Entries tagged as death of the author
Friday, October 24. 2008
Es ist total spannend, wie pissig doch die Leute werden können, wenn man ihnen sagt, dass die Autorenintention tot ist. Das können die einem echt übel nehmen. Dabei geht es ja nicht darum, zu sagen, dass man nicht mehr danach schauen darf, aber der Fokus auf sie ist nun einmal verkehrt. Und wieso sind die Leute pissig? Der einzige Grund, den ich mir erklären kann: Sie verlieren plötzlich die Gewalt über einen Text, denn die Autorenintention in ihrer derzeitigen Machtposition tut dem Text tatsächlich Gewalt an. Sie vernichtet einem Tyrannen gleich sämtliche sonstigen Interpretationen, die aus dem Text heraus geboren werden können und aus der Interaktion zwischen Lesen und Text.
Die Autorenintention ist der Dikator der Kultur und erst, wenn sie zurecht gestutzt ist auf die Machtposition des gemeinen Plebs, erst dann haben wir den vernünftig-pluralistischen Zugang zu Texten, bei dem die Interpretation an sich zählt und nicht, ob irgendwann einmal der Autor bei der Geburt des Kindes sagte, dass es männlich sei - blöd nur, wenn dann das Mädchen die ganze Zeit als Kerl rumlaufen muss, nur weil es der Vater nicht erkennen will.
Saturday, September 6. 2008
Ich muss ein Machtwort sprechen: Nur weil etwas geschrieben steht, heißt es noch lange nicht, dass es stimmt - auch das hier nicht! Aber dennoch darf ich mir selbst von gebildeten und auch studierten Leuten häufiger die fesche Argumentation anhören: "Doch, doch, das ist so. Das steht da." Immer wieder werde ich mir dann der Macht des gedruckten Wortes bewusst. Mag sein, dass es früher tatsächlich noch mächtig war, als die Druckmöglichkeiten in wenigen ausgewählten Händen lag und egal, ob man dies gut oder schlecht findet, dadurch gab es einen Filter.
Aber heutzutage? Jeder kann seine geistigen Ergüsse in die Welt hinaus posaunen, wie beispielsweise ich in diesem Blog. Ich brauche keinen Publisher dafür, ich brauche keinen Vertrieb. Genauso ist es in Foren. Genauso ist es mit jeder gedruckten Meinungsäußerung im Internet. Das Fatale an der Sache ist: Wenn sie einem passt, dann wird sie als Wahrheit dargestellt und als "Beweis" für diese Wahrheit. Dabei ist dies kein Beweis - ist sie niemals nicht! Das ist logisch einfach falsch. Aber auch damit kann man selbst vielen von diesen studierten Leuten nicht beikommen.
Wenn man ähnliches über die BILD-Zeitung sagen würde, dann - ja, dann! - würden sie alle sagen: "Ja, das muss nicht stimmen. Die bauschen ja sowieso immer auf." Nur, dass ich der BILD-Zeitung sogar mehr handwerkliches Vermögen zutraue als dem Großteil dessen, was man in seiner virtuellen Nachbarschaft so findet. Daher: Augen auf beim Informationskauf! Selbst nachdenken! Prüfen! Gegenwägen! Nicht einfach nur nachplappern, nicht einfach nur Fanboy spielen, nicht einfach nur mitlaufen.
Tuesday, September 2. 2008
Mensch! Echt jetzt! Schon wieder musste ich was von Logiklöchern (aka Plotlöchern) lesen! Ja, da kann man sich toll mit profilieren als Kritiker, in dem man die Logiklöcher entdeckt, über die Andere einfach drüber geschritten sind. Ich fühle unglaubliche, professionelle Frustration, denn mich als Philologen schmerzt das ungemein, diese Hatz der Kritiker auf vermeintliche Logiklöcher.
In der Sprache der meisten Kritiker sind Logiklöcher eigentlich keine Logiklöcher, sondern einfach nur Sachen, die off-screen geschehen und daher keine explizite Darstellung erfahren. Der Kritiker ist häufig nur nicht fähig, diese off-screen geschehene Szene sich vorzustellen; sei dies, dass er es tatsächlich nicht kann oder (was häufiger ist) nicht will. So einfach ist das. Ob sich der Macher da Gedanken darüber gemacht hat, wie das nun genau aussieht oder nicht, ist egal. Natürlich gibt es hier ein Problem, denn man muss nicht jeden Klogang explizit zeigen; man weiß einfach, dass er geschieht. Ähnlich muss man wirklich nicht alles zeigen.
Die Glaubwürdigkeit dessen, was nicht gezeigt wird, ist aber wichtig, um die Suspension of Disbelief nicht zu zerstören, um einen Begriff Coleridges zu benutzen. Mittlerweile gilt es allerdings häufig als alleiniges Verschulden des Werkes, wenn es zu unglaubwürdig ist und somit dem Publikum nicht ermöglicht, sich dieser Suspension of Disbelief hinzugeben. Aber (und das wird oh-so-häufig übersehen!) die Hauptverantwortlichkeit der Suspension of Disbelief liegt nicht beim Werk (dort auch - ein wenig - irgendwie), sondern beim Zuschauer!
Es geht bei der SoD auch um die Bereitschaft des Publikums, sich Unzulänglichkeiten zu ergeben. Und diese Bereitschaft ist bei den meisten postmodernen Kritikern nicht mehr gegeben. Auf der Wikipedia kann man das alles aber sowieso finden, sowohl auf Englisch wie auch auf Deutsch. Aber auf der Wikipedia steht dann sogar schon wieder: "Als Beispiel seien hier die frühen Staffeln der Serie Doctor Who genannt, wo das Publikum die billigen Requisiten und die vorkommenden Logiklöcher ignorieren muss, um die Geschichte völlig genießen zu können."
Ich kenne "Dr. Who" nicht - ich weiß, dass dies ein großer Makel ist, den ich irgendwann korrigieren will, aber darum geht es nicht. Es geht auch nicht darum, "Dr. Who" nun blind zu verteidigen, denn vielleicht gibt es da wirklich unschöne Löcher. Das Problem ist, dass Logiklöcher als Kritikpunkt schneller gezückt werden als man vernünftig darüber nachdenkt. Häufig liegt die Unzulänglichkeit nämlich nicht an der Logik der Handlung oder der Szene, sondern an der Vorstellungskraft des postmodernen Kritikers.
Wenn jemand vor einem verschlossenen Tresor steht, keinerlei Werkzeuge dabei hat und in der nächsten Szene drin ist, dann wird es haarig mit der Glaubwürdigkeit, denn man sieht nicht, wie man in den verschlossenen Tresor kommt. Das kann man einfach als gegeben hinnehmen, denn ganz ehrlich: In einen Tresor zu kommen geht schon irgendwie und sei dies, dass derjenige off-screen sich doch noch Werkzeuge geholt hat. Wäre schon nett, das explizit zu zeigen, aber muss man auch nicht. Das geht. Oder aber man jammert, weil es ja so unrealistisch ist, dass man ohne Hilfsmittel einfach im Tresorraum steht.
Natürlich ist es unrealistisch; aber nur, weil es nicht gezeigt wird, ist es nicht unlogisch - nur nicht gezeigt. "Nicht gezeigt" ist ungleich "Logikloch". Lernt das doch bitte endlich mal, ihr selbstherrlichen Kritiker dieser Welt! Man sollte schon darauf aufpassen, was man zeigt und was nicht. Denn man kann schon ganz schön daneben greifen, wenn man etwas nicht zeigt, weil es tatsächlich Darstellung benötigt hätte. Ja, das kann sein und muss von Szene zu Szene geprüft werden. Aber diese ganzen Pseudo-Kritiken gefallen sich so ungemein darin, angebliche Logiklöcher aufzudecken. Ein Werk mit ständigen Erklärbären ist langweilig und gerade die Leerstellen laden zum Nachdenken und Diskutieren ein. Die Leerstellen sind es, die ein Werk bemerkenswert machen - können.
Man selbst aber ist der große Kritiker, der den Durchblick und Überblick hat, erkennen kann, was Darstellung benötigt hätte und was nicht. Da wird häufig mit keinem bisschen Wohlwollen gegenüber dem Werk interpretiert, dass etwas seinen Grund hat und man es darauf beruhen lassen kann. Ohne Frage: Bei einer Kritik geht es um Kritik und mit Wohlwollen ist da nicht unbedingt gedient, denn man will schließlich eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Werk haben. Dennoch: Fairness darf auch der Kritiker haben, aber diese Fairness ist in der Selbstverliebtheit der postmodernen Kritiker all zu häufig verloren gegangen.
Da geht es nicht um eine Auseinandersetzung mit dem Werk, sondern um die Selbstdarstellung des Kritikers: Er erhebt sich über das Werk als Gottkaiser der Kreation, denn er weiß, was wann, wie und wieso ist und sein sollte. Der postmoderne Kritiker zelebriert sich somit selbst auf diese Art und Weise. Die postmoderne Kritik ist somit keine Auseinandersetzung mit dem Werk, sondern die Eigenkonstruktion des Kritik-Kaisers; und das Werk stirbt, verblasst neben ihm, um diesem Kritiker zu einem parasitären, selbstdarstellenden Werk zu verhelfen; nicht zu verwechseln mit Intertextualität! Leider sind die Grenzen da fließend.
Thursday, July 31. 2008
Heiliger Postmodernismus, ich bin gar kein Post-Strukturalist! Zumindest, wenn ich dem Wikipedia-Artikel glauben darf, den ich letztens verlinkt habe - lese also immer vorher genau, was oder wen du verlinkst, sonst bist du selbst nicht mehr du ... oder so ähnlich, denn: "Second, very few thinkers have willingly accepted the label 'post-structuralist'; rather, they have been labeled as such by others. Consequently, no one has felt compelled to construct a "manifesto" of post-structuralism. Indeed, it would be inconsistent with post-structuralist concepts to codify itself in such a way."
Wobei das dann wiederum ganz cool postmodern paradox und total post-strukturalistisch wäre. Aber als Post-Strukturalist sollte ich mich nicht selbst als Post-Strukturalist bezeichnen, denn dann wäre ich haarscharf durch die Definition meiner selbst an der Inkonsistenz. Welch Frevel! Und so total anti-post-strukturalistisch! Denn wie wir ja alle wissen, gehen Post-Strukturalisten ja von weichen, unscharfen und schwammigen Konstrukten aus, die sich selbst immer wieder neu konstruieren. Demnach dürfen Post-Strukturalisten natürlich nicht sich selbst so nennen, weil das gefährlich inkonsistent wäre und sie dürfen auch nicht sagen, was sie wollen, wie sie etwas wollen und warum sie etwas machen. Aber wäre genau das nicht wiederum ein Kriterium? Und ist das dann nicht wieder genau das Paradoxon, von dem man die ganze Zeit spricht? Dass Sprache und menschliche Logik eben genau hier ihr Problem hat und das dann der Moment ist, an dem das zusammenbricht?
Ich dachte immer, dass genau das eigentlich mit eines der zentralen Themen ist, dass Bedeutung und sicherlich auch Benennungen immer willkürlich, eigenmächtig und beliebig sind. Ein typisches post-strukturalistisches Merkmal ist doch auch häufig der Hinweis auf die Inkonsistenz der menschlichen Logik und Sprache. Das große Misstrauen gegenüber Kommunikation, gegenüber Sprache finde ich persönlich zentral für den Post-Strukturalismus. Daher - jetzt mal unter uns und ganz persönlich - kann mir dann mal - bitte schön - einer erklären, warum mich als Post-Strukturalist das jucken sollte, ob ich nun konsistent mit mir selbst bin? Na? Na?! Na! Na bitte, danke, gern geschehen.
Gerade (!) als Post-Strukturalist werde ich doch wohl mich selbst mit einem sowieso beliebigen Label bezeichnen dürfen, das mich konstruiert in vollem Bewusstsein. Ja, ja, da oben ging es nur um die Kodifizierung! Nein: Genau hinsehen, zwischen den Zeilen, Ungenauigkeit erkennen - voilá. Mit diesem Text hier übrigens auch. Bin ich dann eigentlich nicht eher Post-Post-Strukturalist? Oder gar nur Post-Post?
Wednesday, July 23. 2008
Ich weiß, ich schreibe derzeit sehr viel über meine momentane Anime-Lieblings-Serie "The Melancholy of Haruhi Suzumiya", aber sie lässt mich einfach nicht mehr los und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr fallen mir Kleinigkeiten auf, die so ungeheuer spannend sind. Wie beispielsweise...(Spoiler-Cut)
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Sunday, July 20. 2008
Letzter Akt vom Super-Schurken-Musical "Dr. Horrible's Sing-Along Blog" ist seit gestern online. Heute ist die letzte Möglichkeit kostenlos reinzuschauen! Also: Bild anklicken, alles sich anschauen, was man da noch nicht gesehen hat und glücklich sein, dann jedoch traurig sein, wenn es morgen wieder weg ist, aber direkt die Gebühr zum Download bezahlen, später dann die DVD. Wenn ich übrigens eine Frau wäre, würde ich an dieser Stelle ein Kind von Joss Whedon wollen.
Marc hat übrigens auch schon was darüber geschrieben, wenn auch mit Spoiler. Aber ich kann mich seiner Meinung da nur anschließen; auch wenn ich hier nicht spoilern wollte und deswegen dieser Blog-Eintrag viel kürzer ausfällt. Für eine längere Version beim Herrn Rictus nachsehen
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Friday, July 4. 2008
Meinen Quasi-Junggesellen-Abend habe ich nun auch hinter mir. Wieso "quasi"? Weil es nun auch nicht der klassischste war und genauso spontan, wie nun eigentlich alles rund um unsere Hochzeit. "Quasi", weil es ähnlich wie die Hochzeit auch eher im kleinen Kreis war, aber auch in gutem Kreis, denn mit dem Marc schaue ich eben einfach gerne Filme und das haben wir heute auch gemacht. Und mit dem Tobi habe ich eben auch noch recht lange telefoniert. Ein recht ungewöhnlicher Junggesellen-Abend, aber eigentlich auch typisch für mich und ganz bezeichnend. Die ersten 5 Folgen von "The Melancholy of Haruhi Suzumiya", "Whisper of the Heart" und noch zwei Kalkofe-Folgen; zugegeben, jetzt auch nicht unbedingt das Männer-Programm, aber dennoch schön. Wir hatten auch natürlich noch ein paar Männer-Sachen da, aber haben uns dann doch für diese anderen Sachen entschieden.
Continue reading "I'll only do the things that I can feel, as I feel them"
Wednesday, July 2. 2008

Das kennen sicherlich schon einige von euch, dennoch muss ich das bloggen als bekennender Whedonist, denn das hier habe ich eben bei Herr Herr Wheaton (nein, das ist ein anderer Name - t/d) gefunden: Den Trailer zu " Dr. Horrible's Sing-Along Blog". Ich weiß nicht genau, worum es geht, ich muss es auch nicht wissen. Ich habe nur ein paar wirre Fakten: Super-Bösewicht, der sich anscheinend nicht traut, seinen Schwarm anzusprechen; Nathan Fillian; Joss Whedon; Musical - gekauft! Wie manch einer vermutlich weiß, ist Joss Whedon einfach eines meiner großen, wenn nicht sogar das größte Vorbild - ein post-modernes, multi-mediales Genie.
Das Ganze soll wohl auf dieser Web-Site ab 15. Juli in kleinen Happen fast täglich veröffentlicht werden. Die 1. Episode am 15. Juli, die 2. Episode am 17. Juli und die 3. Episode am 19. Juli - online, kostenlos. Am 20. Juli wird alles runter genommen. Die älteren Episoden werden dann später für einen kleinen Obelix zum Download angeboten und irgendwann wohl auch als DVD. Das Alles könnt ihr viel besser geschrieben vom Herrn Whedon (d/t) hier lesen. Das Ganze ist wohl während dem Autoren-Streik geschehen (was die für manchen vielleicht merkwürdige kleine Geschichte über den Wald und die Walk-Könige ist). Und ich möchte mich dem Appell von Joss anschließen: Superschurken-Musical von Joss Whedon! Gucken! 15./17./19. Juli! Und dann den kleinen Obelix zum Download bezahlen und so eine Vision ermöglichen!
Ach ja, und ich kann nur jeden aufrufen, das hier von Joss zu beherzigen: "Spread the word. Rock some banners, widgets, diggs… let people know who wouldn’t ordinarily know." Damit habe ich meine (erste) Blog-Schuldigkeit hier getan, werde es sicherlich im wirklichen Leben dort draußen noch weiter machen und werde bei Gelegenheit auch hier nochmal auf die erste Episode hinweisen. Und falls ich es vergessen sollte, dann erinnert mich bitte daran, denn ich bin bei sowas so fürchterlich schusselig - danke. Und auch wenn ihr selten bloggt, dann bloggt wenigstens in einem klitzekleinen Beitrag hierüber und memt mit.
Saturday, June 21. 2008
Die Film-Lobes-Hymnen gehen weiter: Gerade wieder "I am Legend" gesehen und immer noch genauso begeistert wie vorher; vielleicht sogar noch ein wenig mehr, weil noch so einige Kleinigkeiten aufgefallen sind. Der Film ist einfach so unglaublich stimmig bis in die letzten Details - einfach ein toller Film. Da ich vor einiger Zeit gesehen habe, dass es ein alternatives Ende zu "I am Legend" gibt, wollte ich mir das auch ansehen und war enttäuscht, dass das in der Videotheken-Version nicht drin war. Zum Glück gibt es YouTube. Und mit diesem Video auch mögliche Spoiler - natürlich.
Continue reading "Erhelle die Dunkelheit"
Friday, May 16. 2008
Ich habe eben endlich einmal einen Film gesehen, der mir schon seit einiger Zeit aufgefallen war: The Damned Thing aus der "Masters of Horror"-Serie nach einer Kurzgeschichte von Ambrose Bierce mit dem gleichen Titel. Ich dachte, das wäre ein ganzer Film, aber es ist eben nur eine Folge von ca. 50 Minuten. Hat aber Laune gemacht; leider waren die Sprecher in der deutschen Synchro schrecklich, aber dazu morgen mehr.
Sehr interessant war einmal wieder, dass an sich sehr viel offen gelassen wurde. Sowas gefällt mir ja immer, wie viele sicherlich wissen. Das hat mir einfach gut gefallen, auch die Schluss-Note auf der dann die Folge endet. Neugierig habe ich mir dann auch gleich einmal meine Ambroce-Bierce-Sammlung geschnappt, die ich als Anglist natürlich habe und direkt gelesen. Das sind knappe 9 Seiten und sind schnell gelesen; auch im Internet, was auch mein persönlicher Lese-Tipp für langweilige 15 Minuten wäre.
Die Kurzgeschichte hat nur entfernt etwas mit der "Masters of Horror"-Episode zu tun, was aber auch nicht tragisch ist, denn die macht auch Laune. Man kann sich die "Masters of Horror"-Episode natürlich (einmal wieder) versauen, indem man anfängt zu mosern, dass das ja gar nicht nah an der Kurzgeschichte wäre. Aber letzten Endes ist das wurscht, oder? Inspiriert ist sie ganz offensichtlich davon und solange beides Laune macht, ist doch alles perfekt. Ich hatte nämlich dadurch angenehme "Film-Länge" durch die kurze Episode und dann noch gerade die Kurzgeschichte nachgeschoben und habe 2 zum Preis von 1 bekommen. Was will man mehr?
Dabei kam mir einmal wieder der Gedanke an die übliche cthuloide Problematik der Darstellung, der Erklärung und allgemein der Auflösungen. Irgendwie hatte ich auch dunkel in Erinnerung, dass da doch sicherlich was in den einschlägigen Cthulhu-Monstrous-Compendien was stehen müsste - tut es aber nicht. Zumindest habe ich auf die schnelle nichts gefunden. Vielleicht habe ich es auch einfach nur überschlagen. Aber ich bin mir sicher, dass bei einem solchen Eintrag dann exakt nicht nur die Werte stehen, sondern auch ob Einzigartiges Wesen, Großer Alter, Älterer Gott oder Schlag-Mich-Tot, samt Habitat und dem Schicht-Plan der letzten Woche. Und wieder einmal wird mir bewusst, wie doof sowas doch eigentlich ist.
Kraft, Spannung und Atmosphäre kommen sowohl bei der Episode wie auch bei der Kurzgeschichte eben genau dadurch, dass es nicht aufgelöst wird; bei der Kurzgeschichte wird sogar noch weniger aufgelöst. Es werden zwar Sachen eingeworfen, aber all diese sind so indirekt, so subjektiv, dass sie nicht stimmen müssen. Das sind im Übrigen ähnliche Techniken, wie wir sie natürlich von Lovecraft kennen und da sieht man auch deutlich den Einfluss von Bierce auf Lovecraft. Das ist das Tolle an diesen Sachen, das ist, was mir daran so unglaublich gefällt. Und das alles wird durch so einen Monster-Eintrag kaputt gemacht.
Dabei will ich natürlich nicht alles zunichte reden, ich habe schließlich auch am Malleus Monstrorum maßgeblich mitgearbeitet, von dem jetzt auch bald die 2. Edition rauskommen wird. Und die indirekte Bebilderung von dort ist sicherlich auch aus einem ganz alten Thread von mir entstanden, den ich um 2000 im ganz alten Cthulhu-Forum gestartet habe und da etwas zu diesem Mythos-Dilemma in Verbindung mit der "Iser'schen Leerstelle" geschrieben habe. Das ist ja auch alles in Ordnung so und für das Rollenspiel braucht man es wohl auch in irgendeiner Weise.
Dennoch ... es geht einfach Kraft verloren. Es geht einfach an lovecraftesker Cthuloidität verloren. Ja, ich weiß, es gibt zig Leute, die schon ständig sagen, dass man weder Lovecraft noch die ursprüngliche cthuloide Stimmung in ein Rollenspiel bringen kann. Ich halte das nach wie vor für falsch. Es wird derzeit nicht oder kaum gemacht, aber es geht. Es muss nicht jedem Spaß machen, aber es geht. Davon bin ich immer noch felsenfest überzeugt und ich denke, den Beweis kann ich in meinen Cthulhu-Runden antreten, die ich bisher geleitet habe. Auch mein "Schatten über Arkham" geht in diese Richtung und auch im "Malleus Monstrorum" habe ich in dieser Richtung versucht, Fußspuren zu hinterlassen, ebenso wie in allen anderen Pegasus-Publikationen, an denen ich beteiligt war. Denn ich bleibe weiterhin davon überzeugt, dass das einfach wichtig ist. Dass das "Cthulhu" ist und das ist, was Cthulhu von anderen Rollenspielsystemen und -hintergründen abheben sollte - nicht muss, aber sollte. Das ist Cthulhu - alles Andere ist nur Horror.
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Comments
Fri, 21.11.2008 14:58
Mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt klappt es dieses Jahr leider nicht. Wir sind erst zwischen den Jahren (also nach [...]
Mon, 17.11.2008 18:58
Danke für den Hinweis. Korrigiert.
Mon, 17.11.2008 18:52
Was ein deutsche Vizejugendmann ist kann ich mir vorstellen, aber was ist ein Schtsmeister? (SCNR)
Fri, 14.11.2008 12:49
Ja, können wir gerne schauen mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt. Wir sind wohl wieder zwischen den Jahren unten in [...]
Fri, 14.11.2008 10:50
Ich muß mal schauen, momentan haben wir noch keine großen Pläne gemacht. Evtl die Turniertage und das avarische [...]
Fri, 14.11.2008 09:53
Dimo! Ich musste häufiger in letzter Zeit mal an dich und die anderen Nebellegendler denken. Dieses Jahr ist es leider [...]