Tuesday, December 29. 2009
In den Aion-Foren häufen sich die "Buäh! Ich bin Level 50 und mir ist langweilig, ich hör auf"-Threads. Das ist richtig intelligent, sowas um Weihnachten herum zu schreiben und dann den Untergang des Spiels zu prophezeien; der übrigens schon seit Monaten prophezeit wird, aber das ist wie bei den diversen Sekten und ihren Weltuntergängen: Ich verpasse sie anscheinend ständig. Ich habe dazu eine Theorie.
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Wednesday, December 23. 2009
Wir sind nun durch die 1. "Dollhouse"-Staffel durch und ich kann es nur wiederholen: Ich habe kein Verständnis dafür, wie man sowas absetzen kann. Joss Whedon war selbst wohl nicht ganz zufrieden, aber ich mag die Serie. Sie ist anders. Sie ist nicht wie "Buffy" oder "Angel" oder "Firefly". Zwar sieht es nach dem üblichen "Cast"-Aufbau aus, aber es gibt keine Scoobies. Ebenso ist sie nicht so witzig und viel, viel düsterer als seine anderen Serien. Klar, es gibt auch witzige Momente. Also: Wirklich witzige! Typische Joss Whedon-Momente gibt es also definitiv. Aber dennoch möchte ich warnen, denn "Dollhouse" ist anders - und das ist gut so... für die Serie. Aber ob es für ihr Überleben gut war? Ich weiß es nicht.
Es ist überaus traurig zu sehen, dass diese Serie abgesetzt wurde. So viel Potenzial! Man merkt einfach, wie die Charaktere langsam in Stellung gebracht werden und die letzte, nie ausgestrahlte Episode "Epitaph One", die eine Vorschau ins Jahr 2019 gibt, macht echt Laune. Was für eine großartige Idee! Für ein großartiges Thema! Was für ein Potenzial! Ich kann es wirklich nicht häufig genug sagen.
Nennt mich Whedon-Fanboy, aber die Serie ist wirklich groß. Ich vermute, sie wird nie "Buffy" bei meinen Favoriten so richtig schlagen, aber diese Serie hat es echt nicht verdient, abgesetzt zu werden und dieses Wissen macht mich traurig und wütend - hilflos wütend. Wenn ich ins normale Fernsehprogramm schaue und tagtäglich zig geklonte Serien sehe, die zwar vielleicht gut gemacht sind, aber denen irgendwie die Seele fehlt, wenn der x-te Ableger von CSI produziert wird, frage ich mich, wieso kann nicht auch Platz für eine solche Serie wie "Dollhouse" sein? Ist das nicht traurig?
Durch das Absetzen von "Dollhouse" ist die Fernsehlandschaft wirklich um ein Stück ärmer geworden und hat sich einer Serie beraubt, die das Potenzial hatte, postmodern moralisch auf ganz große Weise zu werden. "Dollhouse" ist eine postmoderne Moral- und Philosophie-Serie. Vielleicht war es das, was ihr das Genick brach? Darüber bin ich traurig. Aber da ich gesehen habe, dass Joss Whedon mich selbst bei Serien begeistern kann, bei denen ich anfangs skeptisch war (und ich war echt skeptisch! entgegen meinem Whedon-Fanboy-Image), bin ich zuversichtlich, dass ihm das wieder gelingt und ich freue mich auf seine neuen Ideen. Wollen wir hoffen, dass er diesmal ein glücklicheres Händchen als bei "Firefly" und "Dollhouse" haben wird. Irgendwie tut er mir schon leid und ich hoffe, er lässt sich nicht unterkriegen. Und bitte: Nie, nie, nie wieder Fox! Bitte! Danke.
Ich will nicht verschweigen: Die Serie wird nicht jedem gefallen. Daher sollte man wirklich vorsichtig sein, ob man die Serie sich ansehen will. Sie ist eigen. Sie ist nicht leicht - auch nicht leicht zugänglich. Aber ich finde sie ungeheuer klasse.
Tuesday, December 8. 2009
Ich habe nun die ersten beiden Folgen von "Dollhouse" gesehen. Ich war skeptisch, ich hatte Angst und ich mag Eliza Dushku eigentlich nicht. Doch, was ich nun schreibe, wird mich bei vielen in ein Fanboy-Licht rücken, denn: Oops, I did it again. Ich bin wieder in eine Joss-Whedon-Serie verliebt.
Eigentlich dachte ich echt nicht, dass es was wird - mit uns beiden. Die Idee war spannend, das Konzept hat mir zugesagt, aber so viel drumherum hat für mich scheinbar nicht gepasst. Hinzu kam vor kurzem die Mitteilung, dass "Dollhouse" nun endgültig abgesetzt wird und über die 2. Staffel nicht hinaus kommt. Die Kritiken habe ich nicht gelesen, aber man bekommt ja so einiges mit.
Die Serie wirkte auf mich zu düster, zu ernst, zu dreckig sogar stellenweise. Das Thema auch nicht so leicht unterhaltend wie Buffy oder Firefly. Das machte mich skeptisch. Es ist auch eine ganz andere Whedon-Serie, aber dennoch habe ich gleich in den ersten Folgen den Whedon-Geist gespürt, der mich gleich wieder mitgerissen hat. Dollhouse ist anders - und das ist gut so.
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Saturday, August 29. 2009
Ist es ein Schlafloser? Ist es ein Zombie? Nein! Es ist Überstundenman!
Wenn wir schon einmal dabei sind: Das hier anschauen und mal vergleichen. Die Hommage ist sowohl in Musik, aber auch in Bildern deutlich sichtbar. Ich persönlich fand " Superman Returns" ja gar nicht einmal so schlecht. Mag aber auch daran liegen, dass ich Kevin Spacey absolut liebe. Klar, es war nicht der Reißer wie die Batman-Filme von Christopher Nolan, die einfach der Hammer sind. Aber er war sehenswert.
Vor allen Dingen der Schluss hat mir bei "Superman Returns" ungeheuer gut gefallen. Da hat man sehr gut gesehen, wie man einen eigentlich übermächtigen Charakter soweit stutzen kann, dass er doch noch zum Helden werden darf. Denn, und da wiederhole ich mich gerne, ein Held ohne Schwächen ist kein Held - das alte Superman-Problem. Erst, wenn ein Charakter über sich hinauswächst, ist er ein Held. Und das gelingt "Superman Returns" am Ende doch äußerst ordentlich... dafür, dass sie mit Superman arbeiten "müssen", der in der Hinsicht eben einfach undankbar ist, weil er doch zu perfekt ist. Ein Charakter muss fallen, um wieder als Held aufstehen zu dürfen. Solange er nur steht, ist er kein Held, sondern langweilig. Der innere Kampf, das Überwinden der eigenen Grenzen ist, was einen Helden ausmacht. Das sieht man sehr gut in den neuen Spiderman-Filmen und auch sehr gut in den neuen Batman-Filmen - ebenso natürlich wie in der phänomenalen Serie "Heroes".
Übrigens bedeutet das nicht, dass ein übermächtiger Charakter, der ohne Probleme 1000 Goblins tötet, kein Held sein kann. Entweder man nutzt bei sowas den Kryptonittrick oder der Charakter muss einen inneren Kampf ausfechten, um sich selbst zu überwinden. "Superman Returns" nutzt übrigens beide Techniken. Mit letzter funktioniert übrigens auch der häufig missverstandende Charakter von Buffy und ist auch der Grund, warum Buffy eben keineswegs flach ist - nur übersehen viele gerade diesen inneren Kampf gerne. Aber gerade dieses Innenleben von Buffy macht auch sie zu einer absolut glaubwürdigen Heldin - leider nur auf Englisch.
Und ganz ehrlich: Bei diesem "Superman Returns"-Teaser läuft es mir immer eiskalt den Rücken runter.
Saturday, June 27. 2009
Bisher sind wir am Ende der zweiten DVD der 3. Staffel "Lost" und ich kann bisher noch keine Verschlechterung erkennen. Die Serie wird ein wenig anders - aber dann wiederum auch nicht. Die Struktur bleibt gleich, die Thematiken bleiben gleich, der Meta-Plot bleibt gleich, es gibt nur eine Änderung im Ton bezüglich der "Others". Spoiler-Cut.
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Friday, May 29. 2009
Ha! Voll die gute Idee: Gerade wollte ich zum "Epic fail" kommentieren, aber der Kommentar ist so lang - da mache ich doch einfach einen eigenen Blog-Beitrag draus und habe schon meinen Blog-Beitrag für heute, denn ich weiß nicht, ob ich sonst noch zu was komme.
Es geht nicht darum, dass der Autor tot ist (das ist sowieso klar), es geht auch nicht darum, dass es auch "nur" eine Verfilmung einer Serie ist und dadurch meinem üblichen Zetern über "das Buch ist besser als der Film" widerspricht – nein. Ich habe da wirklich keine Berührungsängste mit sowas, denn besagten neuen Hulk fand ich gut, besagten neuen Star Trek fand ich gut; ich denke, ich bin da eigentlich offen genug.
Es geht um das "wie" und das gefällt mir nicht. Sie könnten es anders nennen als "Buffy", wenn sie das so durchziehen – und das sollten sie vielleicht. Hätte doch niemand weh getan, wenn sie beispielsweise gesagt hätten "Fluffy" ist eine neue Vampirjägerin, da die alte gestorben ist – mir wurscht. Irgendwie sowas.
Aber es "Buffy" zu nennen und dann ganz explizit zu sagen "es wird nichts mit der existierenden "Buffy"-Serie zu tun haben und nichts fortführen oder aufgreifen – darum geht es. Der Artikel greift das Thema doch sogar auf! Wieso nicht den letzten Schritt gehen? Im Artikel steht doch: "Jede Generation hat ihren eigenen Jäger…" ja! Super! Universum kapiert! (ohne Sarkasmus) Und nun das konsequent weiter denken – epic win!
Aber so klingt das einfach… dämlich. Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, aber es bleibt dennoch: Angst.
Der Witz am neuen Hulk ist: Er war "Hulk". Der Ang Lee Hulk war… einfach nur merkwürdig. Da war eine Neuauflage "nötig" – aus "ästhetischen" Gründen (um mal wieder paradox zu werden, denn… ja, ja, ich weiß Geschmack und so).
Der Witz am neuen Star Trek ist: Er war sich bewusst, dass er "neu" war und er war sich bewusst, dass er Sachen verdreht, aber er hat innerhalb des Star Trek-Paradigmas exakt diese Thematik sogar aufgegriffen und sich darauf bezogen und sie sogar in den Plot eingebettet. Und wenn er so wird, wie es in dem Artikel klingt, ist der Vergleich mit dem Abrams-Star-Trek eben einfach nur falsch, denn da fehlt die Grundessenz, was den Abrams-Star-Trek so großartig macht.
Ich sehe hier bei dieser Neuverfilmung keine Notwendigkeit, keinen Witz und keine Spielerei, sondern nur Angst – "wir wollen niemandem auf die Füße treten." Wer zu viel Angst hat, um zu springen, kommt nie über den Abgrund und daher wird dieser Film meiner Ansicht nach abstürzen. Ich würde mich freuen, wenn der Film mir den Stinkefinger zeigt und sagt: "Ätsch, ich bin doch total super!" Ansehen werde ich ihn mir sicherlich. Nur weil ich Post-Strukturalist bin, muss ich aber nicht alles toll finden - ich bin nämlich auch immer noch Mensch.
Ich hoffe, mein Punkt ist nun klarer – man muss ihn ja nicht teilen.
Monday, March 23. 2009
Ich liebe Serien. Wer hier schon länger liest, weiß das sicherlich. Vermutlich folgt mein Serien-Geschmack auch einem gewissen Muster (das ich persönlich nicht kenne, aber irgendjemand wird schon eine Schublade für mich finden). Ich liebe alle Joss-Whedon-Serien, "Buffy", "Angel", "Firefly" - ob auch "Dollhouse" wird sich weisen. Ich habe die ersten 10 Minuten vom "Dollhouse"-Piloten sehen dürfen und es ist... anders - viel düsterer, bisher nicht die üblich spritzig-witzigen Whedon-Dialoge. Wobei der Pilot von "Dollhouse" angeblich auch nicht von Joss Whedon sein soll. Nicht, dass Joss Whedon keinen gemacht hätte, aber die Legende berichtet, dass angeblich ein Fox-Mitarbeiter zu Joss kam, nachdem er den Piloten fertig hatte, und meinte: "Herr Whedon, Ihr Pilot: Schön und gut, aber... unsere Zuschauer sind nicht so... naja... also, sie sind einfacher gestrickt. Können Sie das nicht auch ein wenig... einfacher erzählen?" Ob das stimmt oder nicht, weiß ich nicht, aber ich könnte mir das tatsächlich vorstellen und könnte auch erklären, warum es sich bisher zwar leicht whedonesk anfühlt, aber nicht wie sonst.
Aber zurück zum Thema, bevor ich hier noch eine Whedoneiah draus machen muss! Ich liebe "Dawson's Creek", "Babylon 5", "Heroes" und "Akte X" - "Lost" finde ich auch ganz großartig. "Monk" sehe ich mir ebenso sehr gerne an. Dann habe ich letztens in eine neuere Serie namens "Chuck" gesehen und das sah auch nach genau meinem Geschmack aus. Aber fällt euch was auf? Genau! Da ist keine deutsche Serie dabei. Wieso?
Ich weiß es nicht. Wenn ich einmal so vergleiche, was es für deutsche Serien gibt und was im Gegenzug für amerikanische Serien so sind da die Konzepte fast immer interessanter - selbst bei den Serien, die ich nicht mag. "Sex and the City" - mag ich nicht, ist aber handwerklich brilliant gemacht und sicherlich eine gute Serie... wenn man sowas denn mag. "ER" - mag ich nicht, aber auch hier eine phänomenal gute Serie, die eben einfach nicht meinen Nerv trifft, bei der ich aber anerkennen kann, dass sie gut ist. So könnte ich noch weiter machen, denn auch "House" ist sicherlich gut (mag ich auch nicht) und die ganzen CSI-Ableger wohl auch, auch wenn ich mit denen nichts anfangen kann.
Und was haben wir hier? "Dr. Molly und Karl", "Der Bergdoktor", "Großstadtrevier", "Cobra 11" und "SK Babies" in all seinen Klonen. Zugegeben, ich sehe mir gerne "Stromberg" an, aber auch das ist nun keine ursprünglich deutsche Serie, sondern nach einem ausländischen Vorbild. Ich habe mir wirklich viele von diesen deutschen Serien angeschaut und das ist alles so überaus... unoriginell und bemüht. Vermutlich ist das "unoriginell" noch nicht einmal so schlimm, denn es ist schon verdammt schwer, etwas Originelles zu schaffen, denn welche Geschichte wurde immerhin noch nicht erzählt? Ich glaube, das Problem ist eher das "bemüht". Da wird sich bemüht, teilweise sogar ja bemüht, die erfolgreichen amerikanischen Serien nachzuahmen. Aber ich bitte euch: Autobahnpolizei mit rasanter Action und explodierenden Autos auf der A8? Da ging schon meine Suspension of Disbelief ein wenig flöten. Wobei man das sicherlich auch machen könnte, es muss schließlich nicht alles glaubwürdig sein, sondern nur Spaß machen.
Wieso aber knallen die deutschen Serien nicht im Gegensatz zu den amerikanischen? Ich weiß es nicht! Und das wurmt mich! Wieso ist es uns nicht möglich, auch mal ein spannendes Konzept zu schreiben und dann auch noch gut umzusetzen? Liegt es daran, dass keine spannenden Konzepte eingereicht werden? Liegt es daran, dass in Deutschland die Mittel fehlen um gute Konzepte auch ansprechend umzusetzen? Oder haben wir das Problem, dass man in Deutschland eben im "Hochintellektuellen"-Land ist? Aber wie erklärt man dann "Hallo, Onkel Doc!" und "Der Bergdoktor" oder "ViB" oder "Schmetterlinge im Bauch"? Es will einfach nicht in meinen Kopf rein, dass da so richtig gar nichts geht.
Zugegeben, ich habe ein großes Faible für Fantasy-Serien, für Mystery-Serien - alles, was irgendwie so ein wenig größer als normal ist und es darf auch gerne viel größer als normal sein. Ist hier in Deutschland nicht der Platz für sowas? Klar, Spider-Man wäre hier in Deutschland nie passiert. Denn wo hätte Spidey sich bitte schön rumnetzen können? An den paar Wolkenkratzern in Frankfurt? Das wäre ein wenig zu übersichtlich gewesen. Da hat es schon den amerikanischen Großstadtdschungel gebraucht. Ähnliches bei vielen anderen Superhelden-Serien. Und Mulder und Scully, die beim BKA arbeiten? Klingt nun auch nicht sonderlich glaubwürdig. Liegt es also an den deutschen, stinklangweiligen Strukturen? Aber sind die Strukturen in Amerika denn wirklich so riesig anders, dass da die Konzepte gleich rieseln und bei uns ist nur gähnende Langeweile? In England hat es doch mit dem Harry Potter auch geklappt und spätestens so ein Setting hätte auch bei uns funktionieren können - da hätte Hogwartz auch bei Schloss Neuschwanstein sein können. Hochhäuser für Spinnensuperhelden haben wir also nicht, aber dafür wenigstens sowas. Letztens habe ich auch einmal eine deutsche Jugend-Mystery-Serie erwähnt, die mir wirklich gut schien: "4 gegen Z". Na, da haben wir doch wenigstens was! Leider eben nicht so wirklich verwirklicht, wie wohl eine amerikanische Version davon ausgesehen hätte, aber immerhin!
Woran liegt es also? Gibt es keine Konzepte dafür? Gibt es keine Plattform? Gibt es kein Publikum? Gibt es keine Gelder? Irgendworan muss es doch kranken! Ich wünschte, ich könnte zu meinen Lieblingsserien, die ich da oben aufgezählt habe, mal eine knallige deutsche Serien zählen. Dass die es natürlich schwer hat neben diesen wirklich großartigen Produktionen (mit allen Fehlern, die selbst diese Serien natürlich haben!) ist klar. Aber dennoch fand ich es irgendwie traurig, als mir das bewusst wurde, dass alle meine wirklichen Lieblingsserien nicht von hier kommen und noch nicht einmal ansatzweise etwas in Sicht ist, was auch einmal von hier kommen könnte.
Wieso mich das so wurmt? Eigentlich könnte es mir ja egal sein. Ich kann Englisch, ich kann die Sachen auch hier schauen. Es ist aber nur traurig, denn so fehlt natürlich der deutsche Markt dafür und so fehlt es auch mir, wenn ich in diesem Bereich einmal etwas hier in Deutschland machen wollen würde. Klar, ich habe keine Plattform, ich habe kein Geld, ich habe keinen Ruf - aber selbst wenn ich hätte, (nur einmal als Gedankenspiel) befürchte ich, dass auch das nicht ausreichen würde. Und wieso? Ich glaube, es liegt einfach am Land. Wäre ich also in Amerika geboren, wäre ich dann toller, verkannter Serien-Autor wie mein großes Idol Joss Whedon? Ja, ja, ich weiß, das ist jetzt größenwahnsinnig, aber wir sind hier schließlich sowieso nur bei Gedankenspielereien, denn das Thema war einfach zu frustrierend auf der einen Seite, aber auch wieder zu spannend, um es möglichst schnell wieder zu verdrängen.
Tuesday, March 3. 2009
Wie ich gestern schon schrieb, durfte ich gestern in die ersten 10 Minuten von "Dollhouse" reinschauen und wie ich auch gestern schon schrieb, scheint mir diese Joss Whedon-Serie anders zu sein.
"Dollhouse" sieht viel düsterer aus und es scheint nicht witzig zu sein. Das Tolle (für mich) an "Buffy", "Angel", "Firefly" und auch "Dr. Horrible" war, dass man einerseits urkomische Dialoge hatte, die witzig und intelligent waren (ja, waren sie, wer Anderes behauptet, kennt nur die deutsche Synchro - echt jetzt) und andererseits ungeheure Epik, Tragweite und Dramatik. Joss Whedon ist ein Meister der Charakterisierung, ein Meister der leisen Beziehungsentwicklung, ein Meister der Cast-Serien. Kaum einer spielt so gut mit Zuschauererwartungen, dass man wirklich manchmal fingernägelkauend vor dem Fernseher sitzt - und kaum einer ist so unterschätzt. Es ist wirklich traurig, wie sehr Joss Whedon gedisst wird, dabei ist er - meiner Ansicht - eines der großen Genies unserer Zeit; ein postmodernes, multi-mediales Genie.
Es wird ihm häufig nachgesagt, dass er ein one-trick-pony wäre - er könne nur eine Sache. Natürlich schreibt er häufig über ähnliche Sachen, denn das sind seine Lieblingsthemen. Natürlich hat er gerne starke Frauenfiguren in seinen Produktionen. Warum sollte er sich da etwas Anderes aussuchen, wenn er das gut kann? Aber er ist nicht nur ein one-trick-pony, denn ich zähle mehr als nur einen Trick. Wie man also auf den Trichter des einen Tricks kommt, verstehe ich nicht. Ja, auch in "Dollhouse" haben wir anscheinend eine starke Frauenfigur im Zentrum, ja und? Vermutlich wird es auch wieder feministische Themen geben, ja und?
Als ich das erste Mal von "Dollhouse" hörte, dachte ich mir: "Och, nö, Joss, mach' doch was Anderes. Mach bei Goners weiter oder so." Denn mit dem Setting konnte ich so herzlich wenig anfangen. Ich war mir sicher, dass er mich überzeugen wird - einmal wieder. Denn auch von "Firefly" war ich anfangs nicht überzeugt. Ich dachte mir auch damals: "Och, nö, Joss, keine Science-Fiction... mit Pferden und Western?" Ich habe "Firefly" eine Chance gegeben und war ganz hin und weg. Wie es mit "Dollhouse" werden wird, weiß ich natürlich nicht. Ich bin gespannt, wenn auch zögerlich und muss zugeben, dass mir " Chuck" zunächst interessanter klingt. Dennoch sieht "Dollhouse" extrem stimmungsvoll aus - und anders.
Bisher konnte man bei Joss Whedon-Serien typische Archetypen ausmachen und man hatte sehr schnell die "Scoobies" entdeckt und wusste so ungefähr, was einen erwartet -und dann doch nicht! Denn Joss Whedon ist auch ein Meister darin, dem Zuschauer scheinbar das zu geben, was er will und ihm das dann wegzunehmen, um großes Drama zu schreiben. Ein großartiges Credo von Joss ist schließlich: "Gib den Leuten, was sie brauchen - nicht was sie wollen." Das charakterisiert seine Arbeit auch immer sehr gut. Er nimmt keine Rücksicht darauf, ob ein Charakter lieb gewonnen ist. Wenn es dem Drama dient, wenn es dient, um den Zuschauer heulend vor dem Fernseher zusammenbrechen zu lassen, dann werden auch tolle Charaktere getötet. Joss hat kein Mitleid mit seinen Charakteren und erzeugt dadurch Konflikt und Drama wie kaum ein anderer. In diesem Extrem habe ich es bisher nur bei "Lost" erlebt, sonst noch nirgendwo. Weder "Heroes" noch "Babylon 5" (die ich beide absolut spitze finde!) haben diese Charakteristik, die ich an Joss Whedon-Serien so schätze und liebe und um die ich Joss beneide.
Das Setting in einer Nussschale (soweit ich das bisher mitbekommen habe): Es spielt in der Jetztzeit mit leichten Sci-Fi-Elementen und handelt von einer Agentur, die Personen die Erinnerungen auslöscht und sie mit neuen Erinnerungen programmiert. Man kann diese Personen mieten und auch dementsprechend die Persönlichkeit bestimmen, die man will. Eine dieser Personen (gespielt von Eliza Dushku) beginnt allerdings sich zu erinnern, was vor dem Auslöschen ihrer Erinnerung war.
Das hat mich anfangs nicht vom Hocker gerissen, auch wenn ich dennoch damals bereits die Idee ganz interessant fand. Sie hat auf jeden Fall Potenzial und ich traue Joss Whedon zu, da viel rauszuholen. Ebenso erhoffe ich mir auch wieder ähnlich tiefschürfende, philosophische Aspekte über die Natur des Menschen, was bisher bei jeder Joss Whedon-Serie war.
Aber genug geredet:
Promo
Trailer
Friday, February 27. 2009
Meine Frau und ich sind immer noch im "Lost"-Fieber. Ja, ich habe die letzte Zeit recht häufig darüber geschrieben, aber wir sind nun fast mit der zweiten Staffel durch (gerade "?" gesehen - ja, so heißt die Folge) und ich finde sie immer noch ganz großartig. Bisher war nur eine Folge dabei, die ich wirklich blöd fand, aber... was soll's? Dafür gab es so viele tolle Folgen! So viele Folgen, die mich wirklich bewegt haben.
Ich gebe zu, ich habe ein wenig Angst vor dem Ende. Da wurde bisher ja viel gehyped und viele Spekulationen gehen umher. Ich habe wirklich Angst, dass mir irgendeine Auflösung die Serie vermiesen könnte. Ich hoffe da eher auf eine Art "Neon Genesis"-Effekt, nämlich dass es nicht wirklich aufgelöst wird. Wer "Neon Genesis Evangelion" gesehen hat, wird vielleicht wissen, was ich meine. Das Ende von NGE ist eines der meist diskutierten Anime-Enden und viele finden die Serie gut, aber das Ende dämlich. Ich finde die Serie gut und das Ende großartig. Solch ein Ende wünsche ich mir für "Lost".
"Lost" ist für mich viel weniger eine Mystery-Serie. Klar, es ist unheimlich, mysteriös und spannend, es gibt scheinbar Übernatürliches. Aber darum geht es für mich bei "Lost" nicht. "Lost" ist zunächst einmal (wie NGE!) eine Charakter-Studie. Es gibt viele Fragen und wenn es Antworten gibt, dann nur mit neuen Fragen. Aber es geht nicht um die Antworten, sondern um das Drumherum. Hoch interessante Charaktere werden vor spannende Entscheidungen und Probleme gestellt, die dann diese Charaktere charakterisieren (ha, ha! tolles Wortspiel). "Lost" ist eine Serie über Moral, eine Serie über den Menschen an sich, was den Menschen ausmacht, über das Sein an sich. Für mich ist "Lost" eine hoch philosophische Serie und sie berührt mich mitten in meinem post-strukturalistischen Herz, denn sie schlägt dort so viele Saiten an, dass wirklich fast jeder Moment der Serie einen Ton ergibt.
Ich habe schon mehrfach gehört, dass jemand "Lost" bis zur zweiten Staffel gut fand und ab der dritten es nicht mehr mochte. Ich habe ein wenig Angst davor, dass es bei mir so ähnlich werden könnte. Aber sollte ich wirklich diese Angst haben? Lasse ich mir vielleicht sogar diese Angst nur reinreden? Ich will mir diese Serie nicht mies lassen, genauso wie ich mir das Ende von NGE nicht habe madig machen lassen. Nur weil es so viele sagen, muss es nicht stimmen - beziehungsweise: es bleibt jedem natürlich selbst überlassen, etwas doof zu finden, etwas nicht zu verstehen oder ähnliches. Aber ich bin ganz hin und weg bisher und freue mich auf weitere Folgen. Und selbst wenn da jetzt Schlechteres noch kommt, dann gab es mittlerweile genug Folgen, die für mich die Serie zu einer der ganz großen Serien gemacht haben.
Nach "Buffy" und "Angel" hatte ich Angst, dass es keine Serien mehr gibt, die ich so grandios finde - und dann kam "Firefly" und ich hatte wieder die Angst, dass es nie mehr so toll werden würde - und dann kam "Heroes" und ich dachte mir, was für ein Meisterwek die 1. Staffel doch war (und die 2. wurde gedisst, aber auch das werde ich mir demnächst selbst anschauen) - und jetzt kommt "Lost" und ich bin so froh, dass es immer wieder und wieder weitere neue gute Sachen gibt, die mich bewegen. Denn es ist ein schönes Gefühl, vor dem Fernseher zu sitzen, nachzudenken, bewegt zu werden und dabei auch noch unterhalten. Ich mache meine Verbeugung vor all diesen großartigen Leuten, die so gut schreiben und produzieren können und bedanke mich für viele tiefschürfende Momente. Lasst euch nicht unterkriegen vom Gedisse, lasst euch nicht erzählen, eure Werke wären nutzlos oder Mist (gerade Joss Whedon muss sich das leider häufig anhören). Das ist ganz ganz Großes, was ihr da leistet!
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