Entries tagged as aphorismus
Tuesday, August 19. 2008
Lichtbrunnen ist der einzige Zauber in WoW, der mit der Intelligenz der Spieler skaliert.
Friday, May 16. 2008
Ich habe eben endlich einmal einen Film gesehen, der mir schon seit einiger Zeit aufgefallen war: The Damned Thing aus der "Masters of Horror"-Serie nach einer Kurzgeschichte von Ambrose Bierce mit dem gleichen Titel. Ich dachte, das wäre ein ganzer Film, aber es ist eben nur eine Folge von ca. 50 Minuten. Hat aber Laune gemacht; leider waren die Sprecher in der deutschen Synchro schrecklich, aber dazu morgen mehr.
Sehr interessant war einmal wieder, dass an sich sehr viel offen gelassen wurde. Sowas gefällt mir ja immer, wie viele sicherlich wissen. Das hat mir einfach gut gefallen, auch die Schluss-Note auf der dann die Folge endet. Neugierig habe ich mir dann auch gleich einmal meine Ambroce-Bierce-Sammlung geschnappt, die ich als Anglist natürlich habe und direkt gelesen. Das sind knappe 9 Seiten und sind schnell gelesen; auch im Internet, was auch mein persönlicher Lese-Tipp für langweilige 15 Minuten wäre.
Die Kurzgeschichte hat nur entfernt etwas mit der "Masters of Horror"-Episode zu tun, was aber auch nicht tragisch ist, denn die macht auch Laune. Man kann sich die "Masters of Horror"-Episode natürlich (einmal wieder) versauen, indem man anfängt zu mosern, dass das ja gar nicht nah an der Kurzgeschichte wäre. Aber letzten Endes ist das wurscht, oder? Inspiriert ist sie ganz offensichtlich davon und solange beides Laune macht, ist doch alles perfekt. Ich hatte nämlich dadurch angenehme "Film-Länge" durch die kurze Episode und dann noch gerade die Kurzgeschichte nachgeschoben und habe 2 zum Preis von 1 bekommen. Was will man mehr?
Dabei kam mir einmal wieder der Gedanke an die übliche cthuloide Problematik der Darstellung, der Erklärung und allgemein der Auflösungen. Irgendwie hatte ich auch dunkel in Erinnerung, dass da doch sicherlich was in den einschlägigen Cthulhu-Monstrous-Compendien was stehen müsste - tut es aber nicht. Zumindest habe ich auf die schnelle nichts gefunden. Vielleicht habe ich es auch einfach nur überschlagen. Aber ich bin mir sicher, dass bei einem solchen Eintrag dann exakt nicht nur die Werte stehen, sondern auch ob Einzigartiges Wesen, Großer Alter, Älterer Gott oder Schlag-Mich-Tot, samt Habitat und dem Schicht-Plan der letzten Woche. Und wieder einmal wird mir bewusst, wie doof sowas doch eigentlich ist.
Kraft, Spannung und Atmosphäre kommen sowohl bei der Episode wie auch bei der Kurzgeschichte eben genau dadurch, dass es nicht aufgelöst wird; bei der Kurzgeschichte wird sogar noch weniger aufgelöst. Es werden zwar Sachen eingeworfen, aber all diese sind so indirekt, so subjektiv, dass sie nicht stimmen müssen. Das sind im Übrigen ähnliche Techniken, wie wir sie natürlich von Lovecraft kennen und da sieht man auch deutlich den Einfluss von Bierce auf Lovecraft. Das ist das Tolle an diesen Sachen, das ist, was mir daran so unglaublich gefällt. Und das alles wird durch so einen Monster-Eintrag kaputt gemacht.
Dabei will ich natürlich nicht alles zunichte reden, ich habe schließlich auch am Malleus Monstrorum maßgeblich mitgearbeitet, von dem jetzt auch bald die 2. Edition rauskommen wird. Und die indirekte Bebilderung von dort ist sicherlich auch aus einem ganz alten Thread von mir entstanden, den ich um 2000 im ganz alten Cthulhu-Forum gestartet habe und da etwas zu diesem Mythos-Dilemma in Verbindung mit der "Iser'schen Leerstelle" geschrieben habe. Das ist ja auch alles in Ordnung so und für das Rollenspiel braucht man es wohl auch in irgendeiner Weise.
Dennoch ... es geht einfach Kraft verloren. Es geht einfach an lovecraftesker Cthuloidität verloren. Ja, ich weiß, es gibt zig Leute, die schon ständig sagen, dass man weder Lovecraft noch die ursprüngliche cthuloide Stimmung in ein Rollenspiel bringen kann. Ich halte das nach wie vor für falsch. Es wird derzeit nicht oder kaum gemacht, aber es geht. Es muss nicht jedem Spaß machen, aber es geht. Davon bin ich immer noch felsenfest überzeugt und ich denke, den Beweis kann ich in meinen Cthulhu-Runden antreten, die ich bisher geleitet habe. Auch mein "Schatten über Arkham" geht in diese Richtung und auch im "Malleus Monstrorum" habe ich in dieser Richtung versucht, Fußspuren zu hinterlassen, ebenso wie in allen anderen Pegasus-Publikationen, an denen ich beteiligt war. Denn ich bleibe weiterhin davon überzeugt, dass das einfach wichtig ist. Dass das "Cthulhu" ist und das ist, was Cthulhu von anderen Rollenspielsystemen und -hintergründen abheben sollte - nicht muss, aber sollte. Das ist Cthulhu - alles Andere ist nur Horror.
Friday, April 25. 2008
Wir hatten die letzten zwei Wochen immer einmal wieder einen Parkett-Leger hier, da unser Parkett sich wegen Wasserschaden ein wenig angehoben hat. Und ich bin nun froh, dass das mittlerweile vorbei ist, denn ich war danach immer so immens schlecht gelaunt. wieso? Das war ein älterer Mann, vermutlich schon Rentner, der das eben immer mal wieder wohl macht, um seine Rente aufzubessern. Und der jammerte und jammerte und jammerte. Bitte nicht falsch verstehen, denn ich jammere schließlich auch gerne; nicht umsonst ist "rant" in meiner tag-Wolke recht groß. Aber das war ... anders.
Das war so die Sorte von Mensch, die einem die Welt erklärt - so erklärt, wie sie ist und kein Stückchen anders. Und mit solchen Menschen habe ich sowieso tierisch Probleme. Das war ein Mensch, der ständig auf den Staat schimpft, auf die Zukunft, auf das, was gerade passiert, auf das was gestern passiert ist und das, was passieren wird. Das war ein Mensch, der über alles wirklich nur meckern konnte und in keinem irgendwie was Positives sehen. Das fällt einem vielleicht schwer im Lebens-Abend, aber ich hoffe, dass es mir nicht so geht, denn dann kann man sich doch gleich erschießen anstatt den jungen Leuten dann auch noch den Spaß am Leben zu nehmen.
Beispielsweise berichtete er von seiner Enkelin, dass die mit der Schule fertig geworden wäre und dann Tier-Ärztin lernen wollte - oder Assistentin eines Tier-Arzt oder wie auch immer. Und er regte sich darüber auf, wie sie so einen Beruf wählen kann, denn das bringe ja nichts! Tiere sind die ersten Sachen, die man weg gibt, wenn es einem schlechter ginge und daher wäre der Tier-Arzt-Beruf keine Zukunfts-Investition, davon könne man ja nicht leben! Sie sollte lieber was Richtiges lernen. So wie er? Zimmermann? Wo er mir dann keine paar Tage später dann vorjammerte, wie die ganzen Zimmermann-Betriebe hier in Ginsheim kaputt gegangen sind und es von anfangs 3 hier in Ginsheim keinen einzigen mehr gibt? Seine Wahrheit schwankte da stets einfach mit seiner Grund-Intention: Meckern. Alles war scheiße, alles war Mist, man musste es nur aus dem "richtigen" Blickwinkel sehen - und darum bemühte er sich und er bemühte sich auch redlich, mich auf diesen Standpunkt auch zu stellen.
Nun könnte man natürlich ganz einfach sagen: "Stell dich nicht so an, ignoriere es." Würde ich gerne, kann ich aber schwer, wie sicherlich viele wissen, die mich kennen. Irgendwann habe ich es dann einfach wirklich probiert, zu dem ganzen Schwachsinn von ihm einfach zu nicken und meine Ohren auf Durchzug zu stellen; dennoch fiel es mir ungeheuer schwer. Denn ich habe einfach ein Problem mit solchen Leuten, die die Welt erklären. Nicht, weil das stimmt, was die erzählen oder weil ich zu leichtgläubig bin. Ich glaube, das Problem ist komplexer.
Ich nehme erst einmal alle Leute ernst und damit auch das, was sie sagen. Wahrheit ist für mich nicht fix, Wahrheit ist fließend. Es gibt nicht eine Wahrheit, es gibt Wahrheiten - stets im post-strukturalistischen Plural. Daher gehen mir solche Leute gegen den Strich, die nur eine Wahrheit sehen. Aber wieso stört es mich dann, wenn es sowieso für mich nicht eine Wahrheit gibt, sondern viele? Ich könnte das doch dann aber einfach als eine jener Wahrheiten sehen und gut ist. Leider geht das nicht so einfach, denn die Grundhaltung hinter dieser einen Wahrheit widersetzt sich diesem Gedanken. Diese eine Wahrheit lässt sich bei solchen Menschen so ungeheuer schwer in die Pluralität an Wahrheiten assimilieren. Widerstand ist zwecklos? Hier leider nicht, denn diese Wahrheit widersteht.
Das liegt noch nicht einmal so sehr an den guten Argumenten, an den tollen Beispielen - denn beides ist meist eher mäßig. Das liegt eigentlich fast immer nur an dem Selbstbewusstsein und dem Ego des Menschen mit Horizont-Beschränkung dahinter. Das ist, wie einen störrischen Esel bewegen zu wollen, das ist, wie mit einer Parkuhr zu reden - und manchmal kostet es Geld, sowohl im übertragenen Sinne wie auch im wörtlichen. Dadurch, dass dieser eine Mensch so felsenfest an seine Wahrheit glaubt, noch nicht einmal bereit ist, irgendwie über eine andere Wahrheit nachzudenken, sie auch in Betracht zu ziehen, mit einem Selbstbewusstsein, das einem Don Quixote gleicht, macht es mir Agnostiker, mit pluralistischem Post-Strukturalisten ohne dieses Selbstbewusstsein schwer, am eigenen Weltbild festzuhalten. Es ist ein wenig wie das Aufeinandertreffen von Papier und Schere im Schnick-Schnack-Schnuck - das Eine sticht das Andere, aber das Andere hat keine Möglichkeit zurück zu stechen.
Das Problem wird sogar noch größer, je mehr Leute daran glauben und gerade bei Stammtisch-Wahrheiten vermehren sich die Gläubigen und Jünger wie die Hasen im Frühling. Je mehr Leute an eine Wahrheit glauben, desto wahrer wird sie. Keineswegs darüber, wie wahr sie nun ist, sondern nur über diese Anhänger. Das ist kein neuer Gedanke, den findet man schon allein in der Pop-Kultur an mehreren Stellen, sei dies im AD&D-Planescape-Universum oder bei Pratchett. Und je toleranter man eigentlich mit den Wahrheiten anderer ist, je offener und freier man das Denken lässt, desto schwerer hat es die eigene Wahrheit und mit der eigenen Wahrheit auch man selbst. Denn es ist stets so, dass jene die felsenfest an etwas glauben, und sei dies noch so falsch!, immer mehr Anhänger haben, als jene Skeptiker, die auch sich selbst hinterfragen. So sind die Wahrheiten, so ist das Leben, so ist das Universum. Aber wie kann man diese Ansicht schon vertreten, wenn man dies niemandem dogmatisch aufdrückt? Schon allein dadurch wird es unwahrer und das eigene Problem wächst.
Und das ist auch der Grund, warum ich solch ein Problem mit solchen nörgelnden Stammtisch-Alten habe; aber nicht nur mit denen, denn es gibt schließlich auch genug junge Leute mit einem Ego, das durch kein Scheunen-Tor passt. Gerade in den Naturwissenschaften ist sowas gerne vertreten. Klar, auch bei uns in den Geisteswissenschaften, aber dennoch scheint es mir in den Naturwissenschaften häufiger - wobei es gerade dort nicht falscher sein könnte. Interessanterweise setzen sich die wenigsten Naturiwissenschaftler mit solchen grundlegenden Sachen wie Meta-Wissenschaft auseinander, Aussagen-Logik, Empirie-Kritik, Induktions-Problem und dergleichen. Aber dennoch behaupten sie dann immer wieder gerne, sie hätten sich damit auseinander gesetzt. Doch wenn man einmal nachhakt, ob sie sich denn überhaupt dem Problem von induktiven Schlüssen bewusst sind, schauen sie einen nur verständnislos an - selbst wenn man ihnen sagt, was man mit Induktion meint. Und selbst dann verwenden sie noch gerne induktive Schlüsse und tun so, als ob sie dadurch schon etwas bewiesen hätten. Und lassen hierbei dann einmal wieder außer acht, dass es generell ein Problem mit dem Erkennen von äußeren Dingen gibt beim Menschen. Aber das hat David Hume alles schon viel besser beschrieben als ich - doch den kennen sie auch alle nicht. Und dennoch wissen sie, wie die Welt funktioniert. Doch wie kann man eine Welt erkunden, wenn man nie hinterfragt? Wer die Welt und auch sich selbst nicht hinterfragt, wird nie die Welt erkunden können und sie stets nur erschaffen.
Saturday, December 22. 2007
Etwas, das mich wirklich ein wenig zur Weißglut treibt, ist das Vertauschen von "seit/seid". Ja, ich gebe zu: Deutsch macht es durch die Auslaut-Verhärtung nicht ganz so einfach, den Unterschied zu hören und zu erkennen. Aber ich habe das Gefühl, als ob das früher nicht so häufig durcheinander geworfen wurde. Besonders ärgert es mich, wenn ich merke, dass mir hin und wieder mittlerweile auch so ein Verdreher rausrutscht. Ich merke ihn zum Glück meist sehr schnell; peinlich ist es mir trotzdem.
Dabei ist die Sache mit "seid/seit" doch so einfach! "Seid" kommt von "sein", ist also ein Verb und wenn mich nicht alles täuscht, ein Hilfsverb, da es immer in Verbindung mit einem anderen Wort erst das Prädikat bilden kann - aber das sind nur Feinheiten. Wichtig ist, dass "seid" eine gebeugte Form von "sein" ist und zwar in der Form "ihr seid zu wenig bemüht, den Unterschied zu erkennen". Im Gegensatz dazu hat "seit" eine ganz andere Aufgabe: Zeitliche Bestimmung. "Seit Jahren schon bin ich hier am Erklären..." Immer, wenn ein Zeitraum bestimmt wird, dann wird "seit" benutzt. "Seit wann wartest du auf mich?" - "Seit Minuten warte ich auf dich."
Als kleine Esels-Brücke: "Seit bei Zeit!" Also, zweimal das harte "t" am Ende. Das muss doch zu merken sein, oder?
Was ich mich nur schon seit (!) längerem frage ist: Liegt dieser Niedergang der Rechtschreibung (und häufig auch Zeichensetzung) an irgendetwas Neuem? Oder war das schon immer so, aber man hat es nur früher nicht so mitbekommen? Hat man erst durch das Internet die ganzen Abgründe der deutschen Rechtschreibung erkennen können? War das früher auch schon so, aber man hat es nur nie gesehen, da man nunmal selten die Hefte seiner Mitschüler sah, aber heutzutage in nahezu jedem Web-Forum ganz grässliches Deutsch sich antun muss? Ist das dann wie eine Seuche, die um sich greift? Denn ich sage es ganz ehrlich: Meine Rechtschreibung ist eigentlich sehr sattelfest. Aber dennoch rutscht mir mittlerweile immer mal wieder Blödsinn raus, den ich sogar manchmal leider nicht bemerke - vermutlich, weil ich es nun durch das Internet schon zu häufig falsch gesehen habe. Das ist mir unglaublich peinlich, aber irgendwie gewöhnt man sich an diese falschen Schriftbilder so sehr, dass es einem selbst auch immer mal wieder passiert. Aber war das schon immer so und man hat es nur nie bemerkt und jetzt erst durch das Internet wird das alles offen gelegt? Oder ist das eine neuere Entwicklung und wenn es wirklich eine neuere Entwicklung ist, woran liegt es? Seid (!) doch so nett, und sagt mir eure Theorien dazu, woran es liegen könnte - also, das müsst ihr nicht. Ich wollte nur noch einmal "seid" in den Text einbringen, wie das "seit" am Anfang.
Monday, November 26. 2007
Dass deutsche Autofahrer zum Glück keine Reißverschlüsse herstellen müssen, dürfte hinreichend bekannt sein. Auch, dass die neuen Autos anscheinend serienmäßig keinen Blinker haben, dürfte mittlerweile Allgemeinwissen sein. Und dass man auch am besten zwei Parkplätze belegt, weil man es gerade eilig hat und daher nicht so parken kann, dass noch ein zweites Auto daneben Platz hat, darüber rege ich mich auch schon lange genug auf, dass das sicherlich schon der ein oder andere der schweigenden Masse von mir kennen dürfte, der mich persönlich kennt. Folgendes ist auch nicht neu für mich, aber es muss einfach einmal wieder heraus.
Folgende Situation: Man fährt auf der rechten Spur und dann wird die Straße blockiert. Sei dies durch einen Bus, der gerade hält, jemanden, der abbiegen will, aber nicht kann, eine unerwartete Baustelle oder ähnliches. Im Normalfall sollte es so sein, dass man dann nach links schaut, wartet bis der Verkehr links von einem das Einfädeln ermöglicht und dann würde es weiter gehen. So wäre die Theorie. Aber keine Theorie ohne Praxis. In der Praxis sieht das dann nämlich so aus, dass man immer schlechtere Chancen zum Spurenwechsel hat, je weiter vorne man ist und je größer diese Schlange ist; ich patentiere mir das mal ganz dreist als Göttmansche Egoismus-Erkenntnis. Denn die Autos hinter einem haben natürlicherweise früher eine freie linke Fahrbahn als man selbst, denn schließlich kommt diese freie Fahrbahn bei ihnen früher an - im übertragenen Sinne.
Nun könnte man sagen: "Da warte ich kurz, damit der vor mir wechseln kann und dann können wir alle wechseln." Aber so läuft das natürlich nicht. Zuerst fährt der letzte der Schlange los und macht es dem vor ihm natürlich schwerer bis unmöglich, ebenfalls die Spur zu wechseln. Und so setzt sich das fort bis ganz nach vorne. Das wäre auch gar nicht so schlimm, wenn in der Zwischenzeit natürlich nicht weiter Autos hinten an diese Schlange ankommen würden, denn dadurch wird die Schlange verlängert. Dadurch steht man relativ gesehen immer weiter vorne und kommt dadurch immer schlechter auf die andere Spur. Da kann man dann nur hoffen, dass entweder besagtes Blockade-Problem sich von selbst auflöst (was manchmal nicht geht) oder dass doch keine Autos mehr nachkommen (ein Hoch auf rote Ampeln).
Einmal wieder kann man an diesem klitzekleinen Problemchen aber einfach den Egoismus erkennen. Dieser Egoismus führt zu einer gefährlicheren Straßensituation, als wenn man gerade ein wenig mitdenken und auch an die Anderen denken würde. Denn wenn man nicht gleich wie ein Wahnsinniger auf die linke Spur ziehen würde, könnte eigentlich fast die gesamte Schlange rüberwechseln und zwar nahezu zeitgleich. Einzige Bedingung wäre, dass man dem Vordermann den Vorrang lässt. Aber das geht natürlich nicht. Man selbst hat es immer eiliger als die Anderen. Tja ... manchmal wünschte ich mir diese Egozentrik auch. Damit fährt man offensichtlich besser - und für dieses Wortspiel entschuldige ich mich auch gleich.
Thursday, August 23. 2007
Wieso wird eigentlich immer gesagt, dass die reale Welt und ein Rollenspiel-Setting so viel gemein haben müssen? Ich habe es einmal wieder an einer Diskussion an Gesinnungen gesehen: "Das ist so unrealistisch diese Schubladen, denn die gibt es in der realen Welt nicht. Was ist denn ein Paladin, der im Krieg metzelt? Ich will mich da nicht für eine Gesinnungen entscheiden müssen. Das ist so unrealistisch." Aber woher kommt der Anspruch, dass man unbedingt das Rollenspiel-Settig auf die reale Welt übertragen können muss?
Das ist einfach so absurd zu sagen "ich spiele D&D und FR, aber ich finde das und das unrealistisch". Wenn ich mich für ein Setting entscheide, dann kaufe ich da auch diverse "Grundeinstellungen" mit mit diesem Setting, die da einfach dazu gehören. Und natürlich nicht nur bei D&D und FR, auch bei Unknown Armies oder TMNT oder Cthulhu. Ich kann nicht Cthulhu spielen und dann rummeckern: "So funktioniert die Welt aber nicht! Das Lesen von Büchern kostet einen nicht den Verstand! Das Universum ist nicht sinnlos! Ich finde den Nihilismus voll unrealistisch!" Das will in meinen Kopf nicht rein.
Klar, man kann das Setting dann auch immer zu seinen eigenen Vorlieben hinbiegen und verändern. Aber je größer die Anzahl der Mitspielenden ist, desto unflexibler wird man da. In der heimischen Pen&Paper-Runde ist da noch viel möglich. Aber je größer die Anzahl der Beteiligten ist, desto mehr schrumpft diese Möglichkeit bis sie dann bei diversen MMORPGs vollkommen unmöglich wird. Dort gelten dann die Paradigmen dieser Welt einfach, weil man auf Grund der vielen Spieler nicht anders kann und irgendwo eine gemeinsame Basis braucht, da die Welt sonst in sich brüchig wird, vor allen Dingen, wenn man auf eine Engine angewiesen ist. Im LARP ist da vielleicht sogar noch ein wenig mehr möglich, weil man da tatsächlich dann die "Engine" der realen Welt hat und dann mit Ignorieren und "Parallel-Welten" arbeiten kann. Aber selbst dort muss es normalerweise einen gewissen Konsenz bei den Spielern geben.
Man kauft mit diversen Settings unterschiedliche Grundeinstellungen der Welt und diese sind im Normalfall in dieser Welt stimmig. Das Spiel-Setting muss nicht real möglich sein - und in den meisten Fällen soll es das auch gar nicht. Vergleiche zur realen Welt sind purer Polemik-Blödsinn, um etwas zu verunglimpfen und zeigen höchstens das Fehlen der eigenen Distanz zur Spielwelt. Manchmal ist es sogar so gewollt, dass es nicht in sich stimmig ist oder eigentlich nicht funktionieren könnte. Warum sollte es das auch? Wenn es einem Spaß macht, ok, dann kann man das ja so spielen. Aber man sollte nie den allgemeinen Anspruch erheben, dass ein Spiel-Setting sich generell mit der realen Welt vergleichen können muss.
Thursday, August 16. 2007
Es gibt eine kleine Kuriosität bei Rollenspielen, was das Töten anderer Spielercharaktere betrifft: Häufig darf die SL darüber entscheiden, wann und wie und wieso und ob überhaupt. Manchmal wird es gänzlich verboten. Was insgesamt natürlich das Spielen von Assassinen nicht unmöglich macht, aber der Spieler-Stamm, der von diesen Charakteren angezogen wird, dem macht das alles natürlich keinen Spaß; egal ob im LARP, im P&P, in Online-RPGs oder sonstwo.
Und beim Philosophieren darüber, kam mir eben ein schöner Aphorismus in den Sinn: "Wer Charaktere meucheln, todesstoßen oder sonstwas will, wird immer nachfragen müssen, aber wird nie dürfen. Jedoch jene, die das alles trotzdem dürfen, werden nie nachfragen müssen; sie werden aber nie wollen." Paradox! Sinnfrei! Willkür! Subjektivität! Und keine feste rote Linie. Was so fest gegossen in irgendwelche LARP-Regelwerke ist oder in irgendwelchen Server-Regeln festgezurrt ist, scheint mir einfach unnütz, denn diese Regel erklärt sich von selbst und sollte eigentlich so eingängig sein, dass man sie nicht in Stein meißeln muss.
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Comments
Fri, 21.11.2008 14:58
Mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt klappt es dieses Jahr leider nicht. Wir sind erst zwischen den Jahren (also nach [...]
Mon, 17.11.2008 18:58
Danke für den Hinweis. Korrigiert.
Mon, 17.11.2008 18:52
Was ein deutsche Vizejugendmann ist kann ich mir vorstellen, aber was ist ein Schtsmeister? (SCNR)
Fri, 14.11.2008 12:49
Ja, können wir gerne schauen mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt. Wir sind wohl wieder zwischen den Jahren unten in [...]
Fri, 14.11.2008 10:50
Ich muß mal schauen, momentan haben wir noch keine großen Pläne gemacht. Evtl die Turniertage und das avarische [...]
Fri, 14.11.2008 09:53
Dimo! Ich musste häufiger in letzter Zeit mal an dich und die anderen Nebellegendler denken. Dieses Jahr ist es leider [...]