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Wednesday, August 13. 2008
Seit meinem Abschluss arbeite ich nicht mehr in der Videothek, dennoch bin ich immer mal wieder da, um Filme auszuleihen oder mich mit den Leuten dort zu unterhalten. Und manchmal will das Schicksal es so, dass es mich doch mit interessanten Anekdoten beglückt, um diese Kategorie nicht ganz verwaisen zu lassen. Es trug sich also zu, dass ich dort stand und kurz einmal einsprang, damit der Leo in den Rewe zum Einkaufen konnte.
Ich stand also so wieder hinter der Theke und plötzlich sah ich jemanden an der Glastür vorbeirennen und kurz darauf jemand in beiger Kleidung: "Halt, stehenbleiben! Polizeit!" Naja, eigentlich nichts Ungewöhnliches, denn die Videothek ist am Bahnhof. Da passiert so etwas. Immerhin hatten wir auch schon einmal schießwütige Weggedröhnte bei uns in der Videothek. Wieder ein wenig später kam dann ein Polizist rein, sah sich um, fragte, ob es noch einen anderen Ausgang gäbe, den ich ihm zeigte und verschwand wieder.
Nicht wenig später sah ich dann, dass vor der Videothek ein Polizei-Auto stand und zwei Polizisten da jemanden wohl filzten. Einer der Polizisten kam dann rein und fragte, ob ich den Kerl mit der Kapuze hier habe reinschleifen und etwas verstecken sehen. Hatte ich leider nicht. Der Polizist ging kurz durch und schaute in die Ascher, aber fand wohl nichts. Ich ging auch noch einmal durch die Videothek, um selbst nachzusehen, fand aber auch nichts.
So geschah einige Zeit nichts und der Leo war immer noch nicht da. Als dann der kapuzierte Kerl plötzlich wieder in die Videothek kam und bei unseren Verkaufs-DVDs stand und sich die Verkaufs-DVDs "ansah". Ich beobachtete ihn sehr offensichtlich, da ich vermutete, dass er dort wohl etwas versteckt hätte und meine Hoffnung war, dass er sich dann nicht traut, es mitzunehmen. Ich dachte auch, dass er nichts mitgenommen hätte und er ging kurz darauf. Ich wartete bis er außer Sichtweite war, ging zu den Verkaufs-DVDs und sah nach - nichts. Fast direkt dabei kam dann eine Frau im DB-Anzug und fragte: "War das gerade der Kerl, den die Polizei da festgehalten hatte?" Ich bejahte, woraufhin sie dann meinte: "Der hat hier nämlich was versteckt, das habe ich vorhin gesehen, als ich hier vorbei bin. Ich musste allerdings direkt zum Zug, daher konnte ich da nichts sagen."
Na prima. Also hat er da wirklich was rein getan. Wieso diese Frau genau dann keine Zeit hatte, das zu sagen, aber dafür 5 Minuten später, ist mir ein Rätsel. Das war irgendwie merkwürdig. Ein wenig ärgerte es mich aber einfach, dass ich nicht direkt darauf gekommen bin, bei den Verkaufs-DVDs nachzusehen. Eigentlich war es logisch und ich hätte durch einfaches Nachdenken drauf kommen können, denn die Verkaufs-DVDs stehen direkt vor dem anderen Ausgang, also ideal, um "schnell einmal etwas verschwinden zu lassen". Aber auf die Idee kam ich nicht, auch wenn es im Nachhinein so überaus logisch war und wenn ich in meinem "Rollenspieler"-Modus drin gewesen wäre, wäre ich da sicherlich direkt drauf gekommen; das wäre eigentlich eine ganz klassische Rollenspieler-Sache gewesen, auf die man beim P&P am Tisch eigentlich direkt gekommen wäre. Was mich aber viel eher erstaunt ist, dass der Polizist da auch nicht drauf gekommen war. Der muss doch solche Gedankengänge häufiger durchgehen, aber der hat wirklich nur sehr oberflächlich in die Ascher geschaut.
Die Frage wäre allerdings auch gewesen, was ich dann hätte machen sollen. Hätte ich das (vermutlicherweise) Päckchen dann schnell nehmen sollen, wenn ich es vor dem Kerl gefunden hätte? Aber hätte es dann nicht sein können, dass er zur Theke kommt und das einfordert und ich dann ganz schön in der Klemme bin? Denn solche Leute haben immerhin recht überzeugende "Argumente" dabei, die entweder scharf oder bleihaltig sind. Hätte es also überhaupt was gebracht? Oder wenn ich das gefunden hätte, als die Polizei noch da war und ihn durchsuchte, hätte ich da einfach raus gesollt und dem Polizist das sagen? Direkt neben dem Kerl? Dann hätte der natürlich mein Gesicht gekannt und irgendwie hätte das dann auch gefährlich werden können. Oder hätte ich den Polizist mal bei Seite nehmen sollen? Aber das hätte natürlich auch auffällig sein können. Die beste Stelle wäre natürlich gewesen, als der Polizist in der Videothek war, doch da hatte es natürlich nicht geklappt. Und irgendwie ärgerte es mich, dass der kapuzierte Kerl damit durchgekommen ist und ich wirklich nur so haarscharf davor war, ihn zu erwischen. Da verfällt man sehr schnell in ein "woulda/shoulda/coulda"-Gedankenschema, in dem die Möglichs, die Vielleichts und die Möglicherweises eine viel zu große Rolle spielen.
Friday, August 8. 2008
Heute ist nicht ist mein Tag; zumindest ist es einer dieser typischen Tage, an denen man sich denkt, dass man in der Truman Show ist. Zunächst mal wieder tolle Meldungen von meinem Endcontent-Raid, wo man den Leuten so richtig gerne mal da hintreten würde, wo die Sonne nie scheint und sich fragt, wie manche Leute so unloyal und so sprunghaft sein können - aber ich vergaß: im Internet kann man das ja machen, denn das sind ja alles keine realen Menschen hinter den anderen Anschlüssen.
Dann ein Spieler, der mit seinem Heildruiden-Twink mit nach Kara will (auf dem Server meiner Frau organisieren wir regelmäßig einen kleinen Kara-Raid in einer mehr oder weniger Stammgruppe), wobei der Twink weder Kopf-Verzauberung hat, noch Schulterverzauberung, von Aldor/Scryer-Ruf noch nie was gehört hat, auch sonst kaum was verzaubert hat, ein Trinket mit Verteidigung hat (als Heildruide), zwei Talent-Punkte nicht ausgegeben und er findet, dass er gut mit kann.
Dann jede Menge idiotische Klugscheißer, die Realität mit Halbwahrheiten bestimmen und dennoch so eine unglaublich große Fanbase haben, dass sie allen Mist sagen können, es ihnen jeder abkauft und wenn man sagt, dass es nicht stimmt und das mit Argumenten unterlegt, dann hat man eine Armee gegen sich. Heuchelei und Schleimerei, dass es einfach nur so trieft, aber eigenes Nachdenken? Keine Chance.
Dann bin ich eben einkaufen gewesen. Heute morgen war es kalt, da hatte ich die Fenster zu. Dann wurde es richtig warm, also machte ich sie auf und bin einkaufen gegangen. Als ich aus dem Rewe gekommen bin, war ein kleiner Weltuntergang draußen, bei dem man auf eine Arche Noah hoffen sollte, also schleppte ich mich durch den Regen zurück - irgendwann konnte ich nicht mehr nasser werden, daher ging ich gemütlichen Schrittes, denn es war sowieso egal. Zu Hause hatte es natürlich schon längst herein geregnet und ich war durch und durch nass.
Dann warte ich schon seit Wochen auf die Lieferung meines August Derleth-Readers, den ich für einen Artikel für die Cthuloide Welten brauche. Diesen Reader habe ich bei Amazon-Shops bestellt, aber dämlicherweise nicht auf die Bewertungen geschaut habe. Dann hätte ich gesehen, dass die Ware häufig nicht ankommt. Ich habe die Spezis dann mal angeschrieben und schön vorformulierte Antworten bekommen von wegen Lieferengpass etc. und habe denen jetzt bis heute Zeit gegeben. Wenn das nicht nächste Woche unterwegs ist, werde ich da meine A-Z-Garantie mal aufbrauchen bei Amazon und denen eine deftig schlechte Bewertung geben.
Wenigstens kam heute meine Yui Horie-CD, die ich auch bestellt habe; wie immer beim gleichen Shop bei Amazon-Shops. Die schicken aus Japan und sind richtig billig, Neuware und alles intakt und sogar zügig. Wieso können das die anderen nicht auch? Naja, wenigstens ein Lichtblick heute. Jetzt fehlt mir nur noch die hier, ihre aller erste CD und dann habe ich endlich alle. Und heute Abend gibt es dann irgendwas mit Hackfleisch - keine Ahnung, was. Ich habe mal sowohl für Chili wie auch für Hackfleisch-Auflauf geholt. Ein zweiter Lichtblick. Mal schauen, wo ich noch einen dritten, vierten, fünften und noch mehr her bekomme. So einfach lässt man sich schließlich nicht unterkriegen.
Sunday, July 27. 2008
Mein Vater hat Krebs - das muss keinem leid tun und da muss auch keiner was deswegen sagen, schon gar keine Beileids-Bekundungen oder ähnlichen Schmonsenz, denn er hat schon seit etwa drei Jahren Krebs und tot ist er schließlich noch nicht. Was für ein Krebs es genau ist, weiß ich nicht. Ich glaube, irgendetwas mit der Leber. Genau wollte ich das nie wissen und will ich auch nie wissen. Ich leide bei solchen Sachen viel zu sehr mit. In einer Haruhi-Welt wäre ich wohl ein ganz klassischer Empath, denn das nimmt mich einfach immer zu sehr mit, denn ich kann mir das alles immer zu gut vorstellen, mich zu gut in die Position des Anderen reinversetzen und kann dagegen nur schwerlich etwas machen. Das ist so ungefähr, wie der Hulk eben grün wird, wenn er wütend wird; nur bei mir eben nicht ganz so imposant und auch nicht ganz so grün.
Wieso ich das nun schreibe? Weil mir danach war, weil mir danach ist. Schon seit längerem wollte ich einfach etwas dazu schreiben. Irgendetwas dazu, wie hilflos man sich da manchmal fühlt und auch wie wütend, weil man meint, dass er falsch behandelt wird - und das nicht nur von den Ärzten. Dass man da viel zu häufig das unbestimmte Gefühl der Gewissheit (ah, there's paradox!) hat, dass man selbst es anders und besser machen würde. Aber ich kann das nicht, denn das ist nicht mein Leben. Ich habe in der Vergangenheit da genug auch in meinem Leben gehabt, seitdem meine Frau auf einem Ohr taub geworden war (auch schon sicherlich 6 Jahre her) - das hat schon genug und zu gut an den Energie-Reserven gezehrt. Daher kann ich das noch nicht einmal bei einem Leben, aus dem ich ausgezogen bin, das sich jenseits des Rheins auf der anderen Seite abspielt. Denn ich kann und werde nicht diesen Fehler machen, mein Leben zu zerrupfen, weil sie damit nicht fertig wird. Doch das ist ein anderes Thema, das es eigentlich wert wäre, auszuführen, aber ich auch nicht will. Doch hat es seinen Grund, auch wenn es zunächst vielleicht unmenschlich klingt, vielleicht klingt es auch so wenig mitfühlend - dabei ist der Grund genau das Gegenteil.
Ich weiß schon länger, dass mein Vater Krebs hat. Am Anfang dachte meine Mutter, dass er das nächste Weihnachten nicht erlebt - falsch gedacht. Und doch hat sie es geschafft, mich verrückt zu machen damit. Denn wenn man etwas häufig genug hört, beginnt man auch daran zu glauben - egal, wie sehr man nicht daran glauben will. Es sickert durch, setzt sich fest, saugt sich fest, ob man will oder nicht. Er erlebte aber das nächste Weihnachten und auch das darauf und auch letztes. Dennoch waren immer wieder diese Zeiten, in denen die "DOOOOM!"-Rufe geschahen und wie es bei "DOOOOOM!"-Rufen so ist, verhallen sie besonders dumpf, wenn auch mit unangenehmen Echo. Dennoch: Sie verhallen und von ihnen bleibt nichts als das Echo und auch das ist weg - kein Untergang, kein DOOOOM.
Meine Mutter hatte mir gestern dann gesagt, dass die Chemo-Therapie nicht mehr fortgesetzt wird: Lebensqualität und so. Denn das alles hat sich nach den neueren, härteren Therapien dieses Jahr, doch wohl langsam auch dahin ausgedehnt, dass es Auswirkungen auf seinen Kopf hat. Und tatsächlich ist es merkwürdig, meinen Vater in den letzten Wochen zu sehen. Wie wenig Elan er hat, wie wenig Motivation, wie schwerfällig er geworden ist, sowohl körperlich als auch geistig - ein Mann, der Zeit seines Lebens begeisterter Fußballer und Tischtennis-Spieler war, Sport geliebt hat und immer auf Achse war. Es ist ein merkwürdiges Gefühl und es wurde in den letzten Wochen immer merkwürdiger. Um so mehr hatte ich die Befürchtung, dass er unsere Hochzeit nicht mehr mitbekommen kann - doch das konnte er zum Glück und es lief auch gut, auch wenn er auch dort ein wenig apathisch teilweise wirkte.
Die Chemo-Therapie wird also nicht mehr fortgesetzt. Was das heißt? Ein viertel Jahr? Ein halbes Jahr? Ein Jahr? So ungefähr die Worte meiner Mutter. Wieder DOOOOM? Wieder nur Echo? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich es wohl recht gefasst aufgenommen hatte. Kein Zusammenzucken - vielleicht habe ich es auch schon längerem geahnt. Im Prinzip hatte ich mich innerlich auch schon vor unserem Türkei-Urlaub von meinem Vater verabschiedet, da ich irgendwie ein ungutes Gefühl hatte - vielleicht ja auch nur ausgelöst durch meine Mutter, aber ich hatte dieses Gefühl. Vielleicht habe ich deswegen so eine gewisse Distanz. Doch habe ich sie wirklich?
Im Auto auf der Rückfahrt war ich in einer komischen Stimmung. Ständig hörte ich bestimmte Lieder meiner CD im Repeat. Und dann fiel mir wieder auf, wie sehr manchmal doch Musik wirklich wie ein Soundtrack des Lebens ist, wie sehr es Stimmungen auffangen kann und wiedergeben kann. Ich habe das Gefühl gehabt, dass ich nichts gefühlt habe, dass ich es gefasst aufgenommen habe. Insbesondere, da es schließlich immer noch ein DOOOOM-Ruf hätte sein können. Doch warum wollte ich dann auf einmal einfach nur heim? Und da musste ich an Marcs Interpretation von Dr. Horrible denken und zumindest weiß ich jetzt - glaube ich - welches Gefühl er meinte, welche Beteuerung, dass er nichts fühlt und dennoch ist es anders. Aber ich denke, dass man dieses Gefühl nur fühlen kann, wenn man beteuern muss, dass man nichts fühlt, denn ansonsten ist es ein anderes.
Saturday, July 12. 2008
Andere Menschen können so frustrierend sein. Es kann so frustrierend sein, wenn sich jemand seine eigene Realität zimmert, die durch nichts und wirklich gar nichts zu erschüttern ist und diese dann auch noch so herausposaunt, dass sie plötzlich zur Wahrheit wird, obwohl sie a) selbst zusammen gezimmert ist und b) aus subjektiven Interpretationen entsteht, die nicht wirklich belegbar sind.
Bestes Beispiel: Als ich noch in der Videothek gearbeitet habe, gab es das Märchen, dass ich Zahlen-Legastheniker bin. Bin ich nicht, dennoch kann ich nicht wirklich gut Kopfrechnen. Ich könnte es, wenn ich wollte, aber ich bin da einfach schon zu lange aus der Übung. Das Ding war aber, dass (angeblich!) ich immer wieder Zahlendreher gemacht habe, wenn ich Filme zurück ins Regal gestellt habe.
Der Clou an der Sache war aber, dass ich schon immer lieber die Anhänger rausgehängt habe als die Filme zurückgestellt. Also lief es meist so ab, dass ich meinen Kollegen gebeten habe, dass er doch die Filme zurückräumt und ich sie dann raushänge - eigentlich eine gute Arbeitsteilung. Und wer mit mir gearbeitet hat, weiß das eigentlich auch. Dennoch wird das einfach ignoriert, denn das andere Märchen ist zu schön, dass Filme im Regal immer dann falsch stehen, wenn ich sie reingestellt habe.
Wenn ich dann kontere, dass ich aber normalerweise raushänge, dann heißt es plötzlich: "Ja, stimmt eigentlich. Die letzte Zeit war es nicht ganz so schlimm." Schade nur, dass das nicht nur "die letzte Zeit" so war, sondern eigentlich schon immer. Und selbst wenn man das dann sagt, kommt man an dem Punkt, an dem man auch bei der Religion ist: Entweder man glaubt es oder man glaubt es nicht. Das sind dann plötzlich Grundsatzfragen und nicht mehr "wahr" oder "falsch". Das ist dann plötzlich an einem Punkt, der nicht mehr wahrgenommen werden kann, obwohl da wirklich eine Wahrheit eigentlich sogar wahrgenommen werden könnte - wenn man einmal hinsieht. Aber lieber wird dann das eigene Märchen weiter gezimmert und die Welt widewidewitt so gemacht, wie es einem gefällt.
Und das ist natürlich kein Einzelfall. Da gibt es noch zig andere Anekdoten, nicht nur aus der Videothek, wo das so ist. Interessanterweise gibt es da meist von Naturwissenschaftlern oder solche, die sich dafür halten; natürlich nicht nur. Wir Geisteswissenschaftler haben da auch einige Gehirn-Geisterfahrer. Dennoch ist es frustrierend, wie schnell Wahrheit durch subjektive Interpretationen zementiert wird und noch viel frustrierender, wie schnell sowas dann geglaubt wird, als ob die Leute nicht selbst einmal für 50 Cent selbst nachdenken würden. Das wäre aber vermutlich zu anstrengend, wenn man doch schon die Wahrheit so felsenfest und so astrein und glasklar serviert bekommt - sozusagen Fast-Food-Wahrheit.
Wednesday, July 9. 2008
Was gibt es eigentlich nun zu meiner Hochzeit zu erzählen? Schon so einiges und das sollte ich auch so langsam endlich einmal machen, sonst mache ich es nie, wie ich leider an meinem DRSRM-Bericht gemerkt habe; je weiter das Ereignis fort rückt, desto unmotivierter werde ich, dazu etwas zu tippen. Ich muss anscheinend wirklich immer zeitnah bloggen, sonst bringt das alles nichts. Schon merkwürdig, ist aber so. Ich beschränke mich da einfach einmal auf einen Schnell-Durchlauf mit ein paar ausführlicheren Anekdoten oder vermutlich eher Anekdötchen.
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Friday, July 4. 2008
Meinen Quasi-Junggesellen-Abend habe ich nun auch hinter mir. Wieso "quasi"? Weil es nun auch nicht der klassischste war und genauso spontan, wie nun eigentlich alles rund um unsere Hochzeit. "Quasi", weil es ähnlich wie die Hochzeit auch eher im kleinen Kreis war, aber auch in gutem Kreis, denn mit dem Marc schaue ich eben einfach gerne Filme und das haben wir heute auch gemacht. Und mit dem Tobi habe ich eben auch noch recht lange telefoniert. Ein recht ungewöhnlicher Junggesellen-Abend, aber eigentlich auch typisch für mich und ganz bezeichnend. Die ersten 5 Folgen von "The Melancholy of Haruhi Suzumiya", "Whisper of the Heart" und noch zwei Kalkofe-Folgen; zugegeben, jetzt auch nicht unbedingt das Männer-Programm, aber dennoch schön. Wir hatten auch natürlich noch ein paar Männer-Sachen da, aber haben uns dann doch für diese anderen Sachen entschieden.
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Tuesday, July 1. 2008
Chaos kurz vor dem Hochzeits-Termin! Zumindest haben wir eben gerade eine bange Stunde durchlebt, ob wir überhaupt am Freitag heiraten können. Wieso? Ich erzähle es lieber einmal von vorne mit hoffentlich vorhandenem Spannungs-Bogen und einer hinreichend geglückten Pointe, denn natürlich läuft doch alles glatt und der Termin kann auch beibehalten werden. Dennoch sind wir beide einfach fassungslos, aber irgendwie bin ich auch ganz froh, denn so haben wir noch eine Anekdote mehr zum Erzählen.
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Saturday, June 28. 2008
Wir haben ein Kleid; also nicht ich, sondern meine Verlobte. Denn heute waren wir in der Stadt einkaufen. Manch einer mag vielleicht sagen, dass das ganz schön knapp ist, so eine Woche vor der standesamtlichen Hochzeit. Mir wurde das auch erst so richtig während dem Einkaufen bewusst. Vorher dachte ich mir noch: "Ach, passt schon. Wird sowieso nur standesamtlich, da braucht man ja nichts." Und ähnlich bin ich auch los, denn im Kopf hatte ich noch gar keine Vorstellung davon, was mir da so überhaupt vorschwebt. Ich bin ursprünglich von einem eher normalen Kleid ausgegangen, vermutlich einem Sommerkleid.
Wir sind dann auch so durch den C&A geschlendert, wo es schon ein paar nette gab, aber da waren die Umkleide-Kabinen voll. Dann haben wir uns im Kaufhof umgeschaut und sind da viel zu lange drin geblieben, dafür dass es eigentlich keine vernünftigen Kleider dort gab und sind schließlich zum Peek & Cloppenburg gegangen, auch wenn ich kurz davor eher einen Rückzieher gemacht hätte, denn P&C schien mir dann beim ersten Blick doch ein wenig zu Schicki-Micki, besonders da ich heute mein "War ich dir nicht gut genug?"-Rüdiger-Hoffmann-T-Shirt an hatte und schon befürchtete, dass ich wieder rausgebeten werde. Das ist zum Glück nicht passiert.
Die ersten Kleider im C&P waren ein ziemlicher Schock: Sahen nach kaum was aus und haben über 300 Euro gekostet. Und dann kamen wir in eine Ecke, wo ich mir dachte: "Hui! Die kosten wohl noch mehr." Haben sie aber nicht und wir waren wohl genau in der richtigen Abteilung gelandet, denn das waren wohl tatsächlich so "Festkleider", die auch zu Hochzeiten angezogen werden können. Das war mit 100-150 Euro im erträglichen Bereich und sah immer noch verdammt gut aus. Wir haben nach längerem Suchen auch uns auf zwei Kleider einigen können, bei denen wir aber so unsicher waren, dass wir die uns bis Montag haben zurücklegen lassen.
Das eine Kleid hatte etwas von einem Petticoat und steht Yannick einfach; das ist genau ihr Typ. Das andere Kleid sah einfach schick und edel aus und hat mir eigentlich sogar besser gefallen. Aber wir werden wohl bei diesem petticoat-artigen Kleid, denn das sieht einfach luftiger, verspielter und weniger formell aus. Dafür wird es dann aber (hoffentlich) bei der Hochzeit dann eleganter und da könnte ich mich sogar mit dem anderen Kleid anfreunden.
Wieso ich dabei war, weil der Bräutigam das Hochzeits-Kleid doch nicht sehen darf? Auf Traditionen gebe ich selten etwas und dann - seien wir doch mal ehrlich - ist es doch besser, ich gehe mit, sage, was mir gefällt und was nicht, als dass ich dann da stehe und Yannick kommt mit dem Kleid an, freut sich und ich denke mir: "Oh je!" und der Tag ist im Eimer. Außerdem ist es eben tatsächlich nur die standesamtliche Hochzeit. Da gibt es sowieso keine Trauzeugen mehr, kein Aufgebot, das bestellt werden muss, also muss man auch an sowas nicht festhalten. Ich glaube, für die kirchliche Hochzeit halte ich mich dann dran, denn ich habe heute immerhin genug Hinweise dazu gegeben (in bester Frauen-Manier), was ich gut finden würde und was nicht.
Beim "Pizza Hut" gibt es derzeit übrigens Sonder-Pizzen: Eine BBQ-Pizza (die hatte Yannick und war sehr lecker) und eine Ruccola-Pizza mit Sour Creme (die ich hatte und auch sehr lecker war, aber: bestellt euch die "normal"! "Groß" hat mich besiegt!). Pizza Hut ist immer ein Gang wert und besonders diese Ruccola-Pizza war zwar sehr grün, aber gerade durch die Sour Creme wird das sehr spannend und gut. Aber groß ist einfach zu viel gewesen und ich musste kapitulieren. Ein Überbleibsel dieses stressigen Tages liegt also noch bei uns im Kühlschrank.
Friday, June 27. 2008
Manchmal frage ich mich echt, wieso manche Leute so wirklich gar nicht nachdenken. Ich musste vor meinem Urlaub meine Lohnsteuer-Erklärung abgeben - habe ich gemacht. Heute bekomme ich einen Brief vom Finanzamt, dass es sicherlich meiner Aufmerksamkeit entgangen sei, auf ein Schreiben vom 02.06.2008 zu antworten und ich dies doch bitte bis zum 16.07.2008 nachholen soll oder die Hinderungsgründe mitteilen soll.
Ja, da war ich im Urlaub und vermutlich ist der Brief wohl in der Urlaubs-Post und der Werbung unter gegangen, sofern er überhaupt angekommen ist; jedenfalls habe ich ihn nicht mehr gefunden. Aber wieso schreibt der gute Herr dann nicht in seinem neuen Brief, worum es geht? Dann könnte ich da vielleicht sogar direkt drauf antworten. So muss ich jetzt erst herausfinden, worum es überhaupt geht. Ja, sehr clever, auf einen Brief hinzuweisen und dann nicht noch einmal zu sagen, worum es geht. Einmal wieder sehr professionell. Man könnte fast meinen, dass das von einer Krankenkasse kommt.
Ans Telefon habe ich natürlich auch niemanden mehr bekommen, weil die heute nur bis um 12 Uhr da sind. Dann bin ich mal gespannt, wenn ich nächste Woche da anrufe, worum es geht. Klingt zumindest schon einmal sehr professionell.
Saturday, May 17. 2008
Vor einigen Tagen, so genau ist das nicht mehr festzustellen, schied einer meiner liebsten Online-Charaktere dahin: Isabelle Dumonde auf VW. Ich habe schon lange nicht mehr dort gespielt, habe aber zwischendurch immer wieder eingeloggt, um den Charakter zu erhalten, da Accounts gelöscht werden, wenn man länger als drei Monate nicht mehr einloggt. Leider kam es dadurch zu Verschiebungen bei mir, dass ich meinen Rechner neu aufsetzen musste und dadurch den VW-Client nicht mehr drauf hatte. Neu-Installations-Versuche gestalteten sich als überaus schwer, so dass ich das immer wieder verschob und ich auch immer wieder vergaß. Somit starb sie den technischen Exitus ins Daten-Nirvana.
Heute wollten wir dann über den Rechner meiner Verlobten nochmal einloggen, aber der Account war weg - vor ein paar Wochen konnte ich noch drauf. Wiederherstellung geht nicht, weil das aus Prinzip nicht gemacht wird. War vielleicht mal sinnvoll, als UO noch in seiner Hoch-Zeit war und man viele Accounts hatte, somit der Server mit Kartei-Leichen vollgemüllt wurde. Aber bei dieser Regel zu bleiben ist beim stetigen Absterben von UO nicht wirklich nachzuvollziehen; die UO-Server brauchen die Spieler. Aber wer wird nochmal anfangen, wenn man den Charakter verloren hat? Ich sicherlich nicht. Die inaktiven oder semi-aktiven Accounts stellen auf UO-Free-Shards doch sowieso kaum noch eine Belastung mehr dar. Dennoch wird es weiterhin so gemacht.
Kein Wunder, dass die Free-Shards, sei dies bei UO, sei dies bei NWN, sei dies bei NWN2 am Absterben sind. Die Gründe sind natürlich weitreichender, gehen noch tiefer in die menschliche Natur und scheitern dann an der Professionalität kommerzieller Projekte, bei denen diese selbstgemachten Projekte nicht mithalten können, denn die wenigsten Projekte, eigentlich gar keines (mehr), schafft den schmalen Grat zwischen menschlicher Nähe und Prinzipien, der gerade diese Projekte so interessant gemacht hat und zu einer Alternative zu kommerziellen MMOs gemacht hat. Aber wenn dies alles nicht mehr gelingt, wieso noch Zeit, Arbeit, Mühe und Liebe in so etwas stecken? Nur, weil es nichts kostet?
Auf meinem anderen UO-Shard TheOW, auf dem mein Paladin Wilbur noch rumhängt, wird man wenigstens benachrichtigt, dass demnächst eine allgemeine Reinigung statt findet. Außerdem sind dort die Reinigungen eher unregelmäßig und in höchstens 1-Jahres-Abständen. Das wurde schon damals so gemacht, als ich aktiv war und wird immer noch so gemacht. Nur auf VW wurde das im Laufe der Zeit nicht geändert und das, obwohl die Free-Shards wirklich langsam am Absterben sind. Von damals über 1000 Accounts bis heute nur noch 300 Accounts bei VW, bei dem auf der kompletten Britannica-Karte gespielt wird. Da muss man eigentlich nicht wirklich so rigoros löschen. Wird dennoch gemacht und im Zuge dieser Tabula Rasa starb meine fröhlich-cholerische Isabelle Dumonde dahin und mit ihr wohl auch so meine letzte, richtige Bindung zum Online-Rollenspiel (nein, da zähle ich MMOs mal nicht dazu).
Ein wenig tut es schon weh, über die Vergangenheit da nachzudenken. Was ich noch alles für Handlungs-Fäden mir überlegt hatte, was ich für Charakter-Entwicklungen mit ihr gerne noch gemacht hätte - was da einfach noch alles offen blieb. Doch das geht nun nicht mehr, unwiderruflich. Isabelle Dumonde im Online-Rollenspiel ist tot. Doch vielleicht wird sie demnächst wenigstens in einem weniger aktiven, textlichen Rahmen weiter leben. Denn es wäre idiotisch von mir, diesen tollen Charakter nicht weiter zu benutzen und sei es nur, wenn ich wieder mehr schreibe. Mein Türkei-Urlaub steht schließlich bevor und wenn man schon ein Repertoir an tollen Charakteren mit viel Tiefe hat, dan sollte man sie benutzen. Traurig ist es dennoch, denn es ist etwas Anderes. Die Zeit des Online-Charakters Isabelle Dumonde wird mir stets in wehmütiger, aber guter Erinnerung bleiben. Leb wohl - die weißen Tauben sind müde, denn sie fliegen schon lange nicht mehr.
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Comments
Fri, 21.11.2008 14:58
Mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt klappt es dieses Jahr leider nicht. Wir sind erst zwischen den Jahren (also nach [...]
Mon, 17.11.2008 18:58
Danke für den Hinweis. Korrigiert.
Mon, 17.11.2008 18:52
Was ein deutsche Vizejugendmann ist kann ich mir vorstellen, aber was ist ein Schtsmeister? (SCNR)
Fri, 14.11.2008 12:49
Ja, können wir gerne schauen mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt. Wir sind wohl wieder zwischen den Jahren unten in [...]
Fri, 14.11.2008 10:50
Ich muß mal schauen, momentan haben wir noch keine großen Pläne gemacht. Evtl die Turniertage und das avarische [...]
Fri, 14.11.2008 09:53
Dimo! Ich musste häufiger in letzter Zeit mal an dich und die anderen Nebellegendler denken. Dieses Jahr ist es leider [...]