irgendwie zusammen passen - und dann natürlich auch die Namen.
Aber das alles wollte ich eigentlich nur zur kleinen Einleitung zu CoX schreiben. Eher wollte ich darauf hinweisen, dass die CoH-Community nun ein Fanzine rausgebracht hat, das ich mir mehr spaßeshalber runtergeladen habe. Die Stories habe ich mir noch nicht durchgelesen, aber den Comic habe ich mir angeschaut, denn sowas ist natürlich immer Blickfänger und auch eingängiger zu lesen als Text - vor allen Dingen nach meinen letzten Prüfungs-Wochen, in denen ich sicherlich mir den Nil angelesen habe. Anfangs war ich bei dem Comic skeptisch, denn der ist mit Screenshots gemacht, aber ... ich bin hängen geblieben und habe weiter und weiter gelesen und meine anfängliche Skepsis ist sehr schnell verflogen. Klar, das ist nun kein Meisterwerk, aber ich habe irgendwas wirklich billiges erwartet und dann kam da doch sowas Kurzweiliges und Nett-Zu-Lesendes raus. Gerade die Sprache hat mich ungeheuer fasziniert. Das war eine wirklich gut erzählte Geschichte! Respekt!
Sowas beflügelt natürlich und irgendwie juckt es in den Fingern, auch sowas in der Richtung zu machen; natürlich dann mit den eigenen Sachen. Aber ob die Zeit dazu langt? Und dann: Lohnt sich das wirklich? Da ist es dann wieder: Das "Lohnen". Muss sich alles denn immer "lohnen"? Kann man etwas nicht einfach auch einfach einmal machen, weil es Spaß macht? Muss man dann immer gleich irgendwie damit etwas "erreichen"? Eigentlich ja nicht und das ist mir auch bewusst. Und dennoch ist es irgendwie sehr schwer, sich diese Gedanken vor Augen zu führen. Ich glaube, das alles hat bei mir nach der Schule so langsam angefangen. Man will immer mehr und mehr erreichen, immer höher und höher hinaus. Aber letzten Endes vergisst man, wofür man es eigentlich machen sollte: Für sich selbst und den Spaß. Doch der geht irgendwo verloren. Zu häufig bekommt man ja auch von seiner Umwelt gesagt: "Das lohnt sich nicht." Oder: "Mach lieber was Richtiges in der Zeit." Das ist auch, wo mein ursprünglicher Traum vom Autoren-Dasein ziemlich ins Straucheln gekommen ist, aber das Problem ist: Ohne Übung wird sowas auch nichts. Man muss üben, üben, üben, denn Sprache fällt einem nicht in den Schoß. Aber wenn man ständig von seiner Umwelt demotiviert wird, dann macht man eben erst die Sachen, die "wichtig" sind - aber nicht die, die "wirklich wichtig" sind.
Dann studiert man und hat viel zu tun, auch wenn manche Studenten einem das Gegenteil weiß machen wollen. Doch solange man ein noch funktionierendes "schlechtes Gewissen" hat, nagt das an einem und zwar bis zum Abschluss, so dass man sich auf nichts "wirklich Wichtiges" konzentrieren kann. Man hat einfach nie Ruhe, man hat immer irgendwie die Uni im Nacken sitzen. Das habe ich jetzt zum Glück nicht mehr, auch wenn ich derzeit noch genug im Nacken sitzen habe; die Kleinigkeiten, die es eben noch zu machen gilt. Aber so langsam könnte ich wirklich einmal wieder schauen, mich auch mal wieder mehr auf mich zu konzentrieren. Und es ist schließlich nicht so, als ob ich in dieser Uni-Zeit nichts erreicht hätte. Gerade auf meine Tätigkeit bei Pegasus bin ich schon recht stolz. Und wer weiß, vielleicht könnte ich auch einfach mal wieder Sachen machen, weil sie Spaß machen und ich denke, dass das den Sachen auch gut tut und dass man denen das anmerkt. Vielleicht "lohnt" es sich nicht immer, aber man muss auch die Zeit nicht immer "perfekt" ausnutzen. Es "lohnt" sich nämlich eigentlich häufig! Man muss nur die richtige Sichtweise finden. Nur wird man von den "wirklich wichtigen" Sachen häufig abgelenkt, wenn einem die Umwelt sagt, man solle sich doch lieber auf die "wichtigen" Sachen konzentrieren, um erst einmal ein Standbein zu haben. Aber was bringt einem ein Standbein, wenn es lahmt und man sich damit kaum bewegen kann?
Natürlich war ich nun auch nie jemand, der seine Zeit dann wirklich "sinnvoll" eingesetzt hat, sondern auch Sachen gemacht hat, die nicht "lohnen" - zumindest in diesem komischen Sinn. Sachen, die ich dann auch mit schlechtem Gewissen gemacht habe, weil sie Zeit gekostet haben und doch nichts gebracht, wie beispielsweise unsere NWN-PW, die Buffy-Runde, die ganzen Sachen, die ich früher im LARP gemacht habe, von DKWDDK-Theorien über LARP-ML und meine Kender-Seite bis hin zu "unserem" LARP-Land
Oschenheim oder solche Sachen. Aber diese Sachen braucht man auch einfach. Das muss man sich einfach auch einmal gönnen. Das Schlimme ist nur, dass man diese Sachen dann immer mit einem schlechten Gewissen macht. Man traut sich nie, sie zu erwähnen, weil dann vielleicht jemand anders sagt "was? Dafür verbrauchst du kostbare Zeit? Du hast zu viel Zeit! Mach doch was Sinnvolles!" Und ja, da ist es dann wieder: Das "Sinnvolle" - was auch immer das ist. Sinnvoll ist dann immer was Anderes, aber sicherlich nicht das, was man selbst eigentlich als sinnvoll oder wichtig ansieht. Aber es wird einem von der Umwelt aufkonstruiert, bis man es auch selbst zu glauben anfängt. Und schon ist man im Alltags-Trott drin und vergisst sich selbst. Ich will mich aber nicht selbst vergessen. Das habe ich zu häufig schon gemacht. Vielleicht ist mein Abschluss doch ein guter Zeitpunkt, wieder mich an mich selbst zu erinnern; und das wäre nun "
wirklich wichtig".
Comments
Fri, 21.11.2008 14:58
Mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt klappt es dieses Jahr leider nicht. Wir sind erst zwischen den Jahren (also nach [...]
Mon, 17.11.2008 18:58
Danke für den Hinweis. Korrigiert.
Mon, 17.11.2008 18:52
Was ein deutsche Vizejugendmann ist kann ich mir vorstellen, aber was ist ein Schtsmeister? (SCNR)
Fri, 14.11.2008 12:49
Ja, können wir gerne schauen mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt. Wir sind wohl wieder zwischen den Jahren unten in [...]
Fri, 14.11.2008 10:50
Ich muß mal schauen, momentan haben wir noch keine großen Pläne gemacht. Evtl die Turniertage und das avarische [...]
Fri, 14.11.2008 09:53
Dimo! Ich musste häufiger in letzter Zeit mal an dich und die anderen Nebellegendler denken. Dieses Jahr ist es leider [...]