Friday, October 10. 2008
Ich widme mich gerade einer epischen Aufgabe: Ich räume unser Computerzimmer auf. Die Details will ich da natürlich nicht ausplaudern, aber was mir dabei auffiel, war die Eigenart von alten Computerspiele-Verpackungen. Ganz früher, also noch zu C64er/Amiga-Zeiten waren die Boxen eigentlich recht angenehm. Da gehörten eigentlich alle Spiele dazu. Von den "Ultima"-Teilen über die SSI-AD&D-Spiele bis hin zu "James Pond" und Konsorten. Das waren eigentlich immer meine Lieblingsverpackungen, denn die sahen schon immer gut aus, denn die hatten so einen angenehmen Glanzeffekt und liesen sich sehr einfach öffnen. Bei den moderneren Spielen ist diese Art der Verpackung immer noch anzutreffen bei den "Tomb Raider"-Teilen oder bei "Dark Project".
Die hatten so einen Hebe-Deckel, den man hochheben musste und dann konnte man alles da reintun. Zwischendrin gab es in der PC-Spiele-Zeit so eine Phase, in der es solche Pappschachteln gab, die man aufmachen musste  und innendrin gab es nochmal eine Pappschachtel, die man erst aufklappen musste und dann findet man erst Handbuch und CD. Beim Öffnen der Verpackungen macht man sich meist irgendwie die Hand kaputt, denn der Karton/die Pappe macht einem häufig so kleine Wunden an Fingernagelbett und ähnlichen Stellen, so dass man danach aussieht, als ob man irgendetwas geschreinert hätte. Das war eine absolute Unart in der Spiele-Entwicklung und - das muss man leider sagen - Blizzard hatte sich ganz besonders dieser Art der Verpackung gewidmet. Ich habe mir eben bei unseren alten Diablo-Verpackungen wirklich das Fingernagelbett aufgerissen - mehrmals! Wobei Blizzard nicht die einzigen waren, Activision hat mir auch mit "Heretic 2" ein paar solcher Wunden eingebrockt und Lucasarts bei "Star Wars: Rebellion" ebenso. Diese Art der Verpackung scheint es nicht mehr zu geben - zum Glück. Meiner Finger danken diesem Wechsel.
Mittlerweile gibt es ja fast nur noch die DVD-Verpackungen. Viel platzsparender als die riesigen Pappschachteln und sehen trotzdem eigentlich immer nach was aus. Außerdem kann man sie extrem angenehm öffnen. Dennoch fehlt ihnen dieses nostalgische Vakuum der ganz alten Spiele-Verpackungen. Kennt ihr das? Also, diejenigen, die alt genug sind, früher C64er/Amiga-Spiele zu spielen und davon auch noch Originale besaßen? Oder eben auch die älteren Tomb-Raider-Teile. Das war so ein tolles Gefühl, denn irgendwie gab es beim Auspacken des Spieles so einen Druckausgleich und dann gab es so ein ganz eigenes Geräusch, wenn die Luft innerhalb der Spielepackung herauskam. Physiker werden mir sicherlich wieder erklären, dass das nichts mit Vakuum zu tun hat, denn da ist ja immerhin was, dennoch denke ich, dass man diesen Effekt damit am besten umschreiben kann. Ich habe dieses Gefühl jedenfalls immer gemocht. Hach ja, die guten alten Spielezeiten. Das hat zwar mehr Platz gekostet, aber hatte irgendwie mehr Stil als die neueren DVD-Verpackungen.
Und jetzt gehe ich erst einmal meine Finger verarzten. Aua, aua, aua...
Wednesday, October 8. 2008
Der Blizzard-Authenticator ist wieder lieferbar. Also schnell zugreifen, die Investition lohnt sich wirklich. Die Unannehmlichkeit, vor dem Einloggen immer eine Zahl einzugeben, ist wirklich verkraftbar dafür, dass der Account damit dann absolut sicher vor Keyloggern ist. Ich bin jedenfalls absolut begeistert von meinem Authenticator.
Tuesday, October 7. 2008
Viel zu lange habe ich schon nicht mehr über mit einen der besten Animes geschrieben, die ich bisher gesehen habe: The Melancholy of Haruhi Suzumiya. Dazu habe ich schon so einiges geschrieben - einfach unter dem jeweiligen Tag nachschauen, denn ich bin sicher, dass es da noch mehr werden. Vor ein paar Tagen sind dann auch meine 2. und 3. DVD der ersten Staffel eingetroffen und da nun auch eine Google-Suche sich mit der Frage "In welcher Reihenfolge Melancholy of Suzumiya Haruhi" (diese Frage kein Verb - dennoch liebe solche Fast-Satz-Suchen) auf mein Blog verirrte, dachte ich mir: Der Person kann geholfen werden.
Sogar ganz einfach, nämlich auf der Wikipedia. Wie ich schon schrieb, war ursprünglich eine andere Reihenfolge der Episoden für den Anime beabsichtigt. Der Anime teilt sich grob in 6+7+1 Folgen ein, davon sind 6 Folgen der Hauptplot, 7 Folgen sind Einzelepisoden, die nach dem Hauptplot spielen (davon eine Doppelfolge) und dann kommt noch "The Adventures of Mikuru Asahina", die komplett rausfällt. Bei der Ausstrahlung ist allerdings ein kleiner Fehler passiert, so dass die Folgen (fast absichtlich) falsch gesendet wurden. Aus der Not wurde eine Tugend gemacht und seitdem wird "Melancholy" eigentlich immer in der "falschen" Reihenfolge richtig geschaut. Und diese Reihenfolge ist tatsächlich besser. Ich war am Anfang skeptisch, aber es ist wirklich so. Wer sich "Melancholy" ansehen will, sollte sich an diese Reihenfolge halten:
01. "The Adventures of Mikuru Asahina Episode 00" (11)
02. "The Melancholy of Haruhi Suzumiya Part 1" (1)
03. "The Melancholy of Haruhi Suzumiya Part 2" (2)
04. "The Boredom of Haruhi Suzumiya" (7)
05. "The Melancholy of Haruhi Suzumiya Part 3" (3)
06. "Remote Island Syndrome Part 1" (9)
07. "Mystérique Sign" (8)
08. "Remote Island Syndrome Part 2" (10)
09. "Someday in the Rain" (14)
10. "The Melancholy of Haruhi Suzumiya Part 4" (4)
11. "The Day of Sagittarius" (13)
12. "Live Alive" (12)
13. "The Melancholy of Haruhi Suzumiya Part 5" (5)
14. "The Melancholy of Haruhi Suzumiya Part 6" (6)
Die Zahlen hinter dem Folgentitel geben die chronologische Reihenfolge an.
Continue reading "God Knows"
Monday, October 6. 2008
Spannend sind die selbst ernannten Götter des Rollenspiels; und damit meine ich nicht die Götter in den jeweiligen Settings, sondern die Spieler. Es gibt so viele selbst ernannte Päpste des Rollenspiels, die genau wissen, wie man zu rollenspielen hat, dass man egal auf welchem Con, egal auf welchem Server man immer mindestens einen davon findet. Das Ganze sieht dann meist so aus, dass derjenige sehr dogmatische Ansichten von Rollenspiel hat - ein Rollenspiel-N*zi.
Er weiß, wie der perfekte Rollenspieler auszusehen hat, der Uber-Rollenspieler. Und er weiß auch immer genau, wie Andere zu spielen haben. Er hat den größten Einblick, sowohl in den eigenen Charakter (aber der ist für ihn meist unwichtiger), aber noch viel mehr in die Charaktere von Anderen und hier liegt auch das größte Erkennungsmerkmal des Rollenspiel-N*zi: Alles muss so gemacht werden, wie er es will, sonst ist es kein Rollenspiel und dies gilt ganz besonders dabei, wie andere ihre Charaktere zu spielen haben. Level-Aufstiege müssen beispielsweise immer im Rp ausgespielt werden, Zauber und Fertigkeiten müssen immer auch im Spiel erlernt werden. Aber gerade hieran sieht man, wie wenig Ahnung so jemand vom Rollenspiel hat, wenn es hier das dogmatische "immer" gibt, denn "immer" ist das nicht gut.
Es macht wirklich Spaß, diese Sachen auszuspielen, aber man muss es nicht immer. So etwas darf nie zum Selbstzweck verkommen! Man spielt nicht Rollenspiel, um etwas auszuspielen, man spielt Rollenspiel, um Spaß zu haben. Natürlich darf man diese Sachen ausspielen! Habe ich auch schon gemacht und es macht auch Spaß. Aber es sollte passen. Nicht immer auf Biegen und Brechen hinaus alles ausspielen müssen, denn darunter (Achtung, hier kommt das Paradox) leidet das Charakterspiel! Ja, genau, richtig gehört - es leidet darunter. Es wird nicht gefördert, sondern zum Zwang und dadurch unnatürlicher. Häufig werden diese Ausspielsachen so sehr in die Situation zwanghaft reingepresst, dass diese Ausspiel-Situationen nichts Natürliches mehr an sich haben und genau hierunter leidet dann Charakter- und Situations-Tiefe. Bei Filmen und Büchern geschieht auch nicht immer alles minutiös dargestellt. Es gibt Sachen, die off-screen passieren. Bitte auch mehr davon im Rollenspiel, denn das fördert die Charaktertiefe, auch wenn gerade diese Leute das nicht glauben wollen.
Sunday, October 5. 2008
Noch ein Klassiker, der mir gerade wieder in die Hände gefallen ist und ganz gut auch zu dem Artikel über August Derleth passt, den ich gerade für die Cthuoide Welten schreibe:
The Horror! The Horror! (Heart of Darkness)
Der Horror, der Horror. Was ist der Horror am Mythos? Wohl kaum, dass er überraschend ist, ansonsten wäre es kaum faszinierend, einen weiteren Lovecraft-Schmöker auszupacken, sich einen weiteren Lumley im McFast-Book-Shop zu holen oder einen weiteren C.A. Smith aus dem mottenverseuchten Speicher auszugraben, den man noch nicht gelesen hat. Schließlich wissen wir bereits ganz genau, wenn wir das Label „Lovecraft“ auf dem Cover sehen, was uns erwarten wird mit dem Umblättern der ersten Seite. Wir wissen genau, worauf wir uns einlassen, was auf uns „beyond the threshold“ erwartet. Wir wollen genau das, was uns dort erwartet – aus welchen Gründen auch immer -, denn ansonsten würden wir uns kaum diesem „Lovecraft“-Label (oder vielleicht besser allgemein dem „Cthulhu-Label“) zuwenden oder spätestens nach dem zweiten Produkt mit diesem Label aufhören, denn danach ist der Überraschungswert nicht mehr wirklich gegeben.
Er war vielleicht einmal gegeben, das erste Mal, als wir ein Shadow out of Time aufgeschlagen haben, vielleicht auch noch das zweite Mal, als „The Haunter of the Dark“ sich in unser Gehirn brannte, vielleicht auch noch ein drittes oder viertes Mal, aber wenn man ehrlich ist, ist es schon bald bei weitem nicht mehr so „überraschend“, denn man weiß in gewisser Weise, was einen erwartet – und das ist doch auch der Grund, warum man dorthin zurückkehrt. Auch ein Columbo hat immer wieder erschreckend ähnliche Strukturen, dennoch kehrt man zu ihm zurück, Gute Zeiten, Schlechte Zeiten bringt auch keine wirklich neuen Wendungen – aber man will diese auch nicht wirklich, denn wenn man einschaltet, um Columbo zu sehen, dann will man Columbo sehen, wenn man einschaltet, um Star Trek – The Next Generation zu sehen, dann will man ST:TNG sehen. Ebenso sind alle Horror-Filme auch erschreckend ähnlich, in manchen Genres unterscheiden sich noch nicht einmal wirklich die Lokationen, selbst die Charakter-Stereotypen sind sich nicht unähnlich. Und dennoch kommt man immer wieder zu ihnen zurück.
Muss der Mythos also wirklich unbedingt eine Überraschung sein? Für die Spieler kann es nicht mehr wirklich eine Überraschung sein. Ähnlich wie der Leser spätestens wohl nach dem 10. Lovecraft-Werk ungefähr weiß, wie der Hase läuft (es gibt im Prinzip auch nur eine endliche Anzahl von Möglichkeiten, zu beschreiben, wie jemand wahnsinnig wird, ab einer gewissen Zahl, wird es recht ähnlich und die Varianz liegt dann häufig nur noch darin, zu welcher Seite der sabbernde Speichel des Wahnsinns aus dem Mund des Verstandes tropft). Besonders muss man hier aufpassen, dass die Enttäuschung bei den Spielern nicht erzeugt, wenn man dann ein „ganz innovatives Nicht-Mythos-Abenteuer“ einstreut. Ist die Erwartung dann nicht Cthulhu gewesen ? Horror? Aber dann war es doch nichts Übernatürliches? Die meisten Leute würde so etwas enttäuschen.
Es kann also auch nicht der „richtige“ (tm) Weg sein, nun tolle Nicht-Mythos-Abenteuer zu spielen, Vampire, Werwölfe, Zombies – gibt es dafür nicht andere Settings? Systeme, die für manches davon besser geeignet sind? Wenn das System „Cthulhu“ heißt, wäre das nicht eine Mogelpackung dann? Geht es hier dann nicht eher darum, sich mit dem Label „Cthulhu/Lovecraft“ selbst zu schmücken? Eigene Beweihräucherung, weil eben jenes Label etwas „Elitäres“ hat? Man will zum „inneren Kreis der tollen Cthulhu-Spieler gehören“. Dass man dann nicht Cthulhu spielt, wird gerne übersehen, das macht die Identität kaputt. Wenn es nur um „irgendeinen“ Grusel geht, warum dann nicht das phänomenale Unknown Armies? Oder auch „nur“ Beyond the Supernatural? Little Fears, Kult, DSA? Warum das eine System und das andere System nicht? Label-Fixierung?
Wenn die Spieler also sowieso nicht mehr überrascht werden können, dann muss man also auf die Charakterebene gehen – ähnlich wie der Leser einer Lovecraft-Geschichten nun nicht mehr wirklich überrascht werden kann, die Protagonisten der jeweiligen Handlung aber wechseln. Denn eben jene Charaktere sind es, die immer wieder den Mythos neu erleben, in ihn neu eintauchen und somit als Vehikel für den Leser dienen können, ebenso wie der Rollenspielcharakter für den Spieler. Doch mit Kampagnen im altbekannten old-fashion-style wird das kaum möglich sein. Dann wohl doch eher analog dazu, wie eben auch dem Leser der Cthulhu-Mythos immer wieder und wieder „neu“ althergebracht dargeboten wird. Was in der Literatur immer wieder eine neue Geschichte ist, kann ebenso im Rollenspiel gemacht werden, nur darf man sich dann nicht zu sehr an Charakteren festmachen – die Lösung: One-Shots oder Kurzkampagnen. Nicht die Charaktere sind es, die dann die Sitzungen verbinden, sondern der Mythos.
Und hiermit wäre man dann wesentlich näher und ehrlicher, wenn man sagt „ich spiele Cthulhu“. Denn dann spielt man „Cthulhu“, weil man „Cthulhu“ spielen will und nicht, weil man eben jenes Label zum eigenen Rollenspielidentitätsaufbau missbrauchen will. Denn mit neuen Charakteren, mit dem Aufschlagen einer neuen Kurzgeschichte, ist auch jedes Mal der Mythos anders – und dennoch dann auch wiederum nicht. Nur wer sich endlich von alt eingesessenen Rollenspielschemata und -konventionen lösen kann, endlich versteht, „warum“ er Cthulhu spielt und „was“ überhaupt cthuloid ist, nur jener wird vom allseligmachenden und erleuchtenden Schein umgeben und das Licht der Erkenntnis auch zu jenen bringen, die in der Dunkelheit ihrer eigenen Scheuklappen wandeln – what a Brave New World.
Saturday, October 4. 2008
Es gibt manchmal wirklich dämliche Film-Poster und manchmal gibt es wirklich gelungene Poster. Hier einmal ein paar, die mir die letzte Zeit aufgefallen waren:
 Dieses Poster ist einfach faszinierend. Erst sehr spät war mir aufgefallen, dass da eigentlich kein Gesicht drauf zu sehen ist. Und der Film ist sogar noch mit Sandra Bullock, die ich ziemlich mag und an sich klingt der Film auch ganz spannend. Gehört jedenfalls zu den Filmen, die ich mir schon seit längerem einmal ansehen wollte, der aber bisher leider immer gegenüber anderen Filmen verloren hat. Sehr schade.
Auch ein ungeheuer faszinierendes Bild gibt es bei dem Remake des Eastern-Horror "The Call". Anfangs dachte ich, die Augen sehen irgendwie verstörend aus mit diesen komischen Pupillen, bis ich dann einmal genauer hinsah. Hat mir ungeheuer gut gefallen. Der Film selbst ist übrigens eher - naja. Ich hatte "The Call" mir einmal angesehen, weil ich hier im Blog bei der Google-Suche mal die witzige Suche "Verstehe das Ende von 'The Call' nicht" hatte, die zu einem alten Blog-Eintrag von mir wohl geführt hat. Da dachte ich mir: Dem Sucher kann sicherlich geholfen werden und dazu mache ich einen eigenen Blog-Beitrag. Naja, den Blog-Beitrag gab es dann nie, denn ich sah den Film - zugegebenermaßen nur nebenbei beim Farmen - und beim Ende dachte ich mir auch: "Hmmmm, jaaaaa." Es war nun nicht wirklich schwer verständlich, aber ich fand es zu wirr, um das irgendwie dann richtig erklären zu können. Es machte schon Sinn, aber war ... merkwürdig; das hat mich ein wenig an das Ende von "The Ring - Spiral" erinnert, der ja bekanntermaßen floppte und dann den "The Ring 2" erzeugte, nach dem Motto "'The Ring - Spiral' war nie passiert . Das Remake habe ich mir letztens dann auch einmal angesehen und das hat dieses merkwürdige Ende dann komplett ausgeblendet. Vermutlich zu recht.
 Zu guter Letzt noch ein Bild von einem Film, den ich nicht gesehen und den ich mir wohl nicht ansehen werde, bei dem ich das Bild aber auch sehr gelungen und hübsch fand. Da habe ich auch erst einmal eine Zeit lang gebraucht, bis mir bewusst wurde, aus was das Bild da nun genau besteht, denn ich sah die ganze Zeit nur Pilze - witzigerweise sah ich hier erst später den Totenkopf. Ob das irgendwelche psychologischen Rückschlüsse zulässt? Ja, ich mag Pfifferlinge einfach. Was mich auf die Idee bringt, dass ich mal demnächst wieder irgendwas mit Pfifferling-Sauce machen könnte. Hmmmm, lecker!
Friday, October 3. 2008
Es ist mir schon häufig passiert und es wird mir immer wieder passieren: Wer eine unbequeme Meinung direkt und ehrlich sagt, erntet Schläge. Sei dies, dass man querdenkt und dies unbequem ist, sei dies, dass man Sachen ausspricht, die andere nur denken, aber sich nicht trauen, sei dies, weil man für etwas eintritt, woran man glaubt. Ich werde es auch immer wieder machen. Und dennoch bin ich immer wieder am Zögern. Ist es das wirklich wert? Das ist immer die Frage, die ich mir davor stelle.
Früher war die Antwort auf diese Frage eindeutig: Ja, das ist es. Ich bin pluralistisch und demokratisch aufgewachsen. Es ist gut, eine Meinung zu haben, sie zu sagen und dafür einzutreten. Doch ganz ehrlich: Das machen sehr wenige Menschen heutzutage. Ich habe dann schon häufig allein auf weiter Flur gestanden. Natürlich habe ich im Vorfeld dann Versicherungen bekommen: "Ja, ja, du machst das richtig so. Wir sehen das auch so." Und dann stürzt man sich in den Kampf und denkt, dass man Leute im Rücken hat - but Rogues do it from behind. Denn viel zu häufig kam von dort dann nichts. Kein bisschen Unterstützung kam und häufig nur Kopfschütteln und Achselzucken und plötzliches Seitenwechseln.
Mittlerweile ist die Antwort auf diese Frage nicht mehr ganz so eindeutig, aber eigentlich immer die gleiche: Ja, das ist es - aber vielleicht lasse ich den Stress diesmal doch. Gerade diesen Zusatz habe ich mittlerweile häufig. Einfach noch einmal eine Nacht darüber schlafen, einfach noch einmal auf sich ruhen lassen und sich vor Augen führen: "Wenn du es nicht sagst, sagt es sonst keiner und nur, weil du so doof warst, das zu sagen, was Andere denken, bekommst du dann wieder die Prügel." Aber das ist genau der Punkt: Wenn ich es nicht sage, sagt es keiner, denn die Leute sind feige. Da wird dann falsche Freundlichkeit vorgespielt, Nettigkeit geheuchelt, obwohl man doch deutlich zwischen den Zeilen Anderes verstehen kann - wenn man einigermaßen die Augen offen hält und wach mitdenkt. Aber wer macht das heute denn schon? Gerade im Internet? Aber nicht nur dort...
Ich denke mir häufig: "Nein, diesmal nicht. Das ist es nicht wert. Ignoriere es einfach. Es gibt andere Sachen, wichtigere Sachen." Aber was ist wichtig? Was ist wichtiger, als einfach auch frei und ohne Angst seine Meinung zu sagen und sagen zu können? Es gibt nichts Wichtigeres. Zur Meinungsfreiheit gehört eben auch, damit zu leben, dass man für seine Meinung Prügel einsteckt; besonders wenn diese Meinung unbequem ist - aber wenigstens ist sie dann ehrlich. Nur das muss man ertragen können, wenn man schon seine unbequeme Meinung sagt. Das ist nicht schön und vermutlich auch nicht so richtig im Sinne der Meinungsfreiheit, gehört aber dazu, denn in einer perfekten Welt leben wir nur in unserer eigenen. He has to endure it.
Thursday, October 2. 2008
Mittlerweile ist "mimimi" ein geflügeltes Wort geworden, auch wenn es so richtig nur in der WoW-Community, denn außerhalb davon scheinen es kaum welche zu kennen. Daher hier einmal ein paar veranschaulichende Links, damit auch der Rest weiß, woher es kommt und warum es ein Synonym für ständiges Herumjammern ist; das kann die WoW-Community bekanntermaßen ja besonders gut und inbrünstig, kein Wunder also, dass sie dafür sogar ein eigenes Wort haben.
Wednesday, October 1. 2008
Kamikaze Kaito Jeanne ist einer meiner Lieblingsmangas/animes, wie sicherlich einige Wissen und wie man spätestens am Blog-Titel lesen kann. Das liegt nicht daran, dass das so ein ungeheuer innovativer Anime ist. Nein, es ist sogar eigentlich ein recht klassischer Magical-Girl-Manga/Anime, aber dafür berührt es mich inhaltlich einfach ungemein, weil ich da eine ungeheure Identifikation mit hin bekomme.
Das ist nun kein Manga/Anime, den ich jemandem empfehlen würde, obwohl es wirklich für mich einer der besten ist - aber eben "nur" für mich. So etwas gibt es, dass bestimmte Sachen eigentlich nur für einen selbst wirklich wert haben, denn nüchtern betrachtet ist der KKJ-Anime gar nicht so stark und wird erst in der 2. Staffel so richtig gut, aber ist insgesamt eher aufgebläht durch die typischen "Monster-of-the-Week"-Folgen, die allerdings - meiner Ansicht nach - gelungener sind als die entsprechenden "Monster-of-the-Week"-Folgen bei Sailor Moon. Sowieso hat KKJ einfach mehr Charaktertiefe als Sailor Moon, denn bei KKJ geht es wirklich in erster Linie um die Charaktere und nicht um das Abenteuer an sich.
Was mir allerdings letztens über den Weg gelaufen ist und was ich daher verlinken wollte, ist ein wirklich gelungenes Video zu KKJ, das den Anime gut einfängt, Maron/Jeanne gut einfängt: Maron's Story.
|
Comments
Fri, 10.10.2008 16:04
http://rgb2r.de/index.php?id=5
Mon, 06.10.2008 15:38
Ja, SoL wird definitiv ein interessantes Talent, was ich mitskillen werde, wenn es denn so bleibt wie es derzeit [...]
Sat, 04.10.2008 14:25
Link-Dieb, Video-Räuber! Die Ode an das Mi wollte ich doch auch bei Gelegenheit bringen… Naja, dann muss ich halt was [...]
Mon, 29.09.2008 10:43
Stimmt, die habe ich noch. Nächster Videoabend. Ich habe ja auch noch deinen DVD-Player.
Mon, 29.09.2008 10:40
Weil ich es übersehen habe. Danke für den Hinweis.
Mon, 29.09.2008 09:21
Wenn Du schon eine Pingelmeldung bringst (die ich vollstens unterstütze, da ich selbst pedantisch z.B. meine CDs [ja, [...]
Sun, 28.09.2008 11:48
Da fällt mir ein: du hast noch mein Enduring Vision… oh, die Klingel, ich muss weg…
Sat, 27.09.2008 15:44
Pssst: das heisst “tl;dr”. Ohne das Semikolon wirst du von Chanologen und hardcore-Forentrollen sonst gedisst. Ja, auch [...]
Sat, 27.09.2008 03:00
Ach ja, bevor da jemand nun den vorhersehbaren Witz macht, mache ich ihn lieber mal selbst: tldr Ha, ha.
Tue, 23.09.2008 23:26
Oh weh, wie peinlich! Natürlich geändert. Danke.