Wednesday, November 19. 2008
Was ist das? Ich fühle mich seit Wochen krank und müde. Müde? Ja, das könnte ich noch verstehen: Es ist NaNoWriMo (National Novel Writing Month - für unsere Linkfaulen) und das WoW-Addon ist draußen. Das ist eine extrem ungünstige Kombination. Und krank? Ja, wenn man wenig schläft, dann wird man auch irgendwann krank, weil Körper schwach und so, ne? Von daher nicht verwunderlich. Wieso wundert sich der Holger dann aber?
Ganz einfach: Ja, ich habe die letzten Wochen hin und wieder mal ein wenig länger gemacht und ein wenig kürzer geschlafen. Aber an sich ist mein Schlafrhythmus derzeit im Lot. Hin und wieder nicht - zugegeben. Ist es wirklich dieser abrupte Wechsel von manchmal "bis 3 Uhr nachts" und dann "schon um 22 Uhr" ins Bett? Vielleicht sollte ich das doch normalisieren. Der NaNoWriMo ist witzigerweise am wenigsten schuld und eigentlich das WoW-Addon auch. Es sind eher so die Herbstdepressionen, bei denen ich dann gegen 23 Uhr mir sage: "Och nö, ich will noch nicht ins Bett mit dieser schlechten Laune. Ich will noch irgendwas machen." Tolle Idee, Holger, echt, tolle Idee! Als ob die schlechte Laune dann besser wird.
Mir geht es jedenfalls auf den Keks, mit dickem Kopf und merkwürdigem Gefühl im Hals aufzuwachen. Es gibt wenigstens genug kranke Leute da draußen, die ich kenne und denen ich die Schuld zuschieben kann. Wenigstens ist in der Hinsicht auf andere Leute immer Verlass und Sündenböcke kann man nie genug haben. Nur blöd, dass ich mir das nie glaube, dass die Anderen daran schuld sind. Es ist so schrecklich, nicht dämlich zu sein.
Monday, November 17. 2008
Casualisierung, World of Casualcraft... ich kann es nicht mehr hören. In den offiziellen Blizzard-Foren sind das schon seit langem die Schlagworte. Jetzt kann man hier in diesem Thread das Ganze noch einmal in konzentrierter Form sehen. Da hat die WoW-Community neue Schlagworte gefunden, die dann bald zusammen mit dem 13-Euro-Joker hoch gehalten werden.
Wieso ich das nicht mehr ertragen kann? Ich bin auch Raider. Ich mag es auch, eine Herausforderung zu haben. Ja, da stehe ich dazu. Ich raide gerne und bin gerne stolz darauf, wenn ich Content schaffe, den eine gewisse Masse nicht schafft. Jetzt ist die Angst groß, weil der erste Content clear ist, dass das Addon anspruchslos sein wird. Ja, das wäre schon irgendwie blöd - das gestehe ich ein. Aber sehen wir es doch einmal realistisch: 1. Naxxramas war schon vorher bekannt, 2. Gerade die großen Raid-Gilden haben Naxxramas sich schon in der Beta angeschaut, 3. das sind Spieler, die das Ganze mehr oder weniger professionell betreiben, dass die das schneller schaffen, ist klar.
Aber da sage ich auch ganz ehrlich: Wer in so kurzer Zeit das Spiel durchpowert, der ist auch selbst dran schuld. Ich bin erst Level 73 mit meiner Elyssa (mein Raid-Charakter), denn ich lasse mir Zeit. Ich will natürlich auch so schnell wie möglich 80 werden, ich will mir auch alles so schnell wie möglich ansehen, aber ebenso will ich das Spiel genießen. Ich habe mehrere Charaktere, also könnte ich mir die Quest-Texte und die Hintergründe so "richtig" auch dann mit diesen ansehen, aber dennoch lasse ich mir auch mit Elyssa Zeit. Bei uns in der Gilde sind die ersten schon 80 und auch bei uns auf dem Server hat For the Horde gestern Nacht Naxxramas clear bekommen. Ja, und?
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Friday, November 14. 2008
Wir Priester haben endlich unsere wichtigsten Leute in den höchsten Positionen und natürlich wissen besonders diese Pro-Spieler, wie man selbst so undurchsichtige Zauber wie "Hymn of Hope
" benutzt. Schaut und lernt, wie es die richtigen Pros unter uns machen:
(danke an Yannick, die mir den Link zu dem Bild gegeben hat - denn: nein, das ist nicht von mir gemacht; ich wollte es nur mit euch teilen)
Tuesday, November 11. 2008
Das Addon nähert sich mit unaufhaltsamen Schritten und wir bei Ara sind jetzt schon seit einigen Tagen auch im Contenct-Clear-Game-Over. Wie? Was? Ihr seid doch an Felmyst nicht vorbei gekommen und seitdem hast du nichts mehr gepostet zu euren First-Kills! Richtig gesehen und beobachtet, allerdings lag das auch in erster Linie daran, dass ich stets andere Sachen zu bloggen hatte und die ganzen generften First-Kills doch nicht so richtig befriedigend waren.
 Bitte nicht falsch verstehen: Sie waren toll. Es war toll, jetzt endlich auch mal den Rest des Spiels zu sehen und auch die Bosse zu legen. Nur hinterlässt es einen faden Beigeschmack, wenn man genau weiß, dass man so weit auch vor dem Nerf hätte kommen können, wenn wir nicht ständig hätten Raids ausfallen lassen müssten. Denn das, was uns das Bein gebrochen hatte bei Felmyst, war die fehlende Übung dank ausfallenden Raids durch unpassendes Line-Up. Denn mittlerweile hat das Laufen dann gut geklappt und das muss bei Felmyst immer noch sitzen - nur eben nicht ganz so häufig und nicht über einen so langen Zeitraum. Und da wir dann in unserem First-Kill von Felmyst und auch seitdem das Laufen und den Encapsulate gut hinbekommen haben, bin ich mir sicher, dass es auch Prä-Nerf gegangen wäre. Aber ... so war es nicht und daher der fade Beigeschmack.
Auch Twins war nun nicht das Ding. Das Schwierigste war die Kante auf dem Balkon - und das meine ich wirklich ernsthaft. Wie häufig wir wegen dieser blöden Kante gewiped sind, weil einige von uns zu doof waren, auf diese Kante zu springen. Selbst nach mehrmaligem Vorführen von einigen von uns, war es einigen nicht möglich; dabei ist das Springen auf die Kante wirklich so einfach. Wer ein wenig Jump & Run-Übung aus alten Computer-Tagen hatte und nicht absoluter Bewegungs-Legastheniker ist, der hat hier eigentlich kein Problem. Dennoch haben wir mehrfach die Twins dadurch zu früh und falsch gepullt und haben sicherlich mehr als 2 Stunden mit Wipen wegen dieser blöden Kante verbracht. Man kann also sagen, dass die Kante bei den Twins der schwerste Encounter nach dem Nerf in Sunwell ist - ähnlich wie Schach nach dem Nerf der schwerste Encounter in Karazhan ist, aber ich schweife ab. Ein wenig gestört hat mich auch, dass wir irgendwie nicht wirklich Taktik bei den Twins benutzten, sondern stupides "mit dem Kopf durch die Wand", das nach dem Nerf nunmal möglich ist. Sehr schade, denn ich hätte den Encounter gerne richtig gespielt.
 Twins waren dann auch bald gemeinsam ruhig und M'uru war wirklich erschreckend einfach. Ein sehr hübscher Kampf, aus dem man vermutlich aus Designer-Sicht sogar noch ein wenig mehr hätte rausholen können, aber eigentlich ein netter Boss, der aber dann doch recht flott lag - hier gab es eben keine Twins-Kante und unser Raid musste sich nicht bewegen. Das sind bereits zwei Garanten dafür, dass wir so einen Boss schnell legen können.
Bleibt dann nur noch der Endgegner von Burning Crusade, den wir dann letzten Donnerstag endlich besiegt haben. Kil'jaeden wird zwar von vielen Nerf'jaeden nun genannt, hatte aber dennoch - zumindest für uns - noch ein paar kleinere Nüsschen zum Knacken, weswegen wir da auch ein paar Tage verbrachten, ehe er sich umsah, um zu erkennen, dass der Sonnenbrunnen sich gegen ihn wendet. Das war durchaus dann aber ein würdiger und befriedigender Abschluss - trotz Nerf. Ich hätte ihn gerne vor dem Patch noch gesehen, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das wirklich ein immens harter Encounter Prä-Patch war - das merkte man selbst jetzt noch, wenn man sich so ein paar Sachen "rücküberlegte".
Abschließend sei gesagt, dass das Abschluss-Event wirklich wunderhübsch gelungen ist - leider ist der Ton in dem Video sehr schlecht, aber es war das einzige, bei dem ich den Abschluss von Sunwell gefunden habe, der Text ist übrigens hier. Ein wenig ärgerlich war, dass natürlich nach dem Kill gleich alle im Teamspeak herumgackerten, weswegen ich meine Kopfhörer abgenommen habe, um den Abschluss-Dialog von Velen und der Blutelf zu genießen. Hat mir ausgesprochen gut gefallen und es war wirklich ein würdiger Abschluss, der mich in die richtige Stimmung zum Addon gebracht hat.
Somit haben wir es in der letzten ID vor dem Addon dann doch noch mit Content Clear geschafft. Keine Meisterleistung dank Nerf und auch frustrierend, weil da mehr drin gewesen wäre, wenn wir nicht hätten Raids ausfallen lassen müssen, aber ändern kann man im Nachhinein sowieso nichts mehr. Der Loot von KJ war nett und meine Priesterin hat sogar den KJ-Stab bekommen - ein nettes Andenken, das ich sicherlich nicht so schnell wegwerfen werde. Ein episches und tragisches Ende für Anveena und Kalec, aber ein Ende, wie es eine epische Schlacht verdient. Eine großartige Geschichte - Black Temple fand ich schon von den Questen drumherum und den Dialogen drinnen klasse, wie man erst sich das Vertrauen Akamas aufbauen muss, dann ihm und Maeve Zutritt verschaffen muss, mit ihnen dann durch die Kanalisation eindringt und immer wieder Akama trifft bis man schließlich dann diesen grandiosen Endkampf bei Illidan hat. Ähnlich gut geschrieben war auch die Storyline im Sunwell. Meinen Respekt an die Story-Schreiber, aber dass Blizzard Geschichten gut schreiben kann, haben sie ja schon immer bewiesen.
Mein Bruder hat auch ein sehr gelungenes Video gebastelt - Sehr schöne Dias, Bilder und Szenen aus der Ara-Raid-Zeit in BC und die unseren Raid auch eigentlich sehr gut treffen. Das ist für mich genau den richtigen Abspann für "mein" Burning-Crusade darstellt. Wegen meiner Magister-Arbeit habe ich zu Burning Crusade aufgehört und bin etwa eineinhalb Jahre verspätet in das Addon eingestiegen und habe dennoch noch (fast) alles nachholen können. Ein netter Abschluss.
Sunday, November 9. 2008
Erste Eindrücke vom ersten Spielen von D&D 4th: Das Kampfsystem ist viel schnittiger und macht viel mehr Spaß als bei D&D 3rd - soweit ich das mit Level-1-Charakteren beurteilen kann. Es ist übersichtlicher, einfacher und dynamischer. Man wird jetzt zwar auch zum Kartenkampf mehr oder weniger gezwungen, aber das war auch schon bei D&D 3rd mit seinen ganzen Feats so, nur dass es dort viel unübersichtlicher war eben wegen der ganzen Feats. Außerdem waren die Klassen bei weitem nicht so gut aufeinander abgestimmt. Bei D&D 4th hat jeder Charakter automatisch eine funktionierende Funktion (entschuldigt, die Uhrzeit, aber ich denke, es ist klar, was ich meine). Es funktioniert einfach und das ist das Wichtige.
Das Kampfsystem ist nun deutlich von MMORPGs inspiriert, gerade was die Funktionen angeht. Manche mögen das so als Übel beschimpfen, denn D&D 4th macht eine böse Kollaboration mit MMORPGs, die unter eingefleischten Nur-P&P-Rollenspielern als das Böse schlechthin gesehen werden (zu meiner Zeit waren das noch TCGs und die waren damals eigentlich genauso wenig "das Böse", auch wenn es alle dazu machten und zwischendurch waren es auch irgendwie mal LARP und HdR, die "das Böse" waren - Jesus und so; ich bin gespannt, was es in 10 Jahren angeblich ist). Allerdings war es ursprünglich anders, denn die MMORPGs und sicherlich besonders WoW bedienten sich an D&D. Warum sollte D&D nun nicht im Umkehrschluss sich davon auch wieder inspirieren lassen? Ein ganz natürlicher Schritt und nur ein Kleingeist sperrt sich aus Prinzip dagegen, denn was da nun rausgekommen ist, ist - meiner Ansicht nach - eine deutliche Verfeinerung des doch viel viel zu sperrigen und hölzernen D&D 3rd, das Charakterkonzepte unnötig einschränkte und die Spieler häufig den Weg hat verlieren lassen. Das geht bei D&D 4th schon alleine durch den "Respecc" nicht mehr. Großartig.
Natürlich sind auch so schnittige, neuere Mechanismen wie "no-named" drin, die ich schon immer eine grandiose Erfindung fand und natürlich auch sehr gut ins Genre passen. Es gibt "Aktions-Punkte", die den Buffy-Spielern unter uns womöglich als "Drama Points" bekannt sind oder anderen als Karma-Punkten, leider nicht so vielseitig wie Drama Points, aber immerhin. Endlich wurde mit dem doch merkwürdigen Memorier-System aufgeräumt und in ein funktionstüchtigeres Power-System umgebaut, bei dem man natürlich noch sieht, wo es her kommt, aber dennoch mehr Möglichkeiten bietet. Man hat also immer Möglichkeiten, etwas zu machen und wenn es nur popelige At-Will-Powers sind, nachdem man seine Encounter-Powers und Daily-Powers rausgeholzt hat.
Rollenspiel hatten wir heute noch nicht wirklich viel, doch das lag weniger am System als vielmehr an uns. Es war eine recht neu zusammen gewürfelte Truppe, da muss man sich erst einmal finden. Außerdem ging es auch darum, das System zu entdecken. Und da muss ich ganz klar sagen: Das System behindert Rollenspiel nicht. Ja, es fördert es auch nicht unbedingt. Aber D&D 3rd hat es nun auch nicht gefördert. Ich wage sogar zu behaupten, dass D&D 4th Rollenspiel eher zulässt als D&D 3rd. D&D 3rd hatte schon bei der Charaktererschaffung solche Einschnitte in Charakterkonzepte machte, die man bei D&D 4th nicht mehr hat. Meine Halfling-Dex-Pala war bei D&D 3rd systemtisch der Horror, mein Halfling-Dex-Cleric war für D&D 4th genauso gut wie jede andere Kombination. Das heißt nicht, dass es beliebig ist, was man nimmt. Mir geht es hier in erster Linie um den Aspekt: Ist es spielbar? Und da ist diese Kombination genauso spielbar wie jede andere auch und das ist das Wichtige.
Man kann D&D 4th nun so spielen, dass man sich von Encounter zu Encounter hangelt und das macht auch Spaß. Man kann zwischendrin Rollenspiel machen, wie schon immer. Natürlich geht man eher in den Strategie-Modus, wenn die Karte hingelegt wird und dann die Miniaturen drauf stehen. Aber auch hier kann man in-character dran gehen oder gemeinsam ein Table-Top draus machen. Und in vielen Rollenspielgruppen waren die Kämpfe sowieso die Momente, in denen am wenigsten in-character-Aktion statt fand. Von daher ändert sich auch hier nicht viel zu den vorherigen Editionen. Die ganzen Buh-Rufe, dass D&D 4th das Charakterspielen zu Gunsten von Encounter-Hangelei aufgibt, kann ich daher nicht nachvollziehen. Das ist genauso möglich, wird genauso gefördert, wie in den vorherigen Editionen. Ob man es macht und wie ausgiebig man es macht, hängt von der Gruppe ab. Das System legt einem hier keine Stolpersteine in den Weg.
Bleibt also nur zu sagen, dass das Kampfsystem und die Charaktererschaffung einfach schnittiger sind (ich mag das Adjektiv im Zusammenhang mit D&D 4th einfach, denn es passt) und es somit - meiner Ansicht nach - eine deutliche Weiterentwicklung zu den alten Editionen darstellt. Damit wurde D&D 3rd der verdiente Todesstoß erteilt und für mich ist D20 nur noch im Zusammenhang mit Cthulhu-D20 wirklich denkbar, denn da hat es durchaus funktioniert. Aber D&D 3rd werde ich zumindest wohl höchstens noch mit spitzen Fingern anfassen, denn da gibt es Besseres: AD&D aus Nostalgie-Gründen und weil das das System ist, mit dem ich "aufgewachsen" bin und mit dem ich daher immer noch sehr viel verbinde, oder D&D 4th, weil es einfach moderner, griffiger und stimmiger ist. Das ist zumindest mein Eindruck nach einem recht ausgiebigen Tag des Testens und praktischen Reinschnupperns in das System. Möglicherweise machen wir noch einiges falsch, möglicherweise haben wir einiges übersehen, aber wenn ich meine ersten D&D 3rd-Runden mit der Runde heute vergleiche, war das heute wesentlich befriedigender und spaßbringender.
Ein wenig traurig, dass D&D 4th angeblich bereits tot nach seiner Geburt sein soll, aber da vermute/hoffe ich einfach mal darauf, dass das lediglich der übliche Internet-Anti-Hype ist, der sich durch den ach-so-elitären Kreis der alten D&D 3rd-Liebhaber eingeschlichen hat und nur deswegen so vehement und durchdringend ist, weil die dümmsten Bauern die lautesten Stimmen haben. Wer sich jedes viel zu überteuerte Supplement zu D&D 3rd geholt hat, auswendig gelernt hat und nun merkt, dass all die Zeit und all das Geld umsonst war, bei dem ist es nicht überraschend, dass er angesäuert ist. Schon blöd, wenn man das nicht zum Spaß gemacht hat, denn dann muss man natürlich an so etwas Neuem und eigentlich Funktionierendem rummäkeln. Man findet schließlich immer etwas und wenn man nur ausdauernd und laut genug ruft, dann hat man auch irgendwann einmal recht. Dass da dann vielleicht nur einer von zehn Schreien stimmt, das geht dann natürlich im wütenden Getöse unter - so funktioniert das zumindest auch bei Horoskopen und Handlesern. Die Redlichkeit, Selbst-Kritik und Selbst-Reflektion dahinter dürfte auch in etwa gleich sein. Wenn ich jedes Jahr ankündige, dass die Welt unter geht, dann habe ich vermutlich irgendwann tatsächlich einmal recht, wobei das dann auch kein besonderer Verdienst ist. Das ist übrigens noch so ein Punkt, den WoW und D&D 4th gemeinsam haben.
Monday, November 3. 2008
Von Samstag auf Sonntag ging es den Hordenstädten an den Kragen. Um 3.30 Uhr fing etwas an, von dem ich die Nachwirkungen jetzt noch spüre, denn erst gegen 10 Uhr sollte ich gestern ins Bett kommen, womit ich meinen Schlafrhythmus vollkommen verkorkst habe und das ganz ohne NaNoWriMo. Das bedeutetet, heute Abend noch durchhalten, denn Kil'jaeden-Versuche will ich nicht verpassen und schwer wirkt der Kampf wirklich Post-Patch nicht mehr, und dann die nächsten Tage wieder Schlafrhythmus normalisieren, damit ich ihn bei kreativen Durchläufen wieder zerschmettern kann. 3.30 Uhr fing es an und wir trafen uns an verschiedenen Stellen. 2 Raids waren geplant, die dann auch untereinander während den Kämpfen gemischt werden sollen, damit auch jeder Teilnehmer den Stadtboss geflagged bekommt. Warum wir uns allerdings auf so merkwürdige Orte wie Onyxia und MC/BWL aufgeteilt und getroffen haben, ist mir schleierhaft. Da es um 4 Uhr bei Beginn dann Portale nach Theramore und von dort aus nach Aszhara ging, vermute ich mal, dass es "Ablenkungstaktik" sein sollte, damit die Horde nicht so schnell sieht, wo wir denn genau hin wollen und bei Onyxia/MC/BWL könnte man eventuell wirklich denken, dass wir einfach nur Retro-Raids aufstellen wollten.
 
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Sunday, November 2. 2008
Der erste NaNoWriMo-Tag nähert sich dem Ende; eigentlich ist es schon zu Ende, aber ich denke, ich zähle zumindest bis zum 29. November eher in "wann ich schlafen gehe"-Turnus. Was gibt es bisher zu sagen? Ich habe heute bis mittags dann noch meinen Derleth-Artikel zu Ende geschrieben (ja, davon erzählte ich schon), habe dann mich ein wenig entspannt, war einkaufen und bei meinen Eltern und abends habe ich dann losgelegt. Nebenbei habe ich immer wieder einmal "Schlag den Raab" geschaut ... hm, nein, das ist nicht ganz richtig: Ich habe "Schlag den Raab" geschaut und nebenbei immer einmal wieder geschrieben.
Da bin ich dann mit ziemlicher Leichtigkeit auf die ersten 1692 Wörter gekommen und habe damit den Mindestsoll von 1667 Wörter erreicht. Da ich heute mich nicht wirklich dahinter geklemmt habe, sollte es also wirklich machbar sein, wenn ich mich zusammenreiße und jeden Tag mindestens ein wenig schreibe. Und, wer weiß, vielleicht schreibe ich dann auch mal über mein Soll. In knapp einer halben Stunde ist dann unser Hauptstädteraid in WoW, den ich eigentlich damit verbringen wollte, um noch ein wenig vor zu schreiben für den nächsten Tag, aber die Zeit habe ich dann doch eher vertrödelt.
Ein wenig nervig war, dass die NaNoWriMo-Seite wirklich absolut in die Knie ging, aber das ist wohl in den ersten Tagen üblich und verständlich. Was ich schon gemerkt habe: Der innere Editor in mir klopft schon kräftig an die Tür - nein, das ist nicht ganz richtig, denn er hämmert. Hier und da bin ich ihm mal erlegen und habe winzige Kleinigkeiten gemacht, aber auch das will ich in den nächsten Tagen ganz abschalten. Es ist viel befreiender, wenn man einfach drauf los schreibt und schreibt und schreibt und schreibt. Korrigieren kann ich es nach dem Monat immer noch und dann habe ich immerhin schon das komplette Ding und es lässt sich auch sicherlich dann viel einfacher korrigieren.
Ich bin bei ein paar Sachen schon unsicher, denn einige Sachen sind (noch) unlogisch, ein wenig schwammig, ein wenig widersprüchlich und so weiter. Aber das sind die Sachen, in denen jener Editor sich eben bemerkbar macht, denn der will das alles glätten. Ebenso, wie ich noch ein wenig unzufrieden mit dem Anfang bin. Ich bin eigentlich eher Kurzgeschichtenschreiber und springe gerne mitten in die Sache. Das ist sicherlich für einen Roman auch nicht schlecht, aber dennoch habe ich schon gemerkt, dass es dann ungeheuer schwer ist, in den "Roman-Stil" reinzukommen, der dann doch ein anderer ist als bei einer Kurzgeschichte.
Doch wie fängt man einen Roman an, wenn man die Exposition macht und den Leser auf der ersten Seite gleich begeistern und bei der Stange halten will? Ist es dann überhaupt klug, auf der 1. Seite die Exposition zu machen oder sollte man da nicht gleich irgendetwas Anderes machen, das den Leser eher beeindruckt und zum Weiterlesen animiert? Das sind jedenfalls die Gedanken, die mir so während meiner Auszeit beim Fernseher so durch den Kopf spukten und da habe ich etwas Neues gemerkt: Wenn man etwas Anderes macht, sollte man am besten gar nicht zu viel und zu lange über seinen Roman nachdenken. Denn dann fallen einem bloß Sachen auf, die nicht passen oder die eventuell einige Seiten später problematisch werden können. Man macht sich einfach zu viele Gedanken und schon kommt der Herr Editor wieder und klopft an und will das korrigiert haben. Also am besten, wenn man schon Pause macht, dann richtig abschalten. Anders geht es wohl nicht.
So viel zu meinen wirren und vermutlich recht chaotischen 3.15 Uhr Gedankengängen, während ich auf besagten Hauptstädteraid warte. Tee! Ich sollte mir einen Tee aufsetzen. Und in der Zeit, in der wir dann im Lag vor Silvermoon City stehen (da könnte man ein tolles Lied draus machen: "Wir lagen vor Silvermoon City | Und hatten die Pest an Bord...") kann ich ja vielleicht dann doch noch das ein oder andere Wort schreiben. Aber eigentlich wäre es besser, am Stück zu schreiben. Wobei ich derzeit immer recht gut und schnell rein und wieder rauskomme aus dem Schreibmodus. Kreatives Schreiben ist eben doch viel entspannender und befreiender als journalistisches Schreiben.
Sunday, October 26. 2008
Übersetzungen sind Auslegungssache. Übersetzungen sind immer auch schon zum Großteil eigene Interpretation und sowieso gefährlich nahe an der Autorensuche. Das ist ein grundlegendes, literaturphilosophisches Problem bei Übersetzungen - zumindest für mich als Post-Strukturalisten. Und auch wenn ich sehr für Interpretationspluralismus einstehe, so gibt es bei Übersetzungen natürlich stets sinnige und unsinnige Übersetzungen, bessere und schlechtere Übersetzungen und natürlich auch ganz krasse Übersetzungsfehler trotz allem Interpretationspluralismus. Dass dies alles sich natürlich beißt, ein unangenehmes Paradoxon zu post-strukturalistischen Grundprinzipien erzeugt, ist mir auch bewusst und ein überaus spannendes Thema, das aber einen anderen Blog-Eintrag darstellt. Hier geht es mir um die Lokalisation von WoW.
Ich persönlich halte von der WoW-Lokalisation sehr wenig. Es gibt bei WoW ein paar wenige wirklich gute Übersetzungen, aber zum Großteil sind sowohl die Übersetzungen selbst als auch die Übersetzungspolitik wirklich ein Graus und ein Schlag ins Gesicht für jeden, der sich ein wenig mit Englisch auskennt. Da gibt es solch illustre Sachen wie den "Morbent Fel/Morbent Teufels" (nicht immer stupide die Übersetzungsroutine laufen lassen) oder den "Felwood/Teufelswald" (es gibt in der WoW-Geschichte keine Teufel) und nun gibt es sogar eine neue.
Seit kurzem gibt es ein neues Event. Davon habe ich schon gelesen. Aber nachdem mir gestern jemand den deutschen Text der Queste kopierte, wurde mir klar, dass auch das einmal wieder diskussionswürdig übersetzt wurde: "Chamber of Secrets" heißt die Quest auf Englisch und ist eine Queste für Karazhan, auf Deutsch heißt das Ganze dann "Kammer der Geheimnisse". Ich würde es "Kammer des Schreckens übersetzen. Aber das ist doch richtig übersetzt und deine Übersetzung ist falsch! Nein, ist es nicht. Wenn man es wörtlich sehen würde, dann vielleicht, aber hier darf man eigentlich nicht wörtlich übersetzen. Karazhan erinnert gerade gegen Ende der Instanz an Hogwarts, gerade architektonisch, aber eben auch solche Sachen wie das Schach-Event und nun auch hier bei dieser Quest ist natürlich dann eine Harry-Potter-Anspielung verpackt. Die englische Ausgabe des zweiten Bandes heißt "Harry Potter and the Chamber of Secrets", die deutsche Ausgabe wurde ebenfalls nicht wörtlich übersetzt und heißt "Harry Potter und die Kammer des Schreckens".
Ich bin weiterhin dafür, dass unsere Petition für diese Übersetzungspolitik, nämlich alles wortwörtlich zu übersetzen, endlich mal durch kommt. Denn spätestens mit diesem Beispiel ist klar, dass die Übersetzer sich keinerlei wirkliche Gedanken um die Übersetzung machen, sondern ganz stupide wörtlich alles übersetzen. Das kann auch die Übersetzungsroutine, dafür braucht man keine menschlichen Übersetzer, die Anspielungen und Feinheiten erkennen. So gerne ich WoW habe, so viel ich Blizzard verzeihe, die Übersetzungspolitik ist ein tiefer Abgrund. Ich mag "Grimlingsflitzer" als Übersetzung und ich mag "Süderstaade", ich mag "Beutebucht" und noch ein paar wenige, aber der Großteil der Lokalisation ist häufig die Strahlung nicht wert, die er aussendet.
Sunday, October 12. 2008
Ich habe lange Zeit überlegt, ob ich in diesen Thread etwas schreiben soll, habe es dann aber gelassen. Wieso? Mir ist einfach nicht danach. Ins offizielle Blizzard-Forum zu schreiben, dafür muss man wirklich in einer ganz besonderen Stimmung sein; selbst zum Lesen. Es ist einfach ganz furchtbar, wie die Leute sich dort ausdrücken, was sie ausdrücken und wie sie miteinander umgehen - wirklich, ganz furchtbar. Darauf habe ich keine Lust. Schon allein das ganze Gejammere. Ja, ich bin auch ein paar Änderungen skeptisch, aber ich lasse sie einfach einmal auf mich zukommen. Und bei einigem von diesem Gejammere sehe ich wirklich nur, wie sich Leute durch Meckern profilieren wollen.
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Comments
Fri, 21.11.2008 14:58
Mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt klappt es dieses Jahr leider nicht. Wir sind erst zwischen den Jahren (also nach [...]
Mon, 17.11.2008 18:58
Danke für den Hinweis. Korrigiert.
Mon, 17.11.2008 18:52
Was ein deutsche Vizejugendmann ist kann ich mir vorstellen, aber was ist ein Schtsmeister? (SCNR)
Fri, 14.11.2008 12:49
Ja, können wir gerne schauen mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt. Wir sind wohl wieder zwischen den Jahren unten in [...]
Fri, 14.11.2008 10:50
Ich muß mal schauen, momentan haben wir noch keine großen Pläne gemacht. Evtl die Turniertage und das avarische [...]
Fri, 14.11.2008 09:53
Dimo! Ich musste häufiger in letzter Zeit mal an dich und die anderen Nebellegendler denken. Dieses Jahr ist es leider [...]