Thursday, November 13. 2008
Ein Tabletop-RPG (via Andreas Melhorn) mit der Prämisse: "What if all those extremist groups got their way? What if the bootstrap Libertarians, suburbo-fascist Californians and radical leftists in the Pacific Northwest, angered by a political action so abhorrent that they shattered America forever?" Kostenlos noch im Wahlmonat (also bis Ende November), danach für 5$. Also gerade für die Sammler unter uns von Kuriositäten vielleicht interessant. Nein, ich denke da natürlich nicht an ganz spezielle Leute von euch.
Sunday, November 9. 2008
Erste Eindrücke vom ersten Spielen von D&D 4th: Das Kampfsystem ist viel schnittiger und macht viel mehr Spaß als bei D&D 3rd - soweit ich das mit Level-1-Charakteren beurteilen kann. Es ist übersichtlicher, einfacher und dynamischer. Man wird jetzt zwar auch zum Kartenkampf mehr oder weniger gezwungen, aber das war auch schon bei D&D 3rd mit seinen ganzen Feats so, nur dass es dort viel unübersichtlicher war eben wegen der ganzen Feats. Außerdem waren die Klassen bei weitem nicht so gut aufeinander abgestimmt. Bei D&D 4th hat jeder Charakter automatisch eine funktionierende Funktion (entschuldigt, die Uhrzeit, aber ich denke, es ist klar, was ich meine). Es funktioniert einfach und das ist das Wichtige.
Das Kampfsystem ist nun deutlich von MMORPGs inspiriert, gerade was die Funktionen angeht. Manche mögen das so als Übel beschimpfen, denn D&D 4th macht eine böse Kollaboration mit MMORPGs, die unter eingefleischten Nur-P&P-Rollenspielern als das Böse schlechthin gesehen werden (zu meiner Zeit waren das noch TCGs und die waren damals eigentlich genauso wenig "das Böse", auch wenn es alle dazu machten und zwischendurch waren es auch irgendwie mal LARP und HdR, die "das Böse" waren - Jesus und so; ich bin gespannt, was es in 10 Jahren angeblich ist). Allerdings war es ursprünglich anders, denn die MMORPGs und sicherlich besonders WoW bedienten sich an D&D. Warum sollte D&D nun nicht im Umkehrschluss sich davon auch wieder inspirieren lassen? Ein ganz natürlicher Schritt und nur ein Kleingeist sperrt sich aus Prinzip dagegen, denn was da nun rausgekommen ist, ist - meiner Ansicht nach - eine deutliche Verfeinerung des doch viel viel zu sperrigen und hölzernen D&D 3rd, das Charakterkonzepte unnötig einschränkte und die Spieler häufig den Weg hat verlieren lassen. Das geht bei D&D 4th schon alleine durch den "Respecc" nicht mehr. Großartig.
Natürlich sind auch so schnittige, neuere Mechanismen wie "no-named" drin, die ich schon immer eine grandiose Erfindung fand und natürlich auch sehr gut ins Genre passen. Es gibt "Aktions-Punkte", die den Buffy-Spielern unter uns womöglich als "Drama Points" bekannt sind oder anderen als Karma-Punkten, leider nicht so vielseitig wie Drama Points, aber immerhin. Endlich wurde mit dem doch merkwürdigen Memorier-System aufgeräumt und in ein funktionstüchtigeres Power-System umgebaut, bei dem man natürlich noch sieht, wo es her kommt, aber dennoch mehr Möglichkeiten bietet. Man hat also immer Möglichkeiten, etwas zu machen und wenn es nur popelige At-Will-Powers sind, nachdem man seine Encounter-Powers und Daily-Powers rausgeholzt hat.
Rollenspiel hatten wir heute noch nicht wirklich viel, doch das lag weniger am System als vielmehr an uns. Es war eine recht neu zusammen gewürfelte Truppe, da muss man sich erst einmal finden. Außerdem ging es auch darum, das System zu entdecken. Und da muss ich ganz klar sagen: Das System behindert Rollenspiel nicht. Ja, es fördert es auch nicht unbedingt. Aber D&D 3rd hat es nun auch nicht gefördert. Ich wage sogar zu behaupten, dass D&D 4th Rollenspiel eher zulässt als D&D 3rd. D&D 3rd hatte schon bei der Charaktererschaffung solche Einschnitte in Charakterkonzepte machte, die man bei D&D 4th nicht mehr hat. Meine Halfling-Dex-Pala war bei D&D 3rd systemtisch der Horror, mein Halfling-Dex-Cleric war für D&D 4th genauso gut wie jede andere Kombination. Das heißt nicht, dass es beliebig ist, was man nimmt. Mir geht es hier in erster Linie um den Aspekt: Ist es spielbar? Und da ist diese Kombination genauso spielbar wie jede andere auch und das ist das Wichtige.
Man kann D&D 4th nun so spielen, dass man sich von Encounter zu Encounter hangelt und das macht auch Spaß. Man kann zwischendrin Rollenspiel machen, wie schon immer. Natürlich geht man eher in den Strategie-Modus, wenn die Karte hingelegt wird und dann die Miniaturen drauf stehen. Aber auch hier kann man in-character dran gehen oder gemeinsam ein Table-Top draus machen. Und in vielen Rollenspielgruppen waren die Kämpfe sowieso die Momente, in denen am wenigsten in-character-Aktion statt fand. Von daher ändert sich auch hier nicht viel zu den vorherigen Editionen. Die ganzen Buh-Rufe, dass D&D 4th das Charakterspielen zu Gunsten von Encounter-Hangelei aufgibt, kann ich daher nicht nachvollziehen. Das ist genauso möglich, wird genauso gefördert, wie in den vorherigen Editionen. Ob man es macht und wie ausgiebig man es macht, hängt von der Gruppe ab. Das System legt einem hier keine Stolpersteine in den Weg.
Bleibt also nur zu sagen, dass das Kampfsystem und die Charaktererschaffung einfach schnittiger sind (ich mag das Adjektiv im Zusammenhang mit D&D 4th einfach, denn es passt) und es somit - meiner Ansicht nach - eine deutliche Weiterentwicklung zu den alten Editionen darstellt. Damit wurde D&D 3rd der verdiente Todesstoß erteilt und für mich ist D20 nur noch im Zusammenhang mit Cthulhu-D20 wirklich denkbar, denn da hat es durchaus funktioniert. Aber D&D 3rd werde ich zumindest wohl höchstens noch mit spitzen Fingern anfassen, denn da gibt es Besseres: AD&D aus Nostalgie-Gründen und weil das das System ist, mit dem ich "aufgewachsen" bin und mit dem ich daher immer noch sehr viel verbinde, oder D&D 4th, weil es einfach moderner, griffiger und stimmiger ist. Das ist zumindest mein Eindruck nach einem recht ausgiebigen Tag des Testens und praktischen Reinschnupperns in das System. Möglicherweise machen wir noch einiges falsch, möglicherweise haben wir einiges übersehen, aber wenn ich meine ersten D&D 3rd-Runden mit der Runde heute vergleiche, war das heute wesentlich befriedigender und spaßbringender.
Ein wenig traurig, dass D&D 4th angeblich bereits tot nach seiner Geburt sein soll, aber da vermute/hoffe ich einfach mal darauf, dass das lediglich der übliche Internet-Anti-Hype ist, der sich durch den ach-so-elitären Kreis der alten D&D 3rd-Liebhaber eingeschlichen hat und nur deswegen so vehement und durchdringend ist, weil die dümmsten Bauern die lautesten Stimmen haben. Wer sich jedes viel zu überteuerte Supplement zu D&D 3rd geholt hat, auswendig gelernt hat und nun merkt, dass all die Zeit und all das Geld umsonst war, bei dem ist es nicht überraschend, dass er angesäuert ist. Schon blöd, wenn man das nicht zum Spaß gemacht hat, denn dann muss man natürlich an so etwas Neuem und eigentlich Funktionierendem rummäkeln. Man findet schließlich immer etwas und wenn man nur ausdauernd und laut genug ruft, dann hat man auch irgendwann einmal recht. Dass da dann vielleicht nur einer von zehn Schreien stimmt, das geht dann natürlich im wütenden Getöse unter - so funktioniert das zumindest auch bei Horoskopen und Handlesern. Die Redlichkeit, Selbst-Kritik und Selbst-Reflektion dahinter dürfte auch in etwa gleich sein. Wenn ich jedes Jahr ankündige, dass die Welt unter geht, dann habe ich vermutlich irgendwann tatsächlich einmal recht, wobei das dann auch kein besonderer Verdienst ist. Das ist übrigens noch so ein Punkt, den WoW und D&D 4th gemeinsam haben.
Saturday, November 8. 2008
Vor einiger Zeit hatte der Leo mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, D&D 4th mit ihnen zu spielen. Er wollte gerade eine neue Gruppe aufmachen, um D&D 4th zu testen und da wäre ich ihm eingefallen. Fand ich total super, da ich den Leo zwar über meine Arbeit in der Videothek kannte, aber sonst nie so richtig viel mit ihm gemacht habe, auch wenn Leo und ich schon recht viele gemeinsame Interessen haben. Das hatte mich riesig gefreut, zumal ich D&D 4th sowieso schon seit geraumer Zeit ausprobieren wollte.
Was will der Storyteller/Method-Actor denn mit D&D 4th? Tja, es ist ja nicht so, dass ich nicht über meinen eigenen Tellerrand hinaus schaue und wenn ich es weiß, habe ich auch nichts gegen Dungeon-Crawl - sofern ich das vorher weiß und mich darauf einstellen kann. " Descent" macht mir schließlich auch einen ungeheuren Spaß und habe ich sehr gerne mit dem Hautz und dem John (auch Videotheken-Kollegen) gespielt. Generell habe ich da also nichts dagegen, sofern ich das vorher weiß - " Gruppenvertrag" und so, ne?
Außerdem scheint mir D&D 4th bisher viel schnittiger und spannender vom System her zu sein. Das macht den Eindruck, als ob auch mir da die Herausforderung Spaß machen könnte. Mit D&D 3rd konnte ich mich ja nie so recht mit anfreunden. Ich habe es zwar lange und ausgiebig Online mit NWN und NWN2 gespielt, aber da hat der Computer einem auch das System abgenommen und es ist einem daher weniger in die Quere gekommen; in die Quere gekommen ist es einem dort aber auch, weil ich das System schon damals sehr starr und einschränkend fand. Außerdem gingen mir die ganzen Prestige-Klassen und die unzähligen Supplements auf den Keks. Da war es irgendwann einfach nur noch ein Wettstreit, wer das aktuellere Supplement hat und wer die powergamerige Prestige-Klasse findet - von Hintergrund-Powergaming ganz abgesehen ("ich weiß mehr über das Setting als du, weil ich den Nebensatz in diesem einen Supplement kenne, das du nicht hast").
Kurzum: D&D 3rd war vielleicht notwendig, aber ein Übel. D&D 4th sieht für mich nach der richtigen Weiterentwicklung nun nach der Charaktererschaffung aus. Wie es sich nun spielt, werde ich heute herausfinden. Halfling-Sling-Dex-Cleric incoming! Ja, ich weiß, ich mache gerne abseitige Charakterkonzepte, aber allein daran kann man sehen, ob das System einen in der Charaktererschaffung dermaßen einschränkt, dass durchaus sinnvolle und logische Charakterkonzepte nicht klappen. So habe ich mich bei D&D 3rd jahrelang mit meiner Halfling-Dex-Paladin rumgeschlagen und es war regeltechnisch echt immer ein absolutes Würgen. Der Charakter war super, aber das System hat ihm immer wieder ganz schon gegen die Beine gefegt. Das ist mir nun bei meinem Halblings-Kleriker bisher noch nicht passiert und es passt ganz super. Der Leo war sogar auch ganz überrascht, nachdem er anfangs schon Angst bekam, dass mein Charakter nichts aushalten würde, aber als er dann die Werte, Feats und Powers sah, war er wohl milde gestimmt und sehr zuversichtlich. Das hat mich schon einmal sehr vom D&D 4th überzeugt. Wie sich das dann auch letztendlich spielt werde ich in etwa 3 Stunden dann erfahren.
Wednesday, October 22. 2008
Andreas hat eine sehr interessante Rezension über das neue WoD-Buch " Changeling: The Lost" geschrieben. Ich fand das alte Changeling von White Wolf schon überaus spannend, auch wenn ich das Konzept mit den beiden Welten schwer verständlich fand. Unwahrscheinlich gerne hätte ich es gespielt und habe mir vor ein paar Jahren auf dem Tentacles-Con eine (leider) deutsche Ausgabe von "Changeling" zugelegt. Was Andreas da aber über das neue "Changeling" schreibt, macht mich neugierig und neugieriger als auf das damalige "Changeling". Ich hoffe, das Buch gibt es noch ein wenig in den Läden, denn derzeit habe ich meinen "Luxus-Etat" überschritten, was solche Sachen betrifft und werde es mir wohl leider nicht vor Weihnachten zulegen. Sehr schade. Changeling: The Lost, halte durch bis dahin!
Monday, October 6. 2008
Spannend sind die selbst ernannten Götter des Rollenspiels; und damit meine ich nicht die Götter in den jeweiligen Settings, sondern die Spieler. Es gibt so viele selbst ernannte Päpste des Rollenspiels, die genau wissen, wie man zu rollenspielen hat, dass man egal auf welchem Con, egal auf welchem Server man immer mindestens einen davon findet. Das Ganze sieht dann meist so aus, dass derjenige sehr dogmatische Ansichten von Rollenspiel hat - ein Rollenspiel-N*zi.
Er weiß, wie der perfekte Rollenspieler auszusehen hat, der Uber-Rollenspieler. Und er weiß auch immer genau, wie Andere zu spielen haben. Er hat den größten Einblick, sowohl in den eigenen Charakter (aber der ist für ihn meist unwichtiger), aber noch viel mehr in die Charaktere von Anderen und hier liegt auch das größte Erkennungsmerkmal des Rollenspiel-N*zi: Alles muss so gemacht werden, wie er es will, sonst ist es kein Rollenspiel und dies gilt ganz besonders dabei, wie andere ihre Charaktere zu spielen haben. Level-Aufstiege müssen beispielsweise immer im Rp ausgespielt werden, Zauber und Fertigkeiten müssen immer auch im Spiel erlernt werden. Aber gerade hieran sieht man, wie wenig Ahnung so jemand vom Rollenspiel hat, wenn es hier das dogmatische "immer" gibt, denn "immer" ist das nicht gut.
Es macht wirklich Spaß, diese Sachen auszuspielen, aber man muss es nicht immer. So etwas darf nie zum Selbstzweck verkommen! Man spielt nicht Rollenspiel, um etwas auszuspielen, man spielt Rollenspiel, um Spaß zu haben. Natürlich darf man diese Sachen ausspielen! Habe ich auch schon gemacht und es macht auch Spaß. Aber es sollte passen. Nicht immer auf Biegen und Brechen hinaus alles ausspielen müssen, denn darunter (Achtung, hier kommt das Paradox) leidet das Charakterspiel! Ja, genau, richtig gehört - es leidet darunter. Es wird nicht gefördert, sondern zum Zwang und dadurch unnatürlicher. Häufig werden diese Ausspielsachen so sehr in die Situation zwanghaft reingepresst, dass diese Ausspiel-Situationen nichts Natürliches mehr an sich haben und genau hierunter leidet dann Charakter- und Situations-Tiefe. Bei Filmen und Büchern geschieht auch nicht immer alles minutiös dargestellt. Es gibt Sachen, die off-screen passieren. Bitte auch mehr davon im Rollenspiel, denn das fördert die Charaktertiefe, auch wenn gerade diese Leute das nicht glauben wollen.
Thursday, September 18. 2008
Richterin Barbara Salesch für Rollenspielverlage.
Thursday, July 3. 2008
Das hier ist ein ganz tolles Spiel! Also, um mal wieder mit meinen Belobigungen weiter zu machen. Und das sage ich jetzt nicht nur, weil ich das erklärt bekommen und gleich 4 mal hintereinander gewonnen habe. Das Spiel hat mir schon vorher bei der Erklärung sehr gut gefallen. Es ist ein wenig wie Schach mit dynamischem Spielbrett, worin wohl auch mein persönlicher Vorteil lag.
Das Spiel ist recht schnell erklärt: Alle Figuren haben sechs Ecken und durch das Hinlegen entsteht das Spielfeld. Es gibt eine Bienenkönigin und verloren hat derjenige, dessen Bienenkönigin als erstes eingemauert ist von anderen Figuren - egal ob eigene oder feindliche. Es gibt noch weitere Spielfiguren mit jeweils unterschiedlichen Bewegungsarten: Spinne, Hirschkäfer, Ameise und Grashüpfer - grundsätzlich hangeln sich die Spielfiguren an den Seiten der anderen Figuren entlang (Ausnahme der Hirschkäfer). Innerhalb der ersten vier Zügen muss die Königin gesetzt werden und sobald die Königin gesetzt wurde, darf man nicht nur Figuren ins Spiel bringen (die man nur so setzen darf, dass sie nicht an die gegnerische Farbe angrenzen), sondern sie auch endlich bewegen.
Der Schnellschuss dieser Erklärung ist sicherlich reichlich verwirrend ohne die Figuren selbst und am besten spielt man es einfach mal. Aber es macht wirklich unglaublichen Spaß und hat eine spannende Dynamik. Ein wenig überrascht hatte mich wirklich, dass ich 4 von 4 Spielen gewonnen habe gegen den Leo, der das mitgebracht hat, aber ich denke, da darf ich schon ein wenig stolz auf mich sein und vermutlich bin ich doch einfach strategisch geschickt und hatte da durch das Schach ein gutes Training. Aber das Spiel kann ich jedem nur recht herzlich empfehlen und sobald ich mal 20 Euro frei habe, werde ich mir das sicherlich auch zulegen - für 2 Personen und mit festen, nicht verschnörkelten, aber pragmatisch angenehmen Spielsteinen. Da gibt es wohl auch eine Erweiterung mit einem neuen Stein für jede Farbe und zwar dem Moskito, das immer die Bewegungs-Art annimmt, wo es dran hängt.
Monday, April 28. 2008
Ausgelöst durch eine Mail heute morgen von einem alten Kender-Spieler, der seinen Realnamen aus der Kenderliste gestrichen haben will, bin ich einmal wieder ins Grübeln gekommen und habe wieder "LARP-Anfangs-Gedanken" bekommen. Die hatte ich schon früher, eigentlich schon sehr viel länger, denn beispielsweise habe ich den Ralf Hüls ja mehrfach auf der Spiele-Messe getroffen, wenn ich dort wegen dem Pegasus-Stand war und hatte mit dem auch schon darüber geredet, dass ich mal wieder anfangen wollte. Auch meinen alten Kumpel Dirk "Tür-Kyle" Wieczorek habe ich bei meinem letzten Spiele-Messen-Besuch getroffen und habe mich tierisch gefreut und gesagt, dass ich gerne mal wieder mit den Tyrlies auf einen Con wollen würde. Oder auch mit meinen Oschenheimern. Mit den Friedländern vom Nebellegenden e.V. würde ich auch gerne wieder spielen oder auch mal mich wieder bei meinen Drachenreitern melden, beim Thilo und so weiter. Leider kam es dann nie so, leider! Und das, obwohl ich den Vorsatz habe und mir ja auch Anfang diesen Jahres zu einem meiner 10 Vorsätze gemacht habe.
Continue reading "Den chabe ich mir aber größer vorgestellt"
Monday, February 25. 2008
Wie bereits angekündigt war ich gestern im "Herr der Ringe"-Konzert hier in Mainz in der Phönix-Halle. Das war auch soweit wirklich ganz nett; ungwöhnlich, da ich schon lange in keinem Konzert mehr war, aber nett. Die Musik war auch nett, wobei Yannick und Marc schon recht haben, dass der HdR-Soundtrack nun nicht zur besten Film-Musik gehört, aber ein paar nette Themen hat. Merkwürdig waren bei dem Konzert die Dia-Bilder, die hinter das Orchester an eine Leinwand geworfen wurden, denn die hatten so etwas von frühen Rollenspiel-Eigen-Illustrationen und hätte man sich wirklich schenken können. Dafür war aber die Musik gut und auch die Solo-Sängerin, die dann "die" bekannten Gesangs-Stücke gesungen hat, hat das auch besser gemacht, als die von mir nicht wirklich geschätzte und sogar sehr wenig gemochte Enya.
Wieso aber der Titel? Nein, mit dem Orchester hat es nichts zu tun, mit dem Soundtrack auch nicht, sondern mit ein paar Leuten, die hinter uns gesessen haben: LARPer. Das habe ich erst zur Pause hin erkannt, dass es LARPer sind, wie man an der (meiner Ansicht nach) schlechten Gewandung dann sehen konnte, denn das waren eher bessere Fastnachts-Kostüme als vernünftige Gewandungen (Ausnahmen bestätigten die Regel). Während dem 1. Teil des Konzertes habe ich mich nur über ein paar Quassel-Tanten hinter uns geärgert, die meine Freundin dann durch einen mahnenden Blick wenigstens kurzzeitig ruhig stellen konnte. Aber diese Quassel-Heinis waren wohl die LARPer. Die waren uns sogar anfangs bereits unangenehm aufgefallen, als wir (zugegebenermaßen ein wenig spät) in den dunklen Saal kamen, die Reihe fanden und die beiden Damens in Gardinen-Prinzessinnen-Gewandung fragten, ob die Reihe hier mit 1 beginnt bzw. welche Plätze das wären und wir nur ein leicht arrogantes "das ist doch jetzt egal" gesagt bekamen. Ja, wir waren ein wenig spät, ja, es war schon dunkel, aber es hatte noch lange nicht angefangen das Konzert. Von daher hätte man auch einfach sagen können "ja, wir sitzen hier auf Platz 1 und 2" oder so. Aber das ging wohl nicht.
Auch während der Pause und nach dem Konzert kamen mir ganz gruselige Gedanken, dass ich eigentlich auch LARPer bin - so wie diese Leute. Und diese Leute haben irgendwie so gar keinen netten und aufgeschlossenen Eindruck gemacht. Mir schien es eher, als ob sie sich für etwas Besseres hielten, da sie sicherlich dachten, dass sie HdR und Fantasy sowieso viel besser kennen würden als alle Zuschauer hier und die Fachleute wären. Nur muss nicht jeder Rollenspieler gleich bei so etwas in Gewandung auftauchen oder den oberkrassen Fachmann raushängen lassen. Mir schien, dass sowieso einige von denen nur dort hin gegangen waren, weil HdR drauf stand und nicht weil sie die Musik hören wollten; was dann auch das Geplaudere während dem Konzert erklärt. Am Ende des Konzerts ist dieses Grüppchen dann auch schon während dem Klatschen aufgestanden und rausgegangen. Das empfand ich als ungeheuer unhöflich dem Orchester gegenüber, aber wie mir dann danach gesagt wurde, wollten sie wohl die Zuschauer verabschieden. Ja: "Verabschieden" eher, denn die standen lediglich draußen rum und haben ansonsten nichts gemacht. Von wegen "Verabschieden! Die wollten begafft werden. Noch nicht einmal ein wenig Unterhaltung haben sie gemacht, indem beispielsweise mal der Nazgûl irgendetwas "in-character" macht, was dann wirklich ganz witzig hätte sein können oder der Elb auch irgendetwas. Nein, die haben da rechts und links Spalier gestanden und sich untereinander unterhalten. Das hätte man auch interessanter machen können - wenn schon, denn schon!
Und während mir bewusst wurde, dass wir eigentlich zur gleichen Gruppe gehören, wusste ich nicht mehr, ob ich das wirklich wollte. Ich bin immer noch LARPer, auch wenn ich schon lange auf keinem Con mehr habe, aber dennoch fühle ich mich der LARP-Szene verbunden. Aber das? Diese Leute dort? Da habe ich für geschämt, wie die aufgetreten sind. Ein guter Bekannter, Matthias Herfen (aka torpedo), hat einmal in seinen Leges Simplices gesagt: "Denkt daran, dass wir alle Botschafter des Live-Rollenspiels sind" - damit war gemeint, dass man sich aufgeschlossen, nett, höflich und zuvorkommend verhalten soll, denn Live-Rollenspiel hat nicht unbedingt das beste Image. Daher sollte jeder darauf achten, dass man zeigt, dass Live-Rollenspieler auch nur ganz normale Menschen sind, keine Freaks, einfach ganz normale Menschen, die Improvisations-Theater mögen, gerne in andere Rollen schlüpfen, womöglich gerne Gewandungen basteln und solche Sachen. Aber dieses Grüppchen wirkte wirklich eher auf mich wie ein Grüppchen, das auch weiterhin ein Grüppchen sein wollte. Aber ein Grüppchen, das bestaunt werden will, das im Mittelpunkt stehen will. Eine der Damen hatte ein so neon-grünes Kleid an, dass eine Kenderin es hätte tragen können, aber das wäre 1. unpassend auf einem HdR-Konzert gewesen und 2. wäre dann ein Wurst-Kender geworden und hätte höchstens als überdimensionaler Hobbit funktioniert.
Nein, nein, irgendwie habe ich mich da schon geschämt und mir kamen ganz gruselige Gedanken. Ich habe überlegt, ob ich nicht auch so war - oder sogar bin. Denn ich bin früher auch in Gewandung an bestimmte Orte gegangen, aber ich denke/glaube/hoffe! dass ich mich nicht so verhalten habe. Ich denke schon, dass ich nerdig oder geekig bin, aber das war mir einfach ungeheuer peinlich, was dieses Grüppchen da abgezogen hat: Fremdschämen hoch zwei. Das hat sicherlich nichts mit Neid zu tun, dass ich auch gerne einmal wieder auf einen Con würde, denn so ein peinlicher Auftritt auf einem HdR-Konzert hat nichts mit einem Con zu tun. Und ich bin mir einfach absolut sicher, dass bei sämtlichen Events mit den Drachenreitern damals, bei denen wir auch so etwas "ähnliches" gemacht haben, wir bei weitem aufgeschlossener, freundlicher und unterhaltsamer rüber kamen. Ist das nun die Next-Generation an LARPern gewesen? Die, die über HdR auf Rollenspiel/LARP gestoßen ist und daher so anders ist? Klar, auch früher gab es merkwürdige Leute im LARP, sogar ganz verstockte, kuriose und peinliche Gestalten. Aber die haben sich wenigstens nur auf Cons mit ihren fettigen Haaren getraut und nicht auf solche Veranstaltungen, bei denen sie eigentlich als Botschafter des Live-Rollenspiels auftreten, ich mir aber nur peinlich berührt die Hand vor die Augen halten kann, wie früher als Kind, wenn sich im Fernsehen zwei Leute küssten.
Tuesday, January 15. 2008
Auf dem cthulhu.de-Blog gab es gestern eine Meldung, die mich schon neugierig gemacht hat: Innsmouth Escape - das brauch ich! Einmal wieder ein Brettspiel und zwar von den Machern von "Zombies!!!", das ich auch besitze und immer wieder recht gerne spiele; auch wenn wir bisher immer nur die ersten Versionen gespielt haben und ich wirklich mal "Medieval" (mit Skeletten und Necronomicon) und "Zombies!!! - The End" (mit Zombie-Hunden!) spielen wollte. Da bin ich wirklich mal gespannt. Aber ich habe hier ja auch noch "Arkham Horror" rumliegen, das ich endlich mal gerne an einem Spiele-Abend hier spielen würde. So viele Spiele, so wenig Zeit. Aber irgendwann... ja, irgendwann!
|
Comments
Fri, 21.11.2008 14:58
Mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt klappt es dieses Jahr leider nicht. Wir sind erst zwischen den Jahren (also nach [...]
Mon, 17.11.2008 18:58
Danke für den Hinweis. Korrigiert.
Mon, 17.11.2008 18:52
Was ein deutsche Vizejugendmann ist kann ich mir vorstellen, aber was ist ein Schtsmeister? (SCNR)
Fri, 14.11.2008 12:49
Ja, können wir gerne schauen mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt. Wir sind wohl wieder zwischen den Jahren unten in [...]
Fri, 14.11.2008 10:50
Ich muß mal schauen, momentan haben wir noch keine großen Pläne gemacht. Evtl die Turniertage und das avarische [...]
Fri, 14.11.2008 09:53
Dimo! Ich musste häufiger in letzter Zeit mal an dich und die anderen Nebellegendler denken. Dieses Jahr ist es leider [...]