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Tuesday, October 14. 2008
Manche Naturwissenschaftler machen sich darüber lustig, wie undeutlich Sprachwissenschaftler oder Literaturwissenschaftler formulieren. Naturwissenschaftler hätten angeblich eine so eindeutige Sprache und könnten damit alles ganz einfach erklären. Aber dann jammern sie rum, wenn sie Zufallsgeneratoren Nicht-Naturwissenschaftlern erklären müssen. Und dann kommen plötzlich Aussagen wie: "Das verstehen die sowieso nicht" oder "Da lesen sie sowieso rein, was sie wollen." Es sind also tatsächlich immer die Anderen, die ungenau formulieren oder ungenau verstehen; man selbst ist immer eindeutig und klar. Herzlichen Dank für so viel Selbst-Reflektion und Methoden-Kritik - da kann ich persönlich nur den Kopf schütteln.
Das ist dann Uni-Naturwissenschaft und für den Normalsterblichen nicht verständlich. Wenn ich dann aber anfange von Saussure und Derrida zu erzählen, von signifier und signified, dann muss ich das so machen, dass es verständlich ist - obwohl es auch Universitäts-Semiologie ist. Andernfalls sind es wieder die bösen Linguisten oder bösen Post-Strukturalisten, die sich so unverständlich ausdrücken. Naturwissenschaft ist einfach, aber zu komplex für den Normalsterblichen zu verstehen. Dennoch kann ein Naturwissenschaftler ganz eindeutig sich ausdrücken - nur eben nicht für den Normalsterblichen. Da wird dann gedreht und gedeixelt bis die Argumentation sich selbst rechtfertigt, dass man das eben darf und Andere nicht. In der Naturwissenschaft darf man alles und kann schließlich auch alles, in der Linguistik, in den Literaturwissenschaften sind das alles Schwätzer, die sich nicht ausdrücken können und die können bekannterweise gar nichts.
Das wird natürlich nicht von allen Naturwissenschaftlern so gesehen, aber mir kommt es fast so vor, als ob es von den Naturwissenschaftlern so gesehen wird, die am lautesten schreien. Da ist dann alles immer vollkommen logisch, alles immer vollkommen durdacht und der Andere versteht es nur nicht, weil er nicht logisch denken kann oder zu doof ist - man selbst formuliert schließlich exakt. In dieser eigenen, kleinen, aber doch so wahren Welt wird der Naturwissenschaftler zum Ubermensch, zum perfekten Wesen, das mit einfacher Sprache formulieren kann, die jenseits aller Induktions-Probleme liegt, denn sie war, ist und wird immer sein. Dass das mehr von cthuloiden Entitäten und nihilistischen Paradoxien hat, erläutere ich jetzt auch nicht weiter, denn das ist eine so wahre Aussage gewesen, dass jeder, der sie nicht versteht, zu doof ist, denn ich habe sie eindeutig und präzise geführt.
Witzigerweise wird dieses naturwissenschaftliche Weltbild dann abgenickt. Es wird einfach akzeptiert, dass Naturwissenschaft in höheren Sphären schwebt, die man nicht verstehen muss und viele auch nicht verstehen können. Dabei liegt es auch dort nur an dem Medium, das heißt: an dem Naturwissenschaftler selbst, der das erklärt! Alles muss verständlich sein. Wenn ich Derrida oder Saussure nicht erklären kann, liegt es nicht an meinem Gegenüber, sondern an mir. Natürlich gibt es auch Leute, die sich dumm stellen, das will ich gar nicht abstreiten. Aber zunächst einmal sollte der Fehler bei sich selbst gesucht werden, in der eigenen Erklärung, in der eigenen Einsicht in die Dinge. Wenn ich in meiner mündlichen Prüfung Rational Choice-Theory nicht erklären konnte für den einfachen Mann, liegt es an mir! Nicht an der Rational Choice-Theory und nicht an ihrer Komplexität. Das muss man eingestehen, das muss man zugeben. Nur wieso habe ich das Gefühl, dass 90% der Naturwissenschaftler um mich herum das nicht können und auch noch nicht einmal ansatzweise in Betracht ziehen? Der Fehler? Der liegt immer bei den Anderen einfach via Definition (ich kann übrigens auch geschwollen und gebildet reden, wenn ich denn will) - das konnten die Naturwissenschaftler ja schon immer gut ... die Welt definieren. Dabei dachte ich immer, es ginge darum, die Welt zu entdecken.
Sunday, October 12. 2008
Ich habe lange Zeit überlegt, ob ich in diesen Thread etwas schreiben soll, habe es dann aber gelassen. Wieso? Mir ist einfach nicht danach. Ins offizielle Blizzard-Forum zu schreiben, dafür muss man wirklich in einer ganz besonderen Stimmung sein; selbst zum Lesen. Es ist einfach ganz furchtbar, wie die Leute sich dort ausdrücken, was sie ausdrücken und wie sie miteinander umgehen - wirklich, ganz furchtbar. Darauf habe ich keine Lust. Schon allein das ganze Gejammere. Ja, ich bin auch ein paar Änderungen skeptisch, aber ich lasse sie einfach einmal auf mich zukommen. Und bei einigem von diesem Gejammere sehe ich wirklich nur, wie sich Leute durch Meckern profilieren wollen.
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Friday, September 26. 2008
Ich finde es traurig, wenn lange, durchdachte Texte im Internet nur zum Teil gelesen werden. Manchmal werden sie sogar gar nicht gelesen und dann höchstens mit dem Kommentar versehen: "tldr - too long, didn't read" oder "was für eine Textwand". Natürlich gibt es auch Textwände, natürlich gibt es auch unübersichtliche Texte, aber gerade im Internet scheint die Frustrationsschwelle für lange Texte extrem niedrig zu liegen; fast so, als ob der Internet-User von heute es verlernt hat, zu lesen.
Damit meinte ich jetzt nicht unbedingt meine Texte. Klar, mir passiert das auch, denn auch ich schreibe gerne mal länger - hin wieder ... ganz selten. Aber mir ist es gerade letztens bei einem Text unter gekommen, der lang war - nicht von mir .. ausnahmsweise. Diesen Text fand ich ungeheuer interessant zu lesen, denn derjenige konnte gerade Sätze schreiben, was im Internet nicht unbedingt üblich ist. Er konnte gut schreiben und es war weder alles klein geschrieben, noch ein einziger Absatzklotz - dennoch fand man darunter: "Er schreibt zu viel." Traurig, sehr traurig.
Die MTV-Generation hält also Einzug in das Internet. Wobei "hält" auch falsch ist, denn sie hat sich schon lange hier fest gesetzt. Texte müssen schnell, schnell, schnell gehen. Ein Text sollte nach Möglichkeit äquivalent zu den epileptischen Kamerakindern von VIVA oder Arabella Kiesbauer sein, möglichst viele Schnitte haben, am besten mit fetzigen Farben unterlegt sein, voll krasse Schreibweise haben, am besten noch ein paar Unterniveau-Witze enthalten und die üblichen Schreibfehler mit "seit/seid" und "das/dass" dürfen natürlich auch nicht fehlen - hier und da dann noch ein paar Buchstabenverdreher und fertig ist der perfekte Internet-Text.
Es gibt auch zu lange Texte. Es gibt auch Texte, die nicht nur zu lang sind, sondern auch unangenehm zu lesen sind, Texte, die merkwürdige Schachtelsätze haben, deren Bandwurmsätze niemals enden und vollkommen unübersichtlich sind. Das sollte natürlich nicht sein. Aber schon bei einem recht übersichtlichen Text wird mit "der ist zu lang"-Keule um sich geworfen. Man hat anscheinend wirklich verlernt zu lesen. Den überzeugten Philologen schmerzt das besonders. In der LoL-Generation gibt es keinen Platz mehr für ausgefeilte Texte. Die Manga-Smileys, Rechtschreib-Ekzeme und Akronym-Geschwüre von heute sind nunmal wohl die Lyrik von morgen.
Tuesday, September 23. 2008
Man muss ja schon sagen, dass die frühere Werbelandschaft einfach besser war. Na gut, sie war nicht immer besser. Aber da gab es beispielsweise so tolle Spots wie diese Allianz-Werbung, die hat sogar was Versöhnliches, oder auch die andere Allianz-Werbung, bei der ein Kleinwagen durch ein italienisches Dorf fährt und volle Kanne in einen Tomatenstand kracht - am Ende gibt (dank Allianz) für jeden Tomatenbrote. Das fand ich ganz tolle Werbespots und wenn man die mit den heutigen Versicherungs-Spots vergleicht, dann wird in den heutigen wirklich nur Angst gemacht und zwar so richtig. Klar, auch in den alten Werbespots wird gezeigt, wann man das brauchen könnte. Aber im Vergleich zu den heutigen Werbespots ist das wirklich äußerst harmlos und sogar einfach nett gemacht.
Aber es kam nicht von ungefähr, dass ich früher als Kind gerne Werbung geschaut habe und zu meinen Eltern immer sagte: "Eine Werbung noch." Da gab es auch nette Zwischenspieler. Ich glaube, die gibt es zum Teil sogar immer noch mit dem Otto beispielsweise, aber zum Großteil sind diese Einspieler doch verschwunden. An was ich mich letztens erst wieder erinnerte mit meiner Frau zusammen, waren Äffle und Pferdle. Ich weiß nicht mehr, wie wir drauf kamen, aber meine Frau ist ja Schwäbin und sagte irgendwann dann "...Äffle und Pferdle..." und ich hatte direkt das Bild der Beiden vor mir. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich die wirklich "Äffle und Pferdle" und nicht "Affe und Pferd" nannte.
Einer jener Einspieler mit den Beiden war der Hafer und Bananenblues, den ich auch nach all den Jahren noch auswendig mitsprechen konnte. Ich wusste sogar jede Betonung und jede Dialekt-Stelle im Vorraus. Aber als Kind war mir anscheinend nicht bewusst, dass das Schwäbisch ist, was die Beiden da sprechen. Für mich war das ganz natürlich und gehörte einfach zu den Beiden. Allerdings habe ich diesen Einspieler auch noch gefunden, den ich noch von früher kannte und da habe ich witzigerweise das vom Affen am Schluss nicht verstanden; heute natürlich kein Problem mehr und damals war mir der auch der Witz der Situation nicht entgangen. Aber Kinder scheinen da einen recht spannenden Zugang zu Dialekten zu haben, wenn mir das nicht wirklich bewusst war damals.
Und zum Abschluss noch ein Video, das ich bei all dem Stöbern gefunden habe und ein Querschnitt durch die Werbung der 80er/90er zieht: Werbung der 80er und 90er und hier dann sogar nochmal mit Äffle und Pferdle von 1987.
Sunday, September 14. 2008
Ich weiß, ich bin Rechtschreib-Klugscheißer; aber auch ich mache nicht immer alles richtig. Der entscheidende Unterschied ist aber, dass ich mich darum bemühe und wirklich verhältnismäßig wenig Fehler mache. Natürlich macht man immer genau dann die Fehler, wenn man sie nicht braucht. Gerade das Internet hat leider eine große Ansteckungsgefahr für solche Fehler, denn wenn man etwas Falsches häufig genug sieht, prägt es sich so sehr ein, dass man es selbst nachmacht. Das ist schließlich auch der Hauptgrund dahinter, dass man seine Rechtschreibung aufwerten kann, wenn man viel liest. Das klappt aber eben nur, wenn man lektorierte Sachen liest: Zeitungen, Bücher etc. Wobei leider noch nicht einmal alles davon lektoriert ist, aber der Großteil dieser Sachen wird wenigstens von Leuten geschrieben, die eine sichere Rechtschreibung haben.
Wenn man sich allerdings im Internet umsieht, dann scheint Deutschlands Bevölkerung zu 90% aus Legasthenikern zu bestehen. Damit reden sich zumindest gerne viele heraus, wenn man sie einmal daraus anspricht: "Ich findedas jetzt voll diskriemineirend das dir das wichtig ist. Woher willst du wissne das ich kein Legasteniker bin?" Klar, man kann es nie wissen. Nur kenne ich einige Legastheniker und nach einiger Zeit mit ihnen, hat man ungefähr eine Ahnung, was Legastheniker-Fehler sind und was nicht. Das erkennt man häufig schon am Schriftbild, doch ich denke, das würde jetzt zu weit gehen, das hier genauer auszuführen. Kurzum: Man erkennt es, dass dem nicht so ist. Meine alte Leier und mein alter Fluch diesbezüglich sollte hinreichend bekannt sein und das habe ich in dieser Kategorie schließlich schon häufig breit getreten.
Was ich allerdings ganz gruselig finde, genau die andere Seite ist und was mir bisher noch nicht unter gekommen ist, dass man im richtigen Leben verbessert wird. Gerade, wenn man spricht, kommt am Ende doch ein anderer Satz raus, als er ursprünglich werden sollte. Da stellt man dann selten noch einmal den Satz um und fängt von vorne an, sondern macht die Augen zu und spricht den Satz dann doch zu Ende - selbst wenn er grammatikalisch nicht richtig ist. Ist mir letztens einmal wieder passiert, weil ich mit meinen Gedanken beim Reden schon einen Schritt weiter war, Satzgefüge verbockt, weil ich plötzlich am Ende eine andere Idee hatte als zu Anfang, beim Reden gemerkt, mir gedacht "ach, egal", weiter geredet und dann ... eine Kasus-Verbesserung abbekommen. Hallo? Geht's noch? Wenn das wenigstens lustig gemeint gewesen wäre, aber das war ernst! So richtig mit tadelndem Blick und so! Sachen gibt's...
Wednesday, September 10. 2008
Es war doch kein DOOOOM-Ruf; zumindest keiner, dessen Echo nur verhallt. Ungefähr zwischen 19.20 und 19.30 Uhr ist mein Vater heute Abend eingeschlafen - es war wohl ohne Schmerzen. Was die letzten Wochen zwar nicht toll aussah, aber irgendwie noch ging, verschlechterte sich die letzten zwei Tage wohl sehr massiv.
Ich habe es heute Abend sehr überraschend mitbekommen, als ich einfach nur die Wäsche vorbeibringen wollte. Mein Bruder war ebenso da. Schon ein merkwürdiger Zufall, dass wir doch alle etwa eine Stunde vorher da waren. Es sah schon nicht gut aus, als wir da waren, aber ich hätte dann zumindest damit gerechnet, dass es wohl noch ein paar Tage dauert. Als ich dann allerdings zu Hause ankam, hatte meine Mutter bereits angerufen. Keine 10 Minuten, nachdem mein Bruder und ich auf dem Weg jeweils nach Hause waren, ist mein Vater wohl gestorben; fast als ob er damit noch einmal uns alle gesehen hatte (auch wenn er schlief).
Die Anspannung der letzten Wochen, im Prinzip der letzten Monate ist somit ein wenig befreiter geworden. Denn auch, wenn man es nicht wahr haben will: Es belastet einen doch ungemein, selbst wenn es 30 Minuten jenseits der anderen Rhein-Seite ist. Es muss auch keiner hierzu etwas schreiben. Ich persönlich finde sowieso, dass diese ganzen "herzliches Beileid"-Kondolenz-Bekundungen etwas höchst Befremdliches sind, denn jeder macht sie und dadurch, dass man sie schon fast machen muss und dadurch, dass sie Pflicht und Etikette sind, werden sie entwertet. Dadurch kann man nicht wirklich sehen, ob es jemandem wirklich leid tut oder ob jemand wirklich mit empfindet - das merkt man einfach, ob es so ist oder nicht. Aber ein "herzliches Beileid" ist eine Phrase, nicht mehr und nicht weniger. Manchmal aber die einzige Phrase, die einem da leider einfällt, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.
Saturday, September 6. 2008
Ich muss ein Machtwort sprechen: Nur weil etwas geschrieben steht, heißt es noch lange nicht, dass es stimmt - auch das hier nicht! Aber dennoch darf ich mir selbst von gebildeten und auch studierten Leuten häufiger die fesche Argumentation anhören: "Doch, doch, das ist so. Das steht da." Immer wieder werde ich mir dann der Macht des gedruckten Wortes bewusst. Mag sein, dass es früher tatsächlich noch mächtig war, als die Druckmöglichkeiten in wenigen ausgewählten Händen lag und egal, ob man dies gut oder schlecht findet, dadurch gab es einen Filter.
Aber heutzutage? Jeder kann seine geistigen Ergüsse in die Welt hinaus posaunen, wie beispielsweise ich in diesem Blog. Ich brauche keinen Publisher dafür, ich brauche keinen Vertrieb. Genauso ist es in Foren. Genauso ist es mit jeder gedruckten Meinungsäußerung im Internet. Das Fatale an der Sache ist: Wenn sie einem passt, dann wird sie als Wahrheit dargestellt und als "Beweis" für diese Wahrheit. Dabei ist dies kein Beweis - ist sie niemals nicht! Das ist logisch einfach falsch. Aber auch damit kann man selbst vielen von diesen studierten Leuten nicht beikommen.
Wenn man ähnliches über die BILD-Zeitung sagen würde, dann - ja, dann! - würden sie alle sagen: "Ja, das muss nicht stimmen. Die bauschen ja sowieso immer auf." Nur, dass ich der BILD-Zeitung sogar mehr handwerkliches Vermögen zutraue als dem Großteil dessen, was man in seiner virtuellen Nachbarschaft so findet. Daher: Augen auf beim Informationskauf! Selbst nachdenken! Prüfen! Gegenwägen! Nicht einfach nur nachplappern, nicht einfach nur Fanboy spielen, nicht einfach nur mitlaufen.
Saturday, August 30. 2008
Manchmal sind mir die Prioritäten mancher Leute gruselig. Ich spiele gerne WoW, ich spiele viel WoW - meiner Ansicht nach zu viel. Ich habe allerdings auch noch andere Hobbys und andere Sachen zu tun. Dennoch habe ich in meiner Hauptgilde einen Raid-Alltag von 4 Raid-Tagen die Woche von 18.30-24 Uhr. Das sind knapp 5 Stunden mal vier sind 20 Stunden - ohne Buff-Food-Farmen etc. Und was darf ich mir dann sogar manchmal anhören? "Du loggst ja sowieso nur zu Raids ein." Erstens stimmt das nicht, zweitens wenn es stimmen würde: Ja? Und? Das ist über die Hälfte der Woche. Da meine Frau dort nicht mitraidet, lasse ich den Rest der Zeit eben dafür offen oder eben auch mal für meine Kumpels wie beispielsweise den Marc. Das finde ich auch wichtig. Aber scheinbar ist es nicht genug.
Ich komme eigentlich gut mit der Zeit klar. Ich kann mein Zeug nachfarmen und bin immer auf die Raids vorbereitet. Für "normale, kleine" Instanzen bleibt mir da natürlich nicht gerade viel Zeit. Nur: Was will ich eigentlich da mit Elyssa noch in einer kleinen Instanz? Klar, einfach so mal aus Spaß daran. Habe ich früher auch häufiger gemacht, aber ich sehe es da einfach ganz realistisch: Mehr als die Hälfte der Woche würde da für Aktivitäten mit den gleichen Leuten drauf gehen und es gibt so viel mehr Leute, die ich auch mag und mit denen ich gerne was machen will. Die Woche hat nun einmal nur 7 Tage. Aber das verstehen wohl einige Leute nicht. Eigentlich kann es mir egal sein, dennoch ärgert mich so etwas ungemein, denn ich bin zuverlässig, ich bin immer da, wenn ich gebraucht werde und richte sogar Kino-Gänge normalerweise so ein, dass es hoffentlich nicht Priester-Mangel wegen meiner Abwesenheit; und das, obwohl ich von vornherein sagte, dass ich maximal 3 von 4 Tagen mitraiden will, denn ein wenig Zeit sollte ich ...naja, habe ich ja schon geschrieben und brauche ich nicht zu wiederholen. Sowas ärgert mich einfach.
Ich hatte einmal vor sicherlich 2 oder gar 3 Jahren einen längeren Text bei meiner alten Gilde ins Gildenforum gesetzt, als es zu Streitigkeiten kam, weil ich in eine Instanz nicht mit wollte. Ich helfe gerne - wirklich. Und ich komme auch immer wieder gerne mit, auch wenn ich nichts brauche. Aber dass ich selbst dazu nicht immer Lust habe, sollte klar sein. Da ich allerdings Heiler-Charaktere habe, wurde es mir wohl übel genommen, wenn ich eben mal nicht da bin. Entsprechend hieß dann der Text auch "Eigentum und Freizeit" - oder so ähnlich. Leider habe ich den Text nicht mehr gefunden, aber ich fühle mich sehr stark daran erinnert. Der Vorwurf kommt schließlich nicht, weil man gerne mit demjenigen spielen wollte, sondern weil man sauer ist, dass man gerade keinen Heiler zur Hand hat. Aber ich vergaß: RL geht ja immer vor. Die abgedroschenste Phrase, die ich von WoW-Spielern bisher gehört habe; sie wird immer gerne gesagt, aber seltenst gemeint. Denn wenn man dann wirklich mal RL hat, dann wird trotzdem gemotzt, dass man keine Zeit hat. Man kann es schade finden, dass jemand keine Zeit hat - das ist in Ordnung. Aber nicht, demjenigen dann einen Vorwurf machen. Denn da vergeht mir dann absolut die Lust daran, jemandem zu helfen.
Friday, August 15. 2008
Vor etwas über eineinhalb Monat habe ich einen August Derleth-Reader bei Amazon-Shops bestellt. Angeblich war die Lieferzeit 2 Wochen und bisher habe ich bei meinen Yui Horie-CDs immer gute Erfahrungen damit gemacht. Aber diesmal hätte ich vorher auf die Bewertungen schauen sollen, denn ich wartete und wartete und wartete - und bis heute ist immer noch kein Reader da.
Vor etwa 3 Wochen habe ich meine erste Mail an den Verkäufer geschickt und wartete eine Woche lang auf folgende Antwort:
Herzliche Grüße von ...,
wir bedauern die aktuelle Verzögerung sehr, normalerweise sind die Lieferungen aus den Staaten flotter.
Auf unseren Buchlieferanten in den USA haben wir leider keinen direkten Zugriff, aber er ist sehr zuverlässig.
Warenanlieferungen treffen bei uns jeden Freitag ein und werden dann sofort versendet.
Sie wie wir haben nichts zu verlieren, außer Wartezeit. Das Buch ist im Backlog und wir hoffen, dass es diesen Freitag dabei ist.
Wir danken Ihnen dennoch für Ihre Geduld.
Also dachte ich mir nichts dabei und wartete noch einmal, nachdem ich ihnen eine Antwort geschickt habe, dass es eben tatsächlich dringend ist, da ich den Artikel für einen Artikel mit Deadline brauche. Doch ich wartete und wartete und wartete - und immer noch nichts. Vor einer Woche schickte ich dann wieder eine Mail und wartete und wartete auch dort wieder auf eine Antwort. Gestern habe ich dann eine letzte Erinnerungs/Mahn-Mail über Amazon an den Verkäufer geschickt. Und was kam gestern Abend an? Noch zwei Mal exakt (!) die gleiche Mail, die ich am Anfang bekommen habe. Damit war klar: Das sind standardisierte Mails.
Die Bewertungen ergeben auch ein eindeutiges Bild: Mehrere Kunden haben ihre Ware nicht bekommen, beklagen sich auch über fehlende Rückmeldungen und beschweren sich über vorgefertigte Standard-Mails. Tja, das hätte ich vorher auch sehen können, aber irgendwie war ich durch die bisherigen guten Erfahrungen da wohl zu naiv. Jetzt habe ich den Salat, habe heute Morgen eine Beschwere bei Amazon eingelegt und berufe mich auf die Amazon A-Z-Garantie, bei der ich mein Geld zurück erstattet bekomme. Das dauert ca. 2 Wochen und ich kann insgesamt jemals nur 5 dieser Beanstandungen. Toll, dass sowas geht - ich bin gespannt. Doof, dass ich leider meine erste Beanstandung da aufbrauchen muss. Dem Verkäufer werde ich aber eine gesalzen schlechte Bewertung geben.
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Comments
Fri, 21.11.2008 14:58
Mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt klappt es dieses Jahr leider nicht. Wir sind erst zwischen den Jahren (also nach [...]
Mon, 17.11.2008 18:58
Danke für den Hinweis. Korrigiert.
Mon, 17.11.2008 18:52
Was ein deutsche Vizejugendmann ist kann ich mir vorstellen, aber was ist ein Schtsmeister? (SCNR)
Fri, 14.11.2008 12:49
Ja, können wir gerne schauen mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt. Wir sind wohl wieder zwischen den Jahren unten in [...]
Fri, 14.11.2008 10:50
Ich muß mal schauen, momentan haben wir noch keine großen Pläne gemacht. Evtl die Turniertage und das avarische [...]
Fri, 14.11.2008 09:53
Dimo! Ich musste häufiger in letzter Zeit mal an dich und die anderen Nebellegendler denken. Dieses Jahr ist es leider [...]