Tuesday, September 30. 2008
Von apetito gibt es in der Serie Pasta e Basta die "Cappelletti Tomate Mozarella", die auch wirklich gut und lecker aussehen, daher habe ich die mal geholt. Das ist ganz angenehm, einfach auch mal sowas nur in die Pfanne werfen zu können und fertig ist es. Schmeckt auch gut. Aber eine Frechheit ist der Preis und das, was drinnen ist schon.
Ich hole bei solchen Sachen normalerweise zwei Packungen, denn ich weiß, dass eine für uns 2 nie langt. Aber ich war dann doch erschüttert, als ich gesehen habe, wie wenig dann sogar in zwei Packungen dabei raus kam. Schmeckt wirklich gut, aber bei dem Preis nur ein Essen, wenn man mal wieder im Lotto gewonnen hat.
Außerdem funktioniert die Technik bei den Mozarella-Stückchen nicht. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur zu blöd, um Fertiggerichte richtig zu kochen. Bei mir haben die sich nämlich nicht in der Soße und auf dem Essen verteilt, sondern sind zusammen geklumpt und haben sich immer wieder über meinen Kochlöffel gefreut und wollten den nicht mehr hergeben.
Monday, September 29. 2008
Bei Elunes Silbermantel! Da ist bisher die wichtigste Patch-Änderung an mir vorbei gegangen. Ich gehöre wohl zu den wenigen Holy-Priestern, die schon immer eigentlich eine gewisse Sympathie für "Surge of Light" hatten. Zugegeben, ich mag auch Randskillungen, Randskills und versuche gerne auch einmal andere Wege aufzuzeigen, wie man skillen kann (in BC leider irgendwie nicht wirklich möglich), wie man sockeln kann (schon eher möglich, zumindest fahre ich mit meiner Wk/Haste-Sockelung sehr gut) und so weiter. Auch habe ich schon immer eine kleine Schwäche für den Lichtbrunnen gehabt und ganz früher noch für die Holy Nova - 60 Sekunden CD und so (oder waren es 30 Sekunden?) ... das kennen die meisten von uns ja gar nicht mehr, wie Holy Nova früher war.
Und was darf ich jetzt sehen? "Surge of Light" wurde leicht abgeändert, so dass nun auch der Flash Heal instant wird. Wie geil ist das denn? Nicht, dass das jetzt vollkommen überpowert ist, aber ich finde, dass das durchaus nun mehr Sinn macht. Es besteht immer noch das gleiche Problem, warum SoL früher nie eine DPS-Aufwertung (ja, ja, schon ein wenig, aber was dem Talent das Genick schon immer brach, war die fehlende Critbarkeit des folgenden Zaubers), sondern schon immer nur eine "Mana-Verbesserung" war, denn der GCD ist immer noch da und der Unterschied besteht auch gerade beim Flash Heal dann nur in 1.5 Sekunden früher. Dennoch finde ich die Änderung sympathisch. Ob ich das dann skillen werde, weiß ich nicht. Reizen wird es mich sicherlich, ob man da eventuell irgendetwas Witziges damit anstellen kann, gerade wenn der Priester nun doch mehr Interesse an Crit bekommt. Da bin ich mal gespannt drauf, wie das wird.
"Surge of Light"! Hach ja, ich weiß noch, wie ich damit am Ende von WoW-Classic meinen Winterspring Frostsaber noch zu Ende gefarmt habe. Das sieht für mich einfach nur sympathisch aus, denn vielleicht wird es dadurch wirklich endlich mal wieder möglich, richtig unterschiedliche Skillungen zu machen und auch unterschiedliche Spielweisen innerhalb einer Klasse zu erzeugen. Denn mich hat es schon immer angenervt, wenn es "eine" Skillung gab und nur "eine" Spielweise.
Sunday, September 28. 2008
Vermutlich zur Spielemesse kommt übrigens auch einmal wieder eine Veröffentlichung heraus, an der ich beteiligt bin: USA - Großmacht unterm Sternenbanner. Auf meinen Artikel über die amerikanische Geschichte bin ich schon recht stolz, auch wenn man bei sowas natürlich immer ein wenig Angst hat, irgendetwas falsch dargestellt zu haben oder ähnliches; auch wenn ich das bezweifle. Ebenso natürlich ist es auch, dass da sicherlich dann die ersten Meckerer kommen werden, die dann meinen, dass man dies oder das vergessen oder ausgeblendet hätte, doch das geht nun einmal nicht anders bei einem räumlich begrenzten, eher kurzen Beitrag über amerikanische Geschichte. Denn fast 450 Jahre Geschichte in einen Beitrag zu packen, der wenige Seiten lang ist, ist wirklich nicht einfach. Dennoch denke ich, dass ich einen guten roten Faden gefunden habe und auch einige spannende Sachen reinpacken konnte, die nicht jeder weiß. Auch wenn ich noch so ungeheuer gern mehr über die Puritaner, über Jonathan Edwards, Benjamin Franklin, die Aufklärung usw. geschrieben hätte, denn das war sowohl einer meiner Schwerpunkte im Studium als auch meiner mündlichen Prüfung in Amerikanistik. Aber, oh weh!, der Platz, der Platz.
Ich bin jedenfalls guter Dinge, dass der Band eine ordentliche Anschaffung ist - nicht nur für Cthulhu-Spieler. Also, merken: Spielmesse 2008 - vermutlich, vielleicht.
Saturday, September 27. 2008
Wenn man Titel alphabetisch sortiert, gibt es eine Regel, die überraschend wenige zu kennen scheinen, die aber dennoch so ungeheuer wichtig ist: Artikel weglassen! Der Artikel wird bei so etwas immer mit einem Komma hinter den Titel geschoben. Denn ansonsten hat man:
"Arac Attack"
"Contact"
"Das Omen"
"Das fliegende Klassenzimmer"
"Das große Fressen"
"Das siebte Zeichen"
"Der große Gatsby"
"Der Herr der Ringe"
"Der letzte Mohikaner"
"Die Mumie"
"Hidalgo"
"K-Pax"
"M - Eine Stadt sucht einen Mörder"
"Sieben"
Es gibt einfach zu viele Titel, die einen Artikel am Anfang haben. Damit hätte man tausend Titel in der "D"-Kategorie und weitaus weniger in den anderen Buchstaben. Daher macht man es anders. Die obige Liste würde korrekter so aussehen:
"Arac Attack"
"Contact"
"Fliegende Klassenzimmer, das"
"Große Fressen, das"
"Große Gatsby, der"
"Herr der Ringe, der"
"Hidalgo"
"K-Pax"
"Letzte Mohikaner, der"
"M - Eine Stadt sucht einen Mörder"
"Mumie, die"
"Omen, das"
"Sieben"
"Siebte Zeichen, das"
Sonst hat man lauter Filme in der Kategorie "D" und "E", aber weitaus weniger in den anderen Kategorien und das kann schließlich auch nicht der Sinn der Sache sein. Oder Artikel ganz weglassen. Schmerzt mich als Philologen so richtig, denn bei der Arbeit an der Bibliographie meines Profs hat man das mit den Artikeln eingetrichtert bekommen.
Friday, September 26. 2008
Ich finde es traurig, wenn lange, durchdachte Texte im Internet nur zum Teil gelesen werden. Manchmal werden sie sogar gar nicht gelesen und dann höchstens mit dem Kommentar versehen: "tldr - too long, didn't read" oder "was für eine Textwand". Natürlich gibt es auch Textwände, natürlich gibt es auch unübersichtliche Texte, aber gerade im Internet scheint die Frustrationsschwelle für lange Texte extrem niedrig zu liegen; fast so, als ob der Internet-User von heute es verlernt hat, zu lesen.
Damit meinte ich jetzt nicht unbedingt meine Texte. Klar, mir passiert das auch, denn auch ich schreibe gerne mal länger - hin wieder ... ganz selten. Aber mir ist es gerade letztens bei einem Text unter gekommen, der lang war - nicht von mir .. ausnahmsweise. Diesen Text fand ich ungeheuer interessant zu lesen, denn derjenige konnte gerade Sätze schreiben, was im Internet nicht unbedingt üblich ist. Er konnte gut schreiben und es war weder alles klein geschrieben, noch ein einziger Absatzklotz - dennoch fand man darunter: "Er schreibt zu viel." Traurig, sehr traurig.
Die MTV-Generation hält also Einzug in das Internet. Wobei "hält" auch falsch ist, denn sie hat sich schon lange hier fest gesetzt. Texte müssen schnell, schnell, schnell gehen. Ein Text sollte nach Möglichkeit äquivalent zu den epileptischen Kamerakindern von VIVA oder Arabella Kiesbauer sein, möglichst viele Schnitte haben, am besten mit fetzigen Farben unterlegt sein, voll krasse Schreibweise haben, am besten noch ein paar Unterniveau-Witze enthalten und die üblichen Schreibfehler mit "seit/seid" und "das/dass" dürfen natürlich auch nicht fehlen - hier und da dann noch ein paar Buchstabenverdreher und fertig ist der perfekte Internet-Text.
Es gibt auch zu lange Texte. Es gibt auch Texte, die nicht nur zu lang sind, sondern auch unangenehm zu lesen sind, Texte, die merkwürdige Schachtelsätze haben, deren Bandwurmsätze niemals enden und vollkommen unübersichtlich sind. Das sollte natürlich nicht sein. Aber schon bei einem recht übersichtlichen Text wird mit "der ist zu lang"-Keule um sich geworfen. Man hat anscheinend wirklich verlernt zu lesen. Den überzeugten Philologen schmerzt das besonders. In der LoL-Generation gibt es keinen Platz mehr für ausgefeilte Texte. Die Manga-Smileys, Rechtschreib-Ekzeme und Akronym-Geschwüre von heute sind nunmal wohl die Lyrik von morgen.
Thursday, September 25. 2008
Da bin ich beim Aufräumen meiner Platte drüber gestolpert und dachte mir, ich setze in mein Blog einmal einen meiner "Klassiker" über Mythos-Bücher in "Call of Cthulhu" rein. Hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel, aber nach dem Durchlesen kam ich zu dem Schluss, dass er nicht weniger wahr geworden ist:
Most of our modern portrait painters are doomed to oblivion. They never paint what they see. They paint what the public sees, and the public never sees anything. (Oscar Wilde)
Die Diskussion um Mythostexte ist keine wirklich neue, aber auch bei weitem keine wirklich alte Diskussion. Viel ist schon den glänzenden Bach hinuntergeflossen an Bits und Bytes, an Gedanken und Wörtern, an Sätzen und Tasten, an Emotionen und Argumenten. Alles in allem kann man wohl sagen, dass man über Geschmack nicht redet und letzten Endes läuft es wohl darauf hinaus. Viel können die Verfechter der einen Seite sagen, viel können die Verfechter der anderen Seite sagen. Dem Einen mögen die einen Argumente mehr liegen, klarer sein, dem Anderen die anderen Argumente. Insgesamt kann man sicherlich geteilter Meinung sein, sowohl in wie weit das Rollenspiel literarisch oder nicht literarisch ist, in wie weit das Konzept „Mythos-Buch-Text“ überholt ist und eigentlich nicht das ist, was man heute noch darunter versteht.
Man kann geteilter Ansicht sein, ob:
... es nicht kontrapoduktiv ist, wenn Spieler die Mythos-Buchtexte sehen, die ihre Charaktere sehen.
... Mythos-Buch-Texte essenziell wichtig für das kantische Cthulhu (also das Cthulhu „an sich“ im platonischsten Sinne) sind.
... nicht gerade die bisherigen Mythos-Texte zur Demystifizierung des Mythos beitragen, anstatt ihn zu unterstützen.
... beispielsweise bei einem 1000-AD-Setting Mythos-Bücher beispielsweise keine Mythos-Bücher mehr sein sollten, sondern ob es nicht settinggerechter wäre, hier einen „Mythos-Propheten“ äquivalent zu setzen oder ob das Konzept „Mythos-Buch“ eine andere Manifestation in einem 1000AD-Setting finden müsste (beispielsweise in Form von „Religion“).
... man bei dies allem wirklich geteilter Meinung sein kann.
Letzten Endes ist dies wohl eine Geschmacksfrage. Natürlich. Daher sollte man auch nicht darüber diskutieren. Daher endet der Ansatz der Diskussion durch diesen Text bereits in einem erstickten Keim, kaum in die Erde gesteckt, schon verdorrt. Bleibt nur noch ein paar abschließende Gedanken einzufangen, die im luftleeren Raum gallopierten.
Heitere Mythos-Buch-Gedanken:
- Wenn man grob schätzt und großzügig (wirklich sehr großzügig) ist, kommt vielleicht in einer von fünf Mythos-Geschichten ein Mythos-Buch-Text explizit vor und dann auch meist nur vier Zeilen. Wenn man grob und großzügig schätzt, kommen in jedem 1,2ten Cthulhu-Szenario 3 Mythos-Texte vor, diese dann meist nicht unter mehreren DIN-A4-Seiten.
- Das Entschlüsseln der Cthulhu-Mythos-Buch-Texte erinnert in vielen Runden weniger an die unheimliche Entdeckung der vierten Art, als vielmehr an eine heitere Deutsch-LK-Stunde.
- Viele Spielerrunden auf Cons rollen mit den Augen, wenn sie mehr als eine DIN-A4-Seite an Mythos-Buchtexten zum L&L (Lesen und Lösen) bekommen und lassen sie nach diesem Augenrollen lieblos auf dem Tisch liegen.
- Manchen Cthulhu-Szenarien werden Mythos-Texte aufgepfropft, nicht weil sie durch das Szenario bedingt sind, sondern weil die Kundschaft es will.
-Mythos-Buch-Texte sind selten, eigentlich fast nie Plot, sondern nur Plotlösungshilfen, obwohl ihre Struktur sie eigentlich zu ersterem befähigt.
- Das, was viele Spieler unter Mythos-Texten verstehen, ließe sich mit Textstellen aus okkulten Büchern äquivalent abhandeln.
- Okkulte Bücher sind Abhandlungen über (unter Anderem) den Mythos.
- Mythos-Bücher sind Mythos.
Ja, über Geschmack redet man nicht, über Geschmack diskutiert man auch nicht. Geschmack hat man – oder auch nicht.
Wednesday, September 24. 2008
Am 10. September ist mein Vater zwischen 19 und 20 Uhr gestorben. Heute wurde er beigesetzt. Er hatte lange Zeit Krebs - mehrere Jahre. Anfangs hieß es, dass er das nächste Weihnachten wohl nicht überleben würde - doch er tat es. Die Behandlung sprang gut an und die Chemo-Therapien hatte er gut vertragen. So gut, dass der Krebs sogar zurück ging. Bis dann letztes Jahr wohl ein Stillstand erreicht wurde und die Ärzte zu einer härteren Chemo griffen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt ein ungutes Gefühl und dachte mir, dass sie das doch besser lassen sollen. Aber es wurde gemacht und irgendwie hatte ich den Eindruck, dass es seitdem massiv schlimmer wurde. Während er bis letztes Jahr noch ungeheuer fit war, wurde er dieses Jahr immer lethargischer, was sich von Woche zu Woche verschlimmerte und dann in den letzten paar Tagen ungeheuer schnell ging.
Mehr durch Zufall war ich am selben Abend noch einmal da. Ich hörte Geräusche aus dem Wohnzimmer und dachte, mein Vater schnarcht nur einmal wieder laut, denn er schnarchte schon immer wie ein Weltmeister. Aber es war wohl Schleim, den er nicht mehr abhusten konnte, da er in so einer Art Koma lag. Mehr durch Zufall war auch mein Bruder nochmal da. Irgendwie konnte ich es anfangs noch nicht so recht glauben, bis dann der Arzt ihn sich ansah und zu meiner Mutter sagte: "Das ist in dieser Phase des Sterbens so..." In dieser Phase des Sterbens ... das war ein merkwürdiger Teilsatz, der mich ziemlich schockierte, denn für mich war es eigentlich noch nicht so weit; bis ich diesen Satz hörte. Ich blieb noch eine Weile. Mein Bruder und ich gingen dann zusammen und als ich zu Hause ankam, hatte meine Mutter bereits angerufen: Mein Vater wäre keine 10 Minuten später gestorben, nachdem wir wieder unterwegs waren.
Viel weiß ich jetzt auch eigentlich gar nicht zu meinem Vater zu schreiben, auch wenn ich eigentlich einiges jetzt schreiben wollte. Mein Vater war ein Sportler durch und durch. Das hat man wohl auch daran gemerkt, wie gut er anfangs den Krebs und die Chemo aushielt. Doch je mehr es wohl an ihn ging, desto schwieriger wurde es, denn mein Vater hatte sonst kaum Interessen. Gerade gegen Ende war es wohl einfach nur noch ein hinwegschlafen, denn die Energie war nicht mehr da. Was konnte da auch die Energie bringen bei einem Mann, der Sport für sein Leben gern gemacht hatte, aber dazu nicht mehr fähig war?
Er war begeisterter Fußballer und erzählte immer wieder gerne vom Fußball. Ich habe es sogar noch im Kopf, wie er Szenen vom Fußball beschrieb, immer mit dem charakteristischen "und dann kam er bupp-bupp-bupp hindurch" und mit dem "bupp-bupp-bupp" war entweder ein besonders gekonnter Lauf oder ein besonders guter Doppelpass gemeint. Immer, wenn wir hier in der Umgebung in einem Vorort kamen, wusste er genau, wo der Sportplatz war, denn er hatte schon lange Fußball gespielt. Früher bei 1840 Mainz, wo er dann mit der Altherren-Mannschaft aus Protest weg ging und zu Kastel 1948 wechselte, wo auch ich dann schließlich Fußball spielte. Mein Vater war jahrelang Trainer unserer Jugendmannschaft, begleitete mich somit meine ganze Fußballzeit bis zur B-Jugend. Mein Vater schaute auch gerne Fußball, aber eigentlich war er immer eher ein Macher als ein Zuschauer. Selbst als Trainer stand er immer am Spielfeldrand und rief dann "Attacke!", um uns anzufeuern.
Ebenso war er begeisterter Tischtennisspieler, der bei seiner späteren Arbeitsstelle der Oberfinanzdirektion Koblenz in der Arbeitsmannschaft spielte - auch zusammen mit mir. Ich kannte ihn nur, dass er "irgendetwas" bei der OFD Koblenz machte, auch wenn er ursprünglich gelernter Zeichner (Architektur) beim Grebner war, wo er auch meine Mutter Mutter kennenlernte. Dort haben wir lange Zeit zusammen gespielt, auch im Doppel. Seine besondere Eigenart war sein Anti-Top-Belag auf seinem Schläger, auf dem er immer wieder stolz war und gerne die Gegner ein wenig linkte, weil der Drall aus dem Ball herausgenommen wurde. Ich kann mich noch gut an meiner Kinderzeit erinnern, wo ich immer zum Tischtennis mitgenommen wurde in der Kurmainz-Kaserne hier in Mainz. Da war ich noch zu klein zum Mitspielen und spielte immer nur auf den Wiesen draußen, erkundete die Umgebung, jagte Hasen und lief in der Halle so meine Runden. Es war eigentlich ziemlich langweilig, aber dennoch mochte ich es immer, denn anschließend sind wir dann immer zusammen in der Kaserne etwas Essen gegangen, wobei für mich eigentlich immer eine Portion Pommes raussprang und manchmal sogar - wenn ich Glück hatte - durfte ich an einem dieser alten Spielautomaten spielen, wo ich auch eines meiner absoluten Lieblings-Spiele von früher - "Bomb Jack" - spielen durfte.
Mein Vater war ein unglaublicher Sturkopf. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, konnte man ihn nicht davon abbringen. Und wenn er jemanden nicht leiden konnte, dann konnte man ihn auch davon nicht abbringen. Da habe ich wohl auch so einiges von ihm. Ebenso war er passionierter Nichtraucher; allerdings eher von der militanten Sorte. Er verteilte sogar Zettel im Treppenhaus unserer Mietswohnung mit Totenköpfen und einem Antiraucher-Spruch oder dem Bild von einer Teerlunge. Aber das gehörte irgendwie zu ihm, auch wenn das eben einer der eher unsympathischen Züge von ihm war.
Im Gegensatz dazu konnte man aber eigentlich alles von ihm haben. Er war immer sofort da, wenn man ihn brauchte. Wenn ich einmal irgendwo den Bus verpasst hatte, von einer P&P-Session abgeholt werden musste oder von einem LARP-Con, dann war er immer da, ungeachtet der Uhrzeit. Selten sah man ihn wirklich sauer oder mies gelaunt. Es war meist mehr eine stoisch gute Laune, die man ihm auch während seiner Krankheit anmerkte und leider wohl auch der Grund war, warum er erst so spät zum Arzt gegangen ist und der Krebs daher erst so spät - zu spät - erkannt wurde. Wenn irgendetwas schief lief, wenn man ungerecht behandelt wurde, dann war er sich nicht zu schade, bei jemandem vorbei zu gehen und ihm die Meinung zu sagen - leider ... wie man auch manchmal sagen musste. Denn man konnte ihn - dank seines Dickkopfes - nicht davon abhalten, selbst wenn es einem peinlich war.
Es war so üblich von ihm, einfach irgendeinen blöden Kommentar einzuwerfen - und egal, wie unwitzig es eigentlich war, es war doch irgendwie witzig, auch wenn ich keine Ahnung, wie es ihm gelang. Er hatte einfach immer einen extrem schwarzen und trockenen Humor. Weihnachten war dann auch meist so, dass er entsprechende blöde Sprüche beim Essen brachte oder einen Witz zum x-ten Mal erzählte; aber das gehörte irgendwie dazu und ich glaube, es geschah bei ihm auch mit einer gewissen Selbst-Reflektivität, also, in dem Bewusstsein, dass er diesen Witz schon zum x-ten Mal erzählte und dass er eigentlich nicht witzig ist. Er lachte auch nie selbst über seine Witze. Eigentlich lachte er sowieso sehr selten, aber das fiel eigentlich nie auf, denn er wirkte nicht so, als ob er ein unlustiger Mensch wäre - im Gegenteil ... eben eher stoisch-lustig, trocken halt. In Wiesbaden erzählte er immer wieder an der gleichen Stelle eine Geschichte über Zuckerrüben. Eine Geschichte, die ich leider schon gar nicht mehr weiß, sondern nur noch, dass sie um Zuckerrüben ging und wir jedes Mal aufstöhnten. Ich kann auch nicht mehr sagen, wo es genau war. Es war irgendwo beim Kochwasser-Brunnen in Wiesbaden auf der Straße, die in der Nähe der Tanzschule meiner Eltern war.
Es war immer so ungeheuer schwer, für ihn etwas zu Weihnachten zu finden. Denn außer Sport hatte er eigentlich keine Interessen. Er las nicht, außer der BILD und der Rheinzeitung und auch zum Film-Schauen konnte man ihn nicht wirklich bringen. Jedes Weihnachten zerbrach ich mir den Kopf darüber, was ich ihm schenken könnte, denn ich wollte ihm immer etwas "Richtiges" schenken. Meine Mutter empfahl mir dann immer ein paar Socken oder Aftershave, aber das wollte ich nicht. Ich wollte ihm etwas schenken, worüber er sich wirklich freute und was nicht einfach nur ein Nutzgegenstand war. Doch meine Mutter meinte, dass er sich darüber freuen würde - vermutlich tat er das auch wirklich. Dennoch wollte ich da einfach - mehr. Ich versuchte es immer mal wieder, manchmal gab ich aber auch auf und schenkte ihm dann wirklich Socken oder Aftershave, wenn mir einfach nichts einfiel. Ein Parodie-Buch über Helmut Kohl - seinen persönlichen Hass-Politiker - funktionierte nicht. Eine DVD-Sammlung von Freddy Quinn - einen seiner Lieblinge - funktionierte nicht. Lediglich wohl einmal mit der DVD zum "Wunder von Bern" - damit konnte ich wohl punkten. Aber eigentlich war das auch nicht verwunderlich, denn das hatte auch wieder mit Fußball zu tun.
Mein Vater war ein Dickkopf, wie er im Buche steht, ein Streithansel, wenn er sich im Recht wähnte oder wenn es darum ging, jemanden zu beschützen und ein Dumme-Sprüche-Klopfer. Das sind wohl so einige Sachen, die ich von ihm habe. Was ich nicht von ihm habe, ist seine Ruhe. Bis heute weiß ich nicht, ob er auch so viele Selbstzweifel hatte, denn darüber redetete er nie. Er ließ sowieso fast nie jemanden in sich reinblicken und dennoch spürte man häufig, wie es ihm geht, was er will. Ich verstehe nicht, wieso es mir nun die letzten Tage so nahe gegangen ist, denn eigentlich war mein Vater seit Anfang dieses Jahres schon "anders" - nicht mehr so, wie ich ihn kannte. Das war zwar mein Vater, aber mein Vater war anders und es tat mir immer weh, ihn so hilflos zu sehen und so lethargisch - denn das war er nicht. Eigentlich hatte ich mich schon vor unserem Türkei-Urlaub innerlich von ihm verabschiedet, denn ich hatte befürchtet, dass es da schon so weit sein könnte. Und dennoch geht es mir jetzt schon nahe - näher als ich dachte.
Tuesday, September 23. 2008
Noch vor dem Patch ehrlich erwiped. Ich bin total stolz auf unser kleines Casual-Grüppchen. Heute sah es wieder nicht gut aus anfangs. Unser Tank-Bärchen musste leider schon vor Wochen WoW einfrieren, weil er eine Lehre angefangen hatte und keine Zeit mehr für WoW hatte, was ein massiver Rückschlag für uns war, da wir jede Woche einen neuen Tank dabei haben mussten und so ein Bärchen-Tank ist einfach super praktisch, da wir so unseren Protadin tanken lassen konnten und der Bär bei Bedarf dann immer in Katze gehen kann und Schaden mit austeilt. Dadurch ist unser Schadensoutput einfach viel größer; außerdem freut es unsere Melees (und mich als Jäger) immer wieder, wenn eine Katze dabei ist.
Heute hatten wir also wieder das schwere Los, einen Random-Tank zu suchen, was anfangs wirklich nichts werden wollte. Zusagen von Bekannten, die für 30 Minuten weg mussten, aber auch nach 50 Minuten noch nicht da waren, erleichterten uns die Suche nach einem Tank-Ersatz nicht. Also suchten wir schweren Herzens in der Suchfunktion einen "richtigen" Random-Tank - und fanden sogar einen Bär. Leider einen noch recht unerfahrenen Bären, was ZA betrifft, da er bisher nur die ersten zwei Bosse und die Treppe zum Dragonhawk gesehen hat. Aber obwohl wir 1 Stunde später anfingen und einen recht unbefleckten Bärchen-Tank dabei hatten, liefen alle vier Bosse äußerst glatt, der Hexlord lag auch absolut flott direkt im zweiten Anlauf.
Dann war es 22:40 Uhr. Unser Dienstag-ZA-Run geht immer bis maximal 23 Uhr, da wir recht viel arbeitende Bevölkerung dabei haben, die früh raus müssen. Aber dennoch sind wir Zul'jin angegangen. Der erste Versuch lief prima. Wir hatten ihn - wie immer - recht sicher in der 5. Phase, doch dann brach wieder alles zusammen. Leider hatten wir mal wieder alles verbraten - Battlerezzes, Soulstone, Ankh. Na prima. "Aber diese Sachen sind schließlich was für Mädchen!", dachten wir uns und machten einen "Männer-Versuch" ganz ohne Luxus-Schnickschnack. Und dann fiel er - er fiel! Einfach so. Es war bisher immer so, dass in Phase 5 plötzlich der Schaden bei uns massiv einbrach, aber diesmal purzelten Prozent um Prozent und es starben auch nicht all zu viele Leute in den Flammensäulen. Und er lag! Er lag! Noch vor dem Patch!
Ich bin wirklich extrem zufrieden. Leider haben wir bei Ara derzeit wegen Raid-Ausfällen kein wirkliches Erfolgs-Erlebnis in Sunwell, auch wenn ich sicher bin, dass Felmyst sehr flott liegen würde, wenn wir mal ein paar ganze Abende an richtigen Versuchen an ihr hätten. Aber um so schöner, dass ich bei dem Casual-Trüppchen um meine Frau dann jetzt noch so einen schönen Erfolg mit ins Add-On nehmen kann. Das ist wirklich schön, da einiges an Content "nachgearbeitet" zu haben, durch den ich bei Ara wegen meiner Magister-Arbeits-Pause quasi übersprungen habe. Hach ja, das ist schön.
Meine Jägerin ist übrigens recht weit rechts kniend zu sehen neben ihrer Eule: Die Nachtelfe mit den lila Haaren (Cungwaew).
Tuesday, September 23. 2008
Man muss ja schon sagen, dass die frühere Werbelandschaft einfach besser war. Na gut, sie war nicht immer besser. Aber da gab es beispielsweise so tolle Spots wie diese Allianz-Werbung, die hat sogar was Versöhnliches, oder auch die andere Allianz-Werbung, bei der ein Kleinwagen durch ein italienisches Dorf fährt und volle Kanne in einen Tomatenstand kracht - am Ende gibt (dank Allianz) für jeden Tomatenbrote. Das fand ich ganz tolle Werbespots und wenn man die mit den heutigen Versicherungs-Spots vergleicht, dann wird in den heutigen wirklich nur Angst gemacht und zwar so richtig. Klar, auch in den alten Werbespots wird gezeigt, wann man das brauchen könnte. Aber im Vergleich zu den heutigen Werbespots ist das wirklich äußerst harmlos und sogar einfach nett gemacht.
Aber es kam nicht von ungefähr, dass ich früher als Kind gerne Werbung geschaut habe und zu meinen Eltern immer sagte: "Eine Werbung noch." Da gab es auch nette Zwischenspieler. Ich glaube, die gibt es zum Teil sogar immer noch mit dem Otto beispielsweise, aber zum Großteil sind diese Einspieler doch verschwunden. An was ich mich letztens erst wieder erinnerte mit meiner Frau zusammen, waren Äffle und Pferdle. Ich weiß nicht mehr, wie wir drauf kamen, aber meine Frau ist ja Schwäbin und sagte irgendwann dann "...Äffle und Pferdle..." und ich hatte direkt das Bild der Beiden vor mir. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich die wirklich "Äffle und Pferdle" und nicht "Affe und Pferd" nannte.
Einer jener Einspieler mit den Beiden war der Hafer und Bananenblues, den ich auch nach all den Jahren noch auswendig mitsprechen konnte. Ich wusste sogar jede Betonung und jede Dialekt-Stelle im Vorraus. Aber als Kind war mir anscheinend nicht bewusst, dass das Schwäbisch ist, was die Beiden da sprechen. Für mich war das ganz natürlich und gehörte einfach zu den Beiden. Allerdings habe ich diesen Einspieler auch noch gefunden, den ich noch von früher kannte und da habe ich witzigerweise das vom Affen am Schluss nicht verstanden; heute natürlich kein Problem mehr und damals war mir der auch der Witz der Situation nicht entgangen. Aber Kinder scheinen da einen recht spannenden Zugang zu Dialekten zu haben, wenn mir das nicht wirklich bewusst war damals.
Und zum Abschluss noch ein Video, das ich bei all dem Stöbern gefunden habe und ein Querschnitt durch die Werbung der 80er/90er zieht: Werbung der 80er und 90er und hier dann sogar nochmal mit Äffle und Pferdle von 1987.
Monday, September 22. 2008
Iron Man ist nun endlich auf DVD raus. Total super, ich freue mich tierisch drauf. Erschütternd fand ich dann aber den Artikel in der "VideoTipp" darüber, in der (ungefähr) stand: "Doch der Film ist nicht nur eine Superheldenverfilmung, denn er übt auch scharfe Kritik am Wettrüsten und der US-Außenpolitik." Nee, oder? Ja, ja, das Thema wird angeschnitten, aber das nun dem Film zu Gute zu halten und dies so richtig explizit herauszustellen, als ob es zentral wäre, finde ich schon ein wenig dreist.
Bitte nicht falsch verstehen: Mir hat der Film total gut gefallen und ja, natürlich - Wettrüsten böööööse! Aber da nun großartig "Gesellschaftskritik" dahinter zu vermuten, ist schon höchstgradig albern. Nur, weil man als Thema "Ooooh, Waffen bringen Menschen um!" drin hat, wird daraus keine vernünftige Gesellschaftskritik, denn diese Erkenntnis sollte nicht neu sein. Das war genauso, wie man ja auch gesellschaftskritisch war, wenn man eine Zeit lang nur "Waigel" gesagt hat und dann kicherte. Hat für mich aber dennoch nichts mit Gesellschaftskritik zu tun, gerade mal die BILD-Zeitung stichwortweise nachzukauen.
Das sind oberflächliche Stammtischphrasen, wenn man sowas für "Gesellschaftskritik" hält, denn "richtige" Gesellschaftskritik kann und sollte tiefgründiger und umfassender sein und auch zu einem gewissen Teil querdenken. Das hier hat aber nichts mit Querdenken zu tun. Das ist genauso, wie vor einiger Zeit plötzlich alle Leute die Energiespar-Lampen leer gekauft haben wegen neu aufgekommenen Umweltbewusstsein, aber keine Ahnung hatten, wann und wie sie tatsächlich sinnvoll sparend diese Lampen einsetzen könnten; auf der Toilette beispielsweise sind sie keine Einsparung, ebenso wie an jedem anderen Ort, an dem man nur kurz das Licht an hat. Mittlerweile ist das alles ja sowieso schon wieder vergessen.
Der Film will doch auch gar keine Gesellschaftskritik sein! Wenn man ihm das andichtet, tut man ihm absolut unrecht, lockt da die Highbrow-Leute rein, die dann nur die Nase rümpfen über "den Comic-Quatsch". Der Film ist ein solider Action-Film, der Spaß machen will und Spaß hat - nicht mehr, nicht weniger. Aber die "VideoTipp" war ja schon immer einfach nur bunteres Toiletten-Papier. Aber so Artikel können mich kleinen Choleriker schon ziemlich aufregen.
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Comments
Fri, 21.11.2008 14:58
Mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt klappt es dieses Jahr leider nicht. Wir sind erst zwischen den Jahren (also nach [...]
Mon, 17.11.2008 18:58
Danke für den Hinweis. Korrigiert.
Mon, 17.11.2008 18:52
Was ein deutsche Vizejugendmann ist kann ich mir vorstellen, aber was ist ein Schtsmeister? (SCNR)
Fri, 14.11.2008 12:49
Ja, können wir gerne schauen mit dem Esslinger Weihnachtsmarkt. Wir sind wohl wieder zwischen den Jahren unten in [...]
Fri, 14.11.2008 10:50
Ich muß mal schauen, momentan haben wir noch keine großen Pläne gemacht. Evtl die Turniertage und das avarische [...]
Fri, 14.11.2008 09:53
Dimo! Ich musste häufiger in letzter Zeit mal an dich und die anderen Nebellegendler denken. Dieses Jahr ist es leider [...]