Wednesday, July 1. 2009
Ich verabschiede mich bis Montag, denn ich muss arbeiten die nächsten Tage: in Andalusien. Naja, zugegeben, nicht ganz, aber es ist Firmenurlaub, denn Socializing gehört immerhin dazu und das ist sowas ähnliches wie arbeiten - nur cooler. Heute Nacht um 3 Uhr geht es dann los. Ich werde wohl noch einmal nach Hause nach der Arbeit gehen, ein wenig WoW spielen bis in die Puppen und wenn meine Frau ins Bett muss, werde ich wahlweise auf das Farmen umschwenken oder auf die PS2, denn ich glaube, dass ich "Prince of Persia: The Two Thrones" demnächst durch habe - es riecht storymäßig alles danach.
Firmenurlaub Andalusien - ich bin gespannt. Da ich ein schüchternes Kerlchen bin, bin ich ein wenig nervös. Eigentlich habe ich ja schon Anschluss hier in der Firma gefunden, die auch alle super nett sind und die ich wirklich allesamt sehr mag, aber dennoch hat man als schüchterner Mensch natürlich immer die Angst, sich ungewollt an Leute dran zu hängen, ihnen auf die Nerven zu gehen und so weiter. Bisher habe ich mir da aber keine wirklichen Gedanken drum gemacht, denn ich habe die letzten Wochen gelernt, dass es manchmal besser ist, sich gar nicht so viele Gedanken um Sachen zu machen; gerade für mich eine schwer umzusetzende Erkenntnis, denn ich mache mir Gedanken - immer und überall. Aber Vieles geht viel einfacher, wenn man sich einfach hineinstürzt und von der Welle tragen lässt; der Rest ergibt sich dann meist von selbst.
Ein wenig verunsichert war ich natürlich heute morgen, als ich dann von einem erneuten Flugzeugabsturz hörte. Den letzten Flugzeugabsturz um Pfingsten habe ich recht bewusst ignoriert, da ich mich nicht weit vorher nervös wegen dem Firmenurlaub machen wollte. Außerdem muss ich bei Flugzeugen eben doch immer wieder an einen tragischen Vorfall in meinem Bekanntenkreis denken, der mich auch letztes Jahr in der Türkei natürlich immer wieder begleitete. Wollen wir hoffen, dass es wirklich so ist, dass dies eher in den afrikanischen Ländern passiert, dass es eben wirklich nur daran lag, dass das Flugzeug wohl eigentlich sogar nicht mehr zugelassen lassen, dass es von Frankfurt nach Spanien viel sicherer ist.
In der Firma wird heute eine Star-Trek-Nacht gemacht für alle, die in der Firma bleiben, weil sich heimfahren nicht lohnt. Ein paar von uns hatten allerdings den (zugegeben fiesen) Gedanken, dass man doch viel eher so Klassiker wie " Todesflug 401" oder " Snakes on a Plane" sehen sollte - ich schlug die ersten "Lost"-Folgen vor.
Übrigens wegen "Lost" habe ich mich auch zum Schnuppergolfen in unserem Club in Andalusien angemeldet. Ich habe keinerlei Golf-Erfahrung, aber wie wir aus "Lost" wissen, ist es immer hilfreich das zu können, so häufig wie die auf der Insel Golf spielen. Wollen wir also hoffen, wenn das Flugzeug abstürzt, dann bitte auf dem Rückflug, denn dann kann ich schon ein wenig Golf. Auch noch angemeldet habe ich mich zum Bogenschießen, denn das wollte ich schon immer einmal und Reiten steht auch auf dem Programm und ein Besuch auf der Alhambra. Pokern gibt es wohl auch an einem Abend und das Tischtennis-Turnier habe ich ebenso schon ins Visier genommen. Volles Programm also und ich denke, dass die paar Tage wie im Flug (ha! ha!) vergehen werden. Für den Fall der Fälle nehme ich aber trotzdem mein NintendoDS und meinen "Harry Potter and the Order of the Phoenix" mit (ja, den habe ich noch nicht zu Ende gelesen... einfach nicht mehr dazu gekommen - so eine Schande bei dem tollen Buch!).
Auch wenn ich langsam nervös werde, bin ich schon sehr gespannt und freue mich. Die Texterseminare mit meiner Abteilung waren auch immer wie so ein kleiner Urlaub für einen Tag und das war auch immer sehr nett. Solange ich also den Anschluss nicht verliere, sollte das eine sehr spaßige Angelegenheit werden. Mein Notizbuch habe ich auch dabei und wer weiß, ob ich vielleicht nicht sogar zum Schreiben komme. Zwar ohne Computer, aber das hat man früher ja auch nicht gehabt! Aber irgendwie kann ich es mir gar nicht mehr so richtig vorstellen, etwas ohne Computer zu schreiben - außer Briefe vielleicht.
Tuesday, June 30. 2009
Das Erdferkel hat schon darüber geschrieben und auch ich habe nun endlich "Bolt" gesehen. Wirklich netter Film, auch wenn ich fürchte, dass mich so ein paar Kommentare im Vorfeld (nicht vom Erdferkel) bei dem Film in die falsche Richtung gedrängt haben, so dass er doch leicht unbefriedigend für mich war. Das lag aber sicherlich nicht am Film, denn es war schon deutlich, dass es ein Roadmovie war, aber... ich war zu eingefahren über manche Kommentare, als dass es mir auffallen sollte. Ähnlich ging es mir auch bei dem grandiosen "Prinzessin Mononoke", der mittlerweile zu meinen Lieblingsfilmen zählt (schon allein die Musik!), aber auch da dank Kommentare im Vorfeld in mir eine andere Erwartungshaltung erzeugte. Somit hatte "Bolt" leider keine faire Chance bei mir und ich hoffe, dass es mir ebenso wie bei "Prinzessin Mononoke" gehen wird, dass ich dem Film einen zweite, fairere Chance bei wiederholtem Sehen geben kann - denn verdient hat er es sicherlich.
Einige Sachen werden aber vermutlich bleiben, die mich ein wenig auch noch jenseits der falschen Erwartungshaltung störten: Zwischendrin fehlte mir ein wenig die Entwicklung. Da haben mir die deleted scenes besser gefallen von der Charakterentwicklung, da hier - meiner Ansicht nach - die Erkenntnis von "Bolt", dass er eben kein Superhund ist, dramatischer und gänsehautiger war. Ebenso fand ich das Ende recht schwach und das ließ mich zusätzlich unzufrieden zurück. Da wurde einiges an Potenzial verschenkt. Ich hätte wohl die coolen Katzen vom Anfang noch einmal auftreten lassen, so dass Mittens da auch noch einmal glänzen kann, indem sie etwas über oder für Bolt herausfindet. Ebenso hätte ich mir noch eine Szene gewünscht, in der Rhino und Mittens mit von Bolts Frauchen aufgenommen werden. Klar, das ist sicherlich Geschmackssache, aber ich finde, aus dem Schluss hätte man definitiv mehr machen können.
Trotz der Kritik aber ein sehr ordentlicher Film, den ich vorbehaltlos weiter empfehlen kann. Eine Frage quält mich jedoch noch: Wieso musste man "Rhino" (den Hamster) in "Dino" übersetzen? Da hätte es doch auch "Rhino" getan, denn "Rhinozeros" kennt man doch auch bei uns, oder liege ich da so falsch? Klar, "Dino" ist jetzt nicht schlimm, aber schon schade und unnötig. Also: Auf Englisch schauen, Leute! Der Film funktioniert zwar sicherlich auch auf Deutsch, aber Rhino ist auf Englisch so viel cooler! Ach ja, und falls das Erdferkel die DVD-Version nicht kennt, da gibt es "Super Rhino".
Monday, June 29. 2009
Heute will ich euch eine ganz tolle Seite vorstellen, über die ich dank eines Texterseminars gestolpert bin: Das Wortschatz-Projekt der Uni Leipzig. Einfach ein Wort eingeben und schon bekommt man Synonyme und mehr ausgespuckt. Toll! So umfangreich schafft das nicht einmal mein heiß geliebter blauer Duden, der seitdem (fast) unbenutzt neben dem Computer rumliegt.
Nicht nur, dass man andere Wortvorschläge bekommt, man kann sich in kürzester Zeit durch Wortfelder klicken, linker und rechter Nachbar eines Wortes wird angezeigt - nur diese Wortwolke am unteren Ende habe ich noch nicht so ganz durchschaut. Wie das funktioniert? Anscheinend werden Zeitungen genommen und eingescannt und daraus entsteht diese riesige, wirklich hilfreiche Datenbank. Die möchte ich jedem Schreiber wirklich wärmstens ans Herz legen - sofern ihr die nicht sowieso schon kennt.
Sunday, June 28. 2009
Lange habe ich nicht mehr in das großartige Blog von Wil Wheaton reingeschaut; heute seit langer Zeit einmal wieder und ich finde einen großartigen Artikel (mal wieder), bei dem ich mich durchaus wiederfinde: Time to write.
Es ist mir schon häufig passiert, dass ich da sitze und etwas schreibe und wirklich schreibe, aber dann doch mehr rausschaue aus dem Fenster, den Fernseher plötzlich anmache, dann doch den Müll runter trage oder im Internet ziellos surfe - Prokrastination nennt man das. Häufig frage ich mich, ob ich allein so bin, denn ich habe ständig das Gefühl, dass andere Schreiber viel produktiver sind und besser am Ball bleiben. Ich schweife häufig mit den Gedanken ab, aber wenn ich mir meine Arbeit auch so ansehe: Am Ende des Tages bin ich dennoch im Zeitplan, habe aber ein unglaublich schlechter Gewissen, weil viel von der Zeit eben nicht in das faktische Tippen an der Tastatur ging. Doch genau das schreiben die beiden da! Also Wil Wheaton, dass es ihm so geht, wie J.R. Lennon schreibt. Großartig! Ich bin also doch nicht so allein!
Langsam habe ich das Gefühl, dass viele Schreiber dies vertuschen - aus schlechtem Gewissen? So geht es mir jedenfalls. Aber andererseits scheint es mir so, als ob es in einem kreativen Beruf eben anders schwer geht. Natürlich ist auch kreatives Schreiben Handwerk, aber doch anderes Handwerk, als eines das am Fließband produziert wird. Mich würde es wirklich interessieren, wie solche Vielschreiber wie Wolfgang Hohlbein wirklich schreiben (ja, ja, ich weiß, Copy&Paste - nein, ich meine die Frage ernst). Schreiben die auch so? Haben die auch solche Phasen? Ein wenig lässt mich beispielsweise ein Zitat von Neil Gaiman hoffen, in dem er sagt: "Der beste Ort zum Schreiben ist dort, wo ich keine E-Mails abrufen kann." Also scheint ihm das "Problem" auch nicht unbekannt. Geht sein Mausklick also beim Schreiben nach ein paar Absätzen auch immer mal wieder auf seine Inbox? Oder auf den Reload-Button des WoW-Forums?
Es ist nicht so, als ob am Ende des Tages da nichts steht. Aber am Ende des Tages bleibt das blöde Gefühl: Da hätte mehr stehen können, wenn du weniger häufig "Mails abrufen" geklickt hättest! Wenn du weniger häufig "Reload" gedrückt hättest! Wenn du weniger häufig auf Ikariam deine Bauleisten abgecheckt hättest! Wenn du weniger häufig... es gibt so viele Sachen! Aber der Artikel in Wil Wheatons Blog lässt mich hoffen. Danke, Wil! Einmal wieder!
Auch schön ist der Absatz, dass ein Autor immer arbeitet, denn auch das stimmt irgendwie. Frey hat es in seinem "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" auch sehr schön beschrieben: Autoren sind häufig wirklich eher die Stillen, die zwar durchaus auf eine Party gehen, aber sich umsehen. Sie sind diejenigen, die im Bus genau auf die Unterhaltung achten, die zum Fenster rausschauen und Leute betrachten, wie diese sich bewegen, wie diese sich verhalten. Wenn ich in meinem Pendelzug von Karlsruhe nach Mainz bin, habe ich Zettel vor mir, die ich korrigieren will, aber häufig sitze ich einfach nur da und lasse meine Gedanken kreisen. Sie kreisen überall hin, aber ständig sind sie auch am Überlegen, wie man dies oder das formulieren könnte, wie man dies oder das beschreiben könnte und welche Sache man sich für diese oder jene Sache überlegen könnte. Wenn ich einen Film sehe, dann fällt es mir häufig schwer, "nur" diesen Film zu sehen und ihn zu genießen - das ist traurig, aber ich habe mich mittlerweile damit arrangieren können und kann dennoch ganz gut meinen Spaß aus vielen Filmen ziehen. Aber es schlägt halt immer wieder zu, dass ich überlege: "Wie würdest du das jetzt weiter machen? Schreibt sich da nicht jemand gerade in eine Sackgasse? Wie sind die Charaktere angeordnet? Woraus entsteht der Konflikt? usw."
Man kann es irgendwie nicht ausstellen - zumindest geht es mir so und anscheinend Wil Wheatn und Lennon auch. Das ist sehr beruhigend, denn häufig fragt man sich eben doch, ob man sich nicht ganz anders verhält als andere Schreiber. Irgendwie sind Schreiber da schließlich nicht besonders mitteilsam - was man doch eigentlich von "unserer" Zunft nicht so denken würde. Aber wenn es um das Schreiben an sich geht, wie das funktioniert und wie man sich fühlt (das vor allem!), da schreiben die wenigsten drüber. Wil Wheaton eben, klar, und vielleicht auch noch Stephen King. So Leute gibt es schon. Aber die sind eben selten - leider. Da ist es schön, genau sowas wie diesen Artikel zu lesen.
Saturday, June 27. 2009
Bisher sind wir am Ende der zweiten DVD der 3. Staffel "Lost" und ich kann bisher noch keine Verschlechterung erkennen. Die Serie wird ein wenig anders - aber dann wiederum auch nicht. Die Struktur bleibt gleich, die Thematiken bleiben gleich, der Meta-Plot bleibt gleich, es gibt nur eine Änderung im Ton bezüglich der "Others". Spoiler-Cut.
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Friday, June 26. 2009
Manchmal ist die Natur besser als jeder Wecker: Gestern morgen zirpte ein Vogel fast direkt vor meinem Fenster - kontinuierlich! Das Gute war: Ich war wach. Aber wieso musste der Vogel das um 5.30 Uhr machen? Er hörte auch nicht auf, sondern gab einen Ton von sich, von dem Wecker lernen können: hoch, schrill, gleich bleibend. Am liebsten hätte ich einen Schuh nach dem Vogel geworfen, aber er war draußen und ich drinnen.
Nette Sache am Rande: Das tolle Zitat da oben (ja, leicht umgestellt) ist bekanntermaßen ein Höhepunkt der romantischen Zitate. Dass es aus "Romeo & Juliet" ist, wissen vermutlich die meisten, dass es aber gar nicht so romantisch ist, wie es klingt, die wenigsten. Eigentlich ist das nämlich eine Zeitangabe, weil Romeo und Julia die Nacht durch... das eben so machen, was frisch verliebte so machen, wenn sie zusammen im Bett sind und die Zeit vergessen haben.
Sie machten also das, was die da eben so machen und merken irgendwann: "Oh, es ist ja viel zu spät." Julia will nicht, dass Romeo geht, denn sie will eben weiter machen, was man da so macht: "Nein, nein, gehe bitte nicht! Es ist noch gar nicht morgen. Das war nicht die Lerche (die am Morgen singt), sondern die Nachtigall." Die Nachtigall, von der Julia da spricht, ist übrigens auch dafür bekannt, dass die Männchen ihren Gesang so ab 11 Uhr nachts zur Paarsuche machen; das macht dieses Zitat natürlich noch hintergründiger. So viel zu romantischen Zitate - es dreht sich immer nur um das Eine.
Daher: Lest mehr Shakespeare! Es lohnt sich! Die Verfilmung mit Claire Danes und Leonardo Di Caprio ist übrigens auch verdammt gut - und das sage ich als jemand, der bei Shakespeare-Aufführungen eher konservativ eingestellt ist, denn viele moderne Aufführungen gefallen mir einfach nicht. Die ist aber wirklich gut. Ähnlich wie eigentlich alle Kenneth-Brannagh-Verfilmungen. Wer eine super Shakespeare-Komödie sehen will: "Much Ado About Nothing." Herrlich! "Twelfth Night" mit Helena Bonham-Carter und Ben Kingsley als grandiosem Narren ebenso. Und mein persönlicher Liebling "Hamlet" wurde von Kenneth Brannagh auch noch einmal verfilmt - leicht in der Zeit versetzt, aber dennoch ganz, ganz großartig!
Thursday, June 25. 2009
Wer zu viel Zeit hat, kann sich hier übrigens über Lokalisierungswahn deutscher WoW-Spieler amüsieren. Wenn ich mehr Zeit hätte, wäre es mir als Amerikanist mit ebenso linguistischer (aber eben vollendeter und nicht wie bei Kanonenkarl abgebrochener) Ausbildung eine Freude, den Blödsinn, den der Herr da verzapft, zu zerrupfen.
Denn es geht hier nicht nur um Linguistik, sondern auch um Übersetzung und in der Übersetzung mit Ethymologie zu argumentieren ist fragwürdig - zumal seine Argumentation da auf wackligen Füßchen steht. Wer als Übersetzer an ethymologischen Wortbedeutungen festhält ohne triftigen Grund, der hat etwas am Übersetzungshandwerk falsch verstanden. Es geht bei einer Übersetzung nicht darum, einen Text wortwörtlich in die andere Sprache zu übertragen, sondern so viel Bedeutung wie möglich für einen anderen Kulturkreis zu transportieren - das funktioniert manchmal überraschenderweise nicht, wenn man wörtlich bleibt, weil: Andere Länder, andere Sitten, andere Kultur (um es mal platt auszudrücken).
Meine Lieblingsstelle ist ziemlich am Anfang, als er von Gary Gygax erzählt und der Zeit "vor dem Internet", als alle Leute noch viel gebildeter waren, weil sie mehr gelesen haben. Meine zweite Lieblingsstelle ist weiter hinten, als Landsknechte und Ritter zeitgleich gesetzt werden. Habe mich sehr amüsiert. Und meine dritte Lieblingsstelle zieht sich durch seine ganze Argumentation hindurch, immer dann, wenn er behauptet, die Autorenintention des Lokalisations-Teams angeblich zu kennen. Klar, Leute, die "Morbent Fel" in "Morbent Teufels" übersetzen sind total leicht zu durchschauen. Is' klar, ne?.
Was unser guter Kanonenkarl da nämlich übersieht ist: Übersetzungen sind keine Richtersprüche. Es gibt keine Präzedenzfälle in der Übersetzung, die eine Übersetzung auf ewig festlegen. Übersetzung ist nie eindeutig, selten richtig oder falsch. Klar, "falsch" gibt es auch - "Dagon's sphere" in "Dagons Furcht" beispielsweise. Wenn der gute Herr sein Studium beendet hätte, hätte er das vielleicht auch noch gelernt, dass Übersetzung keine Mathematik ist oder vielleicht besser: nicht sein sollte. Nicht umsonst heißt es: "So nah am Text wie möglich, so weit wie nötig." Es geht hier darum, Bedeutungen zu transportieren und die gehen über simple Wortübersetzungen manchmal hinaus und schließen Konnotationen und Denotationen mit ein, dadurch dann andere Sprachgeschichten und bei lyrischen Übersetzungen oder Liedern dann auch sicherlich Rhythmik.
Tuesday, June 23. 2009
Manchmal finde ich traurig, mit was Leute ihre Abschlüsse bekommen. Gerade im Rollenspielerumfeld bekomme ich häufig mit, dass jemand seinen Abschluss in Pädagogik, Sozialwissenschaften oder manchmal auch ganz fremden Feldern wie BWL oder Informatik oder sonstwas macht, aber dann natürlich unbedingt seine Abschlussarbeit über Rollenspiele machen will und das am lebsten mit... Umfragen. Ich erinnere mich noch gut an einen Fall damals auf einer NWN-PW, als dann im dortigen Forum ein Thread eröffnet wurde, dass doch möglichst viele bitte sich an dieser Umfrage beteiligen sollten.
Ich kenne mich nun nicht viel mit Statistik aus. Ich habe allerdings ein Seminar zu Stochastik und Methoden der empirischen Sozialforschung gemacht, sowie einen Pre-Test bei einer qualitativen Studie und kenne mich demnach also nicht gut, aber dennoch hinreichend mit Umfragen aus, um sagen zu können: Sowas ist bullshit - und zwar ganz großer. Bitte, liebe Rollenspieler dort draußen, es ehrt euch, dass ihr euer Hobby zum Thema in eurer Arbeit macht, aber macht es bitte ordentlich und nicht hingeschludert.
Erst einmal hat ein Sample größere Ansprüche, als mal einen Thread in ein einschlägiges Forum zu knallen mit Bitte um Mithilfe. Dann sind die Items auch meist ganz grässlich gewählt. Es gibt da wirklich gute Literatur und wenn ihr eben aus einem fremden Fach kommt, in dem es keine Grundlagenkurse zur empirischen Sozialforschung gibt, dann holt euch eines dieser Bücher und - lest es! Nur weil ihr euch in eurem Hobby auskennt, heißt das nicht, dass ihr wissenschaftlich schludern dürft. Empirische Sozialforschung ist sowieso immer heikel und problematisch und dann sollten wenigstens die Methoden einwandfrei gesetzt sein, damit man da nicht den Vorwurf der schlampigen Unwissenschaftlichkeit bekommt. Man muss sich sowieso bei empirischer Sozialforschung viel anhören, aber diese Vorwürfe sind unnötig.
Mich würde wirklich einmal interessieren, wieviele Leute mit solch schlampigen Samples, Items und Umfragen ihre Arbeit trotzdem durch bekommen haben. Man hört nämlich dann witzigerweise im Nachhinein von diesen tollen Umfragen nichts mehr. Da wird groß Wirbel im Netz gemacht und das Ergebnis bekommt keiner mit. Durchgefallen? Kein Interesse mehr? Wenn ihr also wirklich ernsthaft und seriös so etwas machen wollt, schlampt nicht - tut das eurem Hobby nicht an, denn das hat es wirklich nicht verdient. Wenn ihr also sowas macht, macht es bitte richtig und denkt nicht, nur weil es euer Hobby ist, weil es Rollenspiele sind, dass ihr da schludern dürft. Ausgerechnet hier solltet ihr besonders aufmerksam und bedacht vorgehen. Danke.
Monday, June 22. 2009
Wie war das noch einmal mit dem falsch gelösten Ticket? Eigentlich lief das wunderbar - bisher. Ich war in Karlsruhe am Schalter und habe reklamiert. Darauf wurde mir gesagt, dass das ein "Abfertigungsfehler" ist und ich das einreichen muss. Allerdings muss ich die nun neu gelöste Karte mitschicken, da die schließlich mehr kostet und einen Antrag darauf stellen, dass die erstattet wird. Das Formular muss ich noch ausfüllen und ein paar Zeilen dazu schreiben, was passiert ist und alles ist gut - klingt auch zumindest danach.
Allerdings war ich heute morgen wieder Tickets lösen und langsam geht mir die Bahn ziemlich auf den Senkel: Erst einmal habe ich meine E-Mail-Adresse eingetragen, um Punkte mit der Bahncard zu sammeln. Da gibt es dann Prämien und ich dachte mir: Was soll's, ich bekomme ich sowieso genug Spam, da kommt es auf ein wenig mehr auch nicht an. Der Witz ist nur, dass der Fahrkartenautomat heute morgen dann meine Bahnkarte wollte. Bisher habe ich nur einen Zettel als vorübergehende Bahncard - den kann ich nicht in den Automat stecken. Also frage ich am Schalter nach: "Nein, das geht nicht, dazu brauchen sie die Plastikkarte und das verschicken dauert ca. 3-4 Wochen." Super! Ich verliere also 3-4 Wochen, in denen ich Karten ziehe und Punkte hätte sammeln können? Das ist ja mal total gut ausgedacht!
Auch super ausgedacht ist das mit dem City-Ticket: Wenn ich eine Bahncard habe, habe ich am Zielbahnhof ein City-Ticket, mit dem ich kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen kann. Total super - eigentlich. Und uneigentlich? Uneigentlich kann ich das nicht nutzen, weil ich durch die tolle Sonderaktion der Bahn vorher Einzelkarten immer geholt habe und somit in einen Rhythmus gekommen bin, bei dem Karlsruhe als Heimatbahnhof zählt und Mainz als Zielbahnhof - und dadurch bekomme ich in Karlsruhe kein City-Ticket, wo ich es bräuchte. In Mainz brauche ich keins. Der Grund? Der Sinn des City-Tickets ist es, dass der Reisende sich am Zielbahnhof meist nicht auskennt und dadurch soll mehr Komfort entstehen. Als ich am Schalter nachfragte, wie das denn nun ist, weil eigentlich Karlsruhe mein Zielbahnhof ist und ich aus Mainz bin und das nur an dem Kartenzieh-Rhythmus liegt, meinte der Schaltermensch: "Nein, das geht leider nicht." Einzige Möglichkeit wäre: Einmal eine einzelne Karte ziehen (die dann 5 Euro teurer ist, weil ich keinen Spar-Tarif habe) und danach dann wieder den Rhythmus aufnehmen.
Aber das ist total toll, dass die Bahn mir sagt, wo mein Heimatbahnhof und wo mein Zielbahnhof ist - schade nur, dass das eben falsch so ist und man da auch nicht drauf hinweisen kann und es auch keine Sonderregelungen oder Ausnahmen gibt. Ich war einmal sehr positiv angetan von der Bahn. Mittlerweile habe ich wirklich den Eindruck, dass die Bahn nicht zu verschenken hat und die ganzen Spar-Tarife nur danach aussehen.
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Comments
Sat, 04.07.2009 01:08
Ich beneide dich ;-) .
Fri, 03.07.2009 10:00
Jaaa! Ganz genauso gehts mir auch immer. Es gibt immer etwas, das wichtiger ist als die aktuelle Arbeit. Wenn [...]
Wed, 01.07.2009 13:36
wow, klingt ja super! na dann mal viel Spaß :)
Wed, 01.07.2009 00:14
Aber abgesehen von den fünf Sternen war meine Beschreibung doch recht treffend! Du hast den falschen Leuten [...]
Tue, 30.06.2009 19:17
Klar, ich kenne das Phänomen auch, vermut auch sonst jeder, der schreibt. Ob nun Essays, Uni-Arbeiten oder eben [...]
Tue, 30.06.2009 07:39
Hey, sehr schöner Tipp! Danke.