Wednesday, August 27. 2008
Ich bin total stolz auf mich! Trotz eines einigermaßen verkorksten und vertrödelten Tages-Anfangs habe ich es geschafft, heute was zu schaffen. Andere mögen das zwar vielleicht belächeln, denn viel ist es nicht. Endlich habe ich mal wieder ein paar mehr als nur eine Mail aus meiner Mailbox wieder bearbeitet. Vielleicht kann ich dann auch wieder aufschließen und meine "Gute Vorsatz"-Liste doch noch vernünftig zum Jahresende hin abschließen.
Viel stolzer aber bin ich darauf, dass ich es endlich einmal wieder geschafft habe, zu joggen. Während meiner Magister-Arbeit letztes Jahr war ich 2-3 mal die Woche joggen. Im letzten Monat der Magister-Arbeit habe ich das aber leider schleifen lassen - aus verständlichen Gründen - und zu meinen mündlichen Prüfungen hin habe ich damit aufgehört. Ich bin zwar heute "nur" die kleine Runde hinten raus in die Felder hinter Ginsheim gelaufen, aber das waren auch schon einmal 20-30 Minuten; normalerweise bin ich immer so 40-50 Minuten gelaufen. Davon war zwar auch viel gehen dabei, um meinen Körper wieder daran zu gewöhnen, aber das ist immerhin besser als gar nichts. Lieber ein wenig weniger Bewegung, aber dafür überhaupt etwas als gar nichts.
Das war wohl auch der Fehler, den ich die ganze Zeit gemacht habe. Gerade durch meine frühere Jogging-Phase, in der ich 2-3 mal die Woche 40-50 Minuten gelaufen bin, hatte ich da ein hohes Ziel, das so überaus anstrengend immer auf mich wirkte nach über einem halben Jahr Pause. Daher fange ich jetzt lieber wieder langsam und gemütlich an - einmal die Woche ist mein Plan und die Laufzeit je nach Lust und Laune. Boah, bin ich stolz auf mich! Und jetzt gehts unter die Dusche...
Thursday, August 14. 2008
Von meinem Bruder und seiner Freundin haben wir zu unserer Hochzeit einer elektrische Brotschneide-Maschine geschenkt (übrigens stolpere ich immer darüber, ob es "elektrisch" oder "elektronisch" ist). Das war auch dringend nötig, denn ich habe mir das Brot immer beim Bäcker vor Ort schneiden lassen. Wir haben zwar ein mechanische Brotschneide-Maschine, die auch irgendwie alle toll finden, aber ich komme mit dem Ding nicht zurecht. Das mag daran liegen, dass ich von meinen Eltern einfach eine elektronische Brotschneide-Maschine. Aber diese mechanische Brotschneide-Maschine rutscht mir zu sehr rum; die hat zwar auch so Klappen, die man ausfahren kann, damit das sie am Tischrand hängen bleibt, aber das klappt auch nicht so recht bei mir.
Ich habe mich also gefreut, dass wir endlich eine elektrische Brotschneide-Maschine haben, doch das Ding ist gruselig konstruiert. Erst einmal ist hinter Messer zu wenig Raum. Das bedeutet, wenn die Scheibe ein wenig dicker ist, kommt das Brot nicht durch. Auch kommt sie nicht durch, wenn das Brot ein wenig härter ist, denn das Brot muss ich bereits während dem Schneiden biegen, um da überhaupt durch zu kommen. Die Maschine meiner Eltern war einfach eine glatte Scheibe, an der man das Brot vorbei zog und hinten fiel es runter. Und da wären wir schon beim nächsten Problem: Es gibt kein Auffangfach - weder für das Brot noch für die Krümel. Kann sein, dass ich irgendwas übersehe bei dieser Maschine, aber auch die Anleitung half hier nicht weiter. Das bedeutet, dass bei jedem Brotschneiden unter der Brotschneide-Maschine ein Wirrwarr aus Krümeln und Kernen ist (wir essen in erster Linie Kern-Brot...Sonnenblum-Kerne am liebsten).
Wieso konstruiert man so ein Ding, das so viel Krümel und Dreck macht? Wurde das Ding nicht getestet? Oder nur mit Roggenbrot? Da gibt es natürlich weniger Krümel als bei einem Kern-Brot. Naja, die Maschine ist schon praktisch und wird ausgiebig von uns benutzt. Jetzt hält auch das Brot länger, da vorgeschnittenes Brot viel schneller hart wird und Yannick und ich doch recht lange an so einem Brot essen. Eigentlich also gut. Nur das mit dem Dreck, den Krümeln und den Kernen stört ziemlich.
Nachtrag: Ich wollte aus Gründen der Lesbarkeit eigentlich das eklig lange Wort "Brotschneide-Maschine" in ein Akronym zerhauen, aber habe es dann doch gelassen. Warum? Ich hatte Angst davor, was für Leute dann über Google auf dieses Blog kommen würden, wenn ich tatsächlich das Akronym genommen hätte, das rauskam. Dann doch lieber das eklig lange Wort, dafür aber mit Bindestrich. Schmeckt auch nicht jedem, aber ist dennoch dann lesbarer.
Saturday, August 9. 2008
Ich bin ein Katzen-Narr; um so tragischer, dass ich gegen Katzenhaare allergisch bin. Dennoch bringt es mich nicht davon ab, jede Katze zu streicheln, die nicht all zu scheu ist. Schon allein der Anblick einer Katze schafft es, dass ich ruhig und selig werde, selbst wenn ich richtig sauer bin. Das ist das Schöne an der Gegend hier, dass manchmal bei uns im Wendehammer eine Katze liegt, wenn man mit dem Auto in die Straße einparkt.
Nur mühsam heben sie dann den Kopf - gerade bei diesem Wetter - und ein forschender und kritischer Blick wird einem entgegen geworfen, verfolgt das Auto bis man schließlich geparkt hat. Erst dann wird der Kopf wieder herunter genommen und das Sonnenbad wird weiter in Ruhe genossen. Schon allein das gibt mir eine innere Ruhe, die unglaublich ist. Wirklich schade, dass wir keine Katzen halten können, denn das würde mir schon rein psychologisch so unheimlich gut tun, aber ... auch meine Frau ist allergisch gegen Katzenhaare, sogar noch schlimmer als ich, wie ich manchmal den Eindruck habe.
Katzen sind einfach toll. Ich bin eher ein Katzenmensch als ein Hundemensch, vor Hunden habe ich sogar eine leichte Hundophobie - je kleiner die Hunde, desto größer die Angst. Schäferhunde sind toll, ohne Frage, aber so generell sind Hunde bei mir immer ein wenig kritisch. Es geht eben nichts über eine Katze für mich und das obwohl Katzen schließlich unberechenbarer sind und unzähmbarer. Aber das macht Katzen eben irgendwie aus.
Vielleicht gelingt es uns irgendwann doch einmal, Katzen zu haben - das wäre schön. Auch wenn unsere ersten Tests beim Allergologen nichts ergeben haben und die Hautärztin meinte, dass sie es uns beiden nicht empfiehlt, eine Desensibilisierung für Katzen zu machen, außer wir könnten Kontakt mit Katzen nicht vermeiden. Zu groß sei unsere Allergie-Spanne, als dass sie das guten Gewissens machen könnte, denn durch so eine Desensibilisierung können sich die Allergien sehr ungeschickt verschieben. Sehr tragisch das alles. Dabei bin ich zu 101% sicher, dass eine Katze zu einem sehr viel ausgeglicheneren Holk führen würde. Wer weiß aber, was die Zukunft bringt. Solange werde ich mich einfach an fremden Katzen erfreuen und an meinen Wallpapers, die zum Glück keine allergische Reaktion auslösen.
Friday, August 8. 2008
Heute ist nicht ist mein Tag; zumindest ist es einer dieser typischen Tage, an denen man sich denkt, dass man in der Truman Show ist. Zunächst mal wieder tolle Meldungen von meinem Endcontent-Raid, wo man den Leuten so richtig gerne mal da hintreten würde, wo die Sonne nie scheint und sich fragt, wie manche Leute so unloyal und so sprunghaft sein können - aber ich vergaß: im Internet kann man das ja machen, denn das sind ja alles keine realen Menschen hinter den anderen Anschlüssen.
Dann ein Spieler, der mit seinem Heildruiden-Twink mit nach Kara will (auf dem Server meiner Frau organisieren wir regelmäßig einen kleinen Kara-Raid in einer mehr oder weniger Stammgruppe), wobei der Twink weder Kopf-Verzauberung hat, noch Schulterverzauberung, von Aldor/Scryer-Ruf noch nie was gehört hat, auch sonst kaum was verzaubert hat, ein Trinket mit Verteidigung hat (als Heildruide), zwei Talent-Punkte nicht ausgegeben und er findet, dass er gut mit kann.
Dann jede Menge idiotische Klugscheißer, die Realität mit Halbwahrheiten bestimmen und dennoch so eine unglaublich große Fanbase haben, dass sie allen Mist sagen können, es ihnen jeder abkauft und wenn man sagt, dass es nicht stimmt und das mit Argumenten unterlegt, dann hat man eine Armee gegen sich. Heuchelei und Schleimerei, dass es einfach nur so trieft, aber eigenes Nachdenken? Keine Chance.
Dann bin ich eben einkaufen gewesen. Heute morgen war es kalt, da hatte ich die Fenster zu. Dann wurde es richtig warm, also machte ich sie auf und bin einkaufen gegangen. Als ich aus dem Rewe gekommen bin, war ein kleiner Weltuntergang draußen, bei dem man auf eine Arche Noah hoffen sollte, also schleppte ich mich durch den Regen zurück - irgendwann konnte ich nicht mehr nasser werden, daher ging ich gemütlichen Schrittes, denn es war sowieso egal. Zu Hause hatte es natürlich schon längst herein geregnet und ich war durch und durch nass.
Dann warte ich schon seit Wochen auf die Lieferung meines August Derleth-Readers, den ich für einen Artikel für die Cthuloide Welten brauche. Diesen Reader habe ich bei Amazon-Shops bestellt, aber dämlicherweise nicht auf die Bewertungen geschaut habe. Dann hätte ich gesehen, dass die Ware häufig nicht ankommt. Ich habe die Spezis dann mal angeschrieben und schön vorformulierte Antworten bekommen von wegen Lieferengpass etc. und habe denen jetzt bis heute Zeit gegeben. Wenn das nicht nächste Woche unterwegs ist, werde ich da meine A-Z-Garantie mal aufbrauchen bei Amazon und denen eine deftig schlechte Bewertung geben.
Wenigstens kam heute meine Yui Horie-CD, die ich auch bestellt habe; wie immer beim gleichen Shop bei Amazon-Shops. Die schicken aus Japan und sind richtig billig, Neuware und alles intakt und sogar zügig. Wieso können das die anderen nicht auch? Naja, wenigstens ein Lichtblick heute. Jetzt fehlt mir nur noch die hier, ihre aller erste CD und dann habe ich endlich alle. Und heute Abend gibt es dann irgendwas mit Hackfleisch - keine Ahnung, was. Ich habe mal sowohl für Chili wie auch für Hackfleisch-Auflauf geholt. Ein zweiter Lichtblick. Mal schauen, wo ich noch einen dritten, vierten, fünften und noch mehr her bekomme. So einfach lässt man sich schließlich nicht unterkriegen.
Tuesday, August 5. 2008
Nur Bekloppte auf den Straßen unterwegs! Ja, ja, ich weiß, ich auch und das denken die Anderen sicherlich auch von mir. Dennoch, das muss nicht sein: Krankenwagen steht auf meiner Straßenseite, so dass man kurz auf die Gegenfahrbahn wechseln muss. Also wartet man, bis ein Loch im Verkehr ist. Aber kommt eins? Nein! Warum? Weil die Leute auf der Gegenfahrbahn natürlich erst einmal gaffen müssen, was der Krankenwagen da macht und dazu muss man schließlich langsam fahren. Logisch. Dass sich da ein Rattenschwanz an Autos auf der Fahrbahn des Krankenwagens bildet ist egal. Aber dass auch wirklich jedes gottverdammte Auto so langsam werden muss, dass die Löcher, die man sich erhofft hatte, doch nicht reichen. Klar, langsamer fahren ist nicht verkehrt, wenn da ein Krankenwagen steht, falls jemand davor oder dahinter mit einer Trage entlang muss. Aber das war kein "Vorsichts-Bremsen", sondern ein "Gaffen-Bremsen", was man deutlich an den Gesichtsausdrücken der Fahrer gesehen hat.
Auch sehr schön: In unserer Straße hier ist nicht viel Platz. Auf der linken Seite sind Parkplätze, wodurch faktisch nur eine Spur da ist, die dann in einen Wendehammer mündet. Um auf unseren Parkplatz zu kommen, muss ich in den Wendehammer reinfahren. Cleverweise stellen Nachbarn von uns ihre Möbelwägen oder Fließenwägen immer genau so hin, dass man exakt nicht in den Wendehammer kommt bis sie mal zurückfahren oder vorfahren. Das wäre eigentlich kein Ding, denn so häufig kommt hier kein Auto vorbei. Das Ding ist aber, dass man immer so merkwürdig angeschaut wird, so nach dem Motto: "Was erdreistet der sich, ausgerechnet jetzt in diese Straße hier zu fahren?" Und ist auch nicht so, als ob man sich nicht beeilen könnte mit dem Ausladen; zumindest wenn man der Gemächlichkeit dieser Leute zuschaut. Man hat ja Zeit. Ja, ich auch. Trotzdem nervt es mich gewaltig an.
Wednesday, July 30. 2008
Ich komme mit Bürokratie einfach nicht zurecht; wie wohl viele. Und häufig erstaunt es mich einfach, was da für merkwürdige Kapriolen gibt, die da veranstaltet werden. So habe ich leider meine Lohnsteuerkarte 2008 verlegt. Jetzt brauche ich die aber, damit wir meine Frau und mich in günstigere Steuerklassen einstufen lassen können. Auch nach längerem Suchen zu Hause habe ich sie nicht mehr gefunden, obwohl ich mir sicher war, dass ich sie erst vor wenigen Wochen gesehen habe. Das ist natürlich mein Problem.
Das Finanzamt macht da aber ganz tolle Sachen draus, denn ich habe das Finanzamt angeschrieben via E-Mail, dass ich die Lohnsteuerkarte verlegt habe und ob sie mir eine neue zuschicken können. Am nächsten Tag habe ich anscheinend eine mehr oder weniger elektronische Standard-Antwort bekommen, dass der Eingang meiner Mail bestätigt wird und: "Sollte Ihre Mail eine Frage zu Ihren individuellen steuerlichen Angelegenheiten enthalten, oder eine Rückfrage unsererseits erforderlich machen, so werden wir uns mit Ihnen aus datenschutzrechtlichen Gründen auf dem Briefpostweg in Verbindung setzen." Soweit, so gut, denn das ist verständlich, wenn es um Steuersachen geht oder es besonders persönlich ist, dass das anders nunmal nicht geht.
Eine Woche später (!) habe ich dann auch tatsächlich einen Brief bekommen vom Finanzamt, in dem lediglich steht, dass sie mir bei diesem Problem nicht weiterhelfen können und ich mich dazu an die Gemeindeverwaltung wenden muss. Da geben die also lieber Porto aus, um mir eine solche Auskunft postalisch zu geben; das hätte man doch auch per E-Mail mir sagen können, oder? So richtig geheim oder persönlich oder steuerrechtlich ist diese Auskunft nicht.
Dass ich dann bei der Gemeindeverwaltung angerufen habe und die aber auch noch nicht die richtige Stelle war, sondern das Bürgerbüro, an das sie mich weiter geleitet hat, ist dann wieder ein anderes Thema und auch bei weitem nicht so spannend und reicht auch nicht für einen ähnlich langen Blog-Eintrag. Daher sei dies hier nur am Rande erwähnt.
Sunday, July 27. 2008
Mein Vater hat Krebs - das muss keinem leid tun und da muss auch keiner was deswegen sagen, schon gar keine Beileids-Bekundungen oder ähnlichen Schmonsenz, denn er hat schon seit etwa drei Jahren Krebs und tot ist er schließlich noch nicht. Was für ein Krebs es genau ist, weiß ich nicht. Ich glaube, irgendetwas mit der Leber. Genau wollte ich das nie wissen und will ich auch nie wissen. Ich leide bei solchen Sachen viel zu sehr mit. In einer Haruhi-Welt wäre ich wohl ein ganz klassischer Empath, denn das nimmt mich einfach immer zu sehr mit, denn ich kann mir das alles immer zu gut vorstellen, mich zu gut in die Position des Anderen reinversetzen und kann dagegen nur schwerlich etwas machen. Das ist so ungefähr, wie der Hulk eben grün wird, wenn er wütend wird; nur bei mir eben nicht ganz so imposant und auch nicht ganz so grün.
Wieso ich das nun schreibe? Weil mir danach war, weil mir danach ist. Schon seit längerem wollte ich einfach etwas dazu schreiben. Irgendetwas dazu, wie hilflos man sich da manchmal fühlt und auch wie wütend, weil man meint, dass er falsch behandelt wird - und das nicht nur von den Ärzten. Dass man da viel zu häufig das unbestimmte Gefühl der Gewissheit (ah, there's paradox!) hat, dass man selbst es anders und besser machen würde. Aber ich kann das nicht, denn das ist nicht mein Leben. Ich habe in der Vergangenheit da genug auch in meinem Leben gehabt, seitdem meine Frau auf einem Ohr taub geworden war (auch schon sicherlich 6 Jahre her) - das hat schon genug und zu gut an den Energie-Reserven gezehrt. Daher kann ich das noch nicht einmal bei einem Leben, aus dem ich ausgezogen bin, das sich jenseits des Rheins auf der anderen Seite abspielt. Denn ich kann und werde nicht diesen Fehler machen, mein Leben zu zerrupfen, weil sie damit nicht fertig wird. Doch das ist ein anderes Thema, das es eigentlich wert wäre, auszuführen, aber ich auch nicht will. Doch hat es seinen Grund, auch wenn es zunächst vielleicht unmenschlich klingt, vielleicht klingt es auch so wenig mitfühlend - dabei ist der Grund genau das Gegenteil.
Ich weiß schon länger, dass mein Vater Krebs hat. Am Anfang dachte meine Mutter, dass er das nächste Weihnachten nicht erlebt - falsch gedacht. Und doch hat sie es geschafft, mich verrückt zu machen damit. Denn wenn man etwas häufig genug hört, beginnt man auch daran zu glauben - egal, wie sehr man nicht daran glauben will. Es sickert durch, setzt sich fest, saugt sich fest, ob man will oder nicht. Er erlebte aber das nächste Weihnachten und auch das darauf und auch letztes. Dennoch waren immer wieder diese Zeiten, in denen die "DOOOOM!"-Rufe geschahen und wie es bei "DOOOOOM!"-Rufen so ist, verhallen sie besonders dumpf, wenn auch mit unangenehmen Echo. Dennoch: Sie verhallen und von ihnen bleibt nichts als das Echo und auch das ist weg - kein Untergang, kein DOOOOM.
Meine Mutter hatte mir gestern dann gesagt, dass die Chemo-Therapie nicht mehr fortgesetzt wird: Lebensqualität und so. Denn das alles hat sich nach den neueren, härteren Therapien dieses Jahr, doch wohl langsam auch dahin ausgedehnt, dass es Auswirkungen auf seinen Kopf hat. Und tatsächlich ist es merkwürdig, meinen Vater in den letzten Wochen zu sehen. Wie wenig Elan er hat, wie wenig Motivation, wie schwerfällig er geworden ist, sowohl körperlich als auch geistig - ein Mann, der Zeit seines Lebens begeisterter Fußballer und Tischtennis-Spieler war, Sport geliebt hat und immer auf Achse war. Es ist ein merkwürdiges Gefühl und es wurde in den letzten Wochen immer merkwürdiger. Um so mehr hatte ich die Befürchtung, dass er unsere Hochzeit nicht mehr mitbekommen kann - doch das konnte er zum Glück und es lief auch gut, auch wenn er auch dort ein wenig apathisch teilweise wirkte.
Die Chemo-Therapie wird also nicht mehr fortgesetzt. Was das heißt? Ein viertel Jahr? Ein halbes Jahr? Ein Jahr? So ungefähr die Worte meiner Mutter. Wieder DOOOOM? Wieder nur Echo? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich es wohl recht gefasst aufgenommen hatte. Kein Zusammenzucken - vielleicht habe ich es auch schon längerem geahnt. Im Prinzip hatte ich mich innerlich auch schon vor unserem Türkei-Urlaub von meinem Vater verabschiedet, da ich irgendwie ein ungutes Gefühl hatte - vielleicht ja auch nur ausgelöst durch meine Mutter, aber ich hatte dieses Gefühl. Vielleicht habe ich deswegen so eine gewisse Distanz. Doch habe ich sie wirklich?
Im Auto auf der Rückfahrt war ich in einer komischen Stimmung. Ständig hörte ich bestimmte Lieder meiner CD im Repeat. Und dann fiel mir wieder auf, wie sehr manchmal doch Musik wirklich wie ein Soundtrack des Lebens ist, wie sehr es Stimmungen auffangen kann und wiedergeben kann. Ich habe das Gefühl gehabt, dass ich nichts gefühlt habe, dass ich es gefasst aufgenommen habe. Insbesondere, da es schließlich immer noch ein DOOOOM-Ruf hätte sein können. Doch warum wollte ich dann auf einmal einfach nur heim? Und da musste ich an Marcs Interpretation von Dr. Horrible denken und zumindest weiß ich jetzt - glaube ich - welches Gefühl er meinte, welche Beteuerung, dass er nichts fühlt und dennoch ist es anders. Aber ich denke, dass man dieses Gefühl nur fühlen kann, wenn man beteuern muss, dass man nichts fühlt, denn ansonsten ist es ein anderes.
Thursday, July 24. 2008
Neue Anekdoten von der Lotto-Mafia-Front: Das Telefon klingelt ...
"Guten Tag, spreche mich mit Herrn Holger Göttmann?"
- "Ja."
"Schön, dass ich Sie erreiche, Herr Göttmann. Sie haben vor geraumer Zeit an einer Verlosung der SKL teilgenommen und nicht gewonnen..."
- "Ja, und ich habe kein Interesse an irgendetwas in der Richtung noch einmal teilzunehmen."
"Sie wissen doch aber gar nicht, worum es geht."
- "Doch, weiß ich. Es dreht sich nämlich dann immer um das gleiche."
"So, so, dreht sich also immer um das Gleiche. Na gut, dann wünsche ich ihnen noch einen schönen Tag."
Natürlich wird man dann verunsichert, wenn man dann so einfach "gewinnt" und die einen in Ruhe lassen. Dennoch ist es wirklich so: Besonders, wenn die anfangen mit "Sie haben bei der SKL teilgenommen und nicht gewonnen" hatte ich bisher nur Anrufe, bei denen dann gesagt wurde, dass dies nun eine Entschädigungs-Aktion wäre und blablupp. Immer! Wirklich immer! Natürlich ist das nun fies, denn ich mache mir Gedanken, ob das nicht vielleicht doch jetzt anders gewesen wäre. Realistisch betrachtet kann es das aber nicht gewesen sein.
Wobei man sagen muss, dass ich zwischendurch kaum von denen belästigt worden bin, aber die letzten Tage hat es wieder zugenommen. Gerade letztens hatte ich auch wieder so jemand Penetrantes am Telefon bzw. meine Frau, der dann nicht sagen wollte, worum es geht - nur mir persönlich. War eben doch nur wieder einmal so ein blödes Gewinnspiel. Und diese seriös-verschwiegene Nummer können die sich doch echt mal sonst wohin schieben.
Wednesday, July 9. 2008
Was gibt es eigentlich nun zu meiner Hochzeit zu erzählen? Schon so einiges und das sollte ich auch so langsam endlich einmal machen, sonst mache ich es nie, wie ich leider an meinem DRSRM-Bericht gemerkt habe; je weiter das Ereignis fort rückt, desto unmotivierter werde ich, dazu etwas zu tippen. Ich muss anscheinend wirklich immer zeitnah bloggen, sonst bringt das alles nichts. Schon merkwürdig, ist aber so. Ich beschränke mich da einfach einmal auf einen Schnell-Durchlauf mit ein paar ausführlicheren Anekdoten oder vermutlich eher Anekdötchen.
Continue reading "Come my love I'll tell you a tale"
Monday, July 7. 2008
Diese Situation hat mich wütend, brüllend und sprachlos gemacht: Ich fahre am Frauenlobplatz entlang und dazu muss man sagen, dass das Einbahnstraßen in der Neustadt von Mainz sind, bei denen mit Sicherheit keine zwei Autos aneinander vorbei kommen können. Vor mir blockiert ein großer Kombi die Straße und steht mitten auf der Fahrbahn, während neben ihm ein Parkplatz ist. Allerdings ist der Parkplatz doch ein Stückchen davor, so dass man den nicht nutzen kann, um an dem Kombi vorbei zu fahren. Ich stelle mich also hinter den Kombi und warte.
Nach etwa 1 Minute kommt ein Mann heraus, steigt in das Auto ein und fährt an. Ich fahre auch an, da ich denke, er fährt jetzt weiter, denn er hat keinen Blinker gesetzt, um in den Parkplatz zu fahren; ganz davon ab, dass er dann schon vorher hätte in den Parkplatz fahren können. Er fährt an, fährt ein Stück vor, ich fahre ein Stück hinterher und er setzt plötzlich den Rückwärtsgang ein - ohne Vorwarnung. Ich schaue verdutzt und halte, schaue nach hinten, ob ich rückwärts fahren kann und das ging natürlich nicht, da in dieser 1 Minute natürlich noch zwei weitere Autos hinter mir standen.
Ich bleibe demnach stehen. Der Kombi fährt weiter zurück und deutet mir nach hinten an, ich solle rückwärts fahren. Ich lege halbherzig den Rückwärtsgang ein, in der Hoffnung, dass die beiden Autos auch nach hinten fahren, aber - wie wir alle wissen - sowas klappt nie. Also bleibe ich stehen und schüttele den Kopf. Er fährt weiter zurück, hat weiter den Rückwärtsgang drin. Ich deute nach hinten und schüttele den Kopf mit dem deutlichen Signal: "Da geht nix." Er fährt weiter zurück. Mir wird es zu bunt und ich zeige ihm den geistigen Scheibenwischer mit der Hand.
Plötzlich geht die Tür auf und der Mann kommt aus dem Auto auf mich zu, macht meine Tür auf (ich war zu sprachlos, um auch nur ansatzweise an die Panik-Verriegelung zu denken) und schimpft, wieso ich nicht zurück fahre. Ich war mittlerweile selbst schon wütend bei all der Unverschämtheit, die der Kerl vorher an den Tag gelegt hatte und nun pampt er mich auch noch an, also sage ich ihm, dass er dann eben den anderen Autos hinter mir sagen soll, dass sie zurückfahren sollen, aber so geht das nicht. Der meckert noch eine Weile rum, geht dann wieder nach vorne in sein Auto, steigt ein und ... legt den Rückwärtsgang ein.
Ich rolle mit den Augen und bin sichtlich sprachlos und schüttele den Kopf, um ihm wieder zu zeigen: "Das funktioniert so nicht." Er steigt dann nach 1 Minute des versuchten Rückwärtsgangs aus, kommt auf mein Auto zu, macht meine Tür wieder auf und schimpft: "Das hat mich so aufgeregt, dass sie so gemacht haben!" Und meint damit den geistigen Scheibenwischer, den ich ihm gezeigt habe. Ich war wieder sprachlos, dass ich es auf einmal war und schimpfe dann zurück: "Und mich hat das aufgeregt, dass sie mitten auf der Straße stehen und blockieren! Fahren sie doch einfach endlich einmal eine Runde!" Der Mann meckert noch weiter, schüttelt dann den Kopf, macht meine Tür wieder zu und ich brülle ihm noch hinter, dass er endlich fahren sollte. Das machte er auch - aber nun wirklich einparkend. Ein Kumpel von ihm aus dem Wäscherei-Laden, in dem er vorher war, kam auch noch dazu und winkte ihn rein.
Ich kann wirklich nur den Kopf schütteln über so viel Dreistigkeit und Unverschämtheit und wie ich dann plötzlich derjenige gewesen sein soll, der an dieser Situation schuld gewesen sein soll. 1. hat er mitten auf der Straße geparkt und diese blockiert, obwohl direkt (!) nebendran ein Parkplatz war, 2. hat er beim Anfahren keinen Blinker gesetzt, um anzuzeigen, dass er in diesen Parkplatz rein will, und 3. hat er dann keine Runde gedreht oder den Autofahrern hinter mich gebeten, zurück zu fahren, als er merkte, dass das nicht geht. Ich bin da wirklich sprachlos darüber, kann nur den Kopf schütteln und schiebe das auf die dunklen Wolken draußen und den Sturm - zumindest hoffe ich, dass es nur daran lag.
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Comments
Fri, 21.11.2008 14:58
Mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt klappt es dieses Jahr leider nicht. Wir sind erst zwischen den Jahren (also nach [...]
Mon, 17.11.2008 18:58
Danke für den Hinweis. Korrigiert.
Mon, 17.11.2008 18:52
Was ein deutsche Vizejugendmann ist kann ich mir vorstellen, aber was ist ein Schtsmeister? (SCNR)
Fri, 14.11.2008 12:49
Ja, können wir gerne schauen mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt. Wir sind wohl wieder zwischen den Jahren unten in [...]
Fri, 14.11.2008 10:50
Ich muß mal schauen, momentan haben wir noch keine großen Pläne gemacht. Evtl die Turniertage und das avarische [...]
Fri, 14.11.2008 09:53
Dimo! Ich musste häufiger in letzter Zeit mal an dich und die anderen Nebellegendler denken. Dieses Jahr ist es leider [...]