Meinen Quasi-Junggesellen-Abend habe ich nun auch hinter mir. Wieso "quasi"? Weil es nun auch nicht der klassischste war und genauso spontan, wie nun eigentlich alles rund um unsere Hochzeit. "Quasi", weil es ähnlich wie die Hochzeit auch eher im kleinen Kreis war, aber auch in gutem Kreis, denn mit dem Marc schaue ich eben einfach gerne Filme und das haben wir heute auch gemacht. Und mit dem Tobi habe ich eben auch noch recht lange telefoniert. Ein recht ungewöhnlicher Junggesellen-Abend, aber eigentlich auch typisch für mich und ganz bezeichnend. Die ersten 5 Folgen von "The Melancholy of Haruhi Suzumiya", "Whisper of the Heart" und noch zwei Kalkofe-Folgen; zugegeben, jetzt auch nicht unbedingt das Männer-Programm, aber dennoch schön. Wir hatten auch natürlich noch ein paar Männer-Sachen da, aber haben uns dann doch für diese anderen Sachen entschieden.
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The Melancholy of Haruhi Suzumiya" hatte ich
letztens schon etwas über die ersten 2 Folgen geschrieben und die nächsten 3 Folgen sind auch wirklich super. Ich kann es jedem nur empfehlen. "Postmoderne Magical-Serie" war es, was mich geködert hatte, aber das trifft das Genre nun nicht wirklich. "Science-Fiction"-Serie steht auf meiner DVD auf dem Rücken drauf, aber das trifft es auch nicht. Als erstes kam mir als Genre "Mystery" in den Sinn, aber auch das trifft es einfach nicht, denn bei "Mystery" stellt man sich doch eher "suspense" vor und nicht ... albern; und das ist die Serie durchaus. Sie ist eigentlich gelebter Dekonstruktivismus oder gelebter Post-Strukturalismus und wirklich, wirklich, wirklich (!) ganz großartig.
Ich freue mich ungemein auf die nächsten Folgen, kann aber jedem nur empfehlen, nicht die deutsche Synchro anzusehen, denn die ist wirklich, wirklich, wirklich (!) mies und verhaut die Charakter-Profile total: Mikuru hat eine normale Stimme in der Synchro, Kyon klingt vollkommen emotionslos im Deutschen und Yuki hingegen legt zu viel Emotionen in ihre Stimme rein und das passt bei keinem dieser Charaktere - so wirklich gar nicht. Es fällt mir wirklich schwer, etwas von der Serie zu erzählen, um jemanden neugierig zu machen, ohne ihn zu spoilern und dieses sehr eigene und vor allen Dingen bizaare Seh-Erlebnis nicht zu zerstören, daher kann ich da eigentlich wirklich nur eindringlich empfehlen, es sich einfach einmal anzusehen und auch genau anzusehen und es nicht den Kommentaren zur ersten Haruhi-Folge auf YouTube gleich zu tun. Kaufen!
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Whisper of the Heart" ist auch ein ganz entzückender Film und ich denke, dieses Adjektiv ist genau für diesen Film gemacht. Er ist ruhig, er ist dennoch kurzweilig, obwohl er ruhig ist. Er ist alles andere als ein Action-Film. Eine kleine, ruhige Geschichte über erste Liebe und die Verwirklichung von Träumen und das Autoren-sein und das sind alles Themen, die ich immer sehr schön finde. Witzigerweise habe ich
letztens doch schon einmal gesagt, dass in kurzer Zeit viele Filme und Serien ähnliche Saiten in mir angeschlagen haben und ganz witzigerweise hat es "Whisper of the Heart" auch gemacht - genau die gleichen Saiten! Wenn das mal kein Zeichen ist. Das klingt jetzt natürlich auch ähnlich verwirrend, wie das letzte Mal, aber vielleicht bildet sich dennoch mit jedem Mosaik-Steinchen mehr ein Bild heraus. Mich hat der Film jedenfalls sehr bewegt und berührt und mir noch einmal einen Tritt in den Allerwertesten gegeben.
Ich bin wohl wie Shizuku: Ich habe es nicht so einfach wie Seiji, habe nicht so viel Energie und Elan den in mir schlummernden Roh-Edelstein zu schleifen und muss da sehr mit kämpfen. Aber das will ich auch - das ist tatsächlich genau das, was "Iron Man", "The Melancholy of Haruhi Suzumiya" und "Enchanted" in mir als Saiten angeschlagen haben. Es ist nicht einfach. Viele sind genauso gut, aber man muss auch einfach einmal anfangen. Und gerade am Anfang tut dieses Anfangen weh, ist auch nicht perfekt, aber dennoch eben gut. Eine sehr ergreifende Szene war es für mich einfach, als der Großvater recht am Schluss Shizuku ihre Geschichte zurück gegeben hat und gesagt hat, dass er sie gelesen hätte und es eine schöne Geschichte gewesen wäre. Shizuku fängt aber gleich an zu weinen und sagt, er soll ihr doch die Wahrheit sagen und er sagt, dass die Geschichte natürlich nicht perfekt ist, aber das ist nichts am Anfang. Einfach eine tolle Szene, die genau dieses Gefühl in einem Schreiber darstellt; zumindest kenne ich es. Der Film hat mir einfach absolut aus der Seele gesprochen und viele Dinge daraus habe ich wieder erkannt. Ein ruhiger, schöner, nachdenklicher Ghibli-Film, den ich auch nur empfehlen kann.
All diese Sachen haben auch dazu geführt, dass ich vor einigen Tagen nochmal beim Standes-Amt angerufen habe. Bei der Anmeldung der Hochzeit muss man neben dem Namen auch noch einen Beruf angeben, den man gerade ausübt. Eigentlich ist das ziemlich dämlich, wie ich finde, denn es ist ziemlich unnütz, gerade in unserer heutigen Gesellschaft, in der sich alles so schnell ändert und dazu gehört auch der Beruf. Besonders dämlich ist es bei mir, der im März mit seinem Studium fertig geworden ist und nun erst einmal auf Arbeits-Suche ist, denn wirklich toll klingt "arbeitssuchend" bei sowas nicht. Da ich schließlich auch nebenbei freiberuflich für Pegasus lektoriere, hatte ich da ursprünglich dann "Lektor" eintragen lassen - klang ganz gut und ist auch eine der Richtungen, auf die ich mich bewerbe. Aber gerade diese Filme, die ich da eben genannt habe, haben mich alle wieder mehr in meine Richtung gedrängt, die ich schon seit langer, wirklich langer Zeit eigentlich so richtig anstrebe und ja auch bei Pegasus freiberuflich mache und nachdem ich letztens ein "Aha"-Erlebnis in dieser Richtung hatte, was das "Lektoren"-Sein betrifft, habe ich dann doch sehr mit mir gehadert, ob ich das wirklich in dieser Urkunde drin stehen haben will, denn wirklich glücklich war ich nicht mehr damit. Viel cooler wäre eigentlich das Andere gewesen, aber da es schon die Woche vor dem eigentlichen Termin gewesen war, dachte ich, es wäre zu spät. Aber wenn ich es nicht probiere, würde ich mich vielleicht ärgern, dass ich es nicht doch probiert hatte.
Also rief ich dann doch beim Standes-Amt an und ließ "Lektor" umtragen und zwar in "Autor". Das trifft es - irgendwie. Und ist es auch, was ich gerne wäre, was ich sogar streng genommen bin. Ganz ehrlich: Eigentlich kann ich mir etwas Anderes auch nicht so recht bei mir vorstellen. Muss ich aber, irgendwie - so bekommt man es schließlich beigebracht: "Bub, mach erstmal was Richtiges, dann kannst du das später immer noch machen." Nur dieses "später"...? Das bleibt später auch immer "später" und wird nie zum "jetzt". Witzigerweise auch genau eine der Thematiken aus "Whisper of the Heart". Und so glücklicher bin ich nun nach dem Film damit, dass ich das tatsächlich in der Urkunde habe ändern lassen. Das gibt mir persönlich vielleicht auch ein wenig Auftrieb, ein wenig Energie, ein wenig Kraft, die ich einfach brauche - ähnlich wie Shizuku.
Und das schreibe ich jetzt noch hier nach dem Telefonat mit Tobi. In ein paar Stunden muss ich dann wieder raus und dann geht es zum Standes-Amt. Bin ich aufgeregt? Nein, nicht wirklich. Ich habe lediglich ein wenig Angst, dass irgendwas noch schief läuft, dass irgendwas nicht passt, dass entweder wir oder jemand von unserer Familie zu spät kommt, das Wetter doof ist oder sonst etwas. Aber mit der Sache an sich? Nein, bin ich nicht nervös. Ich freue mich einfach und irgendwie überschattet das die Nervosität eigentlich - glaube ich. Ist schwer zu sagen.
Edit Nachtrag: Gerade eine nette Anekdote von dem leider sehr unterschätzten und verkannten Wil Wheaton gelesen, die ich einfach in diesem Beitrag verlinken mag, denn das, was Wil da schreibt, passt einfach zu gut zu einem Teil von mir da oben; außerdem liest es sich (wie immer bei Wil Wheaton) sehr angenehm und inspirierend.´Ich weiß, nach meinem doch eher länglichen und vermutlich auch leicht verwirrenden Artikel (man verzeihe es mir um die Uhrzeit), ist das auch ein nicht gerade kurzer Artikel, aber dennoch eben sehr lesenswert.